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Ist Individualität physikalischer Aufwand?
 
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blau.stern



Anmeldungsdatum: 28.01.2026
Beiträge: 2

Beitrag blau.stern Verfasst am: 28. Jan 2026 19:10    Titel: Ist Individualität physikalischer Aufwand? Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo zusammen,
ich bin kein Physiker, lese aber mit großem Interesse bei Themen wie dem ?energetisch günstigsten Zustand? und der Entropie mit. Ich versuche gerade, diese physikalischen Prinzipien mit meiner Beobachtung von Bewusstsein in Einklang zu bringen, und würde gerne wissen, ob dieser Gedankengang aus eurer Sicht Sinn ergibt.
Wenn in der Natur alles den Zustand niedrigster Energie anstrebt (Ruhe/Ausgleich), dann erscheint mir das Individuum (die Abgrenzung vom Rest der Welt) eigentlich als eine energetisch extrem ?teure? Anomalie.
Dazu mein Gedankenmodell:
Stellen wir uns vor, der energetische Grundzustand des Universums ist eine Art Singularität oder ein verbundenes Feld ? ein ?Ozean?, in dem alles eins ist.
Ein individuelles Lebewesen (egal ob Mensch oder Tier) wäre dann wie eine Welle, die sich temporär aus diesem Ozean erhebt. Solange die Welle existiert, ist sie ein angeregter Zustand. Sie muss ständig Energie aufwenden, um nicht in den Ozean zurückzufallen (also um nicht zu sterben/sich aufzulösen).
Meine Frage an euch:
Könnte man physikalisch argumentieren, dass das, was wir als ?Individuum? oder ?Ich? erleben, eigentlich nur ein temporärer Widerstand gegen den energetischen Grundzustand (die Einheit) ist?
Das würde bedeuten, dass wir im Kern alle Teil derselben Grundsubstanz sind, und das Gehirn/der Körper nur die Energie aufbringt, diese Trennung für eine Weile aufrechtzuerhalten.
Gibt es physikalische Konzepte, die eine solche Sichtweise stützen (dass Struktur nur durch ständigen Energiefluss gegen den Zerfall gehalten wird), oder ist das zu weit hergeholt?
Ich freue mich auf eure Meinungen.

Meine Ideen:
Dissipative Strukturen
Quantenverschränkung
willyengland



Anmeldungsdatum: 01.05.2016
Beiträge: 869

Beitrag willyengland Verfasst am: 28. Jan 2026 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Mensch ist energetisch eine teure Angelegenheit, das stimmt. Ein menschlicher Körper ist extrem weit vom "energetischen Gleichgewicht" entfernt. Darum müssen wir auch soviel tun, um diesen Zustand aufrecht zu erhalten. Würde ein Mensch einfach nur da sitzen und nichts tun, wäre er nach einigen Tagen tot, nach eingen Monaten verwest und damit zurück in deinen "Grundozean" gegangen.
Am Ende blüht uns das allen. Leben ist nur ein temporäres Aufbäumen gegen die Entropie.

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Gruß Willy
blau.stern



Anmeldungsdatum: 28.01.2026
Beiträge: 2

Beitrag blau.stern Verfasst am: 28. Jan 2026 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Willy, das bestätigt mein Bauchgefühl total. 'Temporäres Aufbäumen' ist ein sehr gutes Wort dafür.
Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt: Könnte das dann nicht auch für unser Bewusstsein gelten?
Dass also nicht nur unser Körper, sondern auch unser 'Ich' eigentlich Teil von diesem großen Ozean ist, und wir uns nur solange als getrenntes Individuum fühlen, wie wir die Energie dafür aufbringen?
Dann wäre der Tod ja kein Verschwinden, sondern nur ein Zurückfallen in den Normalzustand.
Aruna



Anmeldungsdatum: 28.07.2021
Beiträge: 1609

Beitrag Aruna Verfasst am: 29. Jan 2026 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

blau.stern hat Folgendes geschrieben:
wir uns nur solange als getrenntes Individuum fühlen, wie wir die Energie dafür aufbringen?


Ja, die Ich-Konstruktion kostet wohl Energie, um das DMN zu aktivieren und mit Meditation kann man wohl das Ich-Erleben reduzieren:

Zitat:
The DMN [default mode network] creates a coherent "internal narrative" central to the construction of a sense of self.
[...]
Meditation, which involves focusing the mind on breathing and relaxation, is associated with reduced activity of the DMN.

https://en.wikipedia.org/wiki/Default_mode_network


das mit dem Ozean etc. sind dann eher religiöse Vorstellunge, die eventuell von entsprechenden Entgrenzungs- oder Alleinsseinserfahrungen motiviert wurden.

_________________
desipere est juris gentium
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