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"Elektrosmog", Strahlung und Felder
 
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Ascareth



Anmeldungsdatum: 11.11.2010
Beiträge: 203

Beitrag Ascareth Verfasst am: 05. März 2020 10:53    Titel: "Elektrosmog", Strahlung und Felder Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

was auch immer dieser Begriff "Elektrosmog" bedeuten soll, jedenfalls wird dieser oft im Zusammenhang mit Strahlung, also unterschiedlichen Formen von Strahlung benutzt. Ein bisschen mehr Klarheit dazu, was dieser Begriff sinnvoller Weise - also aus physikalischer Sicht - bedeuten könnte, wäre für mich interessant.

Soweit mir bekannt wird der Begriff "Elektrosmog" immer nur im Zusammenhang mit bestimmten (oft gesundheitsschädlichen) Wirkungen auf den menschlichen Organismus aber auch Organismen im Allgemeinen benutzt. Dabei findet aus meiner Sicht ein Fehlschluss statt, wenn man folgendes Behauptet: Das elektrostatische Feld einer Steckdose ist die Ursache für eine Strahlung mit einer Wellenlänge von 6km, die eine biologische Wirkung entfalten kann.

Ich sehe das so: Ein elektrostatisches Feld (wenn man in diesem Fall überhaupt davon sprechen kann) kann keine biologische Wirkung entfalten. Oder die Frage: Wie stark müsste ein geeigneter Plattenkondensators sein, damit einen Menschen, der zwischen den Platten steht (muss ja riesig sein dann), tatsächlich ein Effekt messbar ist? Dann wäre es doch aber immer noch eine Übertragung zwischen physikalischen Größen auf chemische Größen auf biologische Größen, also eine Vermittlungswirkung, die auch erst einmal kausal nachgewiesen werden müsste?

Ich bin mir diesbezüglich unsicher, was man überhaupt schon unter den Begriffen Strahlung und Feld versteht. Im Fall der Bedeutung von "Elektrosmog" bin ich mir erst recht unsicher.

Mein Ansatz zur Strahlung: Strahlung ist jede Form von einer physikalischen Größe, die Welle-Teilchen-Verhalten zeigt. Dazu müsste dann auch Schall, sicher aber elektro-magnetische Strahlung, Röntgenstrahlung und Wärmestrahlung zählen? Konkrete Frage: Ist Röntgenstrahlung und Wärmestrahlung eigentlich elektro-magnetische Strahlung, nur von unterschiedlicher Wellenlänge? Wenn ich mich recht erinnere, dann ist beispielsweise Sonnenlicht(Strahlung) immer anteilig auch Röntgenstrahlung, Wärmestrahlung aber Radiostrahlung. Sind das also alles elektromagnetische Strahlungen nur unterschiedlicher Wellenlängen?

Oder anders gefragt: Welche Strahlungen und Felder muss man eigentlich unterscheiden? Und wie?

Gruß, Asca
Frankx



Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 755

Beitrag Frankx Verfasst am: 05. März 2020 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dabei findet aus meiner Sicht ein Fehlschluss statt, wenn man folgendes Behauptet: Das elektrostatische Feld einer Steckdose ist die Ursache für eine Strahlung mit einer Wellenlänge von 6km, die eine biologische Wirkung entfalten kann.


Ein elektrostatisches Feld hat keine Wellenlänge, da es per Definition statisch ist.

Du meinst elektromagnetische (Wechsel-)Felder, bzw. elektromagnetische Wellen. Die niederfrequenten Bereiche der EM-Wellen sind jene, unter denen meist Elektrosmog verstanden wird (siehe auch weiter unten).

Für 50Hz an der Steckdose ergibt sich eine Wellenlänge von 6000km

Zitat:
Ich sehe das so: Ein elektrostatisches Feld (wenn man in diesem Fall überhaupt davon sprechen kann) kann keine biologische Wirkung entfalten.

Jedes statische oder dynamische Feld kann biologische Wirkung entfalten. Die Frage ist nur, wie stark ist die Wirkung, ist sie relevant und ist sie mit unseren heutigen Mitteln nachweisbar. Daran scheiden sich derzeit die Geister.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten, abgesehen von bestimmten Erwärmungen, für Handystrahlung und den üblichen 50Hz-Elektrosmog keine relevante akute Wirkung nachweisen. Langzeitwirkungen sind noch schwerer nachweisbar.

Allerdings gelten bestimmte Strahlungsbereiche (Mikrowelle, UV-Strahlung, Röntgenstrahlung,...) ab gewissen Dosen als Risikofaktor für Krebs (siehe auch weiter unten).


