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Die Erde im Wandel der Zeit
 
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Rhadamanthys



Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 3

Beitrag Rhadamanthys Verfasst am: 09. Jan 2005 16:21    Titel: Die Erde im Wandel der Zeit Antworten mit Zitat

Hallo Physik-Fans,

ich schreibe zur Zeit an meiner Physik-Facharbeit. Ich möchte darin auf die verschiedenen Weltbilder eingehen (flache Scheibe, Kugel,...). Wie wir heute glauben zu wissen ist, dass die Erde annährend rund ist. Vor ein paar Jahren - ich glaube 2500 Jahren - hatten die Griechen damals schon gute Ansätze wie sie sich ihre Erde vorstellen. In vielen Berichten wird dann erwähnt, dass Eratosthenes als erster Bewiesen hat, dass die Erde rund sei, in dem er ihren Umfang gemessen hat. Mir reicht diese Begründung leider nicht. Kennt einer von euch noch bessere Versuche die Erde als "Kugel" zu beweisen? Oder interessante Buchtipps, sowie Internetadressen?

Wer noch Lust hat kann mir dann auch noch einige gute Quellen nennen, die mir erklären, dass die Erde nicht im Mittelpunkt der "Welt" steht, sondern die Sonne und dass die Erde sich um sich selbst dreht. Wäre nett wenn ihr mir ein paar Experimente nennen könntet.
Freue mich auf baldige Antwort...
Enthalpus-Laplacus



Anmeldungsdatum: 02.12.2004
Beiträge: 271
Wohnort: Bavaria

Beitrag Enthalpus-Laplacus Verfasst am: 09. Jan 2005 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Also zum Thema Drehung der Erde um sich selbst solltest du mal nach m ´Facoultsches Pendel ´ suchen. Das hängt glaube ich im Louvre (Paris) (weiß aber nicht genau).
Damit kann man das zeigen.

_________________
MfG

Enthalpus
Dieter5858
Moderator


Anmeldungsdatum: 02.08.2004
Beiträge: 696
Wohnort: Hamburg

Beitrag Dieter5858 Verfasst am: 09. Jan 2005 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Radamanthys (komplizierter Name)

Ja, Ich glaube mich daran zu errinnern das damals
vor vielleicht 2000 Jahren (weis ich nicht mehr genau)
jemand (das weis ich doch nicht wie der hieß) den Versuch startete und die längen der Schatten Zweier gleichhoher Türme zu einer bestimmten Uhrzeit an 2 verschiedenen Punkten mas.
Und durch den Unterschiedlichen Einfallswinkel (Also die Punkte waren schonmehrere 100km ausseinander, ich glaub der eine war Alexandrier) auch unterschiedlich lange Schattenlängen gemessen wurden.
Jetzt weis ich nur nicht wie die das mit der Informationsübertragung machten, da es damals noch kein Internet gab (kaum vorstellbar oder:-).

Also wie du schon merkst ich weis nicht mehr viel darüber nur noch das Grundprinzip
bishop
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 1133
Wohnort: Heidelberg

Beitrag bishop Verfasst am: 09. Jan 2005 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

denke, man kam auch auf den Gedanken, als die Kunst weiter entwickelt wurde, im Zusammenhang mit der Perspektive und dem Horizont, also das vermeintliche Auftreffen von Himmel und Erde
_________________
Ein Physiker ist jemand, der über die ersten drei Terme einer divergenten Reihe mittelt
Simonko_
Gast





Beitrag Simonko_ Verfasst am: 09. Jan 2005 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du ins meer raus schaust und am horizont ein schiff siehst, siehst du zuerst den kamin und dann wenn es sich nähert erst die anderen teile. das ist der beweiss dass die erde rund ist.
eXpli



Anmeldungsdatum: 05.01.2005
Beiträge: 42

Beitrag eXpli Verfasst am: 09. Jan 2005 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Nun wie jeder weiß hat der griechische Philosoph Aristoteles (340 v. Chr) in seiner Schrift "Vom Himmel" schon zwei gute Argumente vorgebracht warum die Erde keine Scheibe ist.

1.) Die Mondfinsternis wird dadurch verursacht dass die Erde zwischen Sonne und Mond tritt. Da der Erdschatten auf de Mond immer rund ist, muss auch die Erde rund sein. Ansonsten hätte der Erdschatten auf dem Mond ja eine eliptische oder längliche Form.

