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[quote="Mathefix"]Zitat Celestina: [i]Mir scheint eine Vergrößerung der Biegearbeit um 1,5% einfach zu groß, als dass ich sie als Rechendifferenzen abtun möchte. [/i] Da haben sich unsere Beiträge geschnitten. Meine Berechnung, die exakt Dein Ergebnis reproduziert, zeigt, dass die Differenz ausschliesslich aus der Rechennmethode resultiert. Tschüss Mathefix[/quote]
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Celestina_Shepherd
Verfasst am: 08. Mai 2026 15:51
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Ich bin halt wie Euler "Old school".
Yeah! Das gefällt mir!!!
Euler ist für mich auch einer der überirdischen Wegweiser der angewandten Mathematik.
/ / de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaftliches_Werk_Leonhard_Eulers#%E2%80%BAErg%C3%A4nzungen%E2%80%B9
... und von "Old school" zu "Oldfather" ist es dann auch kein großer Sprung mehr:
/ / boulderschool.yale.edu/sites/default/files/files/euler_1744.pdf
Wenn dieses lästige kleine Epsilon aus der Elastika nicht wäre, würde ich mich der "Instantan-Aussage" glatt anschließen. Aber dieses wirklich spannende Thema der "Elastika" hat mich da leider zu sehr in den Bann gezogen.
Als Maschinenbauer-Aussage halte ich das instantane Zerstörung-Szenario absolut für berechtigt, weil sich die Praxis mit diesem kleinen Epsilon nicht arrangieren kann. Hingegen in der mathematischen Korrektheit (die auch Euler zu verantworten hat!) ist das Ausknicken weiterhin ein Gleichgewichtszustand, welches aber relativ "explosiv" aus dem Ruder läuft. Die "Explosion" ist aber nicht unendlich groß, sobald die kritische Knickkraft erreicht ist - sie läuft also nicht sofort gegen unendlich. Wie immer der Konflikt: Theoretische Mathematik versus veritable Mechanik.
Grüße von Celestina
Mathefix
Verfasst am: 08. Mai 2026 14:34
Titel:
Zitat Celestina:
Der Stab "will" bei unterkritischer Last immer zurück in die Nulllage. Ein Gleichgewicht bei einer Auslenkung f > 0 setzt zwingend voraus, dass die Last mindestens die kritische Euler-Last erreicht oder überschreitet.
Die von mir berechnete Horizontalkraft verhindert das Rückkehren in die Nulllage und das Knicken. Der Balken bleibt in der durch F_v0 gebogenen Ausgangslage mit f = const.
Ich habe eine ideale zentrische Krafteinleitung unterstellt.
Andernfalls würde es zu elastischem Knicken führen - dann gilt Euler nicht!
Der Biegevorgang liegt im Hooke'schen Bereich.
PS
Im übrigen hängt von der Geometrie des Querschnitts ab, in welche Richtung der Balken knickt. Das ist nicht notwendigerweise die Biegerichtung und kann zu Drillknicken führen.
Nach meinem Wissen knickt der Balken bei Erreichen der Knickkraft instantan aus und wird zerstört.
Ich bin halt wie Euler "Old school".
Beste Grüsse
Mathefix
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 08. Mai 2026 13:31
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Die Knickkraft spielt keine Rolle, da der Balken von Anfang an im Hooke' schen Bereich gebogen wird.
Ich kann nachvollziehen, dass man sich bei einer rein äußerlichen Betrachtung der Eulerschen Knickfälle (gemäß Theorie 2.Ordnung) schnell zu dieser Auffassung verleiten lassen kann, aber sie ist leider irrig. Es besteht hier die Gefahr, dass man denkt, wenn exakt die Knickkraft erreicht wird, dann stellt sich eine kleine Verformung ein und damit generiert sich dann eine weitaus größere Verformung, die dann zwangsweise in eine fortlaufende und sich verstärkende Zerstörung driftet.
Und das stimmt eben nicht.
Das verleitet zu der fälschlichen Annahme, dass bei auftretender Verformung f es ausreichen würde, die Knickkraft plötzlich reduzieren zu können und alles bleibt im schönen alten stabilen Gleichgewicht. Die Theorie 2.Ordnung kann zwar die kritische Knickkraft als Übergang zur Indifferenz deuten, aber sie kann keine Aussage über die Kraft-Verformung-Beziehung leisten. Das kann nur die Theorie der Elastika!!!
In diesem Zusammenhang muss man verstehen und sich vergegenwärtigen, wie sich das auf die potentielle Energie des Gesamtsystems auswirkt.
Und hierzu muss man wissen, dass bei unterkritischen Knickkräften der „Potentialtopf“ ein Minimum hat!
Eine noch so kleine Auslenkung f würde wie eine Kugel wieder in diese Mulde des Potentialtopfes zurückrollen. Die „Elastika“ sagt das unmissverständlich aus, weil die im Biegestab gespeicherte Verformungsenergie größer als die Arbeit ist, welche die unterkritische Knickkraft zu leisten vermag. Der Stab drückt sich in seine ursprünglich gerade Lage zurück und verbleibt dann so, weil ja die Knickkraft unterkritisch ist.
