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blue Gast
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blue Verfasst am: 08. Nov 2024 17:59 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: |
Peano-Axiome |
Natürliche Zahlen ja das ist klar ich meinte ob es ein System dahinter gibt wie die Primzahlen verteilt sind, anscheinend ja nicht.
| blue hat Folgendes geschrieben: |
Was genau meinst du damit? Warum muss das zwingend so sein? |
Ich meine das man zB nur eine ganz bestimmte Menge Wasser x in eine Kugel y füllen kann aber die Mathematik leider versagt das genau berechnen zu können.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 18:19 Titel: |
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| Frankx hat Folgendes geschrieben: |
Analoges ließe sich auch zu Malerei, Literatur usw. finden.
. |
All diese Aspekte sind, genau wie wir alle, doch aber eine Teilmenge der zugrundeliegenden hierarchich geordneten mathematischen Struktur des gesamten Universums. Mit Malerei, Musik und Literatur lassen sich Aspekte aber eben nicht die gesamte Realität beschreiben, offensichtlich vor allem dann nicht, wenn der "Unterbau" des Universums untersucht wird.
| Zitat: | Theories can be crudely organized into a family tree
where each might, at least in principle, be derivable from more
fundamental ones above it. For example, classical mechanics
can be obtained from special relativity in the approximation
that the speed of light c is infinite, and hydrodynamics with
its concepts such as density and pressure can be derived from
statistical mechanics. However, these cases where the arrows
are well understood form a minority. Deriving biology from
chemistry or psychology from biology appears unfeasible in
practice. Only limited and approximate aspects of such sub-
jects are mathematical, and it is likely that all mathematical
models found in physics so far are similarly approximations
of limited aspects of reality. |
| Beschreibung: |
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11034 mal |

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_________________ Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾ |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 08. Nov 2024 18:28 Titel: |
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Damit wir uns hier nicht im Kreis drehen ein paar grundsätzliche Warum-Fragen.
Warum ist die Welt d.h. die Raumzeit (zumindest näherungsweise bzw. auf gewissen Längenskalen) gerade 4-dimensional*, und warum liegt eine lokale Lorentz-Invarianz vor, d.h. warum ist die relevante Kausalstruktur gerade durch die Lorentz-Gruppe definiert? Handelt es sich bei der Raumzeit um eine emergente Struktur?
* wobei ggf. unterschiedliche Dimensionsbegriffe betrachtet werden müssen
Warum sind wir nicht in der Lage, die Physik vollständig mittels invarianter Größen zu beschrieben, sondern müssen stattdessen künstlich Koordinaten auf Mannigfaltigkeiten, Faserbündel und Eichfreiheitsgrade etc. einführen, die jedoch unphysikalisch sind und wieder eliminiert werden müssen?
Gibt es einen tieferen Zusammenhang* zwischen äußeren und inneren Symmetrien? Welche Rolle spielt die Chiuralität?
* Supergravitation und Superstrings sind die einzigen bekannten Beispiel.
Wir kennen zwei Arten von Dynamiken, deterministische (Newton, Navier-Stokes, Maxwell, Einstein, Schrödinger ...) sowie stochastische (Brownsche Bewegung*, deterministisches Chaos*, von Neumannsches Projektionspostulat und Bornsche Regel). Sind Dynamiken denkbar, die weder deterministisch noch stochastisch sind, bzw. die eine allgemeinere Klasse darstellen, in der die beiden bekannten Arten enthalten sind?
* erscheinen nur stochastisch, sind jedoch fundamental deterministisch
Existiert in der Mathematik ein Netz noch unbekannter Dualitäten?
Warum diese? Kann ich schlecht sagen, es ist ein Bauchgefühl.
Der erste Fragenkomplex treibt mich um, seit ich verstanden habe, dass 4-dim. Mannigfaltigkeiten tatsächlich einige Eigenschaften haben, die in keiner anderen Dimension so vorliegen. Gleichzeit wurde dies zwar untersucht, jedoch kein Zusammenhang zur Physik gefunden. Die Frage nach der Kausalstruktur scheint mir ziemlich fundamental zu sein; mathematisch wären auch Theorien mit mehr als einer Zeitrichtung oder vollständig ohne Zeit denkbar.
Die Frage stelle ich mir seit dem Studium. Zunächst hatte ich über den Ansatz Heisenbergs nachgedacht, in eine Theorie nur beobachtbare Größen aufzunehmen; das ist ja grotesk gescheitert. Dann wird in der QM und in der SRT/ART darauf herumgeritten, dass wir im Falle von Observablen immer über invariante Größen reden. Man startet mit einer invarianten Wirkung S, aber dann führt man haufenweise nicht-invariante Größen ein, Koordinaten etc., weil man ohne diese nichts (!) ausrechnen kann; in Eichtheorien wird es eigentlich nur noch schlimmer. Gibt es evtl. völlig andere Formulierungen, die uns den Gefallen tun, invariant, einfacher und dennoch lösbar zu sein?
In quantisierten Eichtheorien stellt sich heraus, dass abhängig von i) der Dimension der Raumzeit, ii) der Eichgruppe und iii) globalen Symmetrien wie Flavor u.ä. Anomalien auftreten können, die die lokale Eichinvarianz zerstören, wodurch die Theorie inkonsistent wird. Dies führt zu sehr speziellen Bedingungen an die Symmetrien, die Felder bzw. Multiplets und die Kopplungskonstanten. Ich werde den Verdacht nicht los, dass dahinter ein tieferes Prinzip steckt (aber bitte nicht SUGRA Und Strings).
Die Frage nach den Dynamiken kam mir kürzlich in den Sinn, im Zusammenhang mit dem Messproblem der Quantenmechanik. Es geht mir noch gar nicht mal um eine konkrete mathematische Formulierung, sondern um die Frage, ob überhaupt etwas anderes denkbar ist. Gibt es etwas, dass nicht entweder deterministisch oder stochastisch ist? Etwas dazwischen? Ganz anders?
