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Volt, Ampere und Gefahr durch Strom
 
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Gerolsteiner



Anmeldungsdatum: 28.03.2023
Beiträge: 7

Beitrag Gerolsteiner Verfasst am: 23. Dez 2023 15:10    Titel: Volt, Ampere und Gefahr durch Strom Antworten mit Zitat

Hallo in die Runde,

Ich versuche mal wieder zu verstehen, wie man die Gefahr einer Stromquelle erfassen kann, in diesem Falle Gleichstrom.
Wenn man mal so googelt dann liest man, dass bei Gleichstrom eine Spannung von mehr als 120V oder ein Strom von 50mA tödlich sein kann.

Meine Kenntnisse Beschränken sich auf:
Watt = Volt x Ampere und U = R x I

Wenn ich nun 10 AA Batterien a 1.5V in Reihe schalte und ne 50W Glühbirne anklemme würde das eine Spannung von ~150V einen Stromfluß 3000 mAmpere bewirken?

Dazu lese ich dann auch, dass ein Haut-Widerstand von 2500 Ohm überwunden werden muss, damit überhaupt Strom durch den Körper fließt.

Das würde ja wiederum bedeuten, wenn statt der Glühbirne mein Finger an den Drähten hängt, dass bei 150V und 2500 Ohm immernoch 60mA durch den Körper fließen würden was dann tödlich wäre?


Danke für Erklärungen / Klarstellungen!
Kurt



Anmeldungsdatum: 20.06.2021
Beiträge: 748
Wohnort: Bayern

Beitrag Kurt Verfasst am: 23. Dez 2023 16:19    Titel: Re: Laienfrage zu Volt, Ampere und Gefahr durch Strom Antworten mit Zitat

Gerolsteiner hat Folgendes geschrieben:
Hallo in die Runde,

Ich versuche mal wieder zu verstehen, wie man die Gefahr einer Stromquelle erfassen kann, in diesem Falle Gleichstrom.
Wenn man mal so googelt dann liest man, dass bei Gleichstrom eine Spannung von mehr als 120V oder ein Strom von 50mA tödlich sein kann.

die Spannung bringt dich nicht um, sondern der Strom.

Gerolsteiner hat Folgendes geschrieben:

Wenn ich nun 10 AA Batterien a 1.5V in Reihe schalte und ne 50W Glühbirne anklemme würde das eine Spannung von ~150V einen Stromfluß 3000 mAmpere bewirken?


Die Spannung treibt den Strom über/durch den Widerstand.
Du hast bei deinen 10 Batterien aber nur 15V an Spannung.
Entsprechend (gering) ist der Strom.

Gerolsteiner hat Folgendes geschrieben:


Dazu lese ich dann auch, dass ein Haut-Widerstand von 2500 Ohm überwunden werden muss, damit überhaupt Strom durch den Körper fließt.


Strom fliesst immer durch den Körper sobald Spannung angelegt wird.

Gerolsteiner hat Folgendes geschrieben:

Das würde ja wiederum bedeuten, wenn statt der Glühbirne mein Finger an den Drähten hängt, dass bei 150V und 2500 Ohm immernoch 60mA durch den Körper fließen würden was dann tödlich wäre?


Die 2500 Ohm sind ein "Mittelwert" wenn der Strom über die Haut fliesst.

Nimm eine von deinen Batterien und halte die Finger dran, du wirst nichts spüren.
Grund: der Hautwiderstand verhindert einen spürbaren Strom.
Nun halte die 1,5V an die Zunge, da schauts schon ganz anders aus.
Grund: da ist der Widerstand wesentlich geringer, es fliesst also ein spürbarer Strom.

Fazit: der Strom ist das gefährliche.
Die Spannung ist notwendig damit Strom fliesst.
Die Spannung und der Körperwiderstand bestimmen den Stromfluss.

Für "normale" Berührungsspannungen (Kleinspannung) wurde ca. 50V festgelegt, da passiert noch nicht viel, es sei denn er läuft nicht über die Haut. (Beispiel Zunge)

Stromfluss durch den Körper ist also nicht zu unterschätzen, man sollte schon wissen was man da tut.

Kurt
masterpie



Anmeldungsdatum: 13.11.2019
Beiträge: 406

Beitrag masterpie Verfasst am: 23. Dez 2023 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

... und weitere, ergänzende Infos: https://www.leifiphysik.de/elektrizitaetslehre/ohmsches-gesetz-kennlinien/grundwissen/gefahr-durch-strom-und-koerperwiderstand

Schöne Weihnachten, Masterpie

_________________
Wir denken zu viel und fühlen zu wenig. (Charlie Chaplin)
Gerolsteiner



Anmeldungsdatum: 28.03.2023
Beiträge: 7

Beitrag Gerolsteiner Verfasst am: 24. Dez 2023 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Danke schonmal.

