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Materie nach dem Urknall
 
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derschwarzepeter



Anmeldungsdatum: 22.02.2020
Beiträge: 4
Wohnort: Wien

Beitrag derschwarzepeter Verfasst am: 22. Feb 2020 19:00    Titel: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Liebe Kosmologen und Physiker unter unseren Mitgliedern,

mich beschäftigt schon länger eine Frage
und ich hoffe, dass ihr mir da auf die Sprünge helfen
bzw. mich auf Fehler in meinen Überlegungen aufmerksam machen könnt.

Grundüberlegungen:
1. Zu Beginn und knapp nach dem Urknall war die gesamte Materie/Energie des Universums auf einen kleinen Raum konzentriert,
der zwangsläufig kleiner als der entsprechende, riesige Schwarzschildradius/Ereignishorizont war.

rs ... Schwarzschildradius / Radius des Ereignishorizontes
G .... Gravitationskonstante
M .... Masse bzw. Masse-Äquivalent des Universums (des GANZEN!)
2. Infolgedessen war das Universum knapp nach dem Urknall zweifellos ein Schwarzes Loch.
3. Nichts außer der Hawking-Strahlung kann den Ereignishorizont eines Schwarzen Loches von innen nach außen überschreiten.

Frage:
Warum ist das Universum kein Schwarzes Loch GEBLIEBEN?

Meine Ideen:
Beobachtung:
Die Materie/Energie hat im Zuge der Inflation den Ereignishorizont offensichtlich DOCH von innen nach außen überschritten.

Schlussfolgerung:
Das muss trotz der enormen Expansionsgeschwindigkeit aufgrund des großen Ereignishorizontes nennenswert lang gedauert haben
und dürfte (laut Grundüberlegungen Pkt. 3.) gar nicht möglich sein.

Da scheint mir doch ein Widerspruch drin zu stecken:
Fangen die Physiker erst NACH dem Überschreiten des Ereignishorizontes an zu denken
und zucken betreffend der VORHER gültigen Naturgesetze die Schultern?
masterpie



Anmeldungsdatum: 13.11.2019
Beiträge: 87

Beitrag masterpie Verfasst am: 22. Feb 2020 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

Grüß Dich Scharzer Peter,

und Grüße an den Wiener Wald. Ich glaube wir hatten schon mal das Vergnügen.
Dir ist bekannt, dass jede Theorie ihre Gültigkeitsgrenzen hat? Gilt für Newton und auch für Einstein, der Newton gewaltig erweitert hat - also Newton zum Spezialfall erklärte. Ob bei Deiner Betrachtung schon die ART greift, wage ich zu bezweifeln. Wenn sie nicht greift, dann ist wohl ein Schwarzes Loch in diesem Moment auch nicht möglich und somit Dein Ansatz gescheitert. Die Experten hier werden das genauer wissen.

Gruß, Masterpie

_________________
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. (A. Einstein)
index_razor



Anmeldungsdatum: 14.08.2014
Beiträge: 1578

Beitrag index_razor Verfasst am: 22. Feb 2020 19:35    Titel: Re: Warum konnte die Materie nach dem Urknall ihren Schwarzs Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Meine Frage:
Liebe Kosmologen und Physiker unter unseren Mitgliedern,

mich beschäftigt schon länger eine Frage
und ich hoffe, dass ihr mir da auf die Sprünge helfen
bzw. mich auf Fehler in meinen Überlegungen aufmerksam machen könnt.

Grundüberlegungen:
1. Zu Beginn und knapp nach dem Urknall war die gesamte Materie/Energie des Universums auf einen kleinen Raum konzentriert,
der zwangsläufig kleiner als der entsprechende, riesige Schwarzschildradius/Ereignishorizont war.


