RegistrierenRegistrieren   LoginLogin   FAQFAQ    SuchenSuchen   
Erste Friedmann-Gleichung
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter 
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Astronomie
Autor Nachricht
Ferdi



Anmeldungsdatum: 09.10.2024
Beiträge: 46
Wohnort: Münster

Beitrag Ferdi Verfasst am: 31. März 2025 19:08    Titel: Erste Friedmann-Gleichung Antworten mit Zitat

Für k=0 lautet die erste Friedmann Gleichung

Wenn nun der Hubble Parameter eine Konstante ist, dann bleibt in dieser Gleichung nur die Dichte variabel, besser gesagt, dann muss auch die Dichte konstant sein.

Wo liegt der Fehler?

_________________
Albert Einstein: Wir können Probleme nicht lösen, indem wir dieselbe Art von Denken verwenden, mit der wir sie geschaffen haben.
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 31. März 2025 19:23    Titel: Re: Erste Friedmann-Gleichung Antworten mit Zitat

Ferdi hat Folgendes geschrieben:

Wenn nun der Hubble Parameter eine Konstante ist, ...

Wo liegt der Fehler?


Ist die Göße des Hubble-Parameter nicht der variable Wert über die Evolution des Universums und die Hubble-Konstante der "invariante" Wert der gleichen Größe, innerhalb des heutigen Universums?

_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 01. Apr 2025 06:42    Titel: Re: Erste Friedmann-Gleichung Antworten mit Zitat

Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Für k=0 lautet die erste Friedmann Gleichung

Wenn nun der Hubble Parameter eine Konstante ist … dann muss auch die Dichte konstant sein.

Wo liegt der Fehler?

Es gibt keinen logisch oder mathematischen Fehler.

Physikalisch besteht der Denkfehler darin, H vorauszusetzen und daraus auf rho zu schließen. rho ist eine Funktion von a, somit folgt nicht rho aus H, sondern H aus rho *.

* genauer, mittels beider Friedmann-Gleichungen aus der Anfangsbedingung für rho

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi



Anmeldungsdatum: 09.10.2024
Beiträge: 46
Wohnort: Münster

Beitrag Ferdi Verfasst am: 01. Apr 2025 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Dann formuliere ich mal anders und schließe von rho auf H. In der Gleichung



sind G, c und Lambda konstant. Die Dichte rho ändert sich mit der Zeit. Kann dann der Hubble-Parameter H konstant bleiben?

Ist damit der physikalische Denkfehler beseitigt oder gibt's noch einen?

_________________
Albert Einstein: Wir können Probleme nicht lösen, indem wir dieselbe Art von Denken verwenden, mit der wir sie geschaffen haben.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 01. Apr 2025 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Dann formuliere ich mal anders und schließe von rho auf H. In der Gleichung



sind G, c und Lambda konstant. Die Dichte rho ändert sich mit der Zeit. Kann dann der Hubble-Parameter H konstant bleiben?

Nein.

Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Ist damit der physikalische Denkfehler beseitigt?

Ja.

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi



Anmeldungsdatum: 09.10.2024
Beiträge: 46
Wohnort: Münster

Beitrag Ferdi Verfasst am: 01. Apr 2025 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die klaren Antworten. Und nun?
_________________
Albert Einstein: Wir können Probleme nicht lösen, indem wir dieselbe Art von Denken verwenden, mit der wir sie geschaffen haben.
Ferdi



Anmeldungsdatum: 09.10.2024
Beiträge: 46
Wohnort: Münster

Beitrag Ferdi Verfasst am: 01. Apr 2025 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Und nun?


Ich wage mich mal vor.

Die erste Friedmann Gleichung führt zu einem Widerspruch zu den Ergebnissen der Astronomie, nach denen der Hubble Parameter eine Konstante ist, während nach dieser Gleichung der Hubble Parameter nicht konstant sein kann.

Sind damit Friedmanns Ansatz und Rechnungen, deren Eleganz bei aller Kompliziertheit ich mit Vergnügen nachgerechnet habe, für die Katz?