Sobald die kritische Knickkraft erreicht wird, ist die Betrachtung dieser Kraft sehr sensibel, weil schon sehr kleine Änderungen
(Änderung des Epsilon-Wertes!!!)
rasante Zuwächse bei der Verformung f bedeuten. Nichtsdestotrotz gibt es eine Kraft-Verformungs-Beziehung wie ich sie schon erwähnt habe und diese besagt, dass ein Gleichgewichtszustand mit der Verformung f erst mit der kritischen Knickraft möglich ist. Eine andere Behauptung als diese würde im krassen Widerspruch zu der Elastika stehen, die sich ja noch am nächsten an der Realität orientiert.
Kurz gesagt und zusammengefasst:
Der Stab "will" bei unterkritischer Last immer zurück in die Nulllage. Ein Gleichgewicht bei einer Auslenkung f > 0 setzt zwingend voraus, dass die Last mindestens die kritische Euler-Last erreicht oder überschreitet.
Mathefix
Verfasst am: 08. Mai 2026 11:13
Titel:
[quote="Celestina_Shepherd"]
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Da der Balken durch
vorverformt ist, ist die kritische Kraft nicht über die Knick-sondern die zulässige Biegekraft zu ermitteln.
In der Ausgangssituation greift nur die Vertikalkraft an und biegt den Balken bis f. Dann greifen die Kräfte - geringer werdende Vertikal- und steigende Horizontalkraft - an.
Die x- und y-Komponenten der Horizontalkraft entsprechen den Rückstellkräften - Differenz zwischen anfänglicher Vertikal- und aktueller Vertikalkraft -, damit die Ausgangssituation erhalten bleibt.
Die Knickkraft spielt keine Rolle, da der Balken von Anfang an im Hooke' schen Bereich gebogen wird.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 07. Mai 2026 16:19
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
@ Celestina
Ist noch in Arbeit. Warte bitte bis ich fertig bin. Ist sehr zäh, da dauernd bad gateway.
Mathefix
Sorry!!!
Ich dachte, der Beitrag wäre schon durch gewesen.
Ja, dieses "gateway-Problem" ist schon ziemlich nervig!!!
Grüße von Celestina
Mathefix
Verfasst am: 07. Mai 2026 16:12
Titel:
@ Celestina
Ist noch in Arbeit. Warte bitte bis ich fertig bin. Ist sehr zäh, da dauernd bad gateway.
Mathefix
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 07. Mai 2026 16:04
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Da der Balken durch
vorverformt ist, ist die kritische Kraft nicht über die Knick-sondern die zulässige Biegekraft zu ermitteln.
Die Annahme ist falsch, wenn man davon ausgeht, dass beim Übergang von [1] nach [2] das Momenten-Gleichgewicht eingefordert wird. Es wird gefordert, dass f konstant bleiben soll. Demzufolge ändert sich ja die Biegespannung sehr wohl, und zwar an allen Stellen!
Bedingung ist ja, dass die Durchbiegung f konstant bleiben soll, wenn die Umlagerung vom Zustand [1] nach [2] geschieht. Dein errechnetes
ist jedoch zu klein, um die elastischen Rückstellkräfte bei [2] in der Waage zu halten, ergo würde die elastische Linie sich auf eine kleinere Durchbiegung strecken bzw. der Stab gänzlich in eine Gerade übergehen, weil sich eine Auslenkung erst im Bereich der kritischen Knickkraft zeigen wird. Ich hatte ja schon die Kraftbeziehung für diesen Fall oben beschrieben mit:
Um eine Durchbiegung f zu erlangen, muss zumindest immer die kritische Knickkraft vorhanden sein, wobei das sehr kleine
diese Knickkraft nicht mehr nennenswert erhöht, weil ja f<<L gilt.
Mathefix
Verfasst am: 07. Mai 2026 14:54
Titel:
Da der Balken durch
vorverformt ist, ist die kritische Kraft nicht über die Knick-sondern die zulässige Biegekraft zu ermitteln.
Kräftegleichgewicht
Biegespannung
Fazit
Die Horizontalkraft zur Erhaltung des Kräftegleichgewichts bei maximaler Vertikalkraft ist kleiner als die Horizontalkraft, welche die maximal zulässige Biegespannung erzeugt.
Also gilt
Damit sollte der Kraftangriffspunkt ortsfest sein.
Dann stellt sich die Frage, ob, abgesehen von der anfänglichen Biegearbeit durch F_v0, Arbeit durch die Umlagerung aufgebracht wird.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 06. Mai 2026 18:31
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
ok. Es handelt sich also nicht nur um eine Umlagerung (Richtung) der Vertikalkraft in eine Horizontalkraft, sondern zusätzlich um eine Verstärkung (Betrag) der Kraft.
Genau so war das gemeint. Der Kraftvektor dreht sich um 90° und verändert sich dabei von
nach
.
Dein Linearansatz zur Beschreibung von
kommt am Ende nicht bei der kritischen Horizontalkraft an (?).
Mathefix
Verfasst am: 06. Mai 2026 16:37
Titel:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
An welcher Stelle soll ich denn diese Vorgabe gemacht haben??? Eine Kraftsumme, die konstant bleiben soll, hat ja mit meiner Aufgabe gar nichts zu tun, denn diese lautet gemäß meinem Intro:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Nun zur Fragestellung:
Am Punkt der ansetzenden Vertikalkraft F_v bei x=L wird jetzt eine variable Horizontalkraft F_h ergänzt, welche also parallel zur x-Achse in Richtung der Einspannstelle wirken soll. Das Szenario sei, dass nun die Vertikalkraft kontinuierlich bis auf den Nullwert verringert wird, während zeitgleich die Horizontalkraft vom Nullwert aufwärts kontinuierlich gesteigert wird, wobei sich die ganze Zeit die Durchbiegung f bei x=L nicht zu verändern hat.
