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Halbwertszeit berechnen
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Choi San
Gast





Beitrag Choi San Verfasst am: 12. Jul 2021 01:44    Titel: Halbwertszeit berechnen Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo Ihr Lieben!
Brauche Hilfe: Eine unbekannte Substanz hat eine HWZ von 500 Jahren. Nach wie vielen Jahren sind aus 50 Gramm strahlender Substanz nur noch 3.125 Gramm vorhanden?

Meine Ideen:
Antwort ist : nach 2000 Jahren. Wäre jemand so lieb und könnte mir sagen wie man am besten da vorgehen kann?

Liebe Grüße und Danke im voraus:)
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 13.01.2012
Beiträge: 6204

Beitrag Steffen Bühler Verfasst am: 12. Jul 2021 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Nach einer Halbwertszeit ist jeweils die Hälfte übrig. Nach 500 Jahren also noch 25 Gramm, nach 1000 Jahren noch 12,5 Gramm...

Dann mach mal weiter.

Viele Grüße
Steffen
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Dafür gibt es aber auch die Formel

N(t) =N(0)* e^-kt

Mit den Daten der Halbwertzeit k berechnen.
Dann mit dem Wert k und der verbleibenen Menge N t ausrechnen.
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Formel für einen Schätzwert, nungut aber nicht das der Eindruck ensteht man könnte das genau berechnen.
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 14:28    Titel: Antworten mit Zitat

Wieso Schätzwert. Die 2000 Jahre stimmen. Die man zwar wohl auch durch 4 mal Halbieren der Ausgangsmenge erhält. Jedoch so einfach ist oft nicht.
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Mit 50gramm mag das stimmen aber klappt das auch mit 50 Atomkernen?
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Warum sollte es nicht gehen. Man muss nur angeben wieviel noch da sein sollen.
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 15:36    Titel: Antworten mit Zitat

komma weil, die Halbwertszeit nur eine statistische Wahrscheinlichkeit angibt
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Also man kann mit der e-Funktion bis auf 1 Atom runtergehen. Jedoch auf 0 geht es nicht da der ln(0) halt im Unendlichen liegt.
Man kann grundsätzlich sowieso nicht angeben welches Atom nun als erstes zerfällt, egal wie die Halbwertzeit ist.
Nils Hoppenstedt



Anmeldungsdatum: 08.01.2020
Beiträge: 1208

Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich macht die Halbwertszeit auch bei einem Startwert von einem Atom Sinn. Die Halbwertszeit ist dann die Zeit, ab der die Wahrscheinlichkeit für einen Zerfall erstmals über 50% liegt.

viele Grüße,
Nils

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Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ja um so besser. Statistik habe ich nie gelernt.
Dann müsste man ja auch ausrechnen können wann die Wahrscheinlichkeit bei 100% liegt. Dann hätte man die Zeit wann alles zerfallen ist. Aber mir schwant, das sich das auch asymtotisch annähert, also auch oo wird.


Zuletzt bearbeitet von Nobby1 am 12. Jul 2021 16:47, insgesamt einmal bearbeitet
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Natürlich macht die Halbwertszeit auch bei einem Startwert von einem Atom Sinn. Die Halbwertszeit ist dann die Zeit, ab der die Wahrscheinlichkeit für einen Zerfall erstmals über 50% liegt.

Auch nicht so ganz richtig, du weisst ja nicht genau wann das Atom enstanden ist also wielange die "Uhr" schon tickt.
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Aber wenn du das "erstmals" durch "definitv" ersetzt passt es smile
Nils Hoppenstedt



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Beiträge: 1208

Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 16:59    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:

Auch nicht so ganz richtig, du weisst ja nicht genau wann das Atom enstanden ist also wielange die "Uhr" schon tickt.


Nein, Atome haben weder eine innere Uhr, noch sonst eine Art Gedächtnis. Die Halbwertszeit bezieht sich immer auf die Zeit seit Beobachtungsbeginn - unabhängig davon wie lange das Atom davor bereits existiert hat.