_________________
Albert Einstein: Wir können Probleme nicht lösen, indem wir dieselbe Art von Denken verwenden, mit der wir sie geschaffen haben.
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 01. Apr 2025 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

https://de.wikipedia.org/wiki/Hubble-Konstante

Zitat:
Die Hubble-Konstante ...ist eine der fundamentalen Größen der Kosmologie. Sie beschreibt die gegenwärtige Rate der Expansion des Universums. In allgemeiner Form sollte der Begriff Hubble-Parameter verwendet werden, da er nur im Raum, jedoch nicht in der Zeit konstant ist, sondern sich mit der Zeit verändert. Der homogene Vorgang der Expansion wird als Hubble-Fluss oder Hubble Flow bezeichnet.

_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 01. Apr 2025 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Mittels





schreibt man die erste Friedmann-Gleichung in der Form



wobei H(t) und a(t) Funktionen der Zeit sind; der Index 0 bezieht sich auf die Werte der Größen heute.

Man könnte weitere, exotische Energieformen betrachten; ich schreibe das allgemein als



Wäre H zeitlich konstant, also



so folgt mittels Ableitung der rechten Seite, dass eine der beiden folgenden Gleichungen erfüllt sein muss:





Letzteres ist aber eine Polynomgleichung mit diskreten Nullstellen d.h. diskreten Lösungen für a, d.h. wieder



und somit



Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Die erste Friedmann Gleichung führt zu einem Widerspruch zu den Ergebnissen der Astronomie, nach denen der Hubble Parameter eine Konstante ist ...

Das ist falsch.

Nach den Friedmann-Gleichungen und den aus den Beobachtungsdaten gewonnen Werte für die Omegas gelten genau die obigen Gleichungen mit einem zeitabhängigen Hubble-Parameter H(a) und a(t).
Ferdi4
Gast





Beitrag Ferdi4 Verfasst am: 01. Apr 2025 18:27    Titel: Erste Friedmann-Gleichung Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:

Ferdi hat Folgendes geschrieben:
Die erste Friedmann Gleichung führt zu einem Widerspruch zu den Ergebnissen der Astronomie, nach denen der Hubble Parameter eine Konstante ist ...

Das ist falsch.

Nach den Friedmann-Gleichungen und den aus den Beobachtungsdaten gewonnen Werte für die Omegas gelten genau die obigen Gleichungen mit einem zeitabhängigen Hubble-Parameter H(a) und a(t).


Die Beobachtungen von Saul Perlmutter u. a. zeigen, dass der Hubble-Parameter nach seiner ursprünglichen Definition bis zu einer Rotverschiebung von etwa z=0,25 konstant ist. Zu diesem z gehört der Skalenfaktor a=0,8 und die Dichte war etwa halb so groß wie heute.

Nach der ersten Friedmann Gleichung muss eine Verdoppelung der Dichte einen deutlichen Einfluss auf den Hubble Parameter haben. Das ist aber nicht der Fall.
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 01. Apr 2025 19:49    Titel: Antworten mit Zitat

Du meinst MEASUREMENTS OF Ω AND Λ FROM 42 HIGH-REDSHIFT SUPERNOVAE?

GPT4.0
Zitat:

Im Paper “Measurements of Omega and Lambda from 42 High-Redshift Supernovae” von Perlmutter et al. (1998) wird nicht behauptet, dass der Hubble-Parameter bis zu einer Rotverschiebung von z≈0,25 konstant sei oder dass eine Verdopplung der Dichte keinen Einfluss auf den Hubble-Parameter habe. Im Gegenteil, das Paper zeigt deutlich, dass:

    - Der Hubble-Parameter sich mit der Zeit ändert – dies wird durch die gemessene beschleunigte Expansion des Universums belegt.

    - Kosmologische Modelle, die auf den Friedmann-Gleichungen basieren, können sehr wohl eine Abhängigkeit des Hubble-Parameters von der Dichte vorhersagen.

    - Die Daten signifikant nicht mit einem Modell ohne kosmologische Konstante (Λ=0) übereinstimmen, was nahelegt, dass sich die Expansionsrate verändert hat und nicht konstant ist.