2.) Der Polarstern - so wussten die Griechen - erschien im Süden niedriger (über dem Horizont) als weiter im Norden. Da der Polarstern direkt über dem Nordpol scheint er - wenn man auf dem Nordpol steht - direkt über einem zu stehen. Geht man weiter nach Süden ist er niedriger über dem Horizont.


Fazit: Man kann heute - vorausgesetzt die Weltraumflüge und die Mondlandung haben jemals stattgefunden - mit relativer Sicherheit sagen, dass die Erde rund ist.

_________________
Es gibt nur 10 verschiedene Arten von Menschen: Die die "Binär" verstehen und die die nicht.
Rhadamanthys



Anmeldungsdatum: 09.01.2005
Beiträge: 3

Beitrag Rhadamanthys Verfasst am: 10. Jan 2005 19:30    Titel: Antwort Antworten mit Zitat

Cherete Physis!

Also das freut mich ja jetzt, dass ich so viele Antworten auf meine Frage bekommen habe. Zum Facoultschen Pendel habe ich schon selber was gefunden. Das Experiment ist höchst spannend und doch so einfach. Ich habe auch überlegt, ob ich es nicht mal nachmachen soll, aber ich glaube ich finde keinen so großen Raum, in dem ich ein solch schweres Pendel hängen kann. Aber vielen Dank nochmals für die Anregung.
Auch an Expli möchte ich meinen Dank richten. Die beiden Aussagen waren mir bis dato noch nicht in der Form präsent. Das erspart mir doch die viele Sucherei!!! Mein Problem war halt nur, ob die Erkenntnis, dass der Erdschatten rund ist, ein in physikalischer Hinsicht hinreichendes Kriterium für eine annähernde Kugelform ist. Aber ich nehme es dankbar an :-)

Vielleicht hat ja noch jemand von euch einen netten Buchtipp! Wäre echt klasse. Aber danke, dass ihr alle so fleißig ward!

RESPEKT
dachdecker2
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.06.2004
Beiträge: 1174
Wohnort: Zeppelinheim / Hessen

Beitrag dachdecker2 Verfasst am: 11. Jan 2005 00:05    Titel: Antworten mit Zitat

Eratosthenes Vermessung des Erdumfangs (3. Jh. v. Chr.)

In der ägyptischen Stadt Aswan ist am Tag der Sommersonnenwende über Mittag kein Schatten zu sehen: Die Sonne steht genau senkrecht. Als der Bibliothekar Eratosthenes aus Alexandria im 3. Jahrhundert v. Chr. davon erfuhr, realisierte er, dass sich mit dieser Information der Erdumfang berechnen liess. Am selben Tag mass er die Schattenlänge im rund 800 Kilometer von Aswan entfernten Alexandria und fand dabei heraus, dass die Sonnenstrahlen von der Senkrechten in einem Winkel von etwa sieben Grad abwichen. Der Rest war Geometrie. Angenommen, die Erde ist eine Kugel, dann bildet ihr Umfang einen Kreis, also 360 Grad. Liegen die beiden Städte sieben Grad auseinander, würde das /des Erdumfangs entsprechen, oder etwa einem Fünfzigstel. Da die Distanz zwischen Alexandria und Aswan damaligen Schätzungen gemäss etwa 5000 "Stadien" betrug, berechnete Eratosthenes einen Erdumfang von 250 000 Stadien. Wie genau diese Schätzung indes war, kann heute niemand mehr sagen: Gelehrte streiten noch immer darüber, wie lang ein "Stadium" ist.

Quelle: http://www.osos.ch/german/physexp.htm

Ich hab mal eben Nachgemessen: Aswan und Alexandria liegen luftlinie je nach Karte 830 bis 1070 km (die hab ich gefunden) auseinander, ergibt 41000 bis 53000 km also . Auch 53000 km ist meiner Meinung nach schon recht genau. Man bedenke, dass im Mittelalter (also fast 2000 Jahre später) Leute dafür getötet wurden, wenn sie nicht an die Erde als Scheibe glaubten...

Wie weit liegen nun diese Städte genau auseinander?