Die Frage ist im Rahmen dieses Threads entstanden. Möglicherweise sind die mathematischen Strukturen, die wir diskutieren und in der Physik anwenden, gar nicht so verschieden, wie dies auf den ersten Blick scheint. Das bekannteste Beispiel in der Mathematik dürfte das Wiles-Theorem sein, das völlig verschiedene Bereiche der Mathematik verknüpft. In der Physik wären Ideen wie das holographische Prinzip, gauge/gravity-duality, das Amplituhedron, Twistors und derartiges zu nennen.
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MBastieK

Anmeldungsdatum: 06.10.2012 Beiträge: 1475 Wohnort: Berlin-Wedding
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MBastieK Verfasst am: 08. Nov 2024 18:41 Titel: |
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Hier mal ne größere Version.
| Beschreibung: |
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_________________ Ohne Rekursion ist Bewusstsein oder Kognition nur rudimentär. |
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willyengland
Anmeldungsdatum: 01.05.2016 Beiträge: 869
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willyengland Verfasst am: 08. Nov 2024 18:57 Titel: |
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- Warum ist das Universum gerade 13,8 Mrd Jahre alt?
- Warum hat die Lichtgeschwindigkeit, oder andere Konstanten, gerade diesen Wert?
...
Im Grunde läuft das alles auf die allgemeine Frage hinaus:
Warum ist das Universum so wie es ist?
_________________ Gruß Willy |
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MBastieK

Anmeldungsdatum: 06.10.2012 Beiträge: 1475 Wohnort: Berlin-Wedding
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MBastieK Verfasst am: 08. Nov 2024 18:59 Titel: |
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| willyengland hat Folgendes geschrieben: | - Warum ist das Universum gerade 13,8 Mrd Jahre alt?
- Warum hat die Lichtgeschwindigkeit, oder andere Konstanten, gerade diesen Wert?
...
Im Grunde läuft das alles auf die allgemeine Frage hinaus:
Warum ist das Universum so wie es ist? |
Das schreit nach dem anthropischen Prinzip.
Nette Grüsse
_________________ Ohne Rekursion ist Bewusstsein oder Kognition nur rudimentär. |
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blue Gast
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blue Verfasst am: 08. Nov 2024 19:05 Titel: |
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Ist es nicht seltsam das alles im Universum auf die perfekte Kugelform hinarbeitet, diese aber mathematisch nicht perfekt beschrieben werden kann.
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Frankx
Anmeldungsdatum: 04.03.2015 Beiträge: 1022
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Frankx Verfasst am: 08. Nov 2024 19:11 Titel: |
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| antaris hat Folgendes geschrieben: | | All diese Aspekte sind, genau wie wir alle, doch aber eine Teilmenge der zugrundeliegenden hierarchich geordneten mathematischen Struktur des gesamten Universums. Mit Malerei, Musik und Literatur lassen sich Aspekte aber eben nicht die gesamte Realität beschreiben, offensichtlich vor allem dann nicht, wenn der "Unterbau" des Universums untersucht wird. |
In deiner Graphik findet sich weder Mathematik noch Musik, Malerei oder Literatur.
Du verwechselst die in der Graphik angegebenen Teilaspekte mit den Sprachen, mit denen man sie beschreiben kann.
Jede für sich ist geeignet, bestimmte Aspekte zu untersuche bzw. zu beschreiben.
Manches Aspekte lassen sich schlecht mit Musik beschreiben, andere nicht mit Mathematik usw.
Andererseits gibt es aber auch viele Berührungspunkte und Schnittmengen.
Aber natürlich kann jede dieser "Sprachen" auch selbst zum Untersuchungsobjekt werden. Man kann Musik mathematisch untersuchen, man kann aber auch Mathematik musikalisch beschreiben oder in der Malerei Anknüpfungspunkte finden.
Für mich gibt es da auch keine Hirachie. Alle diese "Sprachen" sind für mich gleichwertige Werkzeuge zur Beschreibung der Realität, jede auf ihrem Gebiet und jede mit ihren gegebenen Vor- und Nachteilen.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 19:29 Titel: |
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| Frankx hat Folgendes geschrieben: |
In deiner Graphik findet sich weder Mathematik noch Musik, Malerei oder Literatur.. |
Musik, Malerei oder Literatur sind evolutionär mit dem Menschen entstanden.
Zur Mathematik lies nochmal den zitierten text:
| Zitat: | Theories can be crudely organized into a family tree
where each might, at least in principle, be derivable from more
fundamental ones above it. For example, classical mechanics
can be obtained from special relativity in the approximation
that the speed of light c is infinite, and hydrodynamics with
its concepts such as density and pressure can be derived from
statistical mechanics. However, these cases where the arrows
are well understood form a minority. Deriving biology from
chemistry or psychology from biology appears unfeasible in
practice. Only limited and approximate aspects of such sub-
jects are mathematical, and it is likely that all mathematical
models found in physics so far are similarly approximations
of limited aspects of reality. |
Jedes gesungene Lied, jedes gemalte Bild und jedes gekochte Essen ist irgendwann erdacht oder durch unsere Hände entstanden. Ich kann singen, malen und kochen was ich will aber die Naturgesetze und dessen mathematische Formulierungen stehen unverrückbar und felsenfest, lange vor uns und noch lange nach uns. Warum gibt es so viel verschiedene Sprachen aber nur die eine Mathematik?
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 19:36 Titel: |
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Ist es nicht seltsam das alles im Universum auf die perfekte Kugelform hinarbeitet, diese aber mathematisch nicht perfekt beschrieben werden kann. |
Es gibt im Universum wohl nicht eine perfekte Kugel. Kannst du dir vorstellen, dass der glatteste Spiegel, genug vergößert, alles andere als glatt erscheint? Stell dir mal die Grenze zwischen Luft und Spiegeloberfläche auf atomarer Ebene vor. Die Natur ist nicht absolut exakt.
