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Aruna_17 Gast
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Aruna_17 Verfasst am: 21. März 2026 14:32 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: |
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Entsprechend ist im allgemeinen das Spektrum wohl auch nicht das selbe. |
Dazu muss ich nochmal in die Arbeiten schauen. Bisher hatte ich immer gesehen, dass das Spektrum die Form "Grey-Body-Faktor mal thermisch" hat; übersehe ich da was?
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ich habe ein paar Quellen dazu raussuchen lassen:
| Zitat: | (a) Birrell & Davies (1982)
“In a general Robertson–Walker spacetime the spectrum of created particles is not thermal.”
(S. 59–60)
Quelle:
N. D. Birrell & P. C. W. Davies, Quantum Fields in Curved Space, Cambridge University Press (1982).
(b) Parker (1969, 1971)
Parker zeigt explizit, dass die erzeugte Teilchenzahl von der Form des Skalenfaktors abhängt und kein thermisches Spektrum ergibt.
Quelle:
L. Parker, Phys. Rev. 183, 1057 (1969).
L. Parker, Phys. Rev. D 3, 346 (1971).
c) Mukhanov & Winitzki (2007)
“Only in de Sitter space does particle creation lead to a thermal spectrum.”
Quelle:
V. Mukhanov & S. Winitzki, Introduction to Quantum Effects in Gravity, Cambridge University Press (2007).
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zusätzlich hab ich gefragt, wo genau diese Aussage in einer aktuelleren Übersicht von Parker zu finden ist:
Quantum Field Theory in Curved Spacetime
Quantized Fields and Gravity
api.pageplace.de/preview/DT0400.9780511601552_A23679128/preview-9780511601552_A23679128.pdf
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| Zitat: | Parker & Toms setzen voraus, dass die Leserin weiß:
Ein thermisches Spektrum erfordert eine stationäre Raumzeit.
Eine FLRW‑Raumzeit ist nicht stationär.
Daher kann das Spektrum nicht thermisch sein.
Sie sagen das nicht als einen einzelnen Satz, weil es in der QFT in gekrümmter Raumzeit als Standardwissen gilt.
Kurz gesagt: Wo steht es?
Es steht implizit in:
2.3–2.4 (keine stationäre Zeit → kein thermisches Spektrum)
2.7 (nicht‑thermische Verteilung)
2.9 (thermisch nur im Hochfrequenz‑Grenzfall)
2.10 (thermisch nur in de‑Sitter) |
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Aruna_17 Gast
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Aruna_17 Verfasst am: 21. März 2026 15:57 Titel: |
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| Choke hat Folgendes geschrieben: | | Zitat: |
Wir messen oder beobachten keine Teilchen, immer nur Größen an einem Messgerät oder an einem Detektor. Und die hängen eben von der Beschleunigung ab. |
Auch bei Parker?
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das hängt davon ab, was "auch bei Parker" bedeuten soll
Wenn die Frage lautete: "Aufgrund des Parker-Effekts?" würde meine
Antwort lauten: nein
Auch wenn das auf der Abstraktionsebene, auf der sich TomS bewegt, alles das gleiche ist, scheint es mir doch sinnvoll die hier diskutierten Efekte zu unterscheiden und zu sortieren.
In der historischen Reihenfolge der Beschreibung:
1.) Parker-Effect: Teilchenentstehung in einer expandierenden Raumzeit.
Hier ist die Ursache der Teilchenentstehung die Expansion des Raumes.
Ein Feld, das vor der Expansion im Vakuumzustand ist, ist nach der Expansion
nicht mehr im Vakuumzustand.
2.) Hawking-Strahlung: Teilchenentstehung durch Masse, die zu einem schwarzen Loch kollapiert. bzw. durch Modenstreuung am Ereignishorizont.
3.)Unruh-Effekt: Teilchenentstehung durch Beschleunigung:
Ein beschleunigter Beobachter in einer Rindler-Raumzeit sieht Teilchen, die ein unbeschleunigter Beobachter in einer Minkowski-Raumzeit nicht sieht.