_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
Ferdi5
Gast





Beitrag Ferdi5 Verfasst am: 01. Apr 2025 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Leider gelingt es mir nicht, mich einzuloggen. Deshalb kann ich auch nicht das Diagramm von Perlmutter u. a. von 1998 verlinken, aus dem eindeutig ablesbar ist, dass der Hubble-Parameter bis etwa z=0,25 konstant ist. Die Messpunkte liegen bis dahin mit geringen Abweichungen auf der Geraden. Erst bei z>0.25 beginnen sie nach oben auszuwandern. Dies ist die Grenze zwischen geringerer und größerer Expansion, dann (z<0,24) liegen die Messpunkte auf der Geraden, also mit konstantem Hubble-Parameter.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 02. Apr 2025 00:02    Titel: Antworten mit Zitat

Du musst dich nicht einloggen, es reicht, wenn du einen "verstümmelten" Link einstellst.

Ja, die Messpunkte liegen für kleine z näherungsweise auf einer Geraden. Aber nein, damit folgt für der Hubble-Parameter nicht



denn




Siehe dazu auch hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Deceleration_parameter
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 02. Apr 2025 06:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hier statt H(z) die für z=0 auf Eins normierte Funktion h(z) sowie die Ableitung h'(z) für Lambda-CDM mit typischen Werten für die Dichten. Wie man sieht ist






h.png
 Beschreibung:
 Dateigröße:  19.32 KB
 Angeschaut:  24313 mal

h.png



_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi7
Gast





Beitrag Ferdi7 Verfasst am: 04. Apr 2025 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Robert Kirshner hat 2003 in einem PNAS-Artikel "Hubble's diagram and cosmic expanasion" ein Hubble Diagramm (fig.3) gezeigt, in dem die Messpunkte bis zu einer Geschwindigkeit von 40000km/s (z=0,17) mit geringen Abweichungen auf einer Geraden liegen.

Bei z=0,17 ist die Dichte rund 60% größer als zur heutigen Epoche. Nach der ersten Friedmann Gleichung müsste diese Dichteänderung einen merkbaren Einfluss auf den Hubble Parameter haben. Das ist aber nicht der Fall.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 04. Apr 2025 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe dein Problem nicht. Was ist die Frage zu dem Diagramm? Ist dir klar, dass nicht H sondern v aufgetragen ist?
Ferdi8
Gast





Beitrag Ferdi8 Verfasst am: 04. Apr 2025 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist v (die Rezessionsgeschwindigkeit) gegen D (Distanz) aufgetragen, so wie es vor hundert Jahren schon Hubble gemacht hat. Und seitdem wird die Steigung der Geraden die Hubble Konstante H0 genannt.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 04. Apr 2025 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wollte nur klarstellen, dass es unterschiedliche Darstellungen gibt.

Wo liegt dein Problem?

In diesem Bereich passen die Daten und die nach dem Lambda-CDM-Modell berechnete Kurve zusammen; sie sehen allesamt so aus wie meine Graphik oben. Alle Veröffentlichungen, die ich mir anschaue, liefern die selben Graphiken und bis auf Details die selben Fits.

Z.B. hier

https://www.researchgate.net/figure/The-best-fit-plot-of-the-Hubble-parameter-versus-redshift-for-the-Hubble-dataset-red_fig1_374269694

Also wo liegt das Problem? Was ist die Frage? Erklärst du's mir?

Zitat:
Nach der ersten Friedmann Gleichung muss eine Verdoppelung der Dichte einen deutlichen Einfluss auf den Hubble Parameter haben.

Was meinst du mit, "muss eine Verdoppelung der Dichte einen deutlichen Einfluss auf den Hubble Parameter haben"?

Wie Hubble-Parameter und Dichten zusammenhängen, steht in der Friedmann-Gleichung. Die habe ich oben nochmal hingeschrieben und daraus die Graphik generiert. Was passt an dieser Graphik nicht?



IMG_7648.png
 Beschreibung:

Download
 Dateiname:  IMG_7648.png
 Dateigröße:  41.96 KB
 Heruntergeladen:  66 mal


_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 08. Apr 2025 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi7 hat Folgendes geschrieben:
Bei z=0,17 ist die Dichte rund 60% größer als zur heutigen Epoche. Nach der ersten Friedmann Gleichung müsste diese Dichteänderung einen merkbaren Einfluss auf den Hubble Parameter haben. Das ist aber nicht der Fall.

Hier nochmal die konkreten Berechnungen zum Lambda-CDM-Modell, basierend auf den Planck-Daten (andere Parameterwerte ändern nur irrelevante Details).