Erstens stimmt die Aussage über die frühe Größe des Universums vielleicht gar nicht und es war nach dem Urknall immer unendlich groß. Zweitens: selbst wenn das Universum früher mal ganz klein war, folgt daraus noch nicht, daß es einen Ereignishorizont gab. So einfach wie du kann man das nicht begründen. Immerhin ist die Materieverteilung ziemlich homogen und klumpt nicht so ohne weiteres an irgendeiner Stelle zusammen.
DrStupid



Anmeldungsdatum: 07.10.2009
Beiträge: 2763

Beitrag DrStupid Verfasst am: 22. Feb 2020 21:16    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
1. Zu Beginn und knapp nach dem Urknall war die gesamte Materie/Energie des Universums auf einen kleinen Raum konzentriert, der zwangsläufig kleiner als der entsprechende, riesige Schwarzschildradius/Ereignishorizont war.

rs ... Schwarzschildradius / Radius des Ereignishorizontes
G .... Gravitationskonstante
M .... Masse bzw. Masse-Äquivalent des Universums (des GANZEN!)
2. Infolgedessen war das Universum knapp nach dem Urknall zweifellos ein Schwarzes Loch.


Ein Schwarzes Loch ist eine Vakuumlösung der Einsteinschen Feldgleichungen. Wie kommst Du darauf, dass eine Materieansammlung mit r < rs "zweifellos ein Schwarzes Loch" ist, wenn außerhalb von rs kein Vakuum herrscht?
Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 10:11    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

DrStupid hat Folgendes geschrieben:

Ein Schwarzes Loch ist eine Vakuumlösung der Einsteinschen Feldgleichungen. Wie kommst Du darauf, dass eine Materieansammlung mit r < rs "zweifellos ein Schwarzes Loch" ist, wenn außerhalb von rs kein Vakuum herrscht?

Lokal kann das rein theoretisch funktionieren, wenn in einem frühen Stadium aufgrund einer Dichtefluktuation eine Materieansammlung innerhalb ihres rs ist und an der Expansion nicht teilnimmt. Was außerhalb ist, spielt zunächst keine Rolle. Bei entsprechend schneller Expansion würde ein solches Schwarzes Loch nicht weiter wachsen.

Aber realistisch ist das vermutlich nicht. Ev. gibt es hierzu papers.
Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 10:38    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:

Grundüberlegungen:
1. Zu Beginn und knapp nach dem Urknall war die gesamte Materie/Energie des Universums auf einen kleinen Raum konzentriert,
der zwangsläufig kleiner als der entsprechende, riesige Schwarzschildradius/Ereignishorizont war.

rs ... Schwarzschildradius / Radius des Ereignishorizontes

Mit "auf einen kleinen Raum konzentriert" meinst du vermutlich das beobachtbare Universum. Global betrachtet übersiehst du, daß das Universum isotrop und homogen ist. Es hat keinen Rand und kein Zentrum und deshalb kann schon allein wegen dieser geometrischen Überlegung global kein Schwarzes Loch entstehen. Das gilt für jeden Zeitpunkt, auch für den Urknall mit sehr hoher Materiedichte. Ferner expandiert das Universum während die Schwarzschild Raumzeit statisch ist.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 23. Feb 2020 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zunächst sollte man allgemein definieren, was man unter einem schwarzen Loch versteht.

Ein schwarzes Loch ist ein Bereich, der durch einen Ereignishorizont begrenzt wird. Aus diesem Bereich kann nichts – auch kein Lichtstrahl – ins lichtartig Undendliche gelangen; vereinfacht gesprochen bleibt der Lichtstrahl auch bei unendlicher Verlängerung der Trajektorie immer innerhalb dieses Bereiches. Der Ereignishorizont als Grenze dieses Bereichs zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er aus sämtlichen (gedachten) radial auslaufenden Lichtstrahlen besteht.

Diese geometrische Definition ist wesentlich allgemeiner als die Vakuumlösungen nach Schwarzschild, Kerr u.a. Zum Beispiel beinhaltet Sie auch die Kollapslösung einer homogenen Staubwolke nach Oppenheimer und Snyder, die den symmetrischen Spezialfall der Entstehung eines schwarzen Lochs aus einer Materieverteilung einschließlich Singularität und Ereignishorizont beschreibt.