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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Frankx
Anmeldungsdatum: 04.03.2015 Beiträge: 1022
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Frankx Verfasst am: 08. Nov 2024 19:56 Titel: |
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| Zitat: | | Ich kann singen, malen und kochen was ich will aber die Naturgesetze und dessen mathematische Formulierungen stehen unverrückbar und felsenfest, lange vor uns und noch lange nach uns. Warum gibt es so viel verschiedene Sprachen aber nur die eine Mathematik? |
Der Begriff "Naturgesetz" ist ebenfalls vom Menschen erdacht worden. Er wird in unterschiedlichen Situationen und Umgebungen auch unterschiedlich verwendet.
Darüber hinaus sind auch Naturgesetze nicht immer so unverrückbar und felsenfest, wie du behauptest, noch lassen sie sich alle nur mit Mathematik formulieren.
Z.B. ist das Newtonsche Gravitationsgesetz nur eine Sonderlösung der ART.
Ob die Naturkonstanten und damit das Gravitationsgestz wirklich so konstant sind, ist Gegenstand der Forschung.
In der Biologie wüsste ich nicht, wie man das mathematisch formuliert, dass sich Arten durch Evolution entwickeln,.....
Wenn man natürlich den Begriff "Naturgesetz" nur auf Aspekte anwendet, die unveränderlich sind und sich darüber hinaus auch mathematisch formulieren lassen, dann ist die Frage, wieso das so ist, ein Zirkelschluss.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 20:01 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Damit wir uns hier nicht im Kreis drehen ein paar grundsätzliche Warum-Fragen. |
Du weißt, wohin du mit deinen Fragestellungen hin willst und insofern halte ich mich lieber zurück und warte ab, bis du selber schreibst, was du z.B. mit
| Zitat: | | weder deterministisch noch stochastisch sind, bzw. die eine allgemeinere Klasse darstellen, in der die beiden bekannten Arten enthalten sind |
meinen könntest. Über sowas habe ich noch nie nachgedacht, da mir das als nicht real bzw. unmöglich erschien.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 20:14 Titel: |
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| Frankx hat Folgendes geschrieben: | | Der Begriff "Naturgesetz" ... |
muss nur durch uns definiert werden, weil wir wissen wollen wie die Natur funktioniert oder meinst du wirklich die Evolution funktioniert hier so und da ganz anders? Warum sollte sie? Das ist eine ganz andere Frage, wie bzw. welche Arten sich im zeitlichen Verlauf entwickeln.
| Zitat: | | ist ebenfalls vom Menschen erdacht worden. |
Du redest vom Wissen der Menschen über die Gesetze der Natur und ich rede über die Gesetze der Natur (wie die Natur, unabhängig von uns und unserem Wissen, wirklich funktioniert).
| Zitat: | | Er wird in unterschiedlichen Situationen und Umgebungen auch unterschiedlich verwendet. |
Naturgesetze werden je nach Disziplin der Wissenschaft definiert
| Zitat: | Darüber hinaus sind auch Naturgesetze nicht immer so unverrückbar und felsenfest, wie du behauptest, noch lassen sie sich alle nur mit Mathematik formulieren.
Z.B. ist das Newtonsche Gravitationsgesetz nur eine Sonderlösung der ART. |
Wir rechnen mit Newton weil es einfacher ist, ansonsten gilt die rel. Geschwindigkeitsaddition prinzipiell auch immer noch bei v -> 0.
| Zitat: | | Ob die Naturkonstanten und damit das Gravitationsgestz wirklich so konstant sind, ist Gegenstand der Forschung. |
Selbst wenn sich Naturkonstanten zeitlich ändern, so ist das eben auch eines der vielen Naturgesetze.
| Zitat: |
In der Biologie wüsste ich nicht, wie man das mathematisch formuliert, dass sich Arten durch Evolution entwickeln,..... |
Nur weil du (und ich, wir allle) es nicht wissen, bedeutet das noch lange nicht, das es auch nicht so ist. Außerdem gehts hier nicht um Evolution und Biologie. Es sind viele Milliarden Jahre seit dem Urknall vergangen, bis sich zumindest hier auf der Erde überhaupt etwas biologisches ansiedeln konnte. Die Gravitation und Materie (und dessen spezifische Gesetzmäßigkeiten) gab es eben vorher schon.
| Zitat: | | Wenn man natürlich den Begriff "Naturgesetz" nur auf Aspekte anwendet, die unveränderlich sind und sich darüber hinaus auch mathematisch formulieren lassen, dann ist die Frage, wieso das so ist, ein Zirkelschluss. |
Wie gesagt. Ich rede über die Naturgesetze und nicht über unser Wissen darüber.
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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Zuletzt bearbeitet von antaris am 08. Nov 2024 20:21, insgesamt 4-mal bearbeitet |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 08. Nov 2024 20:15 Titel: |
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| Frankx hat Folgendes geschrieben: | | Zitat: | Das ist keine eine rein pragmatisch-deskriptive Sichtweise.
Daraus folgen natürlich keine ontologischen Fragestellungen. |
Richtig. Und wo ist das Problem? |
Es gibt keines – noch nicht.
| Frankx hat Folgendes geschrieben: | | Indem man mehr hineindeutet, als notwendig, schafft man erst Probleme. |
Jetzt schon – denn indem man weniger Fragen stellt als angeraten, sieht man weder die Probleme noch findet man deren Lösungen.
