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[quote="Wolfgang092"]Hallo Aruna, [quote]Ich habe hier schon viel gelernt, bin dennoch immer noch der Meinung, dass es natürlich ist, dass man sich wundert, von der differentiellen relativen Zeitdilatation ausgehend, bei Aufsummierung (Integration) absolut unterschiedliche Eigenzeiten vorzufinden.[/quote] Die Zeitdilatation sehe ich eigentlich nicht als ein Problem. Ehrlich gesagt betrachte ich sie nur als Nebeneffekt der Lorentz-Kontraktion. Für ein bewegtes Objekt verkürzt sich eine Strecke (die ja immer in einem anderen Inertialsystem, typischerweise ein ruhendes, gemessen wird) gemäß seiner Geschwindigkeit, und damit latürnich auch gleichermaßen die dafür aufzuwendende Zeit. Der Lorentz-Faktor beeinflusst gleichermaßen diese Strecke wie diese Zeit. Und die Zeitdilatation ist lediglich die Umkehrfunktion dieser verkürzten Zeit. Das kann man (hoffentlich) gut erkennen in dem von mir in einem anderen Artikel gepostete animierten GIF. Wolfgang[/quote]
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Wolfgang092
Verfasst am: 25. Jan 2026 21:56
Titel:
Aruna schrub
Zitat:
und wenn das Myon oder ein etwas größeres Objekt nun mit der 10km-Marke kollidiert, oder dran vorbeischrammt.
Findet das für den, der im Erdsystem nach oben guckt dann in 10km Entfernung statt, oder in 600m?
Hmm, gute Frage. Darüber hab ich noch nicht nachgedacht.
Spontan würde ich sagen, der Beobachter sieht beides in jeweils ihrer "relativen" Entfernung (d.h. der Entfernung, in der sie der Beobachter sieht) "zersplittern" (oder was immer mit ihnen geschieht), d.h. das Myon in 600 m, die Marke in 10 km.
Wobei beide (insbesondere aber größere Objekte) bzw. Ihre Trümmerteile (so es welche gibt) durch den Aufprall vermutlich eine ganz andere Geschwindigkeit erhalten werden, je nach Masse-Verhältnis, und wie voll sie sich treffen, usw. Evtl. ändern sie sogar die Richtung. Und mit der Geschwindigkeit ändert sich entsprechend auch auch ihre relative Entfernung zum Beobachter. D.h. der Zusammenprall wird wahrscheinlich überlagert durch Verschiebungen, so könnte das Myon bei einem Volltreffer "zurückspringen" zur 10-km-Marke, während des Momentes, in dem es vernichtet wird, bei einem "Streitschuss" entsprechend weniger weit, bei einem Abpraller nimmt es vielleicht eine andere Richtung an, und ist dann von dem Beobachter nicht mehr längs der Bewegungsrichtung zu sehen, sondern quer dazu, usw.
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 25. Jan 2026 20:36
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Im Prinzip hast du das ja schon mit der 10-km-Marke; die hat eine relative Geschwindigkeit von 0, ist daher auch die Ruhelänge von 10 km entfernt. das gerade vorbeifliegenden Myon hat eine relative Geschwindigkeit von knapp unter Lichtgeschwindigkeit, und ist zu diesem Zeitpunkt eben auch nur 600 m vom Beobachter am Ende seine Flugstrecke entfernt.
und wenn das Myon oder ein etwas größeres Objekt nun mit der 10km-Marke kollidiert, oder dran vorbeischrammt.
Findet das für den, der im Erdsystem nach oben guckt dann in 10km Entfernung statt, oder in 600m?
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Aber ich würde vorschlagen, die Diskussion vorläufig ruhen zu lassen, und abzuwarten, bis TomS seine Intro zur SRT geschrieben hat, und ich diese gelesen und verstanden habe.
ich glaube, das kann noch etwas dauern bis das entsprechend runtergebrochen ist....
Aber meinetwegen.
Aruna
Verfasst am: 25. Jan 2026 11:11
Titel:
ML hat Folgendes geschrieben:
Hallo,
Aruna hat Folgendes geschrieben:
ich frage mich gerade, ob Du das ernst meinst, oder einfach nur trollst...
Nach was sieht es denn aus?
Ich bin unsicher, halte aber Privattheorie + Selbstvertrauen noch für möglich
Wolfgang092
Verfasst am: 25. Jan 2026 10:01
Titel:
Aruna schrub
Zitat:
und wenn gerade nix vorbeifliegt, dann ist die 10-km-Marke 10 km entfernt?
Nein, die 10-km-Marke befindet sich im Inertialsystem des Beobachters, AKA sie ist und bleibt 10 km entfernt, auch wenn das Myon gerade vorbei fliegt.
Zitat:
Was, wenn da zwei Objekte unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbeifliegen?
Welches bestimmt dann die Längenverkürzung?
Dann ist jedes entsprechend seiner Geschwindigkeit unterschiedlich weit entfernt.
Im Prinzip hast du das ja schon mit der 10-km-Marke; die hat eine relative Geschwindigkeit von 0, ist daher auch die Ruhelänge von 10 km entfernt. das gerade vorbeifliegenden Myon hat eine relative Geschwindigkeit von knapp unter Lichtgeschwindigkeit, und ist zu diesem Zeitpunkt eben auch nur 600 m vom Beobachter am Ende seine Flugstrecke entfernt. Diese Kontraktion der Strecke ist von beiden Enden aus zu beobachten. Die Relativgeschwindigkeit zwischen beiden Objekten gilt ja schließlich auch für beide Objekte gleichermaßen, beide "sehen" das jeweils andere Objekt mit knapp unter LG auf sich zu kommen.
Aber ich würde vorschlagen, die Diskussion vorläufig ruhen zu lassen, und abzuwarten, bis TomS seine Intro zur SRT geschrieben hat, und ich diese gelesen und verstanden habe. Macht wenig Sinn, uns jetzt die Köppe einzuschlagen, wenn sich nachher rausstellt, dass ich tatsächlich falsch liege, oder wir uns nur um des Kaisers Bart streiten, oder sonst was.
Wolfgang
ML
Verfasst am: 25. Jan 2026 02:58
Titel:
Hallo,
Aruna hat Folgendes geschrieben:
ich frage mich gerade, ob Du das ernst meinst, oder einfach nur trollst...
Nach was sieht es denn aus? Und wurde gleich eine Sockenpuppe hinterhergeschoben?
Man weiß es nicht, aber ich habe da so eine Vermutung.
Viele Grüße
Michael
Aruna
Verfasst am: 25. Jan 2026 01:44
Titel:
hdhgt hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Im vorliegenden Fall habe ich mich auf die alternative Ansicht von Wolfgang eingelassen und versuche ihn mittels Fragen auf mögliche Inkonsistenzen in seiner Theorie aufmerksam zu machen.
Die übliche Interpretation des Experiments hatte ich einige Beiträge selbst schon gegeben.
Hast du denn alles verstanden und kannst Inkonsistenzen in Wolfgangs Aussagen nicht nur aufdecken, sondern auch berichtigen bzw. richtigstellen?
Im Gegensatz zu manch anderen Leuten bin ich nicht so schnell bei der Hand zu glauben, ich hätte zu einem Thema "alles verstanden".
Ich hatte aber im Laufe meines Studiums mindestens fünf mündliche Prüfungen bei Professoren der Physik und konnte bei denen offenbar den Eindruck erwecken, dass ich die entsprechenden Themengebiete ausreichend verstanden hatte, meine Prüfungsleistung mit durchschnittlich 1,2 zu bewerten.
Also ja, ich halte mich durchaus dafür geeignet, die übliche Erklärung darzustellen und kann auch erkennen, ob es in der Diskussion gerade darum geht.