Zurück zu den Weltbildern... Kopernikus war zwar näher als Ptolemäus an der Wirklichkeit, weil er die Erde aus dem Zentrum des Weltalls nahm und die Sonne dort platzierte. Da er aber mit exakten Kreisbahnen arbeitete waren die weitaus genaueren Vorhersagen (Bahnbewegungen) trotzdem vom Ptolemäischen Weltbild geliefert worden.

_________________
Gruß, dachdecker2

http://rettedeinefreiheit.de
psdie55
Gast





Beitrag psdie55 Verfasst am: 04. Apr 2005 17:05    Titel: Re: Die Erde im Wandel der Zeit Antworten mit Zitat

Wink In Alixandrien wurde ein Obelisk und ein Brunnen in einem Abstand mit dem Winkel des Sonneneinfalls gemessen und so der Erdumfang errechnet!
Naemi
Moderator


Anmeldungsdatum: 01.06.2004
Beiträge: 497
Wohnort: Bonn

Beitrag Naemi Verfasst am: 06. Apr 2005 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Simonko hat Folgendes geschrieben:
Wenn du ins meer raus schaust und am horizont ein schiff siehst, siehst du zuerst den kamin


Welchen Kamin??? (vor zweitausend Jahren?) Augenzwinkern

_________________
Grüße Wink
Naëmi
jan123
Gast





Beitrag jan123 Verfasst am: 19. Apr 2005 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

dachdecker2 hat Folgendes geschrieben:
Eratosthenes Vermessung des Erdumfangs (3. Jh. v. Chr.)

In der ägyptischen Stadt Aswan ist am Tag der Sommersonnenwende über Mittag kein Schatten zu sehen: Die Sonne steht genau senkrecht. Als der Bibliothekar Eratosthenes aus Alexandria im 3. Jahrhundert v. Chr. davon erfuhr, realisierte er, dass sich mit dieser Information der Erdumfang berechnen liess. Am selben Tag mass er die Schattenlänge im rund 800 Kilometer von Aswan entfernten Alexandria und fand dabei heraus, dass die Sonnenstrahlen von der Senkrechten in einem Winkel von etwa sieben Grad abwichen. Der Rest war Geometrie. Angenommen, die Erde ist eine Kugel, dann bildet ihr Umfang einen Kreis, also 360 Grad. Liegen die beiden Städte sieben Grad auseinander, würde das /des Erdumfangs entsprechen, oder etwa einem Fünfzigstel. Da die Distanz zwischen Alexandria und Aswan damaligen Schätzungen gemäss etwa 5000 "Stadien" betrug, berechnete Eratosthenes einen Erdumfang von 250 000 Stadien. Wie genau diese Schätzung indes war, kann heute niemand mehr sagen: Gelehrte streiten noch immer darüber, wie lang ein "Stadium" ist.

Quelle: http://www.osos.ch/german/physexp.htm

Ich hab mal eben Nachgemessen: Aswan und Alexandria liegen luftlinie je nach Karte 830 bis 1070 km (die hab ich gefunden) auseinander, ergibt 41000 bis 53000 km also . Auch 53000 km ist meiner Meinung nach schon recht genau. Man bedenke, dass im Mittelalter (also fast 2000 Jahre später) Leute dafür getötet wurden, wenn sie nicht an die Erde als Scheibe glaubten...

Wie weit liegen nun diese Städte genau auseinander?

Zurück zu den Weltbildern... Kopernikus war zwar näher als Ptolemäus an der Wirklichkeit, weil er die Erde aus dem Zentrum des Weltalls nahm und die Sonne dort platzierte. Da er aber mit exakten Kreisbahnen arbeitete waren die weitaus genaueren Vorhersagen (Bahnbewegungen) trotzdem vom Ptolemäischen Weltbild geliefert worden.


du hast leider keine ahnung, dies ist kein beweis ob die erde rund ist oder nicht. es würde auch auf einer flachen ebene funktionieren
bishop
Moderator


Anmeldungsdatum: 19.07.2004
Beiträge: 1133
Wohnort: Heidelberg

Beitrag bishop Verfasst am: 19. Apr 2005 16:43    Titel: Antworten mit Zitat

...sprachs, und zog sich zurück in die Glückseligkeit des unendlichen Wissens.. unglücklich (das hab ich glaub ich schon mal geschrieben)
Erklärung, Link, Buchtipp? Wenigstens einen Verweis auf Gott oder sowas, aber ein statement wie oben is nicht tragbar Ansage