Viele Grüße,
Nils

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Schroeding
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Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 17:11    Titel: Antworten mit Zitat

Das mag man vielleicht so herleiten aber in der Realität hat doch wohl ein Atom was schon länger existiert auch eine höhere Wahrscheinlichkeit zu zerfallen, aus rein logischen Gründen.
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Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Schroeding hat Folgendes geschrieben:

Auch nicht so ganz richtig, du weisst ja nicht genau wann das Atom enstanden ist also wielange die "Uhr" schon tickt.


Nein, Atome haben weder eine innere Uhr, noch sonst eine Art Gedächtnis. Die Halbwertszeit bezieht sich immer auf die Zeit seit Beobachtungsbeginn - unabhängig davon wie lange das Atom davor bereits existiert hat.


Die Halbwertszeit ist ein Maß für die Lebensdauer eines bestimmten Zustands. Zu welchem Zeitpunkt sie abgelaufen ist, hängt natürlich davon ab seit wann dieser Zustand besteht, nicht seit wann wir ihn beobachten. Wie lange er lebt, also die Halbwertsszeit selbst, hängt aber von beidem nicht ab.

Instabile Atome "haben" natürlich keine Uhr, sie sind die Uhr.
Nils Hoppenstedt



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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Das mag man vielleicht so herleiten aber in der Realität hat doch wohl ein Atom was schon länger existiert auch eine höhere Wahrscheinlichkeit zu zerfallen, aus rein logischen Gründen.


Nein, eben nicht. Das würde ja bedeuten, dass Atome irgendwie "altern". Das ist aber nicht der Fall.

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index_razor



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Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Das mag man vielleicht so herleiten aber in der Realität hat doch wohl ein Atom was schon länger existiert auch eine höhere Wahrscheinlichkeit zu zerfallen, aus rein logischen Gründen.


Nein, eben nicht. Das würde ja bedeuten, dass Atome irgendwie "altern". Das ist aber nicht der Fall.


Natürlich ist das der Fall. Instabile Atome "altern", was in physikalischen Begriffen nichts anderes heißt als daß sich ihr Zustand mit der Zeit ändert. Das bedeutet es doch gerade, wenn man sagt, daß sie "zerfallen".
Nils Hoppenstedt



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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ja eben: wenn das Atom noch nicht zerfallen ist, hat sich sein Zustand ja auch noch nicht geändert, also ist auch noch nicht "gealtert". [/b]
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Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Ja eben: wenn das Atom noch nicht zerfallen ist, hat sich sein Zustand ja auch noch nicht geändert, also ist auch noch nicht "gealtert".


Doch, der Zustand des Atoms ändert sich dauernd, sobald es existiert. Der Zeitpunkt, zu dem es zerfällt, ist allerdings nicht scharf definiert, da die Änderung natürlich kontinuierlich verläuft. Irgendwann ist der Überlapp mit dem Initialzustand vernachlässigbar. Ein "Zerfallszeitpunkt" kann daraus aber theoretisch nur durch willkürliche Festlegung eines Schwellwerts definiert werden. (Für die Halbwertszeit eben p(t) = 1/2).

Identifiziert man experimentell den Zerfallszeitpunkt z.B. mit dem "Klick" in einem Geigerzähler, so kann man aus dem Ausbleiben des Klicks aber nicht darauf schließen, daß der Zustand unverändert gleich ist, da der Klick im Prinzip bei jedem positiven Wert von auftreten kann, nicht nur für .


Zuletzt bearbeitet von index_razor am 12. Jul 2021 18:00, insgesamt einmal bearbeitet
Schroeding
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Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Ja eben: wenn das Atom noch nicht zerfallen ist, hat sich sein Zustand ja auch noch nicht geändert, also ist auch noch nicht "gealtert". [/b]

Wenn ich beim Roulette mein Geld immer auf ungerade setze aber es kommt jede Runde eine gerade Zahl werde ich ja auch ärmer (und älter).
Nils Hoppenstedt



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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:

Wenn ich beim Roulette mein Geld immer auf ungerade setze aber es kommt jede Runde eine gerade Zahl werde ich ja auch ärmer (und älter).