Lassen wir's bitte gut sein. Wir haben da zwei unterschiedliche philosophische Haltungen, sind damit jeweils nicht alleine, werden uns nicht einigen … das wissen wir doch bereits 😉
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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Telefonmann
Anmeldungsdatum: 05.10.2011 Beiträge: 474
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Telefonmann Verfasst am: 08. Nov 2024 20:22 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Die Frage nach den Dynamiken kam mir kürzlich in den Sinn, im Zusammenhang mit dem Messproblem der Quantenmechanik. Es geht mir noch gar nicht mal um eine konkrete mathematische Formulierung, sondern um die Frage, ob überhaupt etwas anderes denkbar ist. Gibt es etwas, das nicht entweder deterministisch oder stochastisch ist? Etwas dazwischen? Ganz anders? |
Denkbar ist eine Mischung aus deterministisch und stochastisch. Ein deterministischer Prozess könnte stochastisch (also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) angestoßen werden.
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 08. Nov 2024 20:26 Titel: |
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Natürliche Zahlen ja das ist klar ich meinte ob es ein System dahinter gibt wie die Primzahlen verteilt sind, anscheinend ja nicht. |
Die Definition einer Primzahl und ein Algorithmus zur Aufzählung aller Primzahlen ist das System, das hinter ihrer Verteilung steckt. Anders gesagt, es gibt eine Funktion f(n), die für jedes n=1,2,3,4… die n-te Primzahl 2,3,5,7… ausspuckt.
| blue hat Folgendes geschrieben: | | blue hat Folgendes geschrieben: | | Was genau meinst du damit? Warum muss das zwingend so sein? |
Ich meine das man zB nur eine ganz bestimmte Menge Wasser x in eine Kugel y füllen kann aber die Mathematik leider versagt das genau berechnen zu können. |
Die Mathematik hat nicht die Aufgabe, für einen reale Behälter die reale Menge – beides jeweils mit Messfehlern behaftet – exakt zu berechnen.
Für eine mathematisch definierte Kugel mit Radius r lautet das Volumen
Das ist exakt.
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 08. Nov 2024 20:32 Titel: |
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| Telefonmann hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: | | Die Frage nach den Dynamiken kam mir kürzlich in den Sinn, im Zusammenhang mit dem Messproblem der Quantenmechanik. Es geht mir noch gar nicht mal um eine konkrete mathematische Formulierung, sondern um die Frage, ob überhaupt etwas anderes denkbar ist. Gibt es etwas, das nicht entweder deterministisch oder stochastisch ist? Etwas dazwischen? Ganz anders? |
Denkbar ist eine Mischung aus deterministisch und stochastisch. Ein deterministischer Prozess könnte stochastisch (also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) angestoßen werden. |
Sorry, ich hätte dazusagen sollen, dass mir diese Idee zu einfach ist.
Ich werde versuchen, das formal aufzuschreiben.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 20:34 Titel: |
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| Telefonmann hat Folgendes geschrieben: |
Denkbar ist eine Mischung aus deterministisch und stochastisch. Ein deterministischer Prozess könnte stochastisch (also mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) angestoßen werden. |
Eine Mischung existiert ja schon im determinstischen Chaos -> Stochastik wird durch (viele) deterministische Prozesse verursacht. Deine Variante wäre andersherum aber muss dann nicht klar sein, warum der anstoßende Prozess stochastisch ist, wo der Makrokosmos doch (in jedem Fall) determinstisch ist? Sieht man beides als Dualität (Makrokosmos deterministisch und Mikrokosmos stochastisch), so könnte die Grenze zwischen Determinismus und Stochastik vielleicht weder dem einen, noch dem anderen zugeordnet werden?
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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Zuletzt bearbeitet von antaris am 08. Nov 2024 20:59, insgesamt einmal bearbeitet |
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blue Gast
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blue Verfasst am: 08. Nov 2024 20:42 Titel: |
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| antaris hat Folgendes geschrieben: |
Es gibt im Universum wohl nicht eine perfekte Kugel. Kannst du dir vorstellen, dass der glatteste Spiegel, genug vergößert, alles andere als glatt erscheint? Stell dir mal die Grenze zwischen Luft und Spiegeloberfläche auf atomarer Ebene vor. Die Natur ist nicht absolut exakt. |
Ich sagte ja das es darauf hinarbeitet nicht das es so ist.
Ein Integral wanzt sich ja auch nur mit Dreiecken an die Lösung heran.
Also Ich behaupte jetzt einfach als mein eigener Philosoph das das Universum nicht auf Mathematik aufgebaut ist, das Universum ist so wie es ist und die Mathematik ist eine Folge daraus.
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 08. Nov 2024 20:53 Titel: |
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Ein Integral wanzt sich ja auch nur mit Dreiecken a die Lösung heran. |
Jedes mathematisch definierte Integral hat einen exakten Wert.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 20:57 Titel: |
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Ein Integral wanzt sich ja auch nur mit Dreiecken an die Lösung heran. |
Dreiecke und was man daraus schönes konstruieren kann...
Google
| Zitat: | | Also Ich behaupte jetzt einfach als mein eigener Philosoph das das Universum nicht auf Mathematik aufgebaut ist, das Universum ist so wie es ist und die Mathematik ist eine Folge daraus. |
Was aber nur eine Behauptung bleibt, entgegen der "anderen Seite" die z.B. durch Tegmark und andere eine wissenschaftliche Hypothese eines mathematischen Universum herausgearbeitet haben.
Ich bin ehrlich gesagt auch gar nicht daran interessiert dich zu überzeugen, sondern vielmehr daran, wohin TomS will.
Also bilden sich hier wohl erstmal 2 Lager aber das hält ja nicht davon ab, dass beide mitdenken, sowie sich ernsthaft, offen und konstruktiv mit einzubringen.
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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blue Gast
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blue Verfasst am: 08. Nov 2024 21:07 Titel: |
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Naja das doch logisch das etwas das aus dem Univerum heraus ensteht ein Folge dessen ist und nicht sein Ursprung sein kann. TomS kann man nicht beeinflussen oder gar überzeugen, viel Glück.