_________________
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Mister S



Anmeldungsdatum: 06.01.2005
Beiträge: 426

Beitrag Mister S Verfasst am: 21. Apr 2005 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Außerdem glaub ich, dass das Statement falsch ist. Es sollte was den Winkel betrifft deutliche Unterschiede zwischen Scheibe und Kugel geben.
heR
Gast





Beitrag heR Verfasst am: 25. Mai 2005 23:38    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man davon ausgeht, dass die Lichtstrahlen von der Sonne parallel auf die Erde treffen, dann muss die Erdioberfäche gekrümmt sein, damit die Einfallswinkel an verschiedenen Orten verschieden sein können. Dabei heißt gekrümmt allerdings noch nicht unbedingt kugelförmig.

Wenn man aber nicht weiß, wie weit die Sonne entfernt ist und wie groß sie ist, dann kann man nicht voraussetzen, dass die Lichtstrahlen parallel auf die Erde treffen. Wenn die Lichtstrahlen nicht parallel auf die Erde treffen, heißt das, das es an verschiedenen Orten unterschiedliche Einfallswinkel geben kann, selbst wenn die Erdoberfläche eine nicht gekümmte Ebene ist.

Die oben beschriebenen Beobachtungen sind also kein Beweis für eine bestimmte Form der Erde. Außerdem ist die auf den Beobachtungen basierende Berechnung nur dann gültig, wenn man voraussetzt, dass die Erde rund ist und dass die Sonne soweit entfernt ist, dass man die Winkel zwischen den Lichtstrahlen vernachlässigen kann.
nelly
Gast





Beitrag nelly Verfasst am: 26. Jun 2005 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenn dein Problem,bin auch gerade daran,bloss für Mathe........aber Eratosthenes hat nicht bewiesen,dass die erde rund ist,indem er den Umfang berechnet hat, sondern er hat mit der Theorie, die Erde sei rund, den Erdumfang berechnet.
Ein paar Beweise sind zum beispiel:
- wenn man Richtung Norden geht, verschwindet der Polarstern am südlichen Horizont
-das mit dem Schiff: man sieht erst den höchsten Punkt und dann sieht man den Rest

Mehr beweise hab ich nicht,aber es gibt auf google verdammt viele Seiten darüber!
Rockt schön Rock
Liberatus
Gast





Beitrag Liberatus Verfasst am: 31. Jul 2005 17:29    Titel: Der Scheiben-Glauben im Mittelalter - eine Legende Antworten mit Zitat

dachdecker2 schrieb:
Zitat:
Man bedenke, dass im Mittelalter (also fast 2000 Jahre später) Leute dafür getötet wurden, wenn sie nicht an die Erde als Scheibe glaubten...


Stimmt nicht.

Daß die Erde eine Kugel ist, war im Mittelalter Allgemeinwissen. Auch die Kirche sagte nichts anderes - schließlich hielt sie sich an das Weltmodell des Ptolemäus und generell in naturkundlichen Fragen an die Schriften des Aristoteles, der in seinem Buch "Von den Himmeln" klar begründet hat, wieso die Erde keine Scheibe sein kann.

Wahr ist, daß es *heute* einen weitverbreiteten Glauben gibt, im Mittelalter hätte man an eine scheibenförmigen Erde geglaubt / glauben müssen. Der moderne Glauben an den mittelalterlichen Scheibenglauben ist etwa um 1830 entstanden.

Quellen zum Nachlesen:

1.

Rudolf Simek
Kugel oder Scheibe?
Das Bild von der Erde im Mittelalter

Zitat: Hartnäckig hält sich die Vostellung, vor Beginn der Neuzeit
sei die Erde als scheibenförmig angesehen worden - ein Mythos. Denn
dass die Welt "ront ist" wie "ein appel", war im Mittelalter
allgemeines Gedankengut.

in: Spektrum der Wissenschaft
Sonderheft Spezial 2/2002
Forschung und Technik im Mittelalter
http://www.wissenschaft-online.de/artikel/604748&template=d_sonderhefte_detail

2.

http://www.geo.de/GEO/kultur_gesellschaft/geschichte/2003_01_GEO_skop_erdgestalt/

Interview mit Rudolf Simek, Skandinavist an der Uni Bonn

GEO: Herr Professor Simek, wie kommen Sie dazu, die Lehrmeinung
anzuzweifeln, dass für die Menschen im Mittelalter die Erde flach
gewesen sei?