Wenn also nach der Existenz eines schwarzen Lochs gefragt ist, dann wäre zumindest die Existenz eines derartigen Ereignishorizontes nachzuweisen. Nach dem Urknall in einem materie- und/oder strahlungsgefüllten Universum existiert jedoch kein derartiger Ereignishorizont: im Falle eines geschlossenen Universums, das nach endlicher Zeit wieder kollabiert, existiert kein lichtartig Unendliches; im Falle eines offenen Universums lässt sich zeigen, dass ein Lichtstrahl in beliebig ferner Zukunft beliebige Bereiche des Universums erreichen kann; auch hier liegt kein Ereignishorizont vor.

Dieses Verhalten folgt aus der Lösung der Einstein’schen Gleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie.

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Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 14:51    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Nach dem Urknall in einem materie- und/oder strahlungsgefüllten Universum existiert jedoch kein derartiger Ereignishorizont: .

Global nicht, aber lokal offenbar nicht auszuschließen:

Günther hat Folgendes geschrieben:

Lokal kann das rein theoretisch funktionieren, wenn in einem frühen Stadium aufgrund einer Dichtefluktuation eine Materieansammlung innerhalb ihres rs ist und an der Expansion nicht teilnimmt. Was außerhalb ist, spielt zunächst keine Rolle. Bei entsprechend schneller Expansion würde ein solches Schwarzes Loch nicht weiter wachsen.

Aber realistisch ist das vermutlich nicht. Ev. gibt es hierzu papers.

Paper nicht aber Wikipedia.

https://en.wikipedia.org/wiki/Primordial_black_hole

Zitat:
In the early universe, high densities and heterogeneous conditions could have led sufficiently dense regions to undergo gravitational collapse, forming black holes.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 23. Feb 2020 17:35    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

Günther hat Folgendes geschrieben:
Global nicht, aber lokal offenbar nicht auszuschließen

Du sprichst von einem ganz gewöhnlichen Schwarzen Loch innerhalb des expandierenden Universums. Ja, das wäre natürlich möglich, es gibt dazu sogar explizite Lösungen

https://en.m.wikipedia.org/wiki/De_Sitter%E2%80%93Schwarzschild_metric

Das ist jedoch nicht das, was der Schwarze Peter - der sich nicht mehr gemeldet hat - wohl meint.

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Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 18:23    Titel: Re: Materie nach dem Urknall Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:

Du sprichst von einem ganz gewöhnlichen Schwarzen Loch innerhalb des expandierenden Universums. Ja, das wäre natürlich möglich, es gibt dazu sogar explizite Lösungen

Ich sprach von primordialen Schwarzen Löchern, deren Masse allerdings winzig ist.

TomS hat Folgendes geschrieben:
Das ist jedoch nicht das, was der Schwarze Peter - der sich nicht mehr gemeldet hat - wohl meint.

Was leider häufig vorkommt, wenn die eigene Vorstellung keinen Bestand hat.
derschwarzepeter



Anmeldungsdatum: 22.02.2020
Beiträge: 4
Wohnort: Wien

Beitrag derschwarzepeter Verfasst am: 23. Feb 2020 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Doch, doch: Er meldet sich - vielen Dank für´s Mitdenken!
(Irgendwie hat das mit der Benachrichtigung nicht geklappt.)

Mit "auf einen kleinen Raum konzentriert" meine ich NICHT bloß das "beobachtbare" Universum,
sondern das GANZE zum Zeitpunkt des Urknalls bzw. knapp danach,
wobei unbestritten beim Urknall eine sehr hohe Materiedichte vorlag. Das kann dabei durchaus isotrop und homogen sein.