Wenn von Teilchenentstehung aufgrund von Beschleunigung die Rede ist, ist damit m.E. der Unruh-Effekt gemeint und nicht der "reine" Parker-Effekt.
Ich glaube aber nicht, dass sich ein Beobachter nach oder während der Expansion so bewegen kann, dass er die durch die Expansion entstanden/entstehenden Teilchen nicht sieht...
D.h. ich glaube nicht, dass es einen Bewegungszustand gibt, der die Expansion des Universums so ausgleicht, dass man in einem expandierenden oder expandierten Universum ein Vakuum sieht, wo andere Parker-Teilchen sehen.
Bei Hawking ist die Sache komplizierter:
Ein weit vom schwarzen Loch entfernter Beobachter sieht Hawkingstrahlung.
Ein Beobachter, der Nahe des Ereignishorizontes sein Raumschiff im Schwebezustand hält, sieht - aufgrund seiner starken Beschleunigung gegen den freien Fall - die gleiche Strahlung, die er dem Unruheffekt zuschreiben kann.
Ein Beobachter, der im freien Fall unbeschleunigt in das SL fällt sieht - nach der Standardtheorie - keine Strahlung. |
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Aruna_17 Gast
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Aruna_17 Verfasst am: 21. März 2026 23:39 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: |
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Laut CoPi sind auch leichte Fermionen im LTB-Modell "Strahlung" sofern die einen von Null verschiedenen Druck aufweisen, bzw. ihre kinetische Energie groß gegen ihre Masse ist ... |
Das sind doch nur Worte.
Die Formeln sagen, dass es sich um Quantenfelder handelt, die gewisse Gemeinsamkeiten mit thermischen Systemen aufweisen, so wie man sie aus der Quantenstatistik erhält. Ich habe aber noch keine Rechnungen gesehen, in denen dieser Weg wirklich konsequent gegangen wird, also alle Moden quantisieren, gewisse Moden ausspuren, und daraus einen echten thermischen d.h. gemischten Zustand erhalten; Hawking u.v.a. tun genau das nicht sondern erhalten direkt einen reinen Zustand für das äußere System, deswegen ist die Entsprechung nicht exakt, und genau darin steckt das Problem.
Ich habe ChatGPT auch gefragt, ob es Rechnungen im von mir genannten Sinne gibt; dann skizziert er, wie es funktionieren sollte - das weiß ich selbst - nennt aber keine Quellen, in denen das durchexerziert wurde.
Wenn du an der Stelle eine vernünftige Quelle hättest, würde das wirklich weiterhelfen.
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Ich kann auch nur CoPi fragen, der ja eigentlich auf das gleiche LLM-Aufsetzt, wie ChatGPT, aber die Nichtexistenz einer solchen Quelle bestätigt und Quellen für eine weniger starke Forderung nennt:
| Zitat: | Du hast völlig recht:
Es gibt keine Arbeit, die Hawking‑Strahlung in der Form:
„Quantisiere alle Moden, spure die Innenmoden aus, zeige explizit die resultierende Dichtematrix“
in einem vollständig kollabierenden realistischen Gravitationshintergrund komplett durchrechnet.
Warum?
Die vollständige Modenbasis in einer kollabierenden Raumzeit ist analytisch nicht bekannt.
Genau deshalb bleibt die Informationsparadox‑Diskussion offen.
Fazit
Die besten Quellen, die deine Forderung teilweise erfüllen, sind:
Fredenhagen & Haag (1990) – mathematisch sauber, vollständiges Ausspuren
Unruh (1976) – explizite Modenzerlegung + Ausspuren
Israel (1976) – Thermofeld‑Double → thermischer Zustand
Aurell et al. (2023) – moderne Analyse der reduzierten Zustände
Man kann es nur in idealisierten Modellen (ewiger Schwarzschild, Rindler, 2D‑Modelle) vollständig machen.
Sie erfüllen jeweils Teile deiner Forderung:
Unruh (1976): vollständiges Ausspuren, aber nur in Rindler‑Raum.