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 08. Nov 2024 21:19 Titel: |
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| blue hat Folgendes geschrieben: | | Naja das doch logisch das etwas das aus dem Univerum heraus ensteht ein Folge dessen ist und nicht sein Ursprung sein kann. TomS kann man nicht beeinflussen oder gar überzeugen, viel Glück. |
Das ist nicht böse gemeint, dass du eine andere Sicht hast. Sie ist nachvollziehbar und auch nicht unvernünftg. Ich ziehe es aber vor mir die neue Möglichkeit erstmal genau anzuschauen, bevor ich versuche mir eine Meinung zu bilden. Im Gegensatz zu "der Vorhang ist zu", so scheint die Situation gerade fast schon, als wenn die Flutlichter auf dem Fußballplatz angehen.
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 09. Nov 2024 00:10 Titel: |
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| Frankx hat Folgendes geschrieben: |
die Mathematik als Teilbereich der menschlichen Sprache |
Inwiefern ist die Mathematik ist ein Teilbereich der menschlichen Sprache?
Mathematik ist eine Wissenschaft, die sich heutzutage einer formalen Sprache bedient, aber ist doch nicht diese Sprache?
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 09. Nov 2024 00:21 Titel: |
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| Manuel_91 hat Folgendes geschrieben: | | ich muss mich da schon rechtfertigen und das Bild gerade rücken. |
Tja, si tacuisses, philosophus mansisses...
SICR
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 09. Nov 2024 00:44 Titel: |
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| antaris hat Folgendes geschrieben: |
Eine Mischung existiert ja schon im determinstischen Chaos -> Stochastik wird durch (viele) deterministische Prozesse verursacht. Deine Variante wäre andersherum aber muss dann nicht klar sein, warum der anstoßende Prozess stochastisch ist, wo der Makrokosmos doch (in jedem Fall) determinstisch ist? |
Wenn der Mikrokosmos stochastisch ist, dann ist der der Makrokosmus genauso nur scheinbar deterministisch, wie er scheinbar stochastisch bei einem deterministischen Mikrokosmos ist.
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Manuel_91
Anmeldungsdatum: 20.07.2024 Beiträge: 725
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Manuel_91 Verfasst am: 09. Nov 2024 03:21 Titel: |
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| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Manuel_91 hat Folgendes geschrieben: | | ich muss mich da schon rechtfertigen und das Bild gerade rücken. |
Tja, si tacuisses, philosophus mansisses...
SICR |
Der Sachverhalt sieht so aus, man muss erstmal wissen was Philosophie ist. Dabei geht es darum zu lernen wie man denkt, nicht spekuliert. Wenn der eine nachdenken will, der andere aber immer spekulieren, dann haben beide nichts davon, wenn aber derjenige der spekuliert meint er denkt und sich dabei völlig überschätzt, dann braucht man sich nicht wundern, wenn man nicht vom Fleck kommt.
| Zitat: | | Philosophieren lernen, im Gegensatz hierzu, ist gleichzusetzen mit denken lernen. Diese Fähigkeit kann erlernt werden. Wer sie erwerben will, muss zunächst angeleitet werden um später eigenständig denken zu können. Philosophieren lernen bedeutet überdies die „Verstandesfähigkeit zu erweitern“ und die „eigene reife Einsicht“ des Lehrlings auszubilden. Wer philosophieren lernt, lernt seinen Verstand einzusetzen und selbst zu eigenen Überlegungen zu kommen. Kant zieht schlussfolgernd das philosophieren lernen dem Philosophie lernen vor. Philosophie lernen ist durch die Definition der Philosophie ohnehin nicht möglich. Das Studium der Philosophie besteht für Kant vorrangig aus dem Erwerb einer autonomen Denkfähigkeit, die sich absetzt von einem Auswendiglernen fremdbestimmter Erkenntnisse. Der Student der Philosophie soll bildlich ausgedrückt nicht wie ein Kleinkind „getragen“ werden, sondern selbst „gehen“ lernen, d.h. er soll „denken“ und nicht „Gedanken“ lernen. (WeiRa) |
Das Problem sieht hier so aus, dass Spekulieren mit Denken verwechselt wird. Man kann sagen, weil der Vergleich gezogen wurde, dass der Experimentalphysiker für den theoretischen Physiker wie ein Briefmarkensammler ist, der theoretische Physiker für den Philosophen ebenso, wir fragen nun aber ob der theoretische Physiker aber auch selber nachdenken kann, nicht spekulieren. Das muss man natürlich prüfen. Wahrscheinlich sollte man vor so einer Diskussion erst einmal 2-3 grundlegende Fragen stellen wie: Warum ist Gödel gegen Kant nicht verwendbar? Warum trifft Popper nicht Kant? Was sind Erkenntnisse a priori?... so dass man sieht, ob der Gesprächspartner ein gewisses Mindestverständnis vom Thema hat. (Das wird einem dann aber immer als arrogant ausgelegt, siehe auch Weinberg) Spricht man den Leuten das Stimmrecht ab, passt es nicht, spricht man ihnen eines zu, dann auch nicht. Wie man es macht, wird es falsch gemacht.
Als allgemeiner Tipps aber noch: will man mit den Leuten diskutieren, dann muss man die Sprache lernen. Das heißt man muss erstmal lernen in dem Fach "zu gehen". Das ist ein Prozess und der ist schwer. Das nimmt einen niemand übel, wenn dabei Fehler passieren, weil das die Disziplin so an sich hat, dass man sich langsam vorantastet (jeder der sich hier serös bewegt, weiß aus eigener Erfahrung wie schwer das ist und kennt es aus eigener Erfahrung, dass hier am Anfang Fehler passiert sind, die erst später ersichtlich wurden). Das heißt im Klartext, dass demjenigen, der sich beginnt hier einzuarbeiten immer Fehler passieren. Darum ist der Falsifikationsgedanke hier auch erstmal falsch, da man nicht etwas widerlegen will, sondern eine neue Fähigkeit erwerben (man will den Fehler im Denken einsehen, nicht schon die Konsequenz zudem empirisch prüfen). Da muss man auch als Physik Prof mal emotional dazu in der Lage sein, auf philosophischer Basis die Begriffe Raum und Zeit falsch verwendet zu haben (da kenne ich durchaus auch positive Beispiele). Dass das am "Stolz kratzt" weiß ich wohl, aber das lässt sich nicht vermeiden, wenn man diese "Tiefe der Untersuchung" anstrebt.