Und Du so?
hdhgt
Verfasst am: 24. Jan 2026 22:15
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Im vorliegenden Fall habe ich mich auf die alternative Ansicht von Wolfgang eingelassen und versuche ihn mittels Fragen auf mögliche Inkonsistenzen in seiner Theorie aufmerksam zu machen.
Die übliche Interpretation des Experiments hatte ich einige Beiträge selbst schon gegeben.
Hast du denn alles verstanden und kannst Inkonsistenzen in Wolfgangs Aussagen nicht nur aufdecken, sondern auch berichtigen bzw. richtigstellen?
Aruna
Verfasst am: 24. Jan 2026 20:46
Titel:
hdhgt hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Du meinst also, wenn man nun direkt von unten hoch guckt, dann findet auch das Ereignis ""Vorbeiflug an der 10km-Marke" für den von unten guckenden in
600m Entfernung statt?
Ja, genau, so meine ich das.
und wenn gerade nix vorbeifliegt, dann ist die 10-km-Marke 10 km entfernt?
Was, wenn da zwei Objekte unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbeifliegen?
Welches bestimmt dann die Längenverkürzung?
Zeitdilatation und Längenkontraktion sind äquivalent. Wenn ein Myon in Richtung erdoberfläche fliegt, dann verkürzt sich für einen ruhenden beobachter nicht die Strecke, auf der sich das Myon bewegt, sondern dessen Lebensdauer erscheint länger. Aus Sicht des Myons ist es genau andersherum, denn aus seiner Sicht ist die Strecke tatsächlich verkürzt aber die Lebensdauer nicht verlängert. So sind beide Ansichten konsistent über die Bezihung zwischen Zeitdilatation und Längenkontraktion.
Ich bitte darum, vor dem Posten eines Textes in Bezug auf meine Fragen versuchen zu verstehen, worum es in der Diskussion zwischen Wolfgang und mir gerade geht und zu überlegen, ob der Text als Antwort geeignet ist.
Im vorliegenden Fall habe ich mich auf die alternative Ansicht von Wolfgang eingelassen und versuche ihn mittels Fragen auf mögliche Inkonsistenzen in seiner Theorie aufmerksam zu machen.
Die übliche Interpretation des Experiments hatte ich einige Beiträge selbst schon gegeben.
hdhgt
Verfasst am: 24. Jan 2026 19:35
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Du meinst also, wenn man nun direkt von unten hoch guckt, dann findet auch das Ereignis ""Vorbeiflug an der 10km-Marke" für den von unten guckenden in
600m Entfernung statt?
Ja, genau, so meine ich das.
und wenn gerade nix vorbeifliegt, dann ist die 10-km-Marke 10 km entfernt?
Was, wenn da zwei Objekte unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbeifliegen?
Welches bestimmt dann die Längenverkürzung?
Zeitdilatation und Längenkontraktion sind äquivalent. Wenn ein Myon in Richtung erdoberfläche fliegt, dann verkürzt sich für einen ruhenden beobachter nicht die Strecke, auf der sich das Myon bewegt, sondern dessen Lebensdauer erscheint länger. Aus Sicht des Myons ist es genau andersherum, denn aus seiner Sicht ist die Strecke tatsächlich verkürzt aber die Lebensdauer nicht verlängert. So sind beide Ansichten konsistent über die Bezihung zwischen Zeitdilatation und Längenkontraktion.
Aruna
Verfasst am: 24. Jan 2026 19:28
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Du meinst also, wenn man nun direkt von unten hoch guckt, dann findet auch das Ereignis ""Vorbeiflug an der 10km-Marke" für den von unten guckenden in
600m Entfernung statt?
Ja, genau, so meine ich das.
und wenn gerade nix vorbeifliegt, dann ist die 10-km-Marke 10 km entfernt?
Was, wenn da zwei Objekte unterschiedlicher Geschwindigkeit vorbeifliegen?
Welches bestimmt dann die Längenverkürzung?
Wolfgang092
Verfasst am: 24. Jan 2026 19:06
Titel:
Aruba schrub
Zitat:
Wie kommst Du darauf, dass wir uns da einig sind?
Ok, ok, dann nicht einmal das. 😭
Zitat:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
d.h. die tatsächlich abgelaufene Zeit wird auf einen längeren Zeitabschnitt "expandiert"
Was ist nun die "tatsächlich" abgelaufene Zeit?
I'm ersten Teil des Satzes schrub ich
Zitat:
Die (im Inertialsystem des Beobachters) beobachtete Strecke stimmt nicht mit der
(im IS des Beobachteten) tatsächlich
{Hervorhebung von mir} zurück gelegten überein
Und darauf bezieht sich auch das weiter unten nochmal verwendete "tatsächlich".
Zitat:
Du meinst also, wenn man nun direkt von unten hoch guckt, dann findet auch das Ereignis ""Vorbeiflug an der 10km-Marke" für den von unten guckenden in
600m Entfernung statt?
Ja, genau, so meine ich das.
Zitat:
....eventuell wird die von TomS angekündigte "no-nonsense Intro to SR" das leisten....
Ich habe ja schon mitbekommen, dass es hier deutlichen Widerstand gegen meine Auffassung gibt ("Einer? Hunderte!" 😉). Daher bin ich schon sehr gespannt darauf, endlich zu verstehen, wovon
ihr
redet.
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 24. Jan 2026 00:11
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
warum sollte die Zeitdilatation von der Blickrichtung abhängen?
Das ist nicht ganz einfach zu formulieren. Mir fällt dazu weder eine gute Beschreibung noch eine sinnvolle Analogie ein. Aber wenn die Blickrichtung
quer
zur Bewegungsrichtung ist, kann man die Zeitdilatation beobachten. Darin sind wir beide uns einig. .
Wie kommst Du darauf, dass wir uns da einig sind?
In der Diskussion im anderen Thread zwischen mir und TomS ging es insbesondere darum, dass oft die Trennschärfe fehlt, was wirklich beobachtet wird, oder beobachtet werden kann und was nur eine Berechnung ist.
Das könnte ich mir hier ja ein wenig zu Herzen nehmen.
Und hier im Thread kann man feststellen, dass wir sehr unterschiedliche Auffassungen darüber haben, was "Zeitdilatation beobachten" angeht.
Du vertratst hier im Thread die Auffassung, dass man dann irgendjemand sich in Zeitlupe bewegen sehen müsse, sonst könne man das nicht beobachten daher ginge das beim Myonen-Experiment nicht.
Ich dagegen habe gesagt, dass man beim Myonen Experiment eine Myonen-Uhr, bei der man die Zeit über die Myonen-Konzentration bestimmt "abgelesen" wird.
Das ist dann m.E. prinzipiell Analog zur Radio-Carbon-Methode oder einer Sanduhr.
(Man kann sich dann noch überlegen, ob hier dann die Zeit im bewegten Bezugsystem aus dem Erdsystem abgelesen wird, oder dass man - wie beim Zwillingsparadoxon - bei einem Wiedertreffen die Eigenzeiten vergleicht.
Die Myonen werden bei der Messung ja zerstört, d.h. die, die an denen man auf 2.000 m Höhe die Konzentration bestimmt hat, sind andere, als die die man auf Meereshöhe detektiert.
(Man nimmt halt an, dass die detektierten Teil einer repräsentativen Stichprobe sein))
Du dagegen hast klar im letzten Beitrag
verneint
, dass man, wie von mir beschrieben, die Myonen-Uhr abläse.
D.h. wir sind uns offensichtlich schon uneinig, was "Zeitdilatation beobachten" überhaupt bedeutet und wie das praktisch geht.
Wie sollen wir uns dann darüber einig sein, dass das ginge, wenn die Blickrichtung quer zur Bewegungsrichtung ist?