Israel (1976): Thermofeld‑Double‑Interpretation, aber kein Kollaps.
Fredenhagen & Haag (1990): mathematisch sauberer Thermalitätsbeweis, aber ohne vollständige Modenbasis eines Kollapses.
Aurell et al. (2023): moderne Analyse reduzierter Zustände, aber nicht für die volle Hawking‑Situation.
Sie zeigen also:
wie Thermalität entsteht,
warum Ausspuren zu einem gemischten Zustand führt,
dass der globale Zustand rein bleibt,
dass die Außenmoden thermisch erscheinen.
Aber:
❌ Keine dieser Arbeiten führt die vollständige Rechnung durch, die du verlangst.
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Aruna_17 Gast
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Aruna_17 Verfasst am: 21. März 2026 23:53 Titel: |
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| Choke hat Folgendes geschrieben: |
Zur nicht vorhandenen Energieerhaltung: wie sieht das ganze denn lokal aus? Kann man sich sicher sein, dass der erste und zweite Hauptsatz der Thermodynamik trotzdem ihre Gültigkeit vor diesem Hintergrund behalten? |
Lokal in unserer üblichen Umgebung, in der die Gravitation der Expansion des Universums entgegen wirkt, wird das Gummiband der Ameisen nicht gedehnt und die Energie sollte erhalten bleiben.
Im freien Raum weitab von größeren Massenansammlungen sieht das wieder anders aus...die erwähnte Rotverschiebung ist ja beobachtbar |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21443
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TomS Verfasst am: 23. März 2026 09:19 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Aruna hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: |
und da das Prinzip immer das selbe ist.
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kommt wohl drauf an, auf welcher Abstraktionsebene man das betrachtet.
(Wenn Hawkingstrahlung und Parkereffekt im Prinzip das gleiche sind, könnte man sich fragen, warum das bei Hawking als Geniestreich gilt, wo er doch die Arbeit von Parker kannte...) |
Die Frage kann man sich tatsächlich stellen. Ich denke, bei Hawking war der neue Aspekt die Rückwirkung der Strahlung auf das SL, also die Überlegung zur Verdampfung desselben. |
Da habe ich natürlich etwas essentielles verschwiegen.
Bei FRW u.ä. darf man davon ausgehen, dass Parkers semiklassische Näherung gültig bleibt, dass also die Strahlung ggf. als Quantenkorrektur selbstkonsistent im Energie-Impuls-Tensor berücksichtigt werden kann, d.h. insbs. beim Skalenfaktor zu Korrekturen der Ordnung hquer ... führt.
Bei Schwarzschild sieht die Situation anders aus: Bekenstein hatte Entropie S > 0 aufgrund einer formalen Ähnlichkeit der Gleichungen zur Thermodynamik vermutet, Hawking wollte m.W.n. nach mit seiner Berechnung zeigen, dass keine Strahlung existiert und die Vermutung Bekensteins daher inkonsistent ist (keine Strahlung, T=0, S = 0). Nun fand Hawking aber eine thermische Strahlung, was zu Bekensteins Vermutung passte, und er fand in der semiklassischen Näherung, dass schwarze Löcher verdampfen, die semiklassische Näherung demnach inkonsistent wird; er fand, dass die Strahlung am Horizont beliebig blauverschoben ist, seine zugrundeliegende en Annahmen also problematisch ist.
Insbs. funktioniert folgendes Argument für Schwarzschild nicht: Im FRW-Fall darf man die Materie als semiklassische Näherung eines unbekannten Quantenzustandes betrachten, der sich prinzipiell unitär entwickelt, wobei die Unitarität nur scheinbar verletzt ist, weil man eine zeitabhängige Metrik voraussetzt. Insbs. führen Inhomogenitäten u.ä. zu Korrekturen der Strahlung und der semiklassischen Näherung, aber es gibt keinen Grund, anzunehmen, das sei fundamental inkonsistent.