Gutes Beispiel: Wenn beim Roulette 10.000 mal hintereinander rot gekommen ist (was ja verdammt unwahrscheinlich ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Mal wieder rot kommt trotzdem 50%. Die Kugel hat kein Gedächtnis und weiß daher nicht, dass schwarz nun quasi überfällig wäre.

Genauso ist es beim Atom: Wenn ein Atom mit einer Halbwertszeit von 1s nach einer Stunde immer noch nicht zerfallen ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es die nächste Sekunde überlebt trotzdem immer noch 50%. Und nicht etwa kleiner. Es ist in diesem Sinne also nicht "gealtert".

Viele Grüße,
Nils

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Schroeding
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Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:

Gutes Beispiel: Wenn beim Roulette 10.000 mal hintereinander rot gekommen ist (was ja verdammt unwahrscheinlich ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Mal wieder rot kommt trotzdem 50%.

Das stimmt ja nur wenn man jedes Spiel einzeln für sich betrachtet ist die jedesmal Chance 50%. Aber je öfter rot hintereinander kommt umso wahrscheinlicher wird es das beim nächsten mal scwharz kommt. Kann man bestimmt auch genau ausrechnen.
index_razor



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Beiträge: 2177

Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Schroeding hat Folgendes geschrieben:

Wenn ich beim Roulette mein Geld immer auf ungerade setze aber es kommt jede Runde eine gerade Zahl werde ich ja auch ärmer (und älter).


Gutes Beispiel: Wenn beim Roulette 10.000 mal hintereinander rot gekommen ist (was ja verdammt unwahrscheinlich ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Mal wieder rot kommt trotzdem 50%. Die Kugel hat kein Gedächtnis und weiß daher nicht, dass schwarz nun quasi überfällig wäre.

Genauso ist es beim Atom: Wenn ein Atom mit einer Halbwertszeit von 1s nach einer Stunde immer noch nicht zerfallen ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass es die nächste Sekunde überlebt trotzdem immer noch 50%.


Die Wahrscheinlichkeit für "rot" ist unabhängig davon wieviel rot bereits gefallen ist. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist aber von t abhängig. Deswegen ist das ein schlechtes Beispiel.
index_razor



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Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:

Gutes Beispiel: Wenn beim Roulette 10.000 mal hintereinander rot gekommen ist (was ja verdammt unwahrscheinlich ist), dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass beim nächsten Mal wieder rot kommt trotzdem 50%.

Das stimmt ja nur wenn man jedes Spiel einzeln für sich betrachtet ist die jedesmal Chance 50%. Aber je öfter rot hintereinander kommt umso wahrscheinlicher wird es das beim nächsten mal scwharz kommt.


Nein, die Wahrscheinlichkeit für "rot" bleibt 50 %.
Nils Hoppenstedt



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Beiträge: 1208

Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Aber je öfter rot hintereinander kommt umso wahrscheinlicher wird es das beim nächsten mal scwharz kommt.


Nein, probier es aus, wenn du mir nicht glaubst: die Wahrscheinlichkeit für rot beim nächsten Spiel ist immer 50%. Egal was vorher war.

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index_razor



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Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Aber je öfter rot hintereinander kommt umso wahrscheinlicher wird es das beim nächsten mal scwharz kommt.


Nein, probier es aus, wenn du mir nicht glaubst: die Wahrscheinlichkeit für rot beim nächsten Spiel ist immer 50%. Egal was vorher war.