Rudolf Simek: Als ich meine Habilitationsschrift über "Altnordische
Kosmographie" schrieb, ging auch ich von dieser gängigen Überzeugung
aus. Nur: Bei allem Bemühen fand ich keine einzige Quelle, nach der
die Erde nicht als kugelrund galt. Das hieß: Entweder waren die
zuweilen als rückständig verschrieenen Skandinavier der restlichen
Welt weit voraus, oder etwas war faul an unserer Schulweisheit. ...

3.

http://homepage.mac.com/kvmagruder/flatEarth/

Hier geht es um das bekannte Bild, auf dem ein Wanderer den Rand der
Erdscheibe erreicht hat und durch die Halbkugel des Himmelsgewölbes
hindurchkriecht, um in die jenseitigen Sphären zu schauen. Gern wird
das Bild gebraucht, um "mittelalterliches Denken" zu
veranschaulichen. Die älteste Quelle, in der dieses Bild nachzuweisen
ist, stammt aus dem Jahre 1888.

4.

http://www.ewetel.net/~norbert.fiks/columbus/seiten/weltbild.html

Das Weltbild des Columbus

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass Columbus 1492 mit seiner
Entdeckungsfahrt nach Amerika die Kugelgestalt der Erde bewiesen und
damit der Vorstellung, die Erde sei eine Scheibe, ein Ende gemacht
habe. Den Beweis hätte er nur durch eine Umrundung der Erde
angetreten. Das gelang Fernando Magellan erst 1519. Columbus ist ja
nur bis Amerika gekommen, genauer gesagt hat er eine Reihe von Inseln
entdeckt, die auch am Rande einer scheibenförmigen Erde hätten liegen
können.

Tatsächlich stand die Kugelgestalt der Erde aber längst nicht mehr in
Frage, als Columbus am 3. August 1492 in Palos de la Fronterra Segel
setzte und nach Westen fuhr. Eine scheibenförmige Erde, an deren
Ränder man ins Bodenlose stürzen würde, gab es Ende des 15.
Jahrhunderts allenfalls im Volksglauben. Die Gelehrten waren seit
Jahrhunderten der Überzeugung, dass die Erde eine sphärische Gestalt
hatte. Ein Beweis dafür war seit der Antike bekannt: Die Erde warf
bei jeder Mondfinsternis einen kreisförmigen Schatten, was nur mit
der Kugelform erklärbar war.

5.

http://www.stephan-selle.de/Lesefruchte/Kolumbus/Kolumbus_2/kolumbus_2.html

"Kolumbus entdeckte Amerika aufgrund eines gravierenden, aber
glücklichen Fehlers: Er dachte, die Erde sei viel kleiner als in
Wirklichkeit, und überquerte daher den Atlantik, um erst Japan und
dann China zu erreichen."

Zitat aus:
Frederico di Trocchio
Newtons Koffer. Querdenker und ihre Umwege
Reinbek 2001

6.

Jeffrey Burton Russell
Inventing the Flat Earth
Columbus and modern historians
1991 Praeger, New York / Westport / London

Russell ist Historiker an der Universität Santa Barbara / Kalifornien.
Er hat die Herkunft des modernen Glaubens an den Scheiben-Glauben des Mittelalters erforscht und nennt die Männer, die ihn in Umlauf setzten.

7.

http://www.id.ucsb.edu/fscf/library/RUSSELL/FlatEarth.html

Russells Webseite

8.

http://www.ethicalatheist.com/docs/flat_earth_myth.html

Diese Abhandlung entstand in kritischer Auseinandersetzung mit J.B.
Russells Buch. Ursprünglich haben die Autoren der Kirche des
Mittelalters auch die Scheibenlehre unterstellt und Russells Thesen
zurückgewiesen. In der neuen Version der Arbeit bekennen sie nun, zu
eng gedacht und sich geirrt zu haben.
Mit umfangreichem Quellenverzeichnis.

9.

http://www.fortunecity.de/lindenpark/schwitters/149/arenosus_globus.html

ZUR ARCHÄOLOGIE DES GLOBALEN RAUMBEWUSSTSEINS
- Erdkugelvorstellungen in Literatur, Philosophie, Kunst, Musik und
Kosmologie von Antike und Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert -

In diesem Aufsatz gibt Reinhard Krüger einen detaillierten Abriß der
mittelalterlichen Vorstellung von der Erde als Ganzheit und von ihrer
Kugelgestalt - es gab bereits eine Form von globalem Bewußtsein.