Stimmt, da war ein einfacher Rechenfehler, 10x AA macht 15V nicht 150V.

Aber das bringt mich zurück zum Auslöser für die Frage.
Ich habe im Auto Wischwascher nachgefüllt und dabei auf den Xenon-Scheinwerfern gelesen, dass hier bei unsachgemäßen Ein/Ausbau Lebensgefahr droht.

Und dann habe ich mich gefragt, wie das sein kann wenn da doch nur ne 12V DC Batterie angeschlossen ist und ob man mit 10 AA Batterien auch beim Basteln aus Versehen eine lebensgefährliche Konstruktion zusammen bauen kann.
ML



Anmeldungsdatum: 17.04.2013
Beiträge: 3388

Beitrag ML Verfasst am: 24. Dez 2023 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Gerolsteiner hat Folgendes geschrieben:
Aber das bringt mich zurück zum Auslöser für die Frage.
Ich habe im Auto Wischwascher nachgefüllt und dabei auf den Xenon-Scheinwerfern gelesen, dass hier bei unsachgemäßen Ein/Ausbau bzw. Lebensgefahr droht.

Vermutlich bezieht sich das auf das Vorschaltgerät, das nach dieser Quelle
https://www.mein-autolexikon.de/beleuchtung/xenon-scheinwerfer.html
Spannungen bis zu 20.000 Volt erzeugt.

Dies ist auch auf Grundlage von 12V-Batterien möglich. üblicherweise nimmt man dazu Schaltregler. Eine Möglichkeit, derartige Spannungen zu erzeugen, besteht darin, den Stromfluss in einer Spule zu unterbrechen.

Gemäß der Gleichung können dabei große Spannungen entstehen, wenn man den Strom schnell abschaltet.


Zitat:
Und dann habe ich mich gefragt, wie das sein kann wenn da doch nur ne 12V DC Batterie angeschlossen ist und ob man mit 10 AA Batterien auch beim Basteln aus Versehen eine lebensgefährliche Konstruktion zusammen bauen kann.

Schaltregler baut man normalerweise nicht aus Versehen auf -- zumindest keine funktionierenden. Aber theoretisch möglich ist es smile

Viele Grüße und schönes Fest
Michael
masterpie



Anmeldungsdatum: 13.11.2019
Beiträge: 406

Beitrag masterpie Verfasst am: 24. Dez 2023 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

@Gerolsteiner

Mein Vorschlag: Lege mal mit praktischen Arbeiten los. Da lernst Du in kurzer Zeit sehr viel und wirst Deine Ängste verlieren. Ich bin noch mit Röhrentechnik mit Betriebsspannungen um die 400V groß geworden.
Trotz aller Vorsicht und mit dem Wissen, dass das gefährlich ist, war es nicht ganz und gar zu vermeiden, dass ich mal eine falsche Stelle berührt habe.

Möchte ich niemanden empfehlen. Ich hatte großes Glück und habe keinen Schaden genommen - aber bitte nicht nachmachen! Es wird niemandem garantiert, dass er auch dieses Glück hat. Nur andererseits zeigt das, dass man nicht immer gleich vom Allerschlimmsten ausgehen muss.

Außerdem lernt man (in der Regel) aus diesen Erfahrungen. Als ich in den 80zigern E-Motorsteuerungen entwickeln durfte, hatte ich es wieder mit 450 V bis 550V zu tun. In den Jahren habe ich nichts hohe Spannung führendes berührt, was mir hätte Ärger machen können. Wenn man vorsichtig ist und aufpasst, klappt das.

Ansonsten habe ich mich immer informiert, was ich da aufbaue und habe gewusst, wo es kritisch wird. Man kann auch mal andere fragen.
Heute hat man es mit Betriebsspannungen von 3,3V, 5V oder 12V zu tun. Selten schon 24V und 48V kaum noch. Das schließt nicht aus, dass man es mit Spannungsverdopplern oder anderen Teilen zu tun bekommt, die höhere Spannungen erzeugen.

Wenn ich nur von Spannungswerten schreibe, ignoriere ich nicht, dass die Gefahr vom Strom ausgeht. Das können auch weit weniger als 50mA sein, die großen Schaden anrichten. Es ist auch immer noch die Frage, ob Gleich- oder Wechselstrom. Doch je geringer die Spannug, umso geringer der mögliche Strom, die durch den Körper gehen kann.

Aber wie gesagt, informieren und viel praktisch machen und aufpassen - dann nimmst Du kaum einen Schaden. Bei allem Berufsrisiko, sollte das schon das Ziel sein.

Gruß, Masterpie

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