| Qubit |
Verfasst am: 20. Feb 2021 19:34 Titel: |
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Vielleicht solltest du auch verstehen, dass es sich bei dem Zerfallsgesetz um ein rein statistisches Gesetz handelt, die Parameter sind statistische Parameter. Hierzu macht man sich ein Modell mit einer Ereigniswahrscheinlichkeit und einer statistischen Verteilung (vieler Ereignisse) in Abhängigkeit von einem (nichtstatistischen) Parameter. Im Falle radioaktiver Zerfälle sind nun diese Ereigniswahrscheinlichkeiten sehr gering in den Zeitintervallen, man kommt dann so auf eine Poissonverteilung der Zerfallsereignisse. Die "Zerfallszeit" ist da nun eine statistische Kenngrösse für den mittleren Erwartungswert für die Lebensdauer einer Nuklidsorte, wie auch die "Halbwertszeit" als Erwartungswert für die mittlere Zeit der Hälfte zerfallender Nuklide. Diese (reine) statistische Gesetzmäßigkeit ist auch unabhängig von der Umgebung (Ankoppelung) und, nur so nebenbei, hat auch nichts zu tun mit möglichen "Wechselwirkungen" zwischen Nukliden (unter extremen Bedingungen mag es einen Einfluss geben, das ist jedoch weit Jenseits der Formulierung des Zerfallsgesetzes). Diese Statistikmodelle kann man empirisch in "Anpassungstests" prüfen, hierzu klassifiziert man die Ereignisse und zählt sie in den Klassen. Ein bekanntes Beispiel ist ein Chi-Quadrat Test (aber es gibt noch andere, für das Modell effektivere), um die Konformität mit dem statistischen Modell zu zeigen (sollte man mal im Praktikum gemacht haben).
Beim radioaktiven Zerfall sind diese statistischen Parameter auch von grundlegender quantenmechanischer Natur, sie lassen sich nicht durch ein deterministisches Gesetz ersetzen. Wären Atome klassische Gebilde, dann könnte man theoretisch unter Kenntnis aller Randbedingungen die genaue Zerfallszeit eines einzelnen Nuklids bestimmen, so ist es aber nicht determiniert. Deine Überlegungen zielen aber auf so eine klassische Beschreibung ab. |
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