Bei Schwarzschild / Hawking ist es nun so, dass überabzählbar unendlich viele Materieverteilung mit identischer Gesamtmasse zu ein und dem selben SL kollabieren und ein und das selbe Spektrum liefern. Die Unitarität ist also ganz sicher verletzt, da eine semiklassische Näherung der Ordnung hquer keine Entropie der Ordnung 1 / hquer liefern kann (es gibt vermutlich bessere Argumente, aber darauf läuft es im Kern raus).
Ich habe Parkers Rechnung jetzt nochmal überflogen; er arbeitet das exakt aus, während Hawking nur skizziert; insbs. gibt es nur einen einzigen essentiellen Unterschied bei Hawking, er wirft in die Inneraummoden weg (die es bei Parker ja nicht gibt).
Dass Hawking ein thermischen Spektrum erhält, Parker nicht - danke für die Hinweise - ist für dass o.g. Argument irrelevant; Hawkings Rechnung würde auch für ein anderes Spektrum auf das selbe Problem führen: unendlich viele verschiedenen Eingangszustände mit einem einzige Ausgangszustand (egal, wie genau der aussieht) verletzt die Unitarität. Das Rätsel wäre nicht größer, wenn SLs nicht thermisch sondern irgendwie anders strahlen würden, die Form des Spektrum ist ein Detail. |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21443
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TomS Verfasst am: 23. März 2026 12:21 Titel: |
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| Aruna_17 hat Folgendes geschrieben: | | Choke hat Folgendes geschrieben: | | Zitat: |
Wir messen oder beobachten keine Teilchen, immer nur Größen an einem Messgerät oder an einem Detektor. Und die hängen eben von der Beschleunigung ab. |
Auch bei Parker?
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das hängt davon ab, was "auch bei Parker" bedeuten soll
Wenn die Frage lautete: "Aufgrund des Parker-Effekts?" würde meine
Antwort lauten: nein
Auch wenn das auf der Abstraktionsebene, auf der sich TomS bewegt, alles das gleiche ist, scheint es mir doch sinnvoll die hier diskutierten Effekte zu unterscheiden und zu sortieren. |
Ich sehe diesen Unterschied nicht.
Nehmen wir an, wir haben einen Teilchen-Detektor mit Detektorelementen k=1,2 ..., dessen mathematische Beschreibung (= ein POVM mit P_k's) einen Zustand rho auf ein Detektorsignal bzw. Zählraten p_k abbildet.
Der Zustand lautet
wobei ich reine oder gemischte Zustände zulasse; für einen thermischen Zustand wäre das
Man erhält für die Zählraten
Nun können wir aber annehmen, dass die P_k's auf einen kleinen Raumbereich, nämlich den des Detektors projizieren, und dass wir innerhalb dessen näherungsweise ebene Wellen (oder was auch immer für "gewöhnliche Moden") ansetzen dürfen. Die Detektorraten hängen dann nicht mehr von den (im Bereich des Detektors irrelevanten) Details der Moden für Parker-, Hawking- und Penrose-Effekt ab, nur noch von der Zerlegung des Zustandes rho bzgl. im gleichen bekannter Moden.
Der obige Ausdruck gilt dann für ein und den selben Detektor, also die selben P_k's und die selben Moden m,n, jedoch verschiedene Zustände bzw. Spektren rho.
Gehen wir davon aus, dass im Bereich des Detektors näherungsweise homogene Strahlung vorliegt, und dass Detektorelemente im Mittel gleich ansprechen, so erhalten wir zuletzt
Dabei ist der zweite Faktor in der Summe unabhängig vom betrachteten Effekt.
Auf der Ebene des Detektors sind demnach alle drei Fälle = Parker-, Hawking- oder Unruh-Strahlung völlig identisch zu behandeln; die Effekte, die zur Entstehung der Strahlung führen und das auf großen Skalen unterschiedliche Verhalten der Modern sind im Detektor irrelevant, spezifisch für die resultierende Messung d.h. die Zählraten ist lediglich das Spektrum und damit der erste Faktor; der hat aber mit dem Detektor nichts zu tun.