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Die (im Inertialsystem des Beobachters) beobachtete Strecke stimmt nicht mit der (im IS des Beobachteten) tatsächlich zurück gelegten überein,
Okay.
Im Ruhesystem (z.B. Erde) wird eine Strecke gemessen. Z.B. die vertikale Dicke der Atmosphäre, durch die die Myonen fliegen.
Die hat die Eigenlänge von ca. 10km. Da sich die Myonen relativ zu dieser mit nahezu c bewegen wird die in deren System auf ca. 600m kontrahiert
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
d.h. die tatsächlich abgelaufene Zeit wird auf einen längeren Zeitabschnitt "expandiert"
Was ist nun die "tatsächlich" abgelaufene Zeit? Und in welchem Bezugssystem oder für welchen Beobachter?
Die Eigenzeit der Myonen beträgt zwischen dem Ereignis "Entstehung in der oberen Atmosphäre" bzw. "Vorbeiflug an der 10km-Marke" und dem Ereignis "Detektion auf Meereshöhe" 2 Mikrosekunden.
Im Erdsystem vergehen zwischen diesen Ereignissen 33 Mikrosekunden.
Die Eigenlänge, der Strecke sind 10 km, da die im Erdsystem ruht.
Für die mit fast c längs dieser Strecke bewegten Myonen hat die die Länge
von ca. 600m.
Wir haben also hier eine Menge von Myonen mit der Geschwindigkeit v = 0,998 c relativ zum Ruhesystem Erde und daraus folgt, dass diese Menge von Myonen sehr viel langsamer "altern" ( zerfallen), als eine Menge von Myonen, die sich im Erdsystem in Ruhe befinden.
Zeitdilatation und Lorenzkontraktion ergänzen m.E. sich hier so, dass alles konsistent ist, und das schon beim "Blick quer zur Bewegungsrichtung".
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Wenn die Blickrichtung dagegen
entlang
der Bewegungsrichtung ist,
ich sehe nicht, wo hier der prinzipielle Unterschied sein soll
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
beobachtet man das jeweils bewegte Objekt (von der Erde aus das Raumschiff, vom RS aus die Erde) entlang der Längenkontraktion, also über eine verkürzte Strecke; von beiden Seiten der Strecke aus.
Du meinst also, wenn man nun direkt von unten hoch guckt, dann findet auch das Ereignis ""Vorbeiflug an der 10km-Marke" für den von unten guckenden in
600m Entfernung statt?
Diese Meinung hattest Du ja schon an einem anderen Beispiel mit der Andromeda-Galaxie (?) geäußert.
Und auf die Frage, wie das sein kann, dann - obwohl es nicht um Lichtlaufzeiten gehen sollte- von Lichtlaufzeiten angefangen und dann irgendwas von Schatten, die sich auf irgendwelchen Seilen bewegen....
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Dadurch sieht man dieses Objekt lediglich mit (entsprechend der Entfernung unterschiedlichen) Laufzeitverzögerungen, aber ansonsten in "Echtzeit", d.h. 1:1. Die beobachtete Strecke ist identisch mit der tatsächlich zurückgelegten Strecke, ebenso die Zeit. Eine Dilatation ("Expansion") macht da schlicht keinen Sinn mehr.
Da wäre eine klare Ausdrucksweise nützlich?
Was ist die "tatsächlich zurückgelegte Strecke"?
Die Eigenlänge, also 10km? Oder die im Myonensystem kontrahierte Strecke (600m).
Was ist die "tatsächlich zurückgelegte Zeit"? Die Eigenzeit der bewegten Myonen, also 2 Mikrosekunden?
Oder die Eigenzeit von Myonen im Ruhesytem Erde, also 33 Mikrosekunden?
Und was heißt hier "sehen"?
Es geht in der Lorenzkontraktion eher um "Messen", als um "Sehen":
Franz Embacher hat Folgendes geschrieben:
Längen bewegter Körper messen:
Die Logik dieses Effekts [Lorenzkontraktion] enthält einige Fallstricke, die sein Verständnis erschweren. Eine dieser Schwierigkeiten betrifft den Begriff der Länge eines bewegten Objekts. Wie können wir sie messen? Um es anhand eines Gedankenexperiments ganz konkret zu machen: Wie messen wir die Länge einer Schildkröte (in Bewegungsrichtung), die gerade "geradlinig gleichförmig" durchs Zimmer kriecht, und zwar im Bezugssystem des Zimmers (das wir auf eine einzige räumliche Dimension beschränken und als Inertialsystem ansehen wollen)?
Die sich aufdrängende Antwort "Indem wir einen Maßstab mit ihr mitbewegen und ablesen" ist falsch: Wenn sich der Maßstab mit der Schildkröte mitbewegt, messen wir auf diese Weise ihre Länge in ihrem eigenen Ruhsystem (die Größe LRuh ), nicht aber ihre Länge im System des Zimmers, d.h. die Größe, die wir vorhin mit Lbew bezeichnet haben! In der galileischen Physik − und auch in unserem Alltagsleben − stellt sich diese Unterscheidung gar nicht, da angenommen wird, dass beide Größen übereinstimmen.
Wir besprechen zwei Möglichkeiten, die Länge der Schildkröte im Bezugssystem des Zimmers zu messen. Die erste besteht darin,
sie an einem zuvor am Boden markierten Punkt vorbeikriechen zu lassen und zu messen, wieviel Zeit zwischen dem Erreichen und dem Verlassen der Markierung verstreicht. Dabei muss natürlich eine am Ort der Markierung ruhende Uhr verwendet werden.
Unabhängig davon wird die Geschwindigkeit der Schildkröte bestimmt − das bereitet kein Problem, da dabei nur ein Punkt auf ihr markiert und seine Geschwindigkeit ("Weg dividiert durch benötigte Zeit") gemessen werden muss.
Die Länge der Schildkröte im Inertialsystem des Zimmers ist dann das Produkt aus der in Punkt 1 gemessenen Zeit und der in Punkt 2 gemessenen Schildkrötengeschwindigkeit. Die Größe "Länge" wird hier also auf das Produkt "Zeit mal Geschwindigkeit" zurückgeführt. Das ist zulässig, da die Geschwindigkeit ja als Quotient aus Weg ( = zurückgelegte "Länge") und benötigter Zeit definiert ist. In der oben vorgeführten Argumentation zur Herleitung der Lorentzkontraktion ist genau eine solche "Längenmessung" vorgenommen worden.
Für eine zweite, direktere Methode, die Länge der Schildkröte im Inertialsystem des Zimmers zu messen, ist es notwendig, zwei Ereignisse zu bestimmen, eines am Hinterende (wir nennen es C) und eines am Vorderende der Schildkröte (dieses nennen wir D), die im System des Zimmers gleichzeitig stattfinden. Die Länge der Schildkröte im System des Zimmers ist dann der räumliche Abstand zwischen diesen beiden Ereignissen. Um zwei derartige Ereignisse zu erzeugen, stehen wiederum mehrere Verfahren zur Verfügung:
[....]
https://homepage.univie.ac.at/franz.embacher/SRT/Lorentzkontraktion.html
Für das "Sehen" im wörtlichen Sinn sind natürlich Lichtlaufzeiten zwischen bewegtem Objekt und Beobachter verantwortlich.
Wie das die Wahrnehmung von Objekten verzerrt kann man z.B. für verschiedene Beispiele auf dieser Seite anschauen:
https://www.spacetimetravel.org/ueberblick/1?utm
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Wie misst man das Deiner Meinung nach?
Beim Myonenexperiment mittels Detektoren; man "kennt" die Streckenlänge, und misst einmal Eingangszeit und Ausgangszeit,
und wie macht man das?