So wie ich das verstanden habe,
ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen, das kleiner ist als dieser selbst, d.h. einer bestimmten MassenDICHTE.
(Welchen Einfluss es auf den Ereignishorizont hat, wenn der [soeben im Zuge des Urknalls entstandene] Raum noch gar nicht so groß ist, lassen wir mal dahingestellt.)
Ob die Masse jetzt in einer Singularität konzentriert ist oder (noch) verteilt vorliegt,
wird da keinen Unterschied machen:
Sobald die Massendichte über einem gewissen Wert liegt, ist das nach meiner Auffassung zwangsläufig ein Schwarzes Loch.
(Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass mit einer entsprechenden Massendichte KEIN Schwarzes Loch entsteht.)
Was da AUSSERHALB des Ereignishorizonts vorliegt - weitere Massen, ein weiteres Schwarzes Loch oder auch Vakuum -
ist dafür unerheblich.

Sehr ihr das anders?

P.S.: Möglicherweise treffen´s Masterpiece und Einstein auf den Punkt:
Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen,
durch die sie entstanden sind.
Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:

So wie ich das verstanden habe,
ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen, das kleiner ist als dieser selbst, d.h. einer bestimmten MassenDICHTE.

Diese Bedingung ist nicht hinreichend. In einem Schwarzen Loch fällt die Masse ins Zentrum. In einem isotropen und homogenen Universum gibt es kein Zentrum und deshalb kein Schwarzes Loch, ganz unabhängig von der Materiedichte.

Stell dir die Materie verteilt auf einer Kugeloberfläche vor, vielleicht wird's dann klarer.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 23. Feb 2020 20:54    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Mit "auf einen kleinen Raum konzentriert" meine ich ... das GANZE zum Zeitpunkt des Urknalls bzw. knapp danach

Das hatte ich auch so verstanden.

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
So wie ich das verstanden habe, ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen ...

Der Ereignishorizont ist die Konsequenz aus der Dynamik von Materie und Geometrie; und dazu muss man die Gleichungen lösen.

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Sobald die Massendichte über einem gewissen Wert liegt, ist das nach meiner Auffassung zwangsläufig ein Schwarzes Loch.

Nicht zwingend nach den Gleichungen. Der Urknall liefert gerade das Gegenbeispiel.

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Seht ihr das anders?

Ja.

Du stellst dir ein Schwarzes Loch wahrscheinlich statisch vor bzw. resultierend aus einer Materieverteilung hoher Dichte, eingebettet in eine statische Raumzeit, vor.

Im Falle des Urknalls liegt jedoch ein homogen und isotrop expandierender Raum vor. In diesem kann es überhaupt keinen ausgezeichneten Ort geben, um den herum ein Ereignishorizont existieren sollte, da alle Orte völlig gleichberechtigt sind.

Und aus der o.g. geometrischen Definition sowie den Gleichungen der ART bzw. deren Lösung folgt mathematisch explizit und beweisbar, dass kein Ereignishorizont vorliegt.

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derschwarzepeter



Anmeldungsdatum: 22.02.2020
Beiträge: 4
Wohnort: Wien

Beitrag derschwarzepeter Verfasst am: 23. Feb 2020 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Günther hat Folgendes geschrieben:
derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:

So wie ich das verstanden habe,
ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen, das kleiner ist als dieser selbst, d.h. einer bestimmten MassenDICHTE.

Diese Bedingung ist nicht hinreichend. In einem Schwarzen Loch fällt die Masse ins Zentrum. In einem isotropen und homogenen Universum gibt es kein Zentrum und deshalb kein Schwarzes Loch, ganz unabhängig von der Materiedichte.
Na soooo isotrop und homogen kann´s ja offensichtlich nicht gewesen sein,
wie die beobachtbar mikroskopische Dichtefluktuation (in Form von z.B. Galaxienhaufen) beweist.
Zu "hoffen", dass trotz einer hinreichend großen Massendichte KEIN Schwarzes Loch vorliegt,
scheint mir dann doch etwas blauäugig.

TomS hat Folgendes geschrieben:
derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
So wie ich das verstanden habe, ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen ...