Zurückübersetzt in die übliche Notation entsprechen die Zählraten je Mode (d.h. wieder die lokal im Laborsystem betrachtete ebene Welle) den "Teilchenzahlen" je Mode, also
Diese Betrachtung ignoriert den Detektor und lässt demnach eine Diskussion der Messung überhaupt nicht zu. Insofern tue ich mich schwer damit, unterschiedliche Interpretation für die drei Effekte aus der üblich Diskussion herauszulesen, weil diese gerade das nicht enthält, was man dafür bräuchte.
Auf Ebene der Quantenzustände ist alles formal identisch (Moden, Fock-Raum, Bogoljubov ...). "Teilchen" gibt es da nicht. Auf Ebene der Messung sagt die übliche Diskussion (getreu der agnostischen Minimalinterpretation der QM) nichts. Führt man meine (na ja, ich habe sie nicht erfunden ...) Analyse der Messung durch, so folgt das oben gesagte: die Effekte unterscheiden sich bzgl. der Entstehung, sie unterscheiden sich nicht bzgl. des "Teilchenbegriffs", den man ohnehin verwerfen sollte, sie unterscheiden sich auch nicht bzgl. des sinnvollen Begriffs des Detektorereignisses, aber sie unterscheiden sich wie zu erwarten bzgl. der Zählraten. |
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Aruna
Anmeldungsdatum: 28.07.2021 Beiträge: 1609
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Aruna Verfasst am: 24. März 2026 09:28 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: | | Aruna_17 hat Folgendes geschrieben: | | Choke hat Folgendes geschrieben: | | Zitat: |
Wir messen oder beobachten keine Teilchen, immer nur Größen an einem Messgerät oder an einem Detektor. Und die hängen eben von der Beschleunigung ab. |
Auch bei Parker?
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das hängt davon ab, was "auch bei Parker" bedeuten soll
Wenn die Frage lautete: "Aufgrund des Parker-Effekts?" würde meine
Antwort lauten: nein
Auch wenn das auf der Abstraktionsebene, auf der sich TomS bewegt, alles das gleiche ist, scheint es mir doch sinnvoll die hier diskutierten Effekte zu unterscheiden und zu sortieren. |
Ich sehe diesen Unterschied nicht.
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Du siehst die hier aufgeführten Unterschiede nicht?
| Aruna_17 hat Folgendes geschrieben: |
1.) Parker-Effect: Teilchenentstehung in einer expandierenden Raumzeit.
Hier ist die Ursache der Teilchenentstehung die Expansion des Raumes.
Ein Feld, das vor der Expansion im Vakuumzustand ist, ist nach der Expansion
nicht mehr im Vakuumzustand.
2.) Hawking-Strahlung: Teilchenentstehung durch Masse, die zu einem schwarzen Loch kollapiert. bzw. durch Modenstreuung am Ereignishorizont.
3.)Unruh-Effekt: Teilchenentstehung durch Beschleunigung:
Ein beschleunigter Beobachter in einer Rindler-Raumzeit sieht Teilchen, die ein unbeschleunigter Beobachter in einer Minkowski-Raumzeit nicht sieht.
Wenn von Teilchenentstehung aufgrund von Beschleunigung die Rede ist, ist damit m.E. der Unruh-Effekt gemeint und nicht der "reine" Parker-Effekt.
Ich glaube aber nicht, dass sich ein Beobachter nach oder während der Expansion so bewegen kann, dass er die durch die Expansion entstanden/entstehenden Teilchen nicht sieht...
D.h. ich glaube nicht, dass es einen Bewegungszustand gibt, der die Expansion des Universums so ausgleicht, dass man in einem expandierenden oder expandierten Universum ein Vakuum sieht, wo andere Parker-Teilchen sehen.
Bei Hawking ist die Sache komplizierter:
Ein weit vom schwarzen Loch entfernter Beobachter sieht Hawkingstrahlung.
Ein Beobachter, der Nahe des Ereignishorizontes sein Raumschiff im Schwebezustand hält, sieht - aufgrund seiner starken Beschleunigung gegen den freien Fall - die gleiche Strahlung, die er dem Unruheffekt zuschreiben kann.