Da müsste man die Myonen ja irgendwie markieren, damit man weiß, für welches man nun die Eingangszeit gemessen hat?
Zumindest im ursprünglichen Experiment hat man nur Myonen mit bestimmten Impulsen (= bestimmte Geschwindigkeit) detektiert und die Laufzeit über die bekannte Strecke berechnet.
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
und zum anderen die Anzahl der jeweils durchkommenden Myonen. Wie diese Detektoren genau arbeiten, kann ich aber nicht sagen. Mittels dem Prozentsatz und der ebenfalls bekannten Halbwertszeit lässt sich dann ausrechnen, wie viel Zeit im Inertialsystem der Myonen vergangen sein muss, damit unten nur noch so und soviel Prozent ankommen,
Genau, und so was nenne ich Uhr.
Die hat zwar keinen Zeiger oder eine Digitalanzeige, an der man die Zeit direkt ablesen kann aber eine Sanduhr heißt auch "Uhr" und dort wird die Zeit über die durch Engstelle nach unten gefallenen Sandkörner bestimmt.
Mir scheint, hier Bedarf es einer Klärung, was "gemessen", was "berechnet" und was "gesehen" wird, was mit "tatsächlich" gemeint ist und wie man das vielleicht besser durch invariante Eigengrößen ausdrückt...
....eventuell wird die von TomS angekündigte "no-nonsense Intro to SR" das leisten....
Wolfgang092
Verfasst am: 23. Jan 2026 19:50
Titel:
Aruna schrub
Zitat:
Wie hängt für Dich Laufzeitverzögerung mit Zeitdilatation zusammen?
Und was ist ein RS?
Ups, sorry, da hab ich nicht genug gelöscht. Ich wollte ursprünglich Zeitdilatation und Laufzeitverzögerung gegenüberstellen, hab mich dann aber dagegen entschieden, weil ich das Gefühl hatte, ich kann das nicht gut genug ausformulieren.
Und RS = Raumschiff (stammt aus dem gelöschten Teil).
Zitat:
warum sollte die Zeitdilatation von der Blickrichtung abhängen?
Das ist nicht ganz einfach zu formulieren. Mir fällt dazu weder eine gute Beschreibung noch eine sinnvolle Analogie ein. Aber wenn die Blickrichtung
quer
zur Bewegungsrichtung ist, kann man die Zeitdilatation beobachten. Darin sind wir beide uns einig. Die (im Inertialsystem des Beobachters) beobachtete Strecke stimmt nicht mit der (im IS des Beobachteten) tatsächlich zurück gelegten überein, d.h. die tatsächlich abgelaufene Zeit wird auf einen längeren Zeitabschnitt "expandiert".
Wenn die Blickrichtung dagegen
entlang
der Bewegungsrichtung ist, beobachtet man das jeweils bewegte Objekt (von der Erde aus das Raumschiff, vom RS aus die Erde) entlang der Längenkontraktion, also über eine verkürzte Strecke; von beiden Seiten der Strecke aus. Dadurch sieht man dieses Objekt lediglich mit (entsprechend der Entfernung unterschiedlichen) Laufzeitverzögerungen, aber ansonsten in "Echtzeit", d.h. 1:1. Die beobachtete Strecke ist identisch mit der tatsächlich zurückgelegten Strecke, ebenso die Zeit. Eine Dilatation ("Expansion") macht da schlicht keinen Sinn mehr.
Tut mir leid für die schlechte Erklärung, aber ich kann es nicht besser formulieren. In meinem Kopf fügt sich alles nahtlos zusammen, aber ich kann das nicht gut in Worte fassen.
Btw., irgendwo muss es auch einen Punkt oder Bereich geben, von dem aus betrachtet das eine in das andere (Quersicht bzw. Längssicht) übergeht. Aber damit, und was genau man da ggf. sieht, hab ich mich noch nicht beschäftigt. Das kommt noch.
Zitat:
Wie misst man das Deiner Meinung nach?
Beim Myonenexperiment mittels Detektoren; man "kennt" die Streckenlänge, und misst einmal Eingangszeit und Ausgangszeit, und zum anderen die Anzahl der jeweils durchkommenden Myonen. Wie diese Detektoren genau arbeiten, kann ich aber nicht sagen. Mittels dem Prozentsatz und der ebenfalls bekannten Halbwertszeit lässt sich dann ausrechnen, wie viel Zeit im Inertialsystem der Myonen vergangen sein muss, damit unten nur noch so und soviel Prozent ankommen, und daraus wieder alles andere (Lorentzfaktor, -kontraktion, Zeitdilatation, usw.).
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 23. Jan 2026 18:19
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Ja, sonst hätte ich das kaum so betont. Ist schwierig zu erklären. Aber bezüglich Laufzeitverzögerung muss ich dir sicher nicht erklären, was der Unterschied ist zwischen einem RS, das deine Blickrichtung kreuzt, und einem RS, dem du entlang der Bewegungsachse hinterher schaust.
Doch.
Wie hängt für Dich Laufzeitverzögerung mit Zeitdilatation zusammen?
Und was ist ein RS?
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Trotzdem entspricht das eher einem Blick von der Seite; beide Messstellen befinden sich im Inertialsystem der Erde.
warum sollte die Zeitdilatation von der Blickrichtung abhängen?
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das braucht man auch nicht, sondern liest, wie oben gesagt die Myonenuhr ab.
Nein; man
misst
33 Mikrosekunden Differenz und
rechnet aus
, dass das ungefähr der Lebenszeit entspricht.
Wie misst man das Deiner Meinung nach?
Wolfgang092
Verfasst am: 23. Jan 2026 18:01
Titel:
Aruna Schrub
Zitat:
Allerdings sind Auskenner (wie Manfred Spitzer) der Meinung, dass ein menschliches Gehirn eher ein paradoxes Gefäß ist:
"Je mehr im Hirn drin ist, desto mehr passt hinein“
Das würde bedeuten, dass man mit dem, was schon da ist arbeitet und eventuell
Inhalte neu verknüpft und unpassende Verknüpfungen durch Nichtbenutzen abschwächt....
Das deckt sich mit der althergebrachten Meinung, dass man ein Gehirn auch trainieren kann, andernfalls es einrostet.
Zitat:
Ach? Blickrichtung war von Dir wörtlich gemeint?
Ja, sonst hätte ich das kaum so betont. Ist schwierig zu erklären. Aber bezüglich Laufzeitverzögerung muss ich dir sicher nicht erklären, was der Unterschied ist zwischen einem RS, das deine Blickrichtung kreuzt, und einem RS, dem du entlang der Bewegungsachse hinterher schaust.
Einen vergleichbaren Unterschied (der trotzdem ganz anders ist) gibt es, wenn du einem Schiff hinterher schaust ( oder aus einem Schiff nach hinten hinaus).
Zitat:
In der Bewegungsrichtung der Myonen (vertikal zur Erdatmosphäre) wurde an zwei Stellen die Konzentration von Myonen gemessen was einem Ablesen der Myonenuhr entspricht an zwei Stellen eines Maßstabes der in der Bewegungsrichtung der Myonen steht.
Trotzdem entspricht das eher einem Blick von der Seite; beide Messstellen befinden sich im Inertialsystem der Erde.
Zitat:
Das braucht man auch nicht, sondern liest, wie oben gesagt die Myonenuhr ab.
Nein; man
misst
33 Mikrosekunden Differenz und
rechnet aus
, dass das ungefähr der Lebenszeit entspricht.
Zitat:
da laufen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung eventuell etwas auseinander....
Das kann ich nicht beurteilen. Ich hab mich noch nie fremdwahrgenommen. 😉
Und nein, ich trolle nicht. Ich schreibe, was ich meine, und so, wie ich es aktuell verstehe.