Vertikalkraft: F_v => 0
Horizontalkraft: 0 => F_h
Bei der Vorgabe f<<L ist die anfängliche Vertikalkraft im Zustand [1] selbstverständlich immer kleiner als die abschließende Horizontalkraft im Zustand [2] und dagegen verstößt die Aufgabenstellung nicht. Sie unterstreicht das ja in der Skizze.
Celestina
ok. Es handelt sich also nicht nur um eine Umlagerung (Richtung) der Vertikalkraft in eine Horizontalkraft, sondern zusätzlich um eine Verstärkung (Betrag) der Kraft.
Der Angriffspunkt der Kräfte an der Stelle x=l soll durch Reduzierung der Vertikalkraft bei gleichzeitiger Erhöhung der Horizontalkraft ortsfest in x- und y-Richtung bleiben.
Gleichgewichtsbedingung: Summe der Kräfte F_x =0 und F_y = 0.
Neigung des Balkens an der Stelle x= l
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 04. Mai 2026 18:58
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Lt. Aufgabenstellung
(1)
An welcher Stelle soll ich denn diese Vorgabe gemacht haben??? Eine Kraftsumme, die konstant bleiben soll, hat ja mit meiner Aufgabe gar nichts zu tun, denn diese lautet gemäß meinem Intro:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Nun zur Fragestellung:
Am Punkt der ansetzenden Vertikalkraft F_v bei x=L wird jetzt eine variable Horizontalkraft F_h ergänzt, welche also parallel zur x-Achse in Richtung der Einspannstelle wirken soll. Das Szenario sei, dass nun die Vertikalkraft kontinuierlich bis auf den Nullwert verringert wird, während zeitgleich die Horizontalkraft vom Nullwert aufwärts kontinuierlich gesteigert wird, wobei sich die ganze Zeit die Durchbiegung f bei x=L nicht zu verändern hat.
Vertikalkraft: F_v => 0
Horizontalkraft: 0 => F_h
Als hilfreiche Skizze hatte ich deshalb ja noch nachgereicht:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Als Ergänzung habe ich mal den Vorgang der sich hier abspielenden Kraftumlagerung inklusive der biegerelevanten Verformungsarbeiten als Skizze zusammengefasst.
https: / / postimg.cc/4mCrtR4j
Bei der Vorgabe f<<L ist die anfängliche Vertikalkraft im Zustand [1] selbstverständlich immer kleiner als die abschließende Horizontalkraft im Zustand [2] und dagegen verstößt die Aufgabenstellung nicht. Sie unterstreicht das ja in der Skizze.
Celestina
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 04. Mai 2026 18:56
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Lt. Aufgabenstellung
(1)
An welcher Stelle soll ich denn diese Vorgabe gemacht haben??? Eine Kraftsumme, die konstant bleiben soll, hat ja mit meiner Aufgabe gar nichts zu tun, denn diese lautet gemäß meinem Intro:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Nun zur Fragestellung:
Am Punkt der ansetzenden Vertikalkraft F_v bei x=L wird jetzt eine variable Horizontalkraft F_h ergänzt, welche also parallel zur x-Achse in Richtung der Einspannstelle wirken soll. Das Szenario sei, dass nun die Vertikalkraft kontinuierlich bis auf den Nullwert verringert wird, während zeitgleich die Horizontalkraft vom Nullwert aufwärts kontinuierlich gesteigert wird, wobei sich die ganze Zeit die Durchbiegung f bei x=L nicht zu verändern hat.
Vertikalkraft: F_v => 0
Horizontalkraft: 0 => F_h
Als hilfreiche Skizze hatte ich deshalb ja noch nachgereicht:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Als Ergänzung habe ich mal den Vorgang der sich hier abspielenden Kraftumlagerung inklusive der biegerelevanten Verformungsarbeiten als Skizze zusammengefasst.
https: / / postimg.cc/4mCrtR4j
Bei der Vorgabe f<<L ist die anfängliche Vertikalkraft im Zustand [1] selbstverständlich immer kleiner als die abschließende Horizontalkraft im Zustand [2] und dagegen verstößt die Aufgabenstellung nicht. Sie unterstreicht das ja in der Skizze.
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 04. Mai 2026 12:35
Titel:
Lt. Aufgabenstellung
(1)
Gleichgewichtsbedingung
(2)
Widerspruch zu (1)
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 27. Apr 2026 10:22
Titel:
Beim Posting [15. Apr 2026 15:58], als ich im Zusammenhang mit der überkritischen Horizontalkraft die Grenzbetrachtungen angestellt hatte, hat mich die mathematische Konvention bei den Elliptischen Integralen etwas in die Irre geleitet, weil in einer Programmiersprache wie Mathematica (dito Wolfram-Alpha) das Argument in quadrierter Form vorgegeben werden muss, während in der Literatur der Technischen Mechanik andere Gepflogenheiten vorliegen! Das heißt also, dass das Elliptische Integral
mit
zu deuten ist! Insofern bessere ich die Berechnung von
im Rahmen der Elastika der Form halber nach …
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Für die reine Biegearbeit im Zustand [2] gilt:
wobei der Wert für
sehr klein ist und mit der Durchbiegung f korrespondiert. Schon sehr kleine Änderungen bei
bedingen eine rasche Erhöhung von der Durchbiegung f, es ist aber
keine
instantane Verformung ins Unendliche.