Es geht also nicht darum "von oben herab" andere bloßzustellen, indem man ihnen zeigt, dass sie Denkfehler machten, sondern darauf hinzuweisen, wie die Leute selber zu Erkenntnissen gelangen. Daran erkennt man auch immer die seriösen Leute, die Leuten neue Einsichten durch eigene Schlüsse näherbringen wollen und die unseriösen, die immer fertige Wahrheiten liefern, die ihnen geglaubt werden sollen (Poststukturalisten z.B.) Letztere lehren die Erkenntnisse (das ist so und so und du musst mir das glauben), die seriösen Leute lernen das Fach, damit der Physiker auch Philosoph wird und sich nicht unterzuordnen hat, aber dann muss er eben auch Philosoph werden wollen.'
Antaris macht es übrigens völlig richtig, wenn er erstmal Kant liest. Dass Kant nicht fertig ist, ist klar, also dass da noch Fehler sind, aber man muss sich erstmal in seine Gedankengänge eindenken, wenn man aber schonmal in den Gedankengebäuden "drinnen war", also man seriös und ernsthaft über die Dinge an sich nachgedacht hat, dann kann man daraus Schlüsse ziehen und diese Schlüsse prüfen. Ist man soweit gekommen und hat auch Ahnung von der Physik, kann einen der Philosoph sehr schnell zu den richtigen Fragen und Gedankengängen führen, so dass der Physiker auch "sieht" wie man weiterkommen. Vielleicht sollte man dazu auch einleitend erklären was das gemeinsame Ziel ist. Also will man beim spekulieren bleiben, beim "sammeln der Briefmarken", oder will man wirklich etwas selber einsehen.
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 09. Nov 2024 07:01 Titel: |
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| Manuel_91 hat Folgendes geschrieben: | | Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Manuel_91 hat Folgendes geschrieben: | | ich muss mich da schon rechtfertigen und das Bild gerade rücken. |
Tja, si tacuisses, philosophus mansisses...
SICR |
Der Sachverhalt sieht so aus, [.. ] |
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 09. Nov 2024 07:29 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: |
Wir kennen zwei Arten von Dynamiken, deterministische (Newton, Navier-Stokes, Maxwell, Einstein, Schrödinger ...) sowie stochastische (Brownsche Bewegung*, deterministisches Chaos*, von Neumannsches Projektionspostulat und Bornsche Regel). Sind Dynamiken denkbar, die weder deterministisch noch stochastisch sind, bzw. die eine allgemeinere Klasse darstellen, in der die beiden bekannten Arten enthalten sind?
* erscheinen nur stochastisch, sind jedoch fundamental deterministisch
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Also genau genommen sind nur die von mir fett hervorgehobenen "Dynamiken" stochastisch?
Und selbst die könnten deterministisch sein.
| TomS hat Folgendes geschrieben: |
Die Frage nach den Dynamiken kam mir kürzlich in den Sinn, im Zusammenhang mit dem Messproblem der Quantenmechanik. Es geht mir noch gar nicht mal um eine konkrete mathematische Formulierung, sondern um die Frage, ob überhaupt etwas anderes denkbar ist. |
Wie soll das gehen?
Ist nicht das eine das Komplement zum anderen?
Sind wirklich stochastische Prozesse nicht dadurch definiert, dass sie nicht mal prinzipiell vorhersagbar sind, was bedeutet, dass sie vor dem Eintreten unbestimmt sind?
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 07:57 Titel: |
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Da hier jeder seine persönliche Meinung zum Wesen der Mathematik hat, lohnt es sich vielleicht, sich da einen Überblick zu verschaffen:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Philosophy_of_mathematics
Ob Platonismus, Konstruktivismus … ihr braucht nicht versuchen, euch gegenseitig von eurem Standpunkt zu überzeugen, das wird – obwohl jeder gute Argumente hat – nicht funktionieren. Es reicht völlig, den jeweils anderen Standpunkt und seine Argumente zu verstehen.
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 08:11 Titel: |
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| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Wenn der Mikrokosmos stochastisch ist, dann ist der Makrokosmos nur scheinbar deterministisch … |
Was wie ein vernünftiges Argument aussieht, führt bei gründlichem Nachdenken zu Problemen. M.N.n. verhält sich der Makrokosmos im Normalfall deterministisch, jedenfalls wurden diesbezüglich keine Abweichungen beobachtet. Ausnahmen sind sehr spezielle Szenarien, in denen das stochastische Element der Quantenmechanik künstlich in den Makrokosmos "vergrößert" wird; das ist die Messung bzw. makroskopische Beobachtung eines mikroskopischen Prozesses. D.h. wir landen im Kern bei dem zentralen Problem der Quantenmechanik.
Aber normalerweise ist der Makrokosmos tatsächlich deterministisch. Das ist zumindest meine Erfahrung, und die jedes Ingenieurs, Autofahrers, der Nutzer von Computern …
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 08:14 Titel: |
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| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: |
Wir kennen zwei Arten von Dynamiken, deterministische (Newton, Navier-Stokes, Maxwell, Einstein, Schrödinger ...) sowie stochastische (Brownsche Bewegung*, deterministisches Chaos*, von Neumannsches Projektionspostulat und Bornsche Regel). Sind Dynamiken denkbar, die weder deterministisch noch stochastisch sind, bzw. die eine allgemeinere Klasse darstellen, in der die beiden bekannten Arten enthalten sind?
* erscheinen nur stochastisch, sind jedoch fundamental deterministisch
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Also genau genommen sind nur die von mir fett hervorgehobenen "Dynamiken" stochastisch?