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 23. Jan 2026 17:09
Titel:
Als Beispiel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Beim Myonenexperiment wurden die Myonen mit Detektoren aufgefangen. Da hat niemand denen entgegengeschaut.
Ach? Blickrichtung war von Dir wörtlich gemeint?
Auch bei der LK geht es um die Bewegungsrichtung.
In der Bewegungsrichtung der Myonen (vertikal zur Erdatmosphäre) wurde an zwei Stellen die Konzentration von Myonen gemessen, was einem Ablesen der Myonenuhr entspricht, an zwei Stellen eines Maßstabes der in der Bewegungsrichtung der Myonen steht.
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Außerdem wüsste ich gar nicht, wie man bei Myonen oder ähnlichen Elementarteilchen eine Verlangsamung von so was wie Körperbewegungen feststellen könnte. ☺️
Das braucht man auch nicht, sondern liest, wie oben gesagt, die Myonenuhr ab.
Und nein, das ist keine Armbanduhr, sondern das sind die Myonen selbst:
Eine Menge Myonen hat nämlich eine Halbwertszeit, so kann man an der Abnahme der Menge der Myonen auf die Zeit, die seit deren Entstehung vergangen, ist zurückschließen
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Was das Myonenexperiment aber unzweifelhaft bewiesen hat,
Diese Aussage ist in Physikerkreisen wertlos, wenn Du den Beweis nicht angeben kannst.
Aruna
Verfasst am: 23. Jan 2026 16:38
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
TomS schrub
Zitat:
Deine Vorstellungen sind nicht reparierbar, ich kann dir nur empfehlen, einen Reset zu machen
Wie stellst du dir so einen Reset vor?
https://www.youtube.com/watch?v=_s5V2Ex21qM
Allerdings sind Auskenner (wie Manfred Spitzer) der Meinung, dass ein menschliches Gehirn eher ein paradoxes Gefäß ist:
"Je mehr im Hirn drin ist, desto mehr passt hinein“
Das würde bedeuten, dass man mit dem, was schon da ist arbeitet und eventuell
Inhalte neu verknüpft und unpassende Verknüpfungen durch Nichtbenutzen abschwächt....
TomS
Verfasst am: 23. Jan 2026 14:33
Titel:
👍
Wolfgang092
Verfasst am: 23. Jan 2026 14:18
Titel:
TomS schrub
Zitat:
Ich werde mir mal die Mühe machen und eine no-nonsense Intro to SR schreiben
Das würde mich wirklich interessieren.
Wolfgang
TomS
Verfasst am: 23. Jan 2026 14:10
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Ich bin jemand, ich muss das
Prinzip
verstehen, mehr die logischen als die mathematischen Zusammenhänge.
Dann ist ein Reset zwingend.
Ich werde mir mal die Mühe machen und eine
no-nonsense Intro to SR
schreiben.
Wolfgang092
Verfasst am: 23. Jan 2026 14:03
Titel:
TomS schrub
Zitat:
Deine Vorstellungen sind nicht reparierbar, ich kann dir nur empfehlen, einen Reset zu machen
Wie stellst du dir so einen Reset vor? Mein Gehirn ist kein Computer. Aber ich lern gern dazu, auch gern neue Sichtweisen (das mein ich jetzt in Bezug auf RT, nicht auf Gehirn).
Zitat:
Andernfalls gelangst du nicht zur SRT, allenfalls zu einem Zerrbild, was du für die SRT hältst.
Inwiefern? Ich kann das, was die SRT beschreibt, im (meiner Meinung nach) vollem Umfang nachvollziehen, und bin bis jetzt noch nicht an irgend welche Grenzen gestoßen.
Zitat:
Und das hat alles nichts mit komplizierter Mathematik zu tun, ausschließlich mit Begrifflichkeiten.
Ja, mit Formeln hab ich nicht so, ich versteh sie zwar notfalls, wenn's wirklich sein muss, aber das kostet mich auf Dauer viel Energie. Ich bin jemand, ich muss das
Prinzip
verstehen, mehr die logischen als die mathematischen Zusammenhänge.
Wolfgang
TomS
Verfasst am: 23. Jan 2026 11:54
Titel:
Deine Vorstellungen sind
nicht reparierbar
, ich kann dir nur empfehlen, einen Reset zu machen. Andernfalls gelangst du nicht zur SRT, allenfalls zu einem Zerrbild, was du für die SRT hältst. Und das hat alles
nichts
mit komplizierter Mathematik zu tun, ausschließlich mit Begrifflichkeiten.
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
In deinem Verständnis dagegen (und in der Profan- und Fachliteratur) steht dagegen anscheinend die Zeitdilatation im Zentrum, und die LK ist nur eine Nebenerscheinung. Für mich ist aber leider nicht klar, wie sich das vom logischen Aufbau her erklären lässt.
Im Zentrum der Physik stehen Fragen nach messbaren Größen, wie sind sie definiert, wie werden sie berechnet, wie werden sie gemessen. Begriffe und anschauliche Bilder orientieren sich immer daran; sie sind sekundär. Du mischst dagegen Begriffe und Bilder, ohne sie auf korrekte Physik zu beziehen.
Ein Reset würde deine Verwirrung dahingehend lösen, dass du sinnlose Fragen als solche erkennst und gar nicht mehr stellst. Der Rest ist dann überschaubar.
Deine Entscheidung.
Wolfgang092
Verfasst am: 23. Jan 2026 11:33
Titel:
TomS schrub
Zitat:
Dann kannst du das sicher vorrechnen und die Messmethode beschreiben 😉
Leider nein; ich bin SW-Entwickler, kein Physiker.
Zitat:
Ich habe längere Zeit im Bereich der Teilchenphysik und Quantenfeldtheorie gearbeitet, und wenn es dort einen irrelevanten Begriff gibt, dann ist es die Lorentzkontraktion. Bei der Einführung der Relativitätstheorie wird sie häufig verwendet, ist aber für das Verständnis bestenfalls irrelevant, meist sogar hinderlich; gute Bücher verzichten völlig darauf.
Dan haben wir ein unterschiedliches Verständnis von den Ursachen und Folgen.
Für mich steht - derzeit - die LK im Zentrum, ich sehe keine Trennung zwischen Raumzeit selbst und Maßstab. Vielleicht ändert sich das noch, aber das ist mein aktueller Stand:
Die Raumzeit krümmt sich, oder ist - zumindest bezüglch Geschwindigkeit, bei Masse und ART bin ich noch nicht - eher ein Rotieren entlang der Flugbahn eines Photons AKA 45°-Winkels (rote Linie), wie ich das in meinem GIF dargestellt habe (in der Sichtweise eines beschleunigten Beobachters). Dabei befinden sich die Messpunkte in dem rotierenden Ruhe-Inertialsystem. Aufgrund der Transformation durch das Rotieren/die Krümung verkürzt sich im eigenen Inertialsystem die betreffende Streckenlänge. Durch diese kürzere Streckenlänge ergibt sich auch eine entsprechend kürzere Flugzeit. Das ist für den bewegten Beobachter real.
Für den ruhenden Beobachter muss dieser kürzere Weg (und z.B. die Raumschifflänge) und die kürzere Zeit zurück transformiert werden, was einer Expansion entspricht. Was der dann sieht, kann man sich vorstellen wie einen kurzen Film, den man in Zeitlupe durch einen Verzerrspiegel abspielt, welcher seitliche Strecken verkürzt (ich denke da an so was wie ein Spielgekabinett auf dem Jahrmarkt). So wird der kürzere Weg und die kürzere Zeit auf die ursprüngliche Weglänge und die ursprüngliche Zeit (im Bezugssystem des ruhenden Beobachters) abgebildet. Diese verzerrte Abbildung wird dann Zeitdilatation genannt (aber es wird ja genau genommen nicht nur die Zeit expandiert, sondern auch Strecken -z.B. die Raumschifflänge - gekürzt). Für mich ist die ZD nur ein zwangsweises Folgeprodukt aus der LK (bzw. genauer gesagt aus der Transformation).