Bei der Grenzbetrachtung, wenn die Durchbiegung verschwindend klein wird gegenüber der Länge L, lassen sich somit noch weitere Aussagen treffen: (Bei der Funktion K handelt es sich um das Elliptische Integral erster Gattung)
Der Winkel
ist dabei der Biegewinkel an der Stelle des Kraftansatzpunktes also am freien Ende des Stabes. Und dieser ist:
Das bedeutet dann für die Biegearbeit:
… und somit zeigt sich, dass
weitaus kleiner ausfällt (noch unbedeutender wird), da nun die sehr kleine Größe
nicht mehr linear sondern quadratisch vorliegt. Das theoretische
wirkt sich daher noch geringfügiger auf die Biegearbeit aus.
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 18. Apr 2026 12:41
Titel:
Abschliessend noch ein Hinweis:
Bei Biegebelastung gilt das Flächenträgheitsmoment des Querschnitts parallel zur Kraftrichtung.
Bei Knickbelastung gilt das minimale Flächenträgheitsmoment des Querschnitts senkrecht zur Kraftrichtung.
Beispiel
Ein Balken mit rechteckigem Querschnitt, der hochkant eingespannt/gelagert ist, biegt sich durch eine Vertikal
kraft nach unten und durch eine Knickkraft seitlich durch.
Bezogen auf die Aufgabenstellung führt das zu komplexen räumlichen Verformungen.
Insofern gilt Deine Berechnung, wenn überhaupt, nur für Querschnitte mit I = I_min.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 16. Apr 2026 19:39
Titel:
Lastfall
Fall 1:
Eine feste vertikale Biegekraft
Fall zwischenzeitlich: Superposition einer variablen Vertikal- und einer variablen Horizontalkraft (wurde nicht bzgl. Biegearbeit berechnet)
Fall 2:
Eine feste Horizontalkraft
Da
unbedeutend aus der Elastika hervorgeht, weil f<<L …
das ergibt dann:
rel. Fehler
Mathefix
Verfasst am: 16. Apr 2026 18:40
Titel:
1. Rechnung (1. Methode)
2. Rechnung (2. Methode)
Lastfall
Fall 1: Eine feste vertikale Biegekraft
Fall 2: Superposition einer variablen Vertikal- und einer variablen Horizontalkraft
Methode
Fall 1: 1. Methode (exakt für Biegung, unzulässig bei Superposition)
Fall 2: 2. Methode (Näherungslösung)
Der Vergleich unterschiedlicher Lastfälle, berechnet mit unterschiedlichen Methoden führt zwangsläufig zu einer Differenz.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 16. Apr 2026 14:18
Titel:
Die Aufgabenstellung
startet sofort mit der Theorie 2.Ordnung in Bezug auf die exakten Lösungen
der Biegelinien für die beiden Zustände am Anfang/Ende, da nur so erklärbar wird, warum die Biegearbeit am Ende größer wird.
Die im Stab vorliegende Biegearbeit im Zustand [2] ist größer als in [1], das ist ein Faktum!
Denn in der Theorie 2.Ordnung werden …
- die Krümmungen gemäß w‘‘(x) linearisiert
- die Betrachtungen am verformten Stab vorgenommen !!!
- die Verformungen weiterhin als klein angesehen
Genau diese Betrachtungen habe ich angestellt und damit die Größenordnung der zusätzlichen Verschiebearbeit herausgearbeitet und damit erklären können. Im weiteren Schritt habe ich dann noch die Grenzbetrachtung hinsichtlich der Elastika noch einbezogen, da eine überkritische Horizontalkraft (im Rahmen der kleinen Verformungen) zulässig ist.
Denn in der Theorie der Elastika …
- ist auch der überkritische Bereich der Horizontalkraft zu betrachten
- führt die Grenzbetrachtung bei sehr kleinen Verformungen letztendlich wieder zu der Biegelinien-Lösung im Zustand [2]
Schließlich fällt die Betrachtung bei der Elastika kaum noch ins Gewicht fällt, und daher kann direkt mit der theoretisch kritischen Horizontalkraft gerechnet werden, wie man sie aus den Euler‘schen Knickfällen kennt. Letztendlich kann ich von meiner Seite aus einen Anteil von 99,92% der Biegearbeit im Zustand [2] bestätigen. => Das war ja das Ziel der Fragestellung, den biegeenergetischen Mehreintrag zu erklären. Und damit wäre das Kapitel eigentlich abgeschlossen. Es sei denn, jemand findet noch eine detailliertere und punktgenauere Beschreibung für die zugewonnene Biegearbeit bei [2].
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 16. Apr 2026 11:34
Titel:
Da Du in Deiner Rechnung die Annahmen (a -d), die der Euler-Glchg. zugrunde liegen, konsequent ignorierst, macht eine weitere Behandlung der Aufgabe keinen Sinn.
Stabilität
Inneres Moment
Äusseres Moment
Fall
1.
: Stabiles Gleichgewicht, keine Verformung
2.
: Instabil, Balken wird zerstört
3.
: Labiles Gleichgewicht, Geringste Änderung von F führt zu Fall 1 oder 2 (Euler
)
: Druckspannung vernachlässigbar, keine Längenänderung
D.h. Die Euler Glchg. geht davon aus, dass bei
der Balken sich weder in der Länge noch in der Form ändert.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 15. Apr 2026 15:58
Titel:
Nur der Richtigkeit halber hier noch die Korrektur des Exponenten bei der Horizontalkraft, wenn diese Richtung kritischer Kraft geht (Verbesserung in blau).