Ein Beobachter, der im freien Fall unbeschleunigt in das SL fällt sieht - nach der Standardtheorie - keine Strahlung. |
Natürlich kann man die Zählrate eines intertialen Detektors vor der Expansion mit der Zählrate eines beliebig beschleunigten Detektors nach der Expansion vergleichen. Dann bekommt man einen von der Beschleunigung abhängigen Unterschied.
Falls man sich allerdings dafür interessiert, wie viel von dem Unterschied von der Expansion (=Parker-Effekt) stammt, sollte man einen inertialen Detektor vor der Expansion mit einem inertialen Detektor nach der Expansion vergleichen.
Letzteren kann man dann wieder mit einem beschleunigten Detektor nach der Expansion vergleichen und so den Expansionseffekt (Parker) von dem Beschleunigungseffekt (Unruh) trennen.
Ersteres ist aber ein globaler Effekt, da er von der Raumzeit selbst abhängt.
Ebenso wie die Hawkingstrahlung in weiter Entfernung des SL.
Der Unruheffekt ist eher ein lokaler Effekt, der vom Bewegungszustand des Beobachters abhängt.
Der kann dann natürlich noch oben drauf kommen, aber - wie gesagt - den ersten nicht so kompensieren, dass die Zählrate der eines Vakuums entspricht.
Damit ist Hawking- oder Parker-Strahlung irgendwie realer (objektiver) als Unruhstrahlung. |
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TomS Moderator

Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 21443
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TomS Verfasst am: 24. März 2026 16:34 Titel: |
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| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | TomS hat Folgendes geschrieben: | | Ich sehe diesen Unterschied nicht. |
Du siehst die hier aufgeführten Unterschiede nicht? |
Doch, aber sie sind für einige Frage irrelevant.
Es geht um die Definition eines Vakuumzustandes auf einer statischen oder ggf. dynamischen Raumzeit, um die Lösung der Wellengleichung auf dieser Raumzeit, die Quantisierung des Feldes mittels der Eigenmoden, die Berechnung des tatsächliche Endzustandes sowie dafür um die Berechnung tatsächlicher Detektorraten.
Deine Unterscheidungen sind zunächst zutreffend, aber der Formalismus muss sie alle abdecken, so wie in der Newtonschen Mechanik die Fälle beliebiger Körper oder Flüssigkeiten in beliebigen Potentialen und beliebigen (auch beschleunigten) Bezugsystemen abgedeckt sind.
D.h. ja, natürlich, die drei Fälle unterscheiden sich, aber konzeptionell, wenn es um Begriffe wie "Teilchen", "Detektor" oder "Messung" geht, sehe ich keine Unterschied.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Wenn von Teilchenentstehung aufgrund von Beschleunigung die Rede ist, ist damit m.E. der Unruh-Effekt gemeint und nicht der "reine" Parker-Effekt. |
Ja.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Ich glaube aber nicht, dass sich ein Beobachter nach oder während der Expansion so bewegen kann, dass er die durch die Expansion entstanden/entstehenden Teilchen nicht sieht... |
Ja.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | D.h. ich glaube nicht, dass es einen Bewegungszustand gibt, der die Expansion des Universums so ausgleicht, dass man in einem expandierenden oder expandierten Universum ein Vakuum sieht, wo andere Parker-Teilchen sehen. |
Weiß ich nicht. Habe ich das behauptet?
Worauf dies letztlich hinausläuft ist doch, den Unruheffekt in einem expandieren Universum zu berechnen. Das ist wohl noch offen.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | Bei Hawking ist die Sache komplizierter:
Ein weit vom schwarzen Loch entfernter Beobachter sieht Hawkingstrahlung. |
Ein in der unendlich fernen Zukunft befindlicher Beobachter "sieht" gemäß des für ihn gültigen Zustandes Hawkingstrahlung.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Ein Beobachter, der Nahe des Ereignishorizontes sein Raumschiff im Schwebezustand hält, sieht - aufgrund seiner starken Beschleunigung gegen den freien Fall - die gleiche Strahlung, die er dem Unruheffekt zuschreiben kann. |
Das weiß ich nicht, das muss man berechnen; und ich kenne keine derartige Berechnung. Das erste Problem ist, dass die Existenz eines Beobachters nahe des EHs bedeutet, dass das SL noch nicht verdampft ist; d.h. der raumartige Schnitt kann schon mal nicht so einfach mittels des in unendlich ferner Zukunft stationären Schwarzschildbeobachter definiert sein.