Und selbst die könnten deterministisch sein. |
Ersteres ja. Letzteres verstehe ich nicht.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: |
Die Frage nach den Dynamiken kam mir kürzlich in den Sinn, im Zusammenhang mit dem Messproblem der Quantenmechanik. Es geht mir noch gar nicht mal um eine konkrete mathematische Formulierung, sondern um die Frage, ob überhaupt etwas anderes denkbar ist. |
Wie soll das gehen?
Ist nicht das eine das Komplement zum anderen?
Sind wirklich stochastische Prozesse nicht dadurch definiert, dass sie nicht mal prinzipiell vorhersagbar sind, was bedeutet, dass sie vor dem Eintreten unbestimmt sind? |
Das sagt sich so leicht, aber kann man es auch logisch beweisen? Ja, das Ergebnis eines stochastischen Prozesses ist vor dem Stattfinden desselben unbestimmt. Es ist aber auf eine sehr spezielle Weise unbestimmt, indem das tatsächlich eintretende Ergebnis einer Zufallsvariable entspricht. Dies ist aber ein sehr spezielles mathematisches Konstrukt.
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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willyengland
Anmeldungsdatum: 01.05.2016 Beiträge: 869
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willyengland Verfasst am: 09. Nov 2024 08:46 Titel: |
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Ich denke, die Mathematik wird hier etwas überbewertet.
1. Gibt es in der Natur keine irrationalen Zahlen. Alles ist immer endlich. Wie oben schon gesagt: Es gibt keinen exakten Kreis.
2. Vieles in der Natur kann man eben nicht sinnvoll mit Mathematik beschreiben. Beispiele: einen Baum, einen Wald, menschliches Verhalten ...
(Wenn wir ehrlich sind das meiste, das uns im Alltag begegnet.)
Mathematik eignet sich als Beschreibung für EINIGE einfache Dinge, wie Fallgesetze usw. Aber auch da sind die einfachen Formeln immer nur Annäherungen an die Wirklichkeit.
_________________ Gruß Willy |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 08:47 Titel: |
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Deterministisch vs. stochastisch
Wir betrachten ein System mit diskreten Zuständen und diskreten Zeitschritten, das wir durch einen Zustandsvektor
beschreiben. Dabei sei je k
d.h. es existiert eine Menge S erlaubter Werte.
Eine deterministische Dynamik sei eine Abbildung
In einem simplen Beispiel läge ein zellulärer Automat vor, und die Abbildung D bestimme je Zeitschritt den neuen Wert der Zelle k gemäß
eindeutig mittels einer Funktion f, wobei in diesem Beispiel der neue Wert vom alten sowie von denen des linken und des rechten Nachbars abhängig ist, also N = 2.
Eine stochastische Dynamik für diesen zellulären Automaten sei eine Zufallsvariable
mit einem zusätzlichen Wahrscheinlichkeitsmaß
In einem ähnlichen Beispiel bestimme die Abbildung je Zeitschritt den neuen Wert der Zelle k gemäß
wobei zunächst deterministisch je k die Wahrscheinlichkeiten je möglichem neuen Wert als Wahrscheinlichkeitsverteilung p berechnet werden, sowie der tatsächliche neue Wert entsprechend dieser Wahrscheinlichkeiten festgelegt (gewürfelt) wird.
Die deterministischen Dynamik ist ein Spezialfall für bestimmte p
Nun ist diese zweite Konstruktion jedoch sehr speziell, weil sie den Begriff des Wahrscheinlichkeitsmaßes verwendet. Außerdem denke ich, dass sie die gemäß der Mengenlehre CFZ möglichen Funktionen auf Mengen nicht ausschöpft, was man jedoch für endliche zelluläre Automaten nicht sieht. Ich stelle das später (morgen) mal anhand der Quantenmechanik dar.
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Zuletzt bearbeitet von TomS am 13. Nov 2024 10:25, insgesamt einmal bearbeitet |
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DrStupid
Anmeldungsdatum: 07.10.2009 Beiträge: 5740
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DrStupid Verfasst am: 09. Nov 2024 09:53 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Welche Hypothese? |
| TomS hat Folgendes geschrieben: | | DrStupid hat Folgendes geschrieben: | | Ihre Entwicklung wurde immer auch von praktischen Anforderungen beeinflusst. |
Echt jetzt? Nee, sicher nicht. |
Das ist die Grundlage Deiner gesamten Argumentation.
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 10:12 Titel: |
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| DrStupid hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: | | Welche Hypothese? |
| TomS hat Folgendes geschrieben: | | DrStupid hat Folgendes geschrieben: | | Ihre Entwicklung wurde immer auch von praktischen Anforderungen beeinflusst. |
Echt jetzt? Nee, sicher nicht. |
Das ist die Grundlage Deiner gesamten Argumentation. |
Nein, ist es trivialerweise nicht.
Selbst wenn die Entwicklung unserer mathematischer Methoden immer von praktischen Anforderungen geprägt war, kann die Mathematik im platonischen Sinne unabhängig von uns existieren. Beispiel: Gestein, Baumaterialien und Baumeister.
Was mich bei dir extrem irritiert ist, dass du nicht siehst, dass die platonische Sichtweise möglich ist, auch wenn du sie nicht teilst. Egal, was du mir hier erzählst, deine Argumente gegen diese Sichtweise sind hinlänglich bekannt, nachvollziehbar, nicht abwegig … aber nicht logisch oder empirisch sicher richtig. Aber du kannst gerne eine Quelle nennen, die deine Sichtweise stichhaltig belegt und die von ehemaligen Vertretern des Platonismus vollumfänglich anerkannt wurde.
Anders gesagt, ich möchte nicht mehr meine Zeit damit verschwenden, dass du mir erklärst, ich läge sicher falsch. Wir haben unterschiedliche Auffassungen, und keiner von uns beiden kann seine Sichtweise sicher begründen; also lassen wir die Sichtweise des jeweils anderen zu. Ok?