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Startsituation:
Endsituation:
Bedingungen vor/nach Kraftumlagerung:
Hierzu sei zu sagen, …
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Die Aufgabenstellung ist eindeutig.
Es geht nicht um den Betrag der Differenz, sondern um die Methode.
Die unzulässige Verwendung einer Formel in einem nicht den Annahmen entsprechenden Fall kann nicht durch noch so trickreiche Rechnungen geheilt werden.
Der Vergleich eines Ergebnisses einer exakten Methode (Bernoulli) mit dem einer Näherungslösung ( Ritz) führt natürlich zu einer Differenz, was an dem nachstehenden Beispiel deutlich wird.
… dass die beiden in der Aufgabenstellung vorangestellten Biegelinien
und
keinesfalls Lösungen sind, die aus verschiedenen Methoden oder Verfahren resultieren!!! Unter der Vorgabe, dass für die zu lösende DGL
gilt, sind diese beiden Biegelinien die exakte Lösungen, wenn die Randbedingungen für den Startzustand [1] bzw. den Endzustand [2] vorliegen. Hier wurde nichts über das Ritz-Verfahren als Näherung hergeleitet! Zumindest nicht von meiner Seite. Hier wurde die Balkentheorie mit der vereinfachten DGL verwendet, also wenn sehr kleine Durchbiegung vorausgesetzt werden.
Und bei dieser Grenzbetrachtung, wenn f<<L gilt, sind sowohl diese Lösungen der beiden Biegelinien als auch deren Biegearbeiten exakte Lösungen, die vor allem gelten müssen, wenn die Durchbiegung f gegen einen verschwindend kleinen Wert gehen würde.
Was in diesem Zusammenhang somit geklärt werden muss, ist die Diskrepanz der beiden Biegearbeiten für die Biegelinien, denn diese darf in der Größenordnung nicht so einfach auftreten.
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
d) Bis zum Erreichen der kritischen Kraft bleibt der Stab unverformt. Bei Erreichen der kritischen Kraft nimmt der Stab instantan das imaginäre Sinus-Profil an und knickt sofort-
.
Insofern ergibt sich kein sinnvolles f_max.
In der Aufgabenstellung geht hervor, dass im Zustand [1] eine kleine Verformung, also die Durchbiegung f, gegeben ist. Von diesem Zustand [1] aus, es liegt damit eine existente Störgröße in Form der Durchbiegung f vor, findet nun die Umlagerung der Kräfte statt. Da ist es selbstredend, dass hier die weiteren Betrachtungen am verformten Stab vorgenommen werden und in die Theorie 2.Ordnung hineingehen.
Und dieses gelingt, indem man sich der Methodik der Linien-Integrale bedient, um die zusätzliche Verschiebe-Arbeit der Horizontalkraft zu berechnen, wenn diese von Null auf die kritische Kraft gesteigert wird, um den Zustand [2] zu erreichen.
=> siehe hierzu auch:
„Höhere Technische Mechanik“, Springer Verlag
von Istvan Szabo
Kapitel I. Prinzipien der Mechanik , §2, 7.
Ich denke, die Methoden und sehr ausgeklügelten Verfahren von Istvan Szabo stehen außer Frage und sie finden in diesem Zusammenhang eine ausgezeichnete Anwendung, um die Lücke der Biegearbeit zu schließen.
Das mit der Kraftumlagerung funktioniert sowohl theoretisch als auch am realen Objekt, weil jeder Durchbiegung f im Zustand [2] eine Horizontalkraft zugeordnet werden kann (Theorie 2.Ordnung, Eulersche Elastika). Auch die FEM hat damit keine Probleme, diesen Umlagerungsprozess von [1] nach [2] zu simulieren.
Für die reine Biegearbeit im Zustand [2] gilt:
wobei der Wert für
sehr klein ist und mit der Durchbiegung f korrespondiert. Schon sehr kleine Änderungen bei
bedingen eine rasche Erhöhung von der Durchbiegung f, es ist aber
keine
instantane Verformung ins Unendliche.
Bei der Grenzbetrachtung, wenn die Durchbiegung verschwindend klein wird gegenüber der Länge L, lassen sich somit noch weitere Aussagen treffen: (Bei der Funktion K handelt es sich um das Elliptische Integral erster Gattung)
Der Winkel
ist dabei der Biegewinkel an der Stelle des Kraftansatzpunktes also am freien Ende des Stabes. Und dieser ist:
Das bedeutet dann für die Biegearbeit:
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 14. Apr 2026 14:56
Titel:
Hallo Celestina,
im Anhang Deines letzten Beitrags ist die Berechnungsmethode transparent dargestellt: Die Biegelinie durch die Horizontalkraft wird nach Euler Fall 1 hergeleitet.
Dazu folgende Anmerkungen:
Der Euler-Gleichung (Theorie 1. Ordnung) liegen folgende Annahmen zugrunde:
a) Der Stab hat keine Vorverformung.
b) Ausser der axialen Druckkraft gibt es keine weiteren Kräfte.
c) Keine Längenänderung des Stabs durch die Druckkraft.
d) Bis zum Erreichen der kritischen Kraft bleibt der Stab unverformt. Bei Erreichen der kritischen Kraft nimmt der Stab instantan das imaginäre Sinus-Profil an und knickt sofort-
.
