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"Verbraucht" eine Steckdose immer Energie?
 
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Aaron1606



Anmeldungsdatum: 03.03.2021
Beiträge: 4

Beitrag Aaron1606 Verfasst am: 30. Okt 2022 12:21    Titel: "Verbraucht" eine Steckdose immer Energie? Antworten mit Zitat

Meine Frage:
Hallo,

ich habe mich heute gefragt, ob eine Steckdose eigentlich immer Energie "verbraucht" (ja ich weiß, Energie wird nicht verbraucht, sondern nur umgewandelt =D)

Wie komme ich darauf?

Ein kontaktloser Spannungsprüfer funktioniert ja, indem er eine Wechselspannung, bzw. ein Wechselfeld registriert.
Hält man ihn in die Nähe einer Steckdose, zeigt dieser auch an, dass dort eine Spannung anliegt (zum Glück).
Das bedeutet ja, dass die Spannung dort ununterbrochen, 50 mal in der Sekunde wechselt, selbst wenn diese gar nicht benötigt wird.
Natürlich gibt es keinen Stromfluss (oder vielleicht doch durch Induktion?), aber dieses ständige Wechseln und aufrechterhalten des Wechselfeldes, muss doch auch Energie benötigen oder nicht?
Warum dreht sich der Stromzähler, der ja mehr ein Energiezähler ist (er misst ja in kWh), dann nicht auch, wenn eigentlich nichts angeschlossen ist?

Wäre echt dankbar, wenn mir jemand diese Frage beantworten kann. Ist bestimmt eine ziemlich triviale Antwort, aber ich stehe gerade auf dem Schlauch Big Laugh


Meine Ideen:
Eigene Ideen habe ich eigentlich wenige, außer, dass die Energieversorger diese Energie nicht zählen und nicht in Rechnung stellen.
Oder es benötigt keine Energie, aber dann verstehe ich nicht warum.
ML



Anmeldungsdatum: 17.04.2013
Beiträge: 3083

Beitrag ML Verfasst am: 30. Okt 2022 13:18    Titel: Re: "Verbraucht" eine Steckdose immer Energie? Antworten mit Zitat

Hallo,

Aaron1606 hat Folgendes geschrieben:

Das bedeutet ja, dass die Spannung dort ununterbrochen, 50 mal in der Sekunde wechselt, selbst wenn diese gar nicht benötigt wird.
Natürlich gibt es keinen Stromfluss (oder vielleicht doch durch Induktion?),

aber dieses ständige Wechseln und aufrechterhalten des Wechselfeldes, muss doch auch Energie benötigen oder nicht?

Angenommen, Du würdest an die Steckdose einen Kondensator mit großer Kapazität anschließen, würde dieser sich ständig mit Energie aufladen (U --> +/- Umax) und entladen (U=0).

Bei idealer Betrachtung (widerstandslose Leitungen) würde das keine Energie kosten, aber das Netz müsste ständig Energie liefern und wieder abnehmen und -- wenn die Ströme nennenswerte Größen annähmen -- die Leitungen und Transformatoren für die höheren Ströme auslegen.

Im Prinzip gibt es diese Art von Strömen (man spricht von Blindströmen) auch bei einer im Leerlauf betriebenen Steckdose, da die Leitungen gegenüber der Erde einen Kondensator bilden. Energetisch relevant ist das bei unbenutzten Steckdosen aber nicht ansatzweise. Auch der Spannungsprüfer verursacht m. E. solche (winzigen) Blindströme.

In der Industrie spielen Blindströme hingegen eine relevante Rolle. Allerdings sind es hier typischerweise die induktiven Blindströme (verursacht durch Wicklungen in Motoren) und nicht die kapazitiven Blindströme (verursacht durch Kondensatoren), die Kosten verusachen. Industrieverbraucher müssen durchaus auch für einen derartigen Hin- und Hertransport von Energie und die erforderliche Auslegung des Netzes zahlen bzw. werden verpflichtet, das Verhältnis von Blindleistung zu Wirkleistung unter einen bestimmten Prozentsatz zu drücken.

Wenn Dich genaueres interessiert, schau mal unter dem Stichwort "Blindleistungskompensation" nach.


Viele Grüße
Michael
Aaron1606



Anmeldungsdatum: 03.03.2021
Beiträge: 4

Beitrag Aaron1606 Verfasst am: 30. Okt 2022 20:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ahh, vielen vielen Dank, die Erläuterung mit dem Kondensator war sehr einleuchtend, wieder was gelernt. Werde mich da mal weiter reinlesen Thumbs up!
Viele Grüße
Aaron
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