Geplottet sind

1) der Zusammenhang zwischen Skalenfaktor a und Rotverschiebung z, beide als Maß für die kosmische Zeit t; z = -1100 entspräche der CMB, z = 0 entspricht "heute", z = -1 der unendlich fernen Zukunft. Die Zeit t verläuft sozusagen von rechts nach links in Pfeilrichtung.

2) der Zusammenhang zwischen Rotverschiebung z und Hubble-Parameter H(z); man erkennt, dass der Hubble-Parameter mit z zu- d.h. mit t abnimmt, jedoch immer positiv ist.

3) der Zusammenhang zwischen Rotverschiebung z und Deceleration-Parameter q(z); dabei ist





Der Vorzeichenwechsel von q > 0 zu q < 0 signalisiert den Übergang von verzögerter hin zu beschleunigter Expansion. Am Verlauf von H(z) erkennt man das nicht unmittelbar, an dem von q(z) jedoch sehr deutlich.

(für verschwindende kosmologische Konstante wäre q immer positiv, d.h. die Expansion immer verzögert)



z_a.png
 Beschreibung:
 Dateigröße:  19.03 KB
 Angeschaut:  24131 mal

z_a.png



z_H.png
 Beschreibung:
 Dateigröße:  23.25 KB
 Angeschaut:  24131 mal

z_H.png



z_q.png
 Beschreibung:
 Dateigröße:  22.33 KB
 Angeschaut:  24131 mal

z_q.png



_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi9
Gast





Beitrag Ferdi9 Verfasst am: 09. Apr 2025 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht es nur um den Bereich des Hubble Diagramms von v=0 bis v=40000km/s, der in fig.3 des erwähnten PNAS Artikels dargestellt ist. Darin liegen die Messpunkte mit sehr geringen Abweichungen auf einer Geraden mit der Steigung dv/dD=60,8 km /(s Mpc)=2*10^(-1Rock /s. Das ist der Hubble Parameter H_0 für dieses Diagramm.

Der Grenze dieses Bereichs von v=40000km/s entspricht die Rotverschiebung z=0,17. Deine Kurven gehen weit über diesen Bereich hinaus, für den Bereich bis z=0,17 sind sie wenig hilfreich.

TomS hat Folgendes geschrieben:
Also wo liegt das Problem? Was ist die Frage? Erklärst du's mir?


Nach der ersten Friedmann Gleichung gilt für den Hubble Parameter



Man kann inswehr guter Näherung setzen



Damit erhält man



Wie schon oben beschrieben gehört zu z=0,17 das 1,63-fache der heutigen Dichte.



Mit der heutigen Dichte von 4,7*10^-27 kg/m^3 erhält man



Das ist eine Änderung des Hubble Parameters im Verlauf des Diagramms, die auf jeden Fall erkennbar sein müsste. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 09. Apr 2025 16:33    Titel: Antworten mit Zitat

Deine Näherung ist insgs. zu ungenau oder an irgendeiner Stelle falsch; evtl. hast du einen Faktor 1/2 vergessen. Ich erhalte eine Differenz von ~ 0.09 H_0.

Die erste Ordnung der Taylornäherung lautet



Das liefert zunächst



Dabei verwende ich, dass für z=0 die Summe über die Dichten Omega exakt Eins ergibt.

Für die verbleibende Summe gilt



3 ist der Exponent für die Materiedichte; für Lambda ist der Exponent Null; Krümmung und Strahlung tragen nicht bei.

Damit erhalte ich



Für den Korrekturterm in der Klammer folgt mit z=0.17 ein Wert von ~ 0.08, also etwas kleiner als der o.g. Wert von 0.09.

Dabei ist diese Rechnung mit der numerischen Auswertung, d.h. Zoomen in die Diagramme hinein, konsistent.



z_zoom.png
 Beschreibung:
 Dateigröße:  28.39 KB
 Angeschaut:  24052 mal

z_zoom.png



_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdsi10
Gast





Beitrag Ferdsi10 Verfasst am: 09. Apr 2025 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Deine Näherung ist insgs. zu ungenau

Meine einzige Näherung ist



und daran ist wohl kaum etwas auszusetzen. Ansonsten ist alles stinknormale Schulalgebra bis zur vorletzten Gleichung ohne jede Näherung. Bleibt eventuell noch die Schlussrechnung.