Insofern ergibt sich kein sinnvolles f_max.
Im Gegensatz dazu setzt Du bei den Gleichungen w(x):
Fazit:
Da keine der Annahmen in der Berechnung erfüllt werden, ist diese schlichtweg falsch. Da helfen auch keine eklektischen Rechnungen.
Da die Verformungen sehr klein sind, ist auch der Unterschied der allerdings falsch berechneten Arbeiten sehr klein. Wie ich schon sagte, diese errechnete Differenz entsteht aus einem methodischen Fehler und nicht auf physikalischer Grundlage.
Gruss
Mathefix
PS
Durch Anwendung der Theorie 2. Ordnung könnte die Vorverformung und Mehrfachbelastung durch variable Kräfte berücksichtigt werden.[
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 13. Apr 2026 12:16
Titel:
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Durch diese kleine Verschiebung in x und in Verbindung mit der Horizontalkraft ergibt sich dann die geringe Steigerung der Biegearbeit im Stab, nachdem die Umlagerung erfolgt ist.
Als Ergänzung habe ich mal den Vorgang der sich hier abspielenden Kraftumlagerung inklusive der biegerelevanten Verformungsarbeiten als Skizze zusammengefasst.
https: / / postimg.cc/4mCrtR4j
Wer sich ein wenig mit FEM auskennt und z.B. ANSYS-Mechanical (etc.) beherrscht, kann sich beispielsweise über das transient-strukturelle Analyse-Tool Gewissheit über den Wert des Deformationsweges
verschaffen sowie eine Bestätigung betreffs des möglichen Linearitätsverlauf der Kraftumlagerung finden. Für ein genaues
muss man dagegen schon etwas tiefgründiger in den Fundus der Simulationstechniken abtauchen und weitaus aufwändigere Analysen fahren. Schöne Übung für jeden angehenden Berechnungsingenieur der Konstruktion/Strukturmechanik.
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 10. Apr 2026 14:49
Titel:
Zitat Celestina:
Mir scheint eine Vergrößerung der Biegearbeit um 1,5% einfach zu groß, als dass ich sie als Rechendifferenzen abtun möchte.
Da haben sich unsere Beiträge geschnitten.
Meine Berechnung, die exakt Dein Ergebnis reproduziert, zeigt, dass die Differenz ausschliesslich aus der Rechennmethode resultiert.
Tschüss
Mathefix
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 10. Apr 2026 14:36
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Die Frage ist, gibt es überhaupt eine physikalische Differenz in der Biegearbeit oder handelt es sich um Rechendifferenzen.
Ich würde weiterhin behaupten: Ja, es ergibt sich eine Differenz in der Biegearbeit, wenn nach der Kraftumlagerung gilt, dass die Vertikalkraft komplett verschwunden ist und durch die Horizontalkraft ersetzt wurde und dass die ganze Zeit lang f=const. geblieben ist.
Wichtig ist, bei diesem Problem zu erkennen, dass bei reiner Biegearbeit sich die Stablänge L, also die Länge der elastischen Linie, nicht verändert. Da aber nach der Kraftumlagerung eine andere Biegelinie vorliegt, kann die Position des Kraftansatzpunktes nicht raumfest bleiben. Man kann lediglich die Durchbiegung f fixieren (konstant halten) auf Kosten einer Bewegung
in der Horizontalen.
Startsituation:
Endsituation:
Bedingungen vor/nach Kraftumlagerung:
Einen möglichen Weg, diesen Verschiebeweg
näherungsweise berechnen zu können, habe ich hiermit versucht aufzuzeigen. Wenn ich hier grundlegend falsch liege, dann lasse ich mich gerne korrigieren und mir auch zeigen, welcher exakte Verschiebeweg wirklich vorliegt (?). - Sollte hingegen gar kein Verschiebeweg nötig sein, also die Position vom Kraftansatzpunkt darf raumfest sein und die damit verbundene Biegearbeit im Stab wäre konstant, dann würde ich ebenfalls gerne sehen, wie man das schaffen kann, ohne eine zusätzliche Längsdehnung im Stab zu provozieren, die nicht erlaubt ist.
Ich denke, auch wenn ich nicht die punktgenaue Lösung geliefert haben sollte, so ist sie doch recht nahe an der Wahrheit und erklärt die Diskrepanz. Mir scheint eine Vergrößerung der Biegearbeit um 1,5% einfach zu groß, als dass ich sie als Rechendifferenzen abtun möchte. Aus diesem Grund habe ich ja diese Frage gestellt.
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 10. Apr 2026 12:17
Titel:
Die Aufgabenstellung ist eindeutig.
Es geht nicht um den Betrag der Differenz, sondern um die Methode.
Die unzulässige Verwendung einer Formel in einem nicht den Annahmen entsprechenden Fall kann nicht durch noch so trickreiche Rechnungen geheilt werden.
Der Vergleich eines Ergebnisses einer exakten Methode (Bernoulli) mit dem einer Näherungslösung ( Ritz) führt natürlich zu einer Differenz, was an dem nachstehenden Beispiel deutlich wird.
Durchbiegung fest eingespannter Kragbalken durch Vertikalkraft entsprechend der Aufgabenstellung:
Exakte Lösung (Bernoulli)
Näherungslösung (Ritz)
Vergleich
Das ergibt genau Unterschied in der Biegearbeit, den Du errechnet hast.