Zitat:
Mein Ansatz zur Strahlung: Strahlung ist jede Form von einer physikalischen Größe, die Welle-Teilchen-Verhalten zeigt. Dazu müsste dann auch Schall, sicher aber elektro-magnetische Strahlung, Röntgenstrahlung und Wärmestrahlung zählen? Konkrete Frage: Ist Röntgenstrahlung und Wärmestrahlung eigentlich elektro-magnetische Strahlung, nur von unterschiedlicher Wellenlänge? Wenn ich mich recht erinnere, dann ist beispielsweise Sonnenlicht(Strahlung) immer anteilig auch Röntgenstrahlung, Wärmestrahlung aber Radiostrahlung. Sind das also alles elektromagnetische Strahlungen nur unterschiedlicher Wellenlängen?



Schall ist zumindest keine elektromagnetische Welle und zählt demnach nicht zum Elektrosmog.

Die höherfrequenten Bereiche der EM-Strahlung (sichtbares Licht, Röntgenstahlung, ...) werden normalerweise auch nicht zum Elektrosmog gezählt, sondern gegebenenfalls separat behandelt.

Wenn man über Elektrosmog diskutiert, sollte also vorher der interessierende EM-Wellenbereich spezifiziert und eingegrenzt werden, da sonst Aussagen wie "schädlich" beliebig werden.

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Ascareth



Anmeldungsdatum: 11.11.2010
Beiträge: 203

Beitrag Ascareth Verfasst am: 18. Apr 2020 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

Frankx hat Folgendes geschrieben:

Jedes statische oder dynamische Feld kann biologische Wirkung entfalten. Die Frage ist nur, wie stark ist die Wirkung, ist sie relevant und ist sie mit unseren heutigen Mitteln nachweisbar. Daran scheiden sich derzeit die Geister.


Die von diesen Geistern angenommene Wirkung ist doch aber offenbar nicht mit unseren heutigen Mitteln nachweisbar, sonst könnte man sie doch einfach messen und darüber bestimmen, ob sie relevant ist (einen biologischen Effekt erwirken kann), für eine initial oder verstärkende Wirkung bei Krankheiten des menschlichen Organismus.

Diese Debatte über EM-Smog scheint mir dort ihren Ausgangspunkt zu nehmen, wo man, aus meiner Sicht hoch spekulativ, annimmt, dass, weil es EM-Wellen gibt, die einen relevanten Effekt auf Organismen erwirken und dieser Effekt auch nachweislich wie im Fall von Röntgenstrahlung (piko-Bereich), einen schädlichen Effekt auf Organismen nimmt, dieser Effekt sich auch bei EM-Wellen höherer Wellenlängen ergeben könnte.

Frankx hat Folgendes geschrieben:

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten, abgesehen von bestimmten Erwärmungen, für Handystrahlung und den üblichen 50Hz-Elektrosmog keine relevante akute Wirkung nachweisen. Langzeitwirkungen sind noch schwerer nachweisbar.


Wenn wir hier von Erwärmung sprechen. Wie wird diese gemessen? Über minimale Teilchenbewegung mit Lasern oder ähnlichem? Wohl kaum mit einem herkömmlichen Thermometer?

Frankx hat Folgendes geschrieben:

Für 50Hz an der Steckdose ergibt sich eine Wellenlänge von 6000km

[...]

Wenn man über Elektrosmog diskutiert, sollte also vorher der interessierende EM-Wellenbereich spezifiziert und eingegrenzt werden, da sonst Aussagen wie "schädlich" beliebig werden.
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Der interessierende EM-Wellenbereich schein mir notwendiger Weise an diese Bereiche geknüpft zu werden, welche nicht als schon bekannter Maßen schadenverursachend an Organismen bekannt sind. Und für diese Bereiche, besonders für die sehr langwelligen Bereiche scheint mir die Annahme, dass von dort aus eine Schadensverursachung an Organismen eintreten kann, hoch spekulativ zu sein.
Frankx



Anmeldungsdatum: 04.03.2015
Beiträge: 755

Beitrag Frankx Verfasst am: 20. Apr 2020 09:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und für diese Bereiche, besonders für die sehr langwelligen Bereiche scheint mir die Annahme, dass von dort aus eine Schadensverursachung an Organismen eintreten kann, hoch spekulativ zu sein.


Spekulativ mag das sein, aber nicht unmöglich. Auch an anderen Stellen hat sich erst nach langer Zeit die Schädlichkeit bestimmter physikalischer Phänomene oder auch bestimmter chemischer Stoffe erwiesen, weil Schäden teilweise erst viel später und nur mit statistischen Methoden festgestellt wurden. Im Zweifelsfall ist also durchaus etwas Vorsicht angebracht.

Das EM-Spektrum ist kontinuierlich und die Abgrenzung kurzwellig-langwellig ist menschengemacht. Warum sollte die Natur hier klare Grenzen bei der Schädlichkeit ziehen?

Wie so oft gilt: " Die Dosis macht das Gift."

Sicher fällt man nicht gleich tot um, wenn man im Haus eine 220V-Steckdose installieren lässt, solange man nicht unqualifiziert dran rumfummelt.


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