"...Die verzerrenden Vorstellungen vom mittelalterlichen
Raumbewußtsein kumulieren in der These, daß man im Mittelalter der
Überzeugung war, die Erde weise die Gestalt einer Scheibe auf. Nichts
davon trifft zu. Vielmehr handelt es sich bei dieser Vorstellung um
ein wissenschaftsgeschichtliches Gerücht..."

10.

Zeitschrift für Katalanistik 11 (1998), 33-78.
http://web.uni-frankfurt.de/katalanistik/zfk11-98.html


Auf dieser Seite befindet sich u.a. der Aufsatz von Reinhard Krüger:
Kosmologisches Wissen, das Konzept des Universums und die
Kugelgestalt der Erde bei Ramon Llull (1232-1316)

Hiervon bes. intersssant in Abschnitt 1:

"Die Namensliste derer, von denen aus Spätantike und Mittelalter
schriftliche Quellen über die Kugelgestalt der Erde erhalten sind,
kommt einer Lektüreliste der wichtigsten Exponenten der
mittelalterlichen Philosophie und mehr noch, der wichtigsten
Exponenten der frühen und mittelalterlichen Kirche und Theologie
gleich: Ambrosius von Mailand, Basilius von Caesarea, Augustinus,
Calcidius, Macrobius, Martianus Capella, Boethius, Cassiodor, Bischof
Jornandes (oder Jordanes), Isidor von Sevilla, der Westgotenkönig
Sisebut, der irische Mönch Dicuil, Bischof Virgil von Salzburg, Beda
Venerabilis, Theodulf von Orléans, Hrabanus Maurus, Remigius von
Auxerre [d.i. Rémy d'Auxerre], Erzpriester Leo aus Neapel, Notker der
Deutsche von Sankt-Gallen, Gerbert d'Aurillac (Papst Sylvester II),
Hermann der Lahme, Adam von Bremen, Guillaume de Conches, Pierre
Abélard, Honorius Augustodunensis, Hildegard von Bingen, Abu-Idrisi,
Bernardus Sylvester, Petrus Comestor, Thierry de Chartres, Gautier de
Châtillon, Alexander Neckam, Alain de Lille, Ibn-Rušd (Averroes),
Mose ben Maimon (Maimonides), Lambert de Saint-Omer, Gervaise de
Tilbury, Robert Grosseteste, Johannes de Sacrobosco, Thomas de
Cantimpré, Gautier de Metz, Jean de Meung, Peire de Corbian, Vincent
de Beauvais, Brunetto Latini, Alfonso el Sabio, Albertus Magnus,
Thomas von Aquin, Robertus Anglicus, Juan Gil de Zámora, Perot de
Garbelei, Berthold von Regensburg, Roger Bacon, Meister Eckehardt,
Ristoro d'Arezzo, Marco Polo, Dante Alighieri, Cecco d'Ascoli,
Brochard der Deutsche, Fazio degli Uberti, Jean de Mandeville, Konrad
von Megenberg, Nicole Oresme, Geoffrey Chaucer, Christine de Pizan,
Pierre d'Ailly, Alfonso de la Torre, Enea Silvio Piccolomini (Papst
Pius II), William Caxton, Toscanelli, Martin Behaim, Christoph
Columbus.(76) Nicht genannt sind hier die zahlreichen Urheber
entsprechender bildlicher Erddarstellungen des Mittelalters.(77) Es
fehlen hier ebenso die Mathematiker des Mittelalters, die sich mit
der Kalenderberechnung und dem Gebrauch des Astrolabiums befaßt
haben.(78) Ohne das Konzept von der Erdkugel hätten sie ihre
Untersuchungen überhaupt nicht anstellen können."

In Abschnitt 8 bringt Krüger eine Passage aus dem Bericht des
Asienreisenden Marco Polo, aus dem hervorgeht, wie selbstverständlich
er und seine Reisegefährten von der Kugelgestalt der Erde ausgingen.

11.

Reinhard Krüger
Eine Welt ohne Amerika
Globusvorstellungen und europäisches Raumbewußtsein in den
Kosmologien von der Spätantike bis zur Frühen Neuzeit.
Berlin-Verlag Arno Spitz, 1999
ISBN 3-87061-723-3.