Das ist zwar richtig, hat aber mit dem Zerfall instabiler Teilchen nichts zu tun.
Schroeding
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Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Gehen wirs anders an...
Wenn ich einen Joghurt (im Kühlschrank) stehen habe weiss ich nicht ob der schon verdorben ist oder nicht, das finde ich erst heraus wenn ich den Deckel aufmache, jedoch wird mit jedem weiteren Tag die Chance größer das er eben verdorben ist.
Nils Hoppenstedt



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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

index_razor hat Folgendes geschrieben:
Die Wahrscheinlichkeit für "rot" ist unabhängig davon wieviel rot bereits gefallen ist. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist aber von t abhängig. Deswegen ist das ein schlechtes Beispiel.


Ja, sie ist von t abhängig. Aber wenn das Atom bereits eine gewisse Zeitspanne t >0 überlebt hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit die nächste Sekunde zu überleben genauso groß wie bei t = 0.

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Beiträge: 1208

Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 18:56    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:
Gehen wirs anders an...
Wenn ich einen Joghurt (im Kühlschrank) stehen habe weiss ich nicht ob der schon verdorben ist oder nicht, das finde ich erst heraus wenn ich den Deckel aufmache, jedoch wird mit jedem weiteren Tag die Chance größer das er eben verdorben ist.


Beim Joghurt ist das was anderes: da verdirbt ja nicht zufällig von einer Sekunde auf die nächste.

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Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:

Ja, sie ist von t abhängig. Aber wenn das Atom bereits eine gewisse Zeitspanne t >0 überlebt hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit die nächste Sekunde zu überleben genauso groß wie bei t = 0.

Das kann aber nicht stimmen denn wenn es so wäre könnte man überhaupt gar keine Halbwertszeit angeben.
Nobby1



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Beiträge: 826

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 12. Jul 2021 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Den radioaktiven Zerfall oder das Verderben von Speisen kann man nicht mit dem Roulettespiel vergleichen. In den ersteren finden Veränderungen über die Zeit statt. Beim Roulette nicht. Es ist immer 50% das rot oder schwarz kommt.
Nils Hoppenstedt



Anmeldungsdatum: 08.01.2020
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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

index_razor hat Folgendes geschrieben:
Das ist zwar richtig, hat aber mit dem Zerfall instabiler Teilchen nichts zu tun.


Natürlich, der Zerfall eines instabilen Teilchens geschieht ja auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, die nur vom aktuellen Zustand abhängt, aber nicht von der Vorgeschichte. Das lässt sich empirisch zeigen.

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Nils Hoppenstedt



Anmeldungsdatum: 08.01.2020
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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 19:03    Titel: Antworten mit Zitat

Schroeding hat Folgendes geschrieben:

Das kann aber nicht stimmen denn wenn es so wäre könnte man überhaupt gar keine Halbwertszeit angeben.


Gäbe es nur ein einzelnes Atom von einer Sorte könnte man das tatsächlich nicht. Aber man beobachtet ja immer sehr viele Atome von einer Sorte. Und da ist die Halbwertszeit einfach die Zeit nach der die Hälfte zerfallen ist (wie der Name schon sagt).

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Anmeldungsdatum: 14.08.2014
Beiträge: 2177

Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
index_razor hat Folgendes geschrieben:
Die Wahrscheinlichkeit für "rot" ist unabhängig davon wieviel rot bereits gefallen ist. Die Überlebenswahrscheinlichkeit ist aber von t abhängig. Deswegen ist das ein schlechtes Beispiel.


Ja, sie ist von t abhängig. Aber wenn das Atom bereits eine gewisse Zeitspanne t >0 überlebt hat,


Genau diese Bedingung ist das Problem. Wie definierst, du ob das Atom noch lebt? Dadurch, daß noch kein "Klick" zu hören war? Das ist nicht schlüssig, da der Klick zu jedem Zeitpunkt t>0 stattfinden kann. Dann liegt aber schon nicht mehr der "unzerfallene" Zustand vor, sondern eine Superposition mit den Zerfallsprodukten.
gnt