In deinem Verständnis dagegen (und in der Profan- und Fachliteratur) steht dagegen anscheinend die Zeitdilatation im Zentrum, und die LK ist nur eine Nebenerscheinung. Für mich ist aber leider nicht klar, wie sich das vom logischen Aufbau her erklären lässt.
Wolfgang
TomS
Verfasst am: 23. Jan 2026 06:40
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Was das Myonenexperiment aber unzweifelhaft bewiesen hat, ist die Lorentzkontraktion der Strecke bei entsprechenden Geschwindigkeiten.
Dann kannst du das sicher vorrechnen und die Messmethode beschreiben 😉
Ich habe längere Zeit im Bereich der Teilchenphysik und Quantenfeldtheorie gearbeitet, und wenn es dort einen irrelevanten Begriff gibt, dann ist es die Lorentzkontraktion. Bei der Einführung der Relativitätstheorie wird sie häufig verwendet, ist aber für das Verständnis bestenfalls irrelevant, meist sogar hinderlich; gute Bücher verzichten völlig darauf.
“
Length contraction is not a phenomenon. It is a mistake.
”
(Taylor & Wheeler in 'Spacetime Physics')
Aruna
Verfasst am: 23. Jan 2026 00:25
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Aruna schrub
Zitat:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Hallo,
ich möchte nochmal kurz eingehen auf meine Behauptung, dass beim Blick entlang der Bewegungsachse keine Zeitdilatation Auftritt.
Wie passt diese Behauptung zusammen mit den die Ergebnissen des Myonenexperiments?
Beim Myonenexperiment wurden die Myonen mit Detektoren aufgefangen. Da hat niemand denen entgegengeschaut. Wäre auch relativ sinnfrei, weil Myonen weder mit bloßem Auge noch mit irgendwelchen Hilfsmittel einfach so sichtbar sind. Außerdem wüsste ich gar nicht, wie man bei Myonen oder ähnlichen Elementarteilchen eine Verlangsamung von so was wie Körperbewegungen feststellen könnte. ☺️
ich frage mich gerade, ob Du das ernst meinst, oder einfach nur trollst...
Wolfgang092
Verfasst am: 22. Jan 2026 22:39
Titel:
Aruna schrub
Zitat:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Hallo,
ich möchte nochmal kurz eingehen auf meine Behauptung, dass beim Blick entlang der Bewegungsachse keine Zeitdilatation Auftritt.
Wie passt diese Behauptung zusammen mit den die Ergebnissen des Myonenexperiments?
Beim Myonenexperiment wurden die Myonen mit Detektoren aufgefangen. Da hat niemand denen entgegengeschaut. Wäre auch relativ sinnfrei, weil Myonen weder mit bloßem Auge noch mit irgendwelchen Hilfsmittel einfach so sichtbar sind. Außerdem wüsste ich gar nicht, wie man bei Myonen oder ähnlichen Elementarteilchen eine Verlangsamung von so was wie Körperbewegungen feststellen könnte. ☺️
Was das Myonenexperiment aber unzweifelhaft bewiesen hat, ist die Lorentzkontraktion der Strecke bei entsprechenden Geschwindigkeiten. Und dass ein Beobachter, der Myonen
nicht
entlang der Bewegungsachse beobachtet, selbige theoretisch mit einer Zeitdilatation von ca. 1:15 beobachten könnte - wenn er so schnell schauen könnte. Über Beobachtungen entlang der Bewegungsachse sagt es nix aus. Sorry.
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 22. Jan 2026 19:43
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Hallo,
ich möchte nochmal kurz eingehen auf meine Behauptung, dass beim Blick entlang der Bewegungsachse keine Zeitdilatation Auftritt.
Wie passt diese Behauptung zusammen mit den die Ergebnissen des Myonenexperiments?
https://www.leifiphysik.de/relativitaetstheorie/erster-einblick/versuche/myonenexperiment-von-rossi-und-hall
Aruna
Verfasst am: 22. Jan 2026 13:49
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Das müsste man ganz genau hinschauen, ob Bob beim Beschleunigen in den Sitz gepresst wird, oder beim Bremsen nach vorne....
... oder nach unten oder oben oder seitlich - je nachdem wie der Sitz relativ zur Beschleunigungsrichtung angebracht ist.
Bei einem Raumschiff, das ich annehmbarer Zeit (z.B. weniger als drei Monate) auf 0,6c beschleunigen kann, würde ich den Sitz schon in Bewegungsrichtung anbringen....
DrStupid
Verfasst am: 22. Jan 2026 13:43
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Das müsste man ganz genau hinschauen, ob Bob beim Beschleunigen in den Sitz gepresst wird, oder beim Bremsen nach vorne....
... oder nach unten oder oben oder seitlich - je nachdem wie der Sitz relativ zur Beschleunigungsrichtung angebracht ist. Für die Frage ist das allerdings irrelevant. Da ist nur die Bewegung relativ zu den jeweiligen Beobachtern interessant.
Aruna
Verfasst am: 22. Jan 2026 13:36
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Dann dümpeln Anton und Bob antriebslos irgendwo im Weltall. Schließlich startet Bob seinen Antrieb, beschleunigt auf 0,6
c
, und fliegt davon. Behauptet zumindest Beobachter 1. Beobachter 2 widerspricht dem energisch, und behauptet, beide wären zu Beginn mit 0,6
c
unterwegs gewesen, bis Bob gebremst habe, und jetzt dort hinten antriebslos im Weltall schwebe.
Wer von beiden hat Recht, oder besser gesagt unrecht?
Das müsste man ganz genau hinschauen, ob Bob beim Beschleunigen in den Sitz gepresst wird, oder beim Bremsen nach vorne....
Wolfgang092
Verfasst am: 22. Jan 2026 10:10
Titel:
Hallo,
ich möchte nochmal kurz eingehen auf meine Behauptung, dass beim Blick entlang der Bewegungsachse keine Zeitdilatation Auftritt. Ich vermeine da doch den ein oder anderen Zweifel verspürt zu haben.
Betrachten wir mal den ersten Teil des Zwillingsparadoxon, den Hinflug. Und lassen wir die Erde weg. Dann dümpeln Anton und Bob antriebslos irgendwo im Weltall. Schließlich startet Bob seinen Antrieb, beschleunigt auf 0,6
c
, und fliegt davon. Behauptet zumindest Beobachter 1. Beobachter 2 widerspricht dem energisch, und behauptet, beide wären zu Beginn mit 0,6
c
unterwegs gewesen, bis Bob gebremst habe, und jetzt dort hinten antriebslos im Weltall schwebe.
Wer von beiden hat Recht, oder besser gesagt unrecht? Wenn B 1 Recht hat, bewegt sich Bob, und für ihn ist ist die Sicht nach vorn und hinten verkürzt. Wenn B 2 Recht hat, dann bewegt sich Anton, und für
ihn
ist die Sicht nach vorne und hinten verkürzt. Und wenn beide Recht haben ... Q.E.D.
Anmerkung: Diese Lorenzkontraktion gilt von der Erde aus latürnich nur bezogen auf das Raumschiff, keine anderen Objekte. Letztere befinden sich ja mehr oder minder im selben Bezugssystem wie die Erde selbst.
Wolfgang
Wolfgang092
Verfasst am: 22. Jan 2026 06:44
Titel:
Aruna schrub
Zitat:
Das Minkowskidiagramm zeigt die Sicht aus einem Intertialsystem.
Daher wird das meist aus dem Ruhesystem des zurückgebliebenden Zwillings gezeichnet.