Der Ereignishorizont ist die Konsequenz aus der Dynamik von Materie und Geometrie; .
Gut, dann nennen wir das halt so.

TomS hat Folgendes geschrieben:
derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Sobald die Massendichte über einem gewissen Wert liegt, ist das nach meiner Auffassung zwangsläufig ein Schwarzes Loch.

Nicht zwingend nach den Gleichungen. Der Urknall liefert gerade das Gegenbeispiel.
Wie sieht es da jetzt mit der Konsequenz aus?
Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 23. Feb 2020 23:14    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Na soooo isotrop und homogen kann´s ja offensichtlich nicht gewesen sein,
wie die beobachtbar mikroskopische Dichtefluktuation (in Form von z.B. Galaxienhaufen) beweist.

Die Temperatur des CMB wird mit 2,7 K gemessen. Die durch Anisotropien produzierten Abweichungen liegen bei 10^-3 K.

Im Verlauf der Strukturbildung entstehen lokal Schwarze Löcher. Global betrachtet ist das aus den genannten Gründen völlig abwegig. Vielleicht kannst du darlegen, weshalb dich diese Argumente nicht überzeugen.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 24. Feb 2020 07:17    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
So wie ich das verstanden habe, ist der Ereingishorizont die FOLGE einer Massenkonzentration in einem Volumen ...

Der Ereignishorizont ist die Konsequenz aus der Dynamik von Materie und Geometrie; .
Gut, dann nennen wir das halt so.

TomS hat Folgendes geschrieben:
derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Sobald die Massendichte über einem gewissen Wert liegt, ist das nach meiner Auffassung zwangsläufig ein Schwarzes Loch.

Nicht zwingend nach den Gleichungen. Der Urknall liefert gerade das Gegenbeispiel.
Wie sieht es da jetzt mit der Konsequenz aus?

Im Falle des expandierenden Universums ist die Konsequenz aus den Gleichungen, mittels derer die Dynamik von Materie und Geometrie beschrieben wird, dass kein Ereignishorizont existiert bzw. entsteht.

Es ist ganz einfach:
1) ein Differentialgleichungssystem
2) spezifische Anfangsbedingungen
3) spezifische Lösungen

Und für die spezifischen Anfangsbedingungen mit (näherungsweise) homogener Materie/Strahlung plus Expansion folgt eben kein Ereignishorizont.

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Ich



Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 676
Wohnort: Mintraching

Beitrag Ich Verfasst am: 24. Feb 2020 10:17    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:
Sobald die Massendichte über einem gewissen Wert liegt, ist das nach meiner Auffassung zwangsläufig ein Schwarzes Loch.
Das ist nicht richtig. Man kann beweisen, dass es keine statische Lösung gibt, wenn die Massendichte zu groß wird, und das war es. Es gibt nichtstatische Lösungen, z.B. den schon erwähnten Kollaps - oder eben den zeitumgekehrten Fall, bei dem die Materie sich nach außen bewegt. So ein Fall entsteht in der Kosmologie zwangsläufig in der Inflationsphase durch den negativen Druck.
derschwarzepeter



Anmeldungsdatum: 22.02.2020
Beiträge: 4
Wohnort: Wien

Beitrag derschwarzepeter Verfasst am: 24. Feb 2020 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm ... das deckt sich mit:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Im Falle des expandierenden Universums ist die Konsequenz aus den Gleichungen, mittels derer die Dynamik von Materie und Geometrie beschrieben wird, dass kein Ereignishorizont existiert bzw. entsteht.
...
Und für die spezifischen Anfangsbedingungen mit (näherungsweise) homogener Materie/Strahlung plus Expansion folgt eben kein Ereignishorizont.
Könnt ihr mir das vielleicht leicht fasslich erklären?
Ich will´s ja jetzt nicht unbedingt bezweifeln,
aber bloß "Es gibt Lösungen ..." zu schreiben,
erscheint mir doch ein wenig dürftig!
masterpie



