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Woher weiß eine Batterie wieviel Leistung sie liefern soll?
 
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Physinetz



Anmeldungsdatum: 20.09.2006
Beiträge: 327

Beitrag Physinetz Verfasst am: 26. Sep 2024 16:23    Titel: Woher weiß eine Batterie wieviel Leistung sie liefern soll? Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe von Elektrotechnik wenig Ahnung und konnte leider auch im WWW nichts dazu finden, vermutlich weil ich die richtige Fragestellung schlecht formulieren kann.

Angenommen ich habe einen Staubsauger, der hat 5 verschiedene Regelstufen und kann auf 1 bis 5 kW betrieben werden.

Weitere Annahme: Ich habe eine Batterie, die den Staubsauger mit Strom versorgt.

Nach meinen Recherchen arbeiten Batterien üblicherweise mit Gleichstrom mit konstanter Spannung.

Was passiert denn jetzt und was für eine "Einheit" regelt es, dass ich jetzt am Staubsauger auf Stufe 5 (5kW) drehen kann, und 5 kW Leistung aus der Batterie gezogen werden? Andererseits wenn ich auf Stufe 1 (1kW) stelle, die Leistung gemindert wird.

Was ändert sich dann im Staubsauger wenn ich auf Stufe 5 stelle? Dadurch muss der Staubsauger mit mehr Leistung P=U*I durchströmt werden. Woher weiß nun die Batterie, dass Sie mehr Leistung bereitstellen muss und wie wird das realisiert? Gleiches gilt: Was passiert wenn ich auf Stufe 1 Stelle, dann müsste ja die Batterie weniger Leistung also Stromstärke oder Spannung bereitstellen?

Ich vermute die Spannung der Batterie bleibt gleich, d.h. es muss die Batterie irgendein Signal erreichen, mehr oder weniger Strom(stärke) bereit zu stellen? Das "Signal" kommt vermutlich dadurch, dass ich am Staubsauger durch einen Drehregler einen anderen Widerstand setze? Aber was passiert dadurch genau? Wieso dreht sich z.B. dadurch auch das Gebläse des Saugers schneller?

Vielen Dank für Eure Tipps
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 13.01.2012
Beiträge: 7460

Beitrag Steffen Bühler Verfasst am: 26. Sep 2024 17:38    Titel: Antworten mit Zitat

Nehmen wir mal wieder das gute alte Wassermodell, das passt hier ganz gut.

Du hast also einen Wasserhahn, den Du voll aufdrehen kannst, dann fließen vielleicht 10 Liter pro Minute raus. Oder nur ein bisschen, dann sind es ein Liter pro Minute.

Die Liter entsprechen der elektrischen Ladung, die Ausflussgeschwindigkeit somit der Stromstärke. Der Wasserhahn hat - wie die Batterie - keine Ahnung, wie schnell Du zapfst, er gibt her, was er kann. Die Stellung des Hahnventils entspricht hier dann dem elektrischen Widerstand, ganz zu ist unendlich, ganz auf ist der kleinste Widerstand.

Nun kannst Du das gezapfte Wasser auf ein Wasserrad lenken, dann wird sich das, je nach Ausflussgeschwindigkeit, schneller oder langsamer drehen. Wie eben Dein Staubsaugermotor.

Viele Grüße
Steffen
blue
Gast





Beitrag blue Verfasst am: 26. Sep 2024 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

de.wikipedia.org/wiki/Thyristor
Physinetz



Anmeldungsdatum: 20.09.2006
Beiträge: 327

Beitrag Physinetz Verfasst am: 02. Okt 2024 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Steffen Bühler hat Folgendes geschrieben:
Nehmen wir mal wieder das gute alte Wassermodell, das passt hier ganz gut.

Du hast also einen Wasserhahn, den Du voll aufdrehen kannst, dann fließen vielleicht 10 Liter pro Minute raus. Oder nur ein bisschen, dann sind es ein Liter pro Minute.


Hallo Steffen,

Danke für deine Antwort. Du vergleichst es also mit einem Wasserstrom (=Massenstrom) mit der Einheit Liter/Minute.

Bezogen auf einen Wasserschlauch (d.h. der Querschnitt bleibt gleich) bedeuten 1 Liter pro Minute eine geringere Fließgeschwindigkeit als 10 Liter pro Minute.

Das heißt also, dass die Stromstärke (bei 1 Liter pro Minute) geringer ist als die Stromstärke bei 10 Litern pro Minute.

Wenn Sie die Stromstärke durch den Widerstand ändert, dann müsste die Spannung aus der Batterie (vornehmlich) konstant bleiben und die Stromstärke der Batterie kann sich ändern (bis zu einem maximalen Wert, was der maximalen Leistung der Batterie entspricht).

Erst mal so weit ... damit ich das verstehe. Danke Steffen!
Steffen Bühler
Moderator


Anmeldungsdatum: 13.01.2012
Beiträge: 7460

Beitrag Steffen Bühler Verfasst am: 02. Okt 2024 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Physinetz hat Folgendes geschrieben:
Das heißt also, dass die Stromstärke (bei 1 Liter pro Minute) geringer ist als die Stromstärke bei 10 Litern pro Minute.

Ja. Das Wort Stromstärke passt hier netterweise auch wunderbar zum Wassermodell, denn es beschreibt, wie stark es strömt.

Physinetz hat Folgendes geschrieben:
dann müsste die Spannung aus der Batterie (vornehmlich) konstant bleiben

Ja, wie auch der Wasserdruck, den Du vom Wasserwerk beziehst, durch das Aufdrehen des Wasserhahns (vornehmlich) nicht runtergehen wird.
Nobby1



Anmeldungsdatum: 19.08.2019
Beiträge: 1650

Beitrag Nobby1 Verfasst am: 02. Okt 2024 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal zum elektrischen Teil.

Die Batterie muss die Leistung abgeben können, die der maximalen Leistung des Verbrauchers entspricht. Also hier mindestens 5 KW oder mehr.
Die Drossellung wird nicht in der Batterie bewerkstelligt sondern mittels heute einer elektrischen Regeleinheit, die mittels Halbleitern MosFET, Transistoren, die Spannung begrenzen. Dadurch läuft der Motor entsprechend langsamer. Der Hinweis mit dem Thyristor würde bei Wechselspannung ( Phasenanschnitt) auch gehen.
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