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Beiträge: 198

Beitrag gnt Verfasst am: 12. Jul 2021 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr schreibt ein bisschen aneinander vorbei.
Halbwertszeiten sind natürlich eine rein statistische Sache. Auf Ebene der QM kann man aber präziser argumentieren.
Der Knackpunkt ist die Messung.
Solange nicht gemessen wird, gilt die Statistik. Durch Messung wird das Atom aber in den Ausgangszustand zurück präpariert, wenn kein Zerfall festgestellt wurde. Dann beginnt die Zeit von neuem zu laufen. Jedesmal ist von diesem Zeitpunkt an die Zerfallswahrscheinlichkeit eine jeweils identisch von der Zeit abhängige Funktion.
Schroeding
Gast





Beitrag Schroeding Verfasst am: 12. Jul 2021 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:

Gäbe es nur ein einzelnes Atom von einer Sorte könnte man das tatsächlich nicht. Aber man beobachtet ja immer sehr viele Atome von einer Sorte. Und da ist die Halbwertszeit einfach die Zeit nach der die Hälfte zerfallen ist (wie der Name schon sagt).

So einfach ist es eben nicht, wieso sollten denn sehr viele Atome immer pünktlich zur Halbwertszeit Feierabend machen aber ein einzelnes nicht?
Man kann das ja auch nur beobachten, wüsste nicht das man anhand irgendwelcher Kennzahlen sagen kann wie hoch die HWZ für diesen oder jenen Atomkern ist. Da ist ja alles dabei von Millisekunden bis Milliarden Jahre.
index_razor



Anmeldungsdatum: 14.08.2014
Beiträge: 2177

Beitrag index_razor Verfasst am: 12. Jul 2021 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Nils Hoppenstedt hat Folgendes geschrieben:
index_razor hat Folgendes geschrieben:
Das ist zwar richtig, hat aber mit dem Zerfall instabiler Teilchen nichts zu tun.


Natürlich, der Zerfall eines instabilen Teilchens geschieht ja auch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, die nur vom aktuellen Zustand abhängt, aber nicht von der Vorgeschichte. Das lässt sich empirisch zeigen.


Das habe ich nicht bestritten. Im Gegenteil, das kannst du aus meiner Formel für die Überlebenswahrscheinlichkeit leicht ablesen. Daraus folgt aber nicht deine Behauptung, daß Atom würde nicht "altern". Es folgt auch nichts direkt über bedingte Wahrscheinlichkeiten, die davon abhängen, daß das Atom "noch nicht zerfallen" ist. Wie berechnest du denn diese bedingte Wahrscheinlichkeit aus dem Zustand des Atoms?
Nils Hoppenstedt



Anmeldungsdatum: 08.01.2020
Beiträge: 1208

Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

index_razor hat Folgendes geschrieben:

Genau diese Bedingung ist das Problem. Wie definierst, du ob das Atom noch lebt? Dadurch, daß noch kein "Klick" zu hören war? Das ist nicht schlüssig, da der Klick zu jedem Zeitpunkt t>0 stattfinden kann. Dann liegt aber schon nicht mehr der "unzerfallene" Zustand vor, sondern eine Superposition mit den Zerfallsprodukten.


Ja, wenn es noch zum Zeitpunkt t noch keinen Klick gab, dann ist das Atom offenbar noch nicht zerfallen. Den Rest mit der Superposition habe ich noch nicht verstanden.

Aber nur um ganz sicher zugehen, dass wir nicht aneinander vorbei reden:

Stimmst du mir zu, dass für ein instabiles Isotop, das zum Zeitpunkt t noch nicht zerfallen ist, die Wahrscheinlichkeit für einen Zerfall innerhalb der Zeitspanne von t bis t + T1/2 gleich 50% ist?

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Anmeldungsdatum: 08.01.2020
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Beitrag Nils Hoppenstedt Verfasst am: 12. Jul 2021 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

gnt hat Folgendes geschrieben:
Durch Messung wird das Atom aber in den Ausgangszustand zurück präpariert, wenn kein Zerfall festgestellt wurde. Dann beginnt die Zeit von neuem zu laufen.


Ja, genau das meinte ich.

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