D.h. Die Differenz in der Biegearbeit resultiert aus dem Vergleich der exakten Lösung mit der Näherungslösung.
Damit ist m.E. das Thema erschöpfend behandelt.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 10. Apr 2026 11:03
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Hallo Celestina,
1. Lt. Aufgabenstellung soll der Kraftangriffspunkt unverändert bleiben:
"Bei dieser Kraftumlagerung bleiben also zwei Punkte von der Biegelinie unverändert, nämlich der Punkt an der Einspannstelle x=0 und am Kraftansatzpunkt x=L."
Insofern geht Deine Rechnung an der Aufgabenstellung vorbei.
Daher hatte ich ja meinen Korrekturhinweis sofort nachgereicht, da bei strikter Einhaltung der Aufgabenstellung die Kraftumlagerung niemals dazu führt, dass die Vertikalkraft zu Null wird. Diese Unvereinbarkeit hatte ich versucht zu lösen, indem ich den Freiheitsgrad des Verschiebeweges eingeführt habe und der bringt zusätzliche Biegearbeit ins System, so wie es sich auch angedeutet hat.
Celestina_Shepherd hat Folgendes geschrieben:
Mir fällt auf, ein klitzekleiner Korrekturhinweis müsste bei dieser Aufgabenstellung noch ergänzt werden. Wenn bei der Kraftumlagerung bei einer konstanten Durchbiegung f nur noch allein die Horizontalkraft F_h wirkt, dann kann das theoretisch nicht mehr bei x=L geschehen, sondern bei
Durch diese kleine Verschiebung in x und in Verbindung mit der Horizontalkraft ergibt sich dann die geringe Steigerung der Biegearbeit im Stab, nachdem die Umlagerung erfolgt ist.
Die kleine Verschiebung in x sollte sich dann in dieser Größenordnung abspielen.
Abschließend kann man nun auch eine End-Kontrolle durchführen, welche Biegearbeit herauskäme, wenn man den zusätzlichen Verschiebeweg
berücksichtigen würde.
Hierzu setzt man an, dass bei sehr kleinen Durchbiegungen f ein lineares Zurückfahren der Vertikalkraft mit einer gleichzeitig linearen Zunahme der Horizontalkraft einhergeht bis diese zum Schluss als alleinige kritische Kraft der Eulerschen Ausknickung vorliegt.
Anfängliche Vertikalkraft:
Abschließende Horizontalkraft:
Die kleinen Ungereimtheiten, die jetzt noch übrig geblieben sind, können somit durch die Näherungen bei den Linienintegralen erklärt werden, wo ich z.B. im Fall der Biegelinie bzgl.
die höheren Ordnungen von
nicht mehr betrachtet habe, die beim Elliptischen Integral 2.Art auftauchen würden an der Entwicklungsstelle
.
Das, was ich hier zumindest versucht habe, ist ein noch nachvollziehbarer Erklärungsversuch, woher die kleine Differenz der Biegearbeit resultierte. Wer möchte, kann nun natürlich in die präzise und sehr komplexe Balkentheorie hineingehen und dort nach Lösungen suchen, wie sich die Formänderungsenergien wirklich verhalten. Aber das wird eine echte mathematische Herausforderung werden, davon gehe ich mal aus. Denn, um den aktuellen Vergleichsfaktor 0.99919... in Richtung 1.00000 ... zu bekommen, dazu gehört schon was. Ich wette, dass das niemand schaffen wird, ohne eine größere Abhandlung daraus zu machen.
Celestina
Mathefix
Verfasst am: 10. Apr 2026 10:04
Titel:
Hallo Celestina,
1. Lt. Aufgabenstellung soll der Kraftangriffspunkt unverändert bleiben:
"Bei dieser Kraftumlagerung bleiben also zwei Punkte von der Biegelinie unverändert, nämlich der Punkt an der Einspannstelle x=0 und am Kraftansatzpunkt x=L."
Insofern geht Deine Rechnung an der Aufgabenstellung vorbei.
2. Eine Längenänderung auf Basis der Biegegleichung, die von unveränderlicher Länge ausgeht, zu berechnen ist in sich unlogisch.
3. Die Biegegleichung durch die Vertikalkraft hast Du nach Bernoulli, die durch die Horizontalkraft nach dem Ritz- (Näherungs)Verfahren bestimmt. Dadurch kann eine Differenz entstehen. Im übrigen geht auch Ritz von konstanter Länge aus.
4. Bevor man eine Formel anwendet, sollte man die Annahmen kennen.
Man kann auch auf Grundlage falscher Annahmen sehr genau (klitzeklein) rechnen.
Gruss
Mathefix
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 09. Apr 2026 20:07
Titel:
Mathefix hat Folgendes geschrieben:
Hallo Celestina,
da nach Deinen Gleichungen
ist, sind auch die Längen L 1 und L2 wg.
verschieden.
Das steht im Widerspruch zur Herleitung der Biegeline, in der wegen der geringen Durchbiegung
gesetzt wird.
Dehnung in Längsrichtung wird vernachlässigt.
Vllt. erklärt das den klitzekleinen Unterschied in der Biegearbeit.