Interessante Frage.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Ein Beobachter, der im freien Fall unbeschleunigt in das SL fällt sieht - nach der Standardtheorie - keine Strahlung. |
Was ist die "Standardtheorie"?
Die Idee des Korrespondenprinzips für einen frei fallenden Beobachter, der reines Vakuum sehen müsste, hat sich ja im Zuge der Firewall-Diskussion als problematisch herausgestellt.
Was ist denn der aktuelle Status Quo? Ich kenne ihn nicht.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | Natürlich kann man die Zählrate eines intertialen Detektors vor der Expansion mit der Zählrate eines beliebig beschleunigten Detektors nach der Expansion vergleichen. Dann bekommt man einen von der Beschleunigung abhängigen Unterschied.
Falls man sich allerdings dafür interessiert, wie viel von dem Unterschied von der Expansion (=Parker-Effekt) stammt, sollte man einen inertialen Detektor vor der Expansion mit einem inertialen Detektor nach der Expansion vergleichen.
Letzteren kann man dann wieder mit einem beschleunigten Detektor nach der Expansion vergleichen und so den Expansionseffekt (Parker) von dem Beschleunigungseffekt (Unruh) trennen. |
Kann man das? Gibt es derartige Berechnungen?
Ich kenne auch keine Berechnungen, die mit verschiedenen raumartigen Schnitten und demzufolge Koordinatensystemen arbeiten, woraus natürlich unterschiedliche Zustände folgen. Und ich kenne keine Berechnungen, die mit unterschiedlich bewegten Detektoren je einzelnem raumartigen Schnitt rechnen.
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Damit ist Hawking- oder Parker-Strahlung irgendwie realer (objektiver) als Unruhstrahlung. |
Deine Überlegungen enthalten viele interessante aber m.W.n. offene Fragen.
Aber nehmen wir mal an, man könnte für alle genannten Raumzeiten und Bewegungszustände die richtigen Quantenzustände und für diese das skizzierte Detektorproblem berechnen.
Dann erhält man nicht unterschiedlich "reale Strahlungen", sondern man erhält konkrete unterschiedliche Zählraten, und wenn der Formalismus konsistent ist, dann sind die nicht real oder weniger real, sondern richtig oder falsch ;-) |
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Aruna_17 Gast
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Aruna_17 Verfasst am: 24. März 2026 17:50 Titel: |
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| TomS hat Folgendes geschrieben: |
| Aruna hat Folgendes geschrieben: | | Ein Beobachter, der Nahe des Ereignishorizontes sein Raumschiff im Schwebezustand hält, sieht - aufgrund seiner starken Beschleunigung gegen den freien Fall - die gleiche Strahlung, die er dem Unruheffekt zuschreiben kann. |
Das weiß ich nicht, das muss man berechnen; und ich kenne keine derartige Berechnung. |
hat die nicht Unruh hier durchgeführt?
bpb-us-e2.wpmucdn.com/websites.umass.edu/dist/e/23826/files/2015/01/Unruh-black-hole-evaporation.pdf
| W. G. Unruh hat Folgendes geschrieben: | | Weiterhin wird das Verhalten von Teilchendetektoren unter Beschleunigung untersucht. Dabei wird gezeigt, dass ein beschleunigter Detektor selbst in flacher Raumzeit Teilchen im Vakuum registriert. Die Ähnlichkeit dieses Falls mit dem Verhalten eines Detektors in der Nähe eines Schwarzen Lochs wird herausgearbeitet, und es wird gezeigt, dass ein geodätisch (frei fallender) Detektor nahe dem Horizont keinen Hawking‑Teilchenfluss wahrnimmt. |
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