Inhaltsverzeichnis ist online unter
http://www.fortunecity.de/lindenpark/schwitters/149/woa002.html


12.

Hiob 26:7 Er breitet aus die Mitternacht über das Leere und hängt die
Erde an nichts.

13.

http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~dx9/deaf9.htm

Was wir wissen:
"Im Abendland ist dagegen während der gleichen Zeit [d.h.im
Mittelalter] so gut wie keine Entwicklung der Astronomie zu
verzeichnen. Außerdem wurde die Erde längere Zeit wieder als Scheibe
angesehen." (dtv-Atlas zur Astronomie 15)

Abbildung eines Menschen, der um die Erde geht; aus Image du monde,
1246

Diese Ansicht ist eine Wissenschaftslegende des 19. und 20.
Jahrhunderts.

Was uns das Mittelalter sagt: Image du monde, Enzyklopädischer Text
aus dem Jahre 1246 (Hs. Paris BN fr. 1548 f°14r°): homme qui va
entour le monde (Begleittext zur Abbildung: Mensch, der um die Erde
geht) Introductoire d'Astronomie, Astronomietraktat aus dem Jahre
1270. Kap. IV 2: et por ce fu li mondes en tel globosité (=forme de
pelote) criez reonz que ce est la forme qui plus apartient a
parfection quar en reondesce n'a ne fin ne commencement. (Und so
wurde die Erde mit der Eigenschaft des Globus (in der Form einer
Kugel) rund erschaffen, da das die Form ist, die am meisten der
Perfektion nahekommt, denn bei der Rundheit gibt es weder Anfang noch
Ende. [Ed. Stephen Dörr])

14.

http://www.haw.baden-wuerttemberg.de/seiten/veranstaltung/scheibe.php

Zitat aus einem Vortrag von Dr. Stephen Dörr

Daß die Erde für den mittelalterlichen Menschen eine Scheibe war, ist
ein Topos, der in der bildungsbürgerlichen Gesellschaft von heute
weit verbreitet ist. Anhand von Beispielen (Abbildungen und
Textstellen aus Enzyklopädien, Astronomietraktaten und aus
schöngeistiger Literatur) möchte der Vortrag etwas Licht in unsere
'finstere' Kenntnis dieser Zeit bringen und sich zugleich mit der
Frage beschäftigen, wie und wann dieser Wissenschaftsmythos
entstanden ist.

15.

http://turba-delirantium.skyrocket.de/wissenschaft/kugelgestalt_der_erde.htm

Das Weltbild im Mittelalter


Gruß
Franz
Lancelot



Anmeldungsdatum: 22.09.2004
Beiträge: 148
Wohnort: Sachsen

Beitrag Lancelot Verfasst am: 01. Aug 2005 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

boah wasn beitrag Augenzwinkern
mattz88



Anmeldungsdatum: 19.06.2005
Beiträge: 36

Beitrag mattz88 Verfasst am: 20. Nov 2005 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Wink GRATULATION Wink
zuerst war ich etwas verwirrt, aber du legst ja sehr schlüssig dar, dass du recht hast. sehr beeindruckend!
schnudl
Moderator


Anmeldungsdatum: 15.11.2005
Beiträge: 6314
Wohnort: Wien

Beitrag schnudl Verfasst am: 20. Nov 2005 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

jan123 hat Folgendes geschrieben:

...
du hast leider keine ahnung, dies ist kein beweis ob die erde rund ist oder nicht. es würde auch auf einer flachen ebene funktionieren


wie soll das auf einer Scheibe funktionieren ?

Es gibt letztlich keinen Beweis dass die Erde eine Kugel ist, man muss immer von Voraussetzungen ausgehen, die woanders bestätigt oder widerlegt werden können. Das ist das Grundprinzip der Physik!
soriwa
Gast





Beitrag soriwa Verfasst am: 05. Mai 2006 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Und es wird immer noch so verbreitet. Selbst von der Schule meines Sohnes.

Und dem AOl Verlag, der sich aufgrund einiger Links hier, erst jetzt Gedanken macht die Blätter zur Freiarbeit zu korrigieren. (hoffentlich)

Das Wissen um das Mittelalter ist leider noch nicht im Jahr 2006 angekommen.

soriwa
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