Anmeldungsdatum: 13.11.2019
Beiträge: 87

Beitrag masterpie Verfasst am: 24. Feb 2020 21:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich vermute, man wird Dir jetzt Einsteins Feldgleichungen vorlegen müssen. Für Dein spezielles Problem hätte ich keine Lösung. Aber eine relativ einfache Ausarbeitung zum Thema Scharzschildnäherung der ART kannst Du gern hier https://www.palitzschgesellschaft.de/2017/06/16/vortraege/ lesen. Musst nicht alles im Webbrowser lesen. Einfach Vortrag 1 und 2 anklicken und zwei PDFs werden herunter geladen. Online lesen oder ausdrucken ist dann Deine Entscheidung.
Viele Spaß damit.
Gruß, Masterpie

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Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 24. Feb 2020 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:

Und für die spezifischen Anfangsbedingungen mit (näherungsweise) homogener Materie/Strahlung plus Expansion folgt eben kein Ereignishorizont. Könnt ihr mir das vielleicht leicht fasslich erklären?

Mir fällt nichts besseres ein, als die schon erwähnte Analogie der auf einer Kugeloberfläche homogen verteilten Masse. So wie ich es sehe erfordert die Entstehung eines globalen SLes frei fallende Materie in Richtung eines Massezentrums. Wie kann das sein, wenn alle Punkte gleichberechtigt sind und es somit keine bevorzugte Richtung gibt?

Ich bin nicht sicher, ob die von anderen erwähnte Expansion zwingend ist. Könnte in Einstein's statischem Universum Homogenität und Stabilität vorausgesetzt (perfect fluid) ein globales Schwarzes Loch entstehen?
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 24. Feb 2020 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Günther hat Folgendes geschrieben:
Ich bin nicht sicher, ob die von anderen erwähnte Expansion zwingend ist.

Nein, sie ist nicht zwingend.

Im Falle eines Universums mit kosmologischer Konstante existiert tatsächlich ein kosmologischer Ereignishorizont, d.h. ausgehend von einem beliebigen Punkt P können mitbewegte Orte außerhalb einer gewissen Kugelschale um P durch Licht bis in unendlich ferne Zukunft nicht erreicht werden.

Das hat jedoch nichts mit der Dichte von Materie und Strahlung zu tun und gilt sogar in einem deSitter-Universum, also einer reinen Vakuumlösung mit kosmologischer Konstanten.

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Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 25. Feb 2020 09:50    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Günther hat Folgendes geschrieben:
Ich bin nicht sicher, ob die von anderen erwähnte Expansion zwingend ist.

Nein, sie ist nicht zwingend.

Im Falle eines Universums mit kosmologischer Konstante existiert tatsächlich ein kosmologischer Ereignishorizont,

Ja, aber in der OP geht es stattdessen um das Thema "Schwarzschildradius/Ereignishorizont".
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 12585

Beitrag TomS Verfasst am: 25. Feb 2020 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Günther hat Folgendes geschrieben:
Ja, aber in der OP geht es stattdessen um das Thema "Schwarzschildradius/Ereignishorizont".

Es handelt sich dabei tatsächlich um eine Art Ereignishorizont, aber eben nicht um ein schwarzes Loch mit Singularität.

Ich denke, das ist dem Schwarzen Peter alles nicht so ganz klar.

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Günther



Anmeldungsdatum: 23.11.2010
Beiträge: 241

Beitrag Günther Verfasst am: 25. Feb 2020 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:

Es handelt sich dabei tatsächlich um eine Art Ereignishorizont, aber eben nicht um ein schwarzes Loch mit Singularität.

Ich denke, das ist dem Schwarzen Peter alles nicht so ganz klar.

derschwarzepeter hat Folgendes geschrieben:

2. Infolgedessen war das Universum knapp nach dem Urknall zweifellos ein Schwarzes Loch.

Darum geht's in dieser Diskussion.
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