Und das ist nach Adam Riese



Wo fehlt hier ein Faktor 2?
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 09. Apr 2025 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdsi10 hat Folgendes geschrieben:
Wo fehlt hier ein Faktor 2?

Das sehe ich noch nicht, ich sehe nur, dass er fehlt – siehe meine beiden voneinander unabhängigen Rechnungen.

Dritte Methode:

https://astro.uchicago.edu/~gnedin/cc/

Omega_matter = 0.31
Omega_Lambda = 0.69
H_0 = 70
H(z = 0.17) = 76.25 ~ 1.09 • 70

Analog:

https://colossus.astro.umd.edu/
https://light-cone-calc.github.io/

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 09. Apr 2025 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal mit deiner Näherung



Für die rechte Seite folgt



mit z = 0.17 und (1+z)³ = 1.6 sowie der Materie-Dichte von ca. 0.3 folgt wieder



In deiner o.g. Näherung steckt der Fehler also nicht.

Du hast in deinem früheren Beitrag hier aber 0.2 stehen; das passt nicht.
Ferdi11
Gast





Beitrag Ferdi11 Verfasst am: 10. Apr 2025 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
In deiner o.g. Näherung steckt der Fehler also nicht.

Wenn die Gleichung also stimmt, sollte man vielleicht doch ohne Näherung weiter rechnen?!

TomS hat Folgendes geschrieben:
Du hast in deinem früheren Beitrag hier aber 0.2 stehen; das passt nicht.
Nein, habe ich nicht.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 10. Apr 2025 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi11 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
In deiner o.g. Näherung steckt der Fehler also nicht.

Wenn die Gleichung also stimmt, sollte man vielleicht doch ohne Näherung weiter rechnen?!

Ich sehe immer noch kein Problem, außer dem Faktor 0.2.

Ferdi11 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Du hast in deinem früheren Beitrag hier aber 0.2 stehen; das passt nicht.
Nein, habe ich nicht.

Doch, hast du schon:
Ferdi9 hat Folgendes geschrieben:
Mit der heutigen Dichte von 4,7*10^-27 kg/m^3 erhält man



Das ist eine Änderung des Hubble Parameters im Verlauf des Diagramms, die auf jeden Fall erkennbar sein müsste. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.

Da steht 0,2.

Also nochmal: Außer diesem Faktor sehe ich kein Problem. Kurven und Berechnungen stimmen nach mehrfacher und unabhängiger Prüfung überein.
Ferdi12
Gast





Beitrag Ferdi12 Verfasst am: 10. Apr 2025 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi11 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Du hast in deinem früheren Beitrag hier aber 0.2 stehen; das passt nicht.
Nein, habe ich nicht.

Entschuldige, mein Fehler.

Mein Ergebnis war mal 0,43*10^{-18}s^{-1} und mal gerundet 0,2 H_0.
Wegen H_0=2*10^{-18}s^{-1} ist das aber dasselbe Ergebnis.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 10. Apr 2025 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.

Wenn deine Rechnung 0.2 • H_0 liefert, ist sie falsch.

Was genau liefert deine Rechnung? Und hast du jetzt noch ein Verständnisproblem?

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi13
Gast





Beitrag Ferdi13 Verfasst am: 10. Apr 2025 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Nochmal mit deiner Näherung



In deiner o.g. Näherung steckt der Fehler also nicht.
Gut. nun ist



Also



Nun kannst Du H_0=2*10^{-18}/s, rho=1,63 rho_0 und rho_0=4,7*10^{-27}kg/m^3 einsetzen und H-H_0 einfach ausrechnen. Weitere Theorien, Reihenentwicklungen und theoretische Kurven sind hier völlig überflüssig.

Du fragst ständig, ob ich etwas nicht verstehe, und behauptest, meine Ergebnisse seien falsch. Könnte es vielleicht eher anders herum sein?
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 10. Apr 2025 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi13 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nochmal mit deiner Näherung



In deiner o.g. Näherung steckt der Fehler also nicht.
Gut. nun ist



Also



Nun kannst Du H_0=2*10^{-18}/s, rho=1,63 rho_0 und rho_0=4,7*10^{-27}kg/m^3 einsetzen und H-H_0 einfach ausrechnen. Weitere Theorien, Reihenentwicklungen und theoretische Kurven sind hier völlig überflüssig.