Das hier kommt Deinem Daumenkino m.E. am Nächsten, da wird immer der Ruherahmen des reisenden Zwillings dargestellt, der sich gerade im Ursprung befindet:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Twin_Paradox_Animated.gif
Das kannte ich noch nicht; nur das TwinParadoxProperAcceleration.svg, und
https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lorentz_transform_of_world_line.gif
Was mir dabei aber etwas weniger gut gefällt, sind die langen Beschleuunigungs- und Bremsphasen. Da ist weniger als 1/3 der Strecke echte Flugphase. Ich hatte in meiner Skizze mich für je 1 Jahr entschieden, was dann halt zu diesem Zacken führt.
Aber ich sehe gerade, der Zacken ist eh falsch, viel zu lang. Ich hab die grüne Linie fälschlich bei 10 auf der x-Achse eingetragen, und mal wieder alles durcheinander gebracht (10
Jahre
für
6
LJ). Müsste aber eigentlich ... <Kopfkratz>hmmm, ja, wo sein<Kopfkratz/>?
Eigentlich doch bei 6 auf der x-Achse; oder? Oder bei der 6 auf der x'-Achse? <Zweifel>Nein<Zweifel/>
Wolfgang
Wolfgang092
Verfasst am: 22. Jan 2026 01:01
Titel:
ML schrub
Zitat:
Ich verstehe den Einwand nicht. Wir betrachten doch ohnehin nur eine Raumrichtung. Was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff seitlich?
Mit seitlich meine ich, dass der Beobachter querab steht, mit Blickrichtung 90° zur Bewegungsrichtung. Wenn du ein großes T betrachtest, dann ist der Querstrich die Bewegungsrichtung, und der Beobachter befindet sich am Fuß des senkrechten Striches. Beim Zwillingsparadoxon dagegen ist es wie bei einem großen I, der senkrechte Strich ist die Bewegungsrichtung, und am oberen bzw. unteren Ende befindet sich jeweils einer der Zwillinge.
Sorry, wenn ich mich nicht immer verständlich ausdrücke, aber ich bin SW-Entwickler, kein Physiker, sozusagen Laie.
Wolfgang
ML
Verfasst am: 21. Jan 2026 23:44
Titel:
Hallo,
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
ML schrub am 21. Jan 2026 16:46
Zitat:
Die untere graue Linie von B' nach B, die ich eingezeichnet habe, ist parallel zur x'-Achse und läuft auf einer der Hilfslinien, die im gestrichenen Bezugssystem Gleichzeitigkeit angeben.
Ja. Und das ist bei einem seitlichen Beobachter auch korrekt. Die beiden beobachten sich aber entlang der Bewegungsachse.
Ich verstehe den Einwand nicht. Wir betrachten doch ohnehin nur eine Raumrichtung. Was bedeutet in diesem Zusammenhang der Begriff seitlich?
Viele Grüße
Michael
Aruna
Verfasst am: 21. Jan 2026 23:41
Titel:
Wolfgang092 hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Im Diagramm steht irgendwas von Abbremsen und Beschleunigen, und ich sehe eine orangene Linie. Hat das beides was miteinander zu tun?
Ja. Ich wusste (und weiß immer noch) nicht, wie man einzeichnen kann, dass sich das RS von dem einen Inertialsystem kontinuierlich sozusagen durch viele andere IS hindurch zu dem anderen hin bewegt.
Das Minkowskidiagramm zeigt die Sicht aus einem Intertialsystem.
Daher wird das meist aus dem Ruhesystem des zurückgebliebenden Zwillings gezeichnet.
Das hier kommt Deinem Daumenkino m.E. am Nächsten, da wird immer der Ruherahmen des reisenden Zwillings dargestellt, der sich gerade im Ursprung befindet:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Twin_Paradox_Animated.gif
Ansonsten wurden in einem anderen Thread Rindlerkoordinaten für die Sicht des reisenden Zwillings betrachtet:
Postulator hat Folgendes geschrieben:
5com hat Folgendes geschrieben:
Will jedoch ein beschleunigter Zwilling die Differenzen der Eigenzeiten berechnen, scheitert m.E. die Formel (1). Denn die von einem beschleunigten Zwilling aus seinem eigenen Koordinatensystem heraus beim anderen Zwilling vom Startpunkt bis zur Wiedervereinigung beobachteten Geschwindigkeiten können ja unterschiedliche Ursachen haben (Beschleunigung beobachtender Zwilling, Beschleunigung beobachteter Zwilling, Beschleunigung beider Zwillinge), was ja in Hinblick auf die Differenz der Eigenzeiten nach Wiedervereinigung sehr wohl einen Unterschied macht.
Formel 1 gilt in dieser Form definitionsgemäß nur für Inertialsysteme. Möchtest du ein Ruhesystem des beschleunigten Reisenden definieren, brauchst du
Rindlerkoordinaten
, in denen tatsächlich die
Eigenbeschleunigung
a(t) auftritt, welche direkt von einem Beschleunigungssensor gemessen wird. Hier gilt die Formel
(1):
mit
als Eigenbeschleunigung und
als Abstand zwischen den Zwillingen.
Die Sicht des Reisenden sieht also so aus: Er beobachtet wie sich der
Sesshafte
zuerst mit -v bewegt und während der Rückreise mit +v, und zwar jeweils während der Zeit t, also insgesamt
. In diese Perioden ist der Sesshafte tatsächlich zeitdilatiert gemäß
also genähert die Differenz
(2):
Doch was passiert während der Umkehrphase? Hier erinnern wir uns an Gleichung 1 und bemerken, dass T (die Zeit des Sesshaften) schneller vergeht als T' (die Zeit des Reisenden), und zwar um:
(3)
In kleinster Näherung können wir schreiben
(denn der Zwilling wechselt von -v zu +v in vernachlässigbar kurzer Zeit) und
da er die Zeit
brauchte um den Abstand
zu erreichen, also eingesetzt in Formel 3:
(4)
Gemäß Formel (2) ist der Sesshafte während der gleichförmigen Bewegung um
langsamer gealtert, jedoch während seiner scheinbaren Beschleunigung (4) um eine
größeren
Betrag
schneller
gealtert.
Also auch unter Benutzung des beschleunigten Koordinatensystems des Reisenden ergibt sich, dass der Sesshafter der Ältere ist.
Zugegeben, im Grunde ist das alles überflüssig, denn dasselbe Ergebnis erhält man ja auch im Inertialsystem des Sesshaften.
ich glaube aber auch, dass es da dann ein Horizont auftritt...
Okay, hab nachgeschaut, TomS hatte das so ausgedrückt:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Das Problem bei Rindlerkoordinaten ist allerdings, dass sie eine Koordinatensingularität aufweisen, jenseits derer der andere Beobachter schlicht nicht mehr beschrieben werden kann. D.h. dass das mitbewegte, nicht-inertiale Ruhesystem eines beliebig beschleunigten Beobachters i.A. nicht geeignet ist, globale Koordinaten zu definieren, in denen beliebige andere Beobachter darstellbar sind.
siehe hier:
https://www.physikerboard.de/ptopic,411315,rindlerkoordinaten.html#411315
Wolfgang092
Verfasst am: 21. Jan 2026 23:15
Titel:
Hallo,
hab grad erst entdeckt, dass es auf hier der zweiten Seite weiter geht (Tomaten, Augen, usw.). Sorry.
Ich antworte jetzt hier mal auf mehrere Artikel in einem.
Aruna schrub am 20. Jan 2026 19:58
Zitat:
1.) Dass die Frage, wer nun beim Wiedertreffen tatsächlich älter ist, vom gesamten konkreten Weg durch die Raumzeit zwischen dem Trennen und der Wiedervereinigung abhängt und den entsprechenden unterschiedlich vergangenen Eigenzeiten.