_________________ Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago. |
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D38u6 Gast
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D38u6 Verfasst am: 09. Nov 2024 11:27 Titel: |
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Eine sehr vielfältige, lebendige und chaotische Diskussion (im positiven Sinne). Vlt. auch mal meine zwei Graupen in die Suppe. (bin kein Physiker)
Was ich z.B. bemerkenswert finde, ist die Wandlung, die der ontologische Status des Raumes im Verständnis des Menschen erfahren hat.
Zunächst war der Raum seit jeher der 3-dimensionale, real und unabhängig von menschlichen Denken existierende Container - die Bühne aller Dinge und Prozesse, die wir irgendwie beobachten und messen können. Das ist das intuitivste, innerlichste Verständnis vom Raum, die jedes Kind automatisch besitzt.
Dann kommt Kant und verortet diesen 3 dimensionalen Raum nicht in der physikalischen Realität, sondern - als Anschauungsform - allein im Erkenntnisapparat des Menschen. Er macht dies, weil er sagt, dass der Raum (zusammen mit Zeit und Kausalität) überhaupt erst "Bedingung der Möglichkeit von Erfahrung" ist und somit nicht erst durch Erfahrung in den menschlichen Geist gelangt sein kann.
Anfang letzten Jahrhunderts erkannt man dann mit den Relativitätstheorien, dass der physikalische Raum gar nicht der eingangs genannte 3 dimensionale Container sein kann, sondern komplexere Eigenschaften besitzt (am Ende eine (3+1)-dimensionale Raum-Zeit mit lokaler Kausalstruktur). Die Schlussfolgerung war (für alle, die sich bis dato noch unsicher waren), dass der physikalische Raum und Kants Raum als Anschauungsform nicht identisch sein können. Es existiert also (vermeintlich zweifellos) ein physikalischer Raum außerhalb des menschlichen Punkt, oder?
Nicht ganz...
Denn es kommt die Quantentheorie, die einige sehr seltsame Erscheinungen samt ihren Eigenschaften zu fassen hat. Insbesondere die Nicht-Lokalität (EPR, Verschränkung). Es scheint fast so, als hätte Kant doch teilweise recht gehabt - Teilweise, weil das "Ding-an-sich" doch nicht so unerkennbar ist, wie er postulierte. Er scheint sich auf der Realitätsebene des Mikrokosmos zu zeigen und das spannende: es lebt weder in irgendeinem Orts-Raum, noch folgt es zwingend irgendeiner lokalen Kausalstruktur (Verschränkung). (Und die abstrakte Formulierung der entsprechenden Theorie benötigt keinen Orts-Raum.)
Das führt natürlich aber zu der Frage, welchen ontologischen Status hat denn nun der physikalische Raum, der in der Relativitätstheorie beschrieben wird? Wie wird er aus dem "raumlosen" Mikrokosmos konstituiert? Und wenn seine Konstituenten selbst tatsächlich "raumlos" sind, welcher ontologische Status kommt ihnen dann zu? Ist der Hilbertraum dieser Konstituenten eine Art geistiger Raum (wie bei Kant) oder ein physikalischer Raum?
-- ich weiß das ist alles "laut gedacht", aber ich glaube der Thread ist zum laut Denken ..
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antaris

Anmeldungsdatum: 12.12.2022 Beiträge: 1383 Wohnort: In einem chaotischen Universum
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antaris Verfasst am: 09. Nov 2024 11:33 Titel: |
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| D38u6 hat Folgendes geschrieben: | | -- ich weiß das ist alles "laut gedacht", aber ich glaube der Thread ist zum laut Denken .. |
_________________ Hinterfrage alles! Warum?
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21442
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TomS Verfasst am: 09. Nov 2024 11:48 Titel: |
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| willyengland hat Folgendes geschrieben: | | Ich denke, die Mathematik wird hier etwas überbewertet. |
Ja, das denkst bzw. glaubst du. Andere glauben das. Nicht.
| willyengland hat Folgendes geschrieben: | | 1. Gibt es in der Natur keine irrationalen Zahlen. Alles ist immer endlich. Wie oben schon gesagt: Es gibt keinen exakten Kreis. |
Inwiefern gibt es den nicht? Weil er nicht materiell realisierbar ist?
Zu irrationalen Zahleb: Nehmen wir zwei beliebig komplizierte Orbits. beliebiger Planeten: deine Behauptung wäre zutreffend, wenn du streng beweisen könntest, dass die Umlaufzeiten zweier beliebiger Planeten im Universum (und alle Verhältnisse aller anderen beobachtbaren Größen) immer in einem rationalen Verhältnis stünden. Kannst du das zeigen?
| willyengland hat Folgendes geschrieben: | | 2. Vieles in der Natur kann man eben nicht sinnvoll mit Mathematik beschreiben. Beispiele: einen Baum, einen Wald, menschliches Verhalten ... |
Warum nicht? Weil es nicht mathematisch ist. Oder weil es zu kompliziert ist und wir die Beschreibung noch nicht entdeckt haben?
Welche alternative Beschreibung, die mit den Tatsachen in vollständiger Übereinstimmung stehen kann, schlägst du vor?
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willyengland
Anmeldungsdatum: 01.05.2016 Beiträge: 869
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willyengland Verfasst am: 09. Nov 2024 11:58 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Inwiefern gibt es den nicht? Weil er nicht materiell realisierbar ist? |
Genau. In der Natur gibt es nichts unendliches.
| Zitat: | | Weil es nicht mathematisch ist. |
Ja. Vieles in der Natur lässt sich eben nicht sinnvoll mathematisch beschreiben.
Es kommt mir so vor, als wenn der Versuch, alles auf die Mathematik zurückführen zu wollen, in Wahrheit dazu führt, das am Ende nichts übrig bleibt.
_________________ Gruß Willy |
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