Du fragst ständig, ob ich etwas nicht verstehe, und behauptest, meine Ergebnisse seien falsch. Könnte es vielleicht eher anders herum sein?

Ich behaupte nicht einfach, dass deine Ergebnisse falsch sind. Ich habe mittels verschiedener unabhängiger Wege gezeigt, dass dein Faktor 0.2 falsch ist.

Stimmst du mir da zu?

Was erwartest du? Soll ich deine Zahlen, für die du deine Quellen nennst, auf innere Konsistenz prüfen, darin einen Fehler finden ... ?
Ferdi15
Gast





Beitrag Ferdi15 Verfasst am: 10. Apr 2025 20:53    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Was erwartest du?
Mich interessiert zunächst mal nur, ob jemand in meinen Rechnungen ausgehend von der ersten Friedmann Gleichung einen Fehler findet oder mir erklärt, dass die drei Daten, die ich nutze, falsch sind. Ob und warum Dein Ergebnis meinem widerspricht, ist erst mal uninteressant, darüber kann man später reden. Ich mag ein Pferd nicht von hinten aufzäumen.
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 10. Apr 2025 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi15 hat Folgendes geschrieben:
Mich interessiert zunächst mal nur, ob jemand in meinen Rechnungen ausgehend von der ersten Friedmann Gleichung einen Fehler findet...


Nein, nicht jemand aber möglicherweise GPTo3-mini-high mit direkter Auswertung dieses Threads.

https://chatgpt.com/share/67f81878-ca5c-800e-8d50-4dfdb338cd9c

_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 10. Apr 2025 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann die Kritik der KI nicht nachvollziehen.
_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 10. Apr 2025 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Die Antwort, direkt an dich: https://chatgpt.com/share/67f81878-ca5c-800e-8d50-4dfdb338cd9c
_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
Ferdi16
Gast





Beitrag Ferdi16 Verfasst am: 10. Apr 2025 22:34    Titel: Antworten mit Zitat

antaris hat Folgendes geschrieben:
Nein, nicht jemand aber möglicherweise GPTo3-mini-high mit direkter Auswertung dieses Threads.

Sehr interessant, z.B.

Zitat:Er [Ferdi] argumentiert, dass – da bei der Expansion des Universums das Produkt .... offenbar um einen Faktor von etwa 10^60 abgenommen habe
Zitat Ende

Zitat: Seine [Ferdis] fehlerhafte Aussage lautet (wörtlich zitiert aus seinem Beitrag): „[...] deshalb muss 1/Ω -1≈(1−Ω)/Ω um den gleichen Faktor zugenommen haben.“
Zitat Ende

Mehr dazu zu sagen ist wohl überflüssig.
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 10. Apr 2025 22:45    Titel: Antworten mit Zitat

@Ferdi16 –

Ich habe jetzt mehrfach versucht, zu verstehen, wo du einen Fehler siehst; es gelingt mir nicht.

Schreibe bitte zwei Rechnungen hin, jeweils mit dem Urheber (du, ich, andere Quelle …), Annahmen (Formeln, Werte), kurze Berechnung und Ergebnis (Werte). Und dann zeige mir konkret, dass für ein und die selbe Größe zwei verschiedene Werte folgen.

Ich helfe gerne, aber du musst bitte konkreter werden.

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi17
Gast





Beitrag Ferdi17 Verfasst am: 11. Apr 2025 14:01    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich helfe gerne, aber du musst bitte konkreter werden.

Konkret: Gibt es Einwände dagegen, dass
1. im Hubble Diagramm in fig.3 (PNAS Artikel) der Hubble Parameter H_=2*10^{-18}/s ist?
2. zur Rezessionsgeschwindigkeit v=40000km/s die Rotverschiebung z=0,17 gehört?
3. zu z=0,17 der Skalenfaktor a=0,85 gehört?
4. die Dichte Rho(z=0,17) gleich rho_0/a^3 =1,63 rho_0 ist?
5. die Dichte der baryonischen Masse in der heutigen Epoche auf rho_0=4,7+^10^{-27}kg/ m^3 geschätzt wird?
6. bei z<0,2 gilt
antaris



Anmeldungsdatum: 12.12.2022
Beiträge: 1383
Wohnort: In einem chaotischen Universum

Beitrag antaris Verfasst am: 11. Apr 2025 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi17 hat Folgendes geschrieben:
Konkret: Gibt es Einwände...


GPT4.5 hat 2 Einwände gefunden. Der obige Link ist mit deiner Liste aktualisiert.

_________________
Hinterfrage alles! Warum?
🕉☮♾
TomS
Moderator


Anmeldungsdatum: 20.03.2009
Beiträge: 21442

Beitrag TomS Verfasst am: 11. Apr 2025 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ferdi17 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich helfe gerne, aber du musst bitte konkreter werden.

Konkret: Gibt es Einwände dagegen, dass
1. im Hubble Diagramm in fig.3 (PNAS Artikel) der Hubble Parameter H_=2*10^{-18}/s ist?
2. zur Rezessionsgeschwindigkeit v=40000km/s die Rotverschiebung z=0,17 gehört?
3. zu z=0,17 der Skalenfaktor a=0,85 gehört?
4. die Dichte Rho(z=0,17) gleich rho_0/a^3 =1,63 rho_0 ist?
5. die Dichte der baryonischen Masse in der heutigen Epoche auf rho_0=4,7+^10^{-27}kg/ m^3 geschätzt wird?
6. bei z<0,2 gilt

Ich tu dir den Gefallen und suche konsistente Datensätze

Du beziehst dich auf
https://www.physics.rutgers.edu/~jackph/2012f/kirshner.pdf

zu 1.: der Wert zu Fig. 3 wird im Artikel nicht eindeutig genannt; 70 [konv. Einheiten] entspr. laut Fußnote 2.27 • 10^(-18) / s; der im Artikel genannte Wert von 72 entspr. 2.33 • 10^(-18) / s; dein Wert wäre dann um ca. 20 % falsch

zu 3.: 0.8547
zu 4.: 1.6016
zu 5.: wieso nur baryonisch? in unsere Berechnungen geht die gesamte Massendichte ein
zu 6.: mit einem kleinen Fehler – s.o. mein Diagramm

zu 2.: meinst du recessional velocity



wobei D für die proper distance steht, oder redshift velocity



– d.h. als die Geschwindigkeit, die dieselbe Rotverschiebung z erzeugen würde, wenn diese durch den kinematischen Dopplereffekt verursacht wäre, und wenn nicht-relativistisch gerechnet werden dürfte – was i.A. in die Irre führt

für z = 0.17 folgt cz = 51000 km/s; dein Wert 40000 km/s wäre als um 20% falsch

_________________
Niels Bohr brainwashed a whole generation of theorists into thinking that the job (interpreting quantum theory) was done 50 years ago.
Ferdi18
Gast





Beitrag Ferdi18 Verfasst am: 13. Apr 2025 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich tu dir den Gefallen und suche konsistente Datensätze
Dafür erst einmal herzlichen Dank.

TomS hat Folgendes geschrieben:
zu 1.: der Wert zu Fig. 3 wird im Artikel nicht eindeutig genannt; 70 [konv. Einheiten] entspr. laut Fußnote 2.27 • 10^(-1Rock / s; der im Artikel genannte Wert von 72 entspr. 2.33 • 10^(-1Rock / s; dein Wert wäre dann um ca. 20 % falsch


Du hast recht. Ich war anfangs von einem Diagramm ausgegangen, bei dem die Messpunkte bis z=0,17 auf einer Geraden lagen. Dann merkte ich, dass die z-Skala logarithmisch war. Ich fand das Diagramm Fig. 3, vergas aber z=0,17 entsprechend zu ersetzen.

Tatsächlich ist aber das Diagramm (fig.3 von Kirshner) auch nicht recht brauchbar, weil offenbar die Distanz Skala nicht stimmt, sodass der Wert für H_o zu klein wird.

Ich habe nun ein anderes Hubble Diagramm gefunden (fig.1 im Artikel von Esben-Budtz-Jorgensen im researchgate) mit H_0=2,3 *10^{-18}/s. Daraus entnehme ich v=33000km/s, z=0,117 und rho=1,39 rho(t_0). Das Ergebnis ist



Das sind jetzt 14% Abweichung der Geraden im Verlauf des Diagramms.
Neue Frage »
Antworten »
    Foren-Übersicht -> Astronomie