Das habe ich inzwischen auch festgestellt. Allerdings schließt das zwingend auch die Brems- und Beschleunigungsmanöver am Wendepunkt ein. Denn nur im Unterschlagen derselben versteckt sich das angebliche Paradoxon.
Zitat:
2.) Erläuterungen zum Zwillingsparadoxon in einem Minkowski-Diagramm
Beim Zwillingsparadoxon gibt es eine Komplikation, die ich vermeiden wollte. Die beiden Akteure dort beobachten sich entlang der Bewegungsachse. Ich wollte den jeweils Anderen aus seitlicher Sicht betrachtet wissen. Inzwischen kann ich mein Szenario und das Zwillingsparadoxon aber unter einen Hut bringen.
Zitat:
3.) Erklärungen, die auf die Relativität der Gleichzeitigkeit abheben.
Ja, in diesem Punkt muss ich tatsächlich Asche auf mein Haupt streuen. Ich habe die
Bedeutung
der Gleichzeitigkeit für die Lösung nicht erkannt.
Aruna schrub am 20. Jan 2026 20:16
Zitat:
In einem Minkowski-Diagramm bedeutet eine geringere Steigung/spitzerer Winkel zur x-Achse eine höhere Geschwindigkeit (mehr Weg in der gleichen Zeit)
Licht hat die Geschwindigkeit c und bewegt sich daher stets parallel zur Winkelhalbierenden (bzw. in der Gegenrichtung zur Winkelhalbierenden von dem Quadraten für -x)
Eine Linie, die einen spitzeren Winkel zur X-Achse hat als Licht (in der Zeit t einen größeren Weg als ct zurücklegt) würde Überlichgeschwindigkeit bedeuten.
Bei Deiner Spitze beschleunigt der eine Zwilling also auf Überlichtgeschwindigkeit, haut am "Ziel" den Rückwärtsgang rein und beschleunigt instantan auf Überlichtgeschwindigkeit in die Gegenrichtung....
Nein, so ist das nicht gemeint. Die orange Flugbahn soll den Übergang von dem einen zum anderen Inertialsystem und damit Abnahme des Lorentzfaktors darstellen. Ich weiß nicht, wie man das anders im Minkowski-Diagramm darstellen könnte. Das Raumschiff bremst, dadurch verkleinert sich der Lorentzfaktor, dadurch die -kontraktion, und dadurch nähert sich das Schiff dem Inertialsystem von Anton, und damit dem Zielpunkt in Ruhe-Entfernung. Subjektiv gesehen, d.h. in Daniels eigenem Bezugssystem, ist er schon längst dort.
TomS schrub am 20. Jan 2026 21:51
Zitat:
es handelt sich um eine ganz gewöhnliche Aufgabestellung im Umfeld des "Zwillingsparadixons"; man kann dieses dahingehend erweitern, dass kein Treffen stattfindet, jedoch der Austausch von Uhrzeiten mittels Lichtsignalen erfolgt.
Es gibt hier kein Problem, kein Paradoxon, keinen Widerspruch.
Ich stimme dir inzwischen fast voll zu. Es gibt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Im ZP betrachten sich die beiden Brüder entlang der Bewegungsrichtung. Dadurch sehen sie sich in "Echtheit", nur durch Laufzeitverzögerung verzerrt. Bei meinem Szenario betrachten sie sich seitlich. Dadurch fällt die Laufzeitverzögerung raus, dafür kommt Zeitdilatation ins Spiel.
Zitat:
Es ist tatsächlich so, und das wird auch experimentell bestätigt, 1) dass jeder der Beteiligten einem jeweils anderen relativ zu ihm selbst bewegten Beteiligten in jedem Moment einen langsameren Zeitverlauf zuschreibt. Außerdem kann man berechnen, 2) dass bei einem Zusammentreffen oder bei der Übertragung per Signal tatsächlich konsistente Zeitmessungen vorliegen. Darin liegt kein Widerspruch, da für (1) und (2) unterschiedliche Messgrößen betrachtet werden.
Auch hier stimme ich dir voll zu, mit der Einschränkung, das eben nirgends darauf hingewiesen wird, dass völlig unterschiedliche Inertialsysteme (du sagst Messgrößen) vorliegen.
ML schrub am 21. Jan 2026 16:46
Zitat:
Die untere graue Linie von B' nach B, die ich eingezeichnet habe, ist parallel zur x'-Achse und läuft auf einer der Hilfslinien, die im gestrichenen Bezugssystem Gleichzeitigkeit angeben.
Ja. Und das ist bei einem seitlichen Beobachter auch korrekt. Die beiden beobachten sich aber entlang der Bewegungsachse.
Zitat:
Im Diagramm steht irgendwas von Abbremsen und Beschleunigen, und ich sehe eine orangene Linie. Hat das beides was miteinander zu tun?
Ja. Ich wusste (und weiß immer noch) nicht, wie man einzeichnen kann, dass sich das RS von dem einen Inertialsystem kontinuierlich sozusagen durch viele andere IS hindurch zu dem anderen hin bewegt. Und am Umkehrpunkt, wenn das RS sich in Ruhe zum Ausgangspunkt befindet, befindet er sich auch in dessen Inertialsystem, und ist die reale Null-Entfernung von diesem entfernt. Die orange Kurve beschreibt (bzw.
soll das
) sozusagen den Relativ-Shift, nicht einen wirklich zurück gelegten Weg (naja, ok, irgendwie überlagert sich das miteinander)
Wolfgang
Aruna
Verfasst am: 21. Jan 2026 16:51
Titel:
Hallo Michal,
ML hat Folgendes geschrieben:
Hallo,
Aruna hat Folgendes geschrieben:
@ML:
bitte lies Dir die Frage von Wolfgang092 nochmal aufmerksam durch, und versteh endlich, dass die nix (in Worten: nix) mit dem Zwillingsparadoxon zu tun hat:(Hervorhebung von mir)
Es geht um die Frage, weshalb Reisende, die entlang verschiedener Weltlinien von A nach B reisen (jeweils mit einer Begegnung bei A und B), dabei verschiedene Eigenzeiten messen.
Man kann die Weltlinien dabei besonders einfach halten (wie im Standard-Lehrbuchbeispiel) oder auch komplizierter (wie bei Wolfgangs Beispiel).
Im Kern stößt man dabei aber auf die gleichen Fragen. Insofern ist Wolfgangs Frage aus meiner Sicht eine Variation des Zwillingsparadoxons.
Ja, das ist es auch aus meiner Sicht....
Die obige Aufforderung war ironisch gemeint, ich hab leider kein passendes Smilie gefunden, bzw. dachte, das wäre offensichtlich.
Ich finde es schade, dass Deine Mühe hier auf eine solche Resonanz beim Fragesteller stößt...
Positiv daran ist, dass ich motiviert durch die Posts hier nun auf die Darstellung der Gleichzeitigkeitslinien in einem glatten Beschleunigungsverlauf gestoßen bin, wo dann kein instantaner "Kameraschwenk" wie in der üblichen, eckigen Darstellung, stattfindet, mit einer Zeitlücke als Artefakt einer unphysikalischen Beschleunigung, aber eine deutliche Zeitkontraktion der Erdzeit aus der Sicht des Reisenden beim Wendeprozess.
Jetzt muss ich das noch irgendwie mit meiner Vorstellung der Integralbildung
zusammenbringen....
ML
Verfasst am: 21. Jan 2026 16:46
Titel:
Hallo,
Zitat:
Btw. hast du einen kleinen Fehler gemacht, die obere Gleichzeitigkeitslinie (hellgrau) muss natürlich 6,4 LJ von 20 entfernt