Gruss
Mathefix
Ja, der Knackpunkt ist, dass man bei der Fragestellung die Position des Kraftansatzpunktes (x|w(x)) nicht als fixe Koordinate behalten kann!!! Man muss sich entscheiden, ob die Durchbiegung f unverändert bleibt, dann bleibt die Position in x als Freiheitsgrad offen, oder man hält die x-Koordinate des Kraftansatzpunktes fest und muss dafür die Durchbiegung dort als Freiheitsgrad offen lassen.
Für den Fall, dass f=const. bleibt, habe ich ja oben schon eine Größenabschätzung für den Verschiebeweg
abgegeben. Daraus ergibt sich quasi die Differenz bei der Biegearbeit.
Diesen Verschiebeweg kann man nachrechnen, indem die besagten Linienintegrale der beiden Fälle berechnet werden und dann die Differenz daraus gebildet wird. #)
mit
für sehr, sehr kleine Durchbiegungen f gilt dann:
Celestina
#) siehe hierzu auch:
„Höhere Technische Mechanik“, Springer Verlag
von Istvan Szabo
Kapitel I., §2, 7. Ritz´sches Verfahren (2.51)
Mathefix
Verfasst am: 09. Apr 2026 13:57
Titel:
Hallo Celestina,
da nach Deinen Gleichungen
ist, sind auch die Längen L 1 und L2 wg.
verschieden.
Das steht im Widerspruch zur Herleitung der Biegeline, in der wegen der geringen Durchbiegung
gesetzt wird.
Dehnung in Längsrichtung wird vernachlässigt.
Vllt. erklärt das den klitzekleinen Unterschied in der Biegearbeit.
Gruss
Mathefix
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 27. März 2026 11:31
Titel:
Mir fällt auf, ein klitzekleiner Korrekturhinweis müsste bei dieser Aufgabenstellung noch ergänzt werden. Wenn bei der Kraftumlagerung bei einer konstanten Durchbiegung f nur noch allein die Horizontalkraft F_h wirkt, dann kann das theoretisch nicht mehr bei x=L geschehen, sondern bei
Durch diese kleine Verschiebung in x und in Verbindung mit der Horizontalkraft ergibt sich dann die geringe Steigerung der Biegearbeit im Stab, nachdem die Umlagerung erfolgt ist.
Die kleine Verschiebung in x sollte sich dann in dieser Größenordnung abspielen.
Celestina_Shepherd
Verfasst am: 24. März 2026 12:41
Titel: Verformungsarbeit von der Biegelinie bei Kraftumlagerung
Hallo Zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Verformungsarbeit bei der „Elastischen Linie“ (Biegelinie), wenn sich an einem verformten Stab eine Kraftumlagerung vollzieht. Es ist eigentlich ein typisches Problem der Technischen Mechanik im Rahmen der idealisierten „Balkentheorie a la Bernoulli“.
Problemstellung:
Ein horizontal angeordneter Stab (in x-Richtung) mit konstantem Querschnitt und der Länge L ist bei x=0 fest eingespannt und wird an der anderen Stabseite bei x=L durch eine Vertikalkraft F_v belastet (in z-Richtung), sodass sich der Stab dort um den Durchbiegungswert f absenkt. Der Stab hat ein Flächenträgheitsmoment I_y (Biegeachse um y) und ein Elastizitäts-Modul E.
Gemäß der Bernoulli-Hypothese gilt:
Ebene Querschnitte vor der Verbiegung bleiben auch bei der Verbiegung weiterhin eben und verwölben sich nicht. Es soll also nur reine Biegearbeit am Stab geleistet werden bzw. betrachtet werden.
Außerdem sei die Durchbiegung f sehr gering gegenüber der Stablänge (f<<L) und die elastische Linie (Biegelinie) genügt der Forderung, dass die 2.Ableitung der Biegelinie w‘‘(x) proportional zum Biegemoment Mb(x) ist.
Nun zur Fragestellung:
Am Punkt der ansetzenden Vertikalkraft F_v bei x=L wird jetzt eine variable Horizontalkraft F_h ergänzt, welche also parallel zur x-Achse in Richtung der Einspannstelle wirken soll. Das Szenario sei, dass nun die Vertikalkraft kontinuierlich bis auf den Nullwert verringert wird, während zeitgleich die Horizontalkraft vom Nullwert aufwärts kontinuierlich gesteigert wird, wobei sich die ganze Zeit die Durchbiegung f bei x=L nicht zu verändern hat.
Vertikalkraft: F_v => 0
Horizontalkraft: 0 => F_h
Bei dieser Kraftumlagerung bleiben also zwei Punkte von der Biegelinie unverändert, nämlich der Punkt an der Einspannstelle x=0 und am Kraftansatzpunkt x=L. Die restlichen Punkte der Biegelinie werden durch die Kraftumlagerung stetig neu positioniert.
Ist die Verformungsarbeit im Stab (Biegearbeit) nach der Kraftumlagerung größer oder kleiner oder eventuell sogar gleich geblieben?
Meine Idee:
Bzgl. der Vertikalkraft bin ich von folgender Biegelinie
ausgegangen:
Für die Verformungsarbeit
erhalte ich dann dieses Ergebnis:
Als Ansatzfunktion für die zweite Biegelinie habe ich dann gewählt (wenn statt der Vertikalkraft eine Horizontalkraft wirkt):
Das ergibt die Verformungsarbeit
womit sich die Beziehung ergäbe:
Das würde bedeuten, dass sich die Verformungsarbeit um nicht einmal 1.5% vergrößern würde, wenn die Kraftumlagerung vollzogen wurde. Liege ich da soweit richtig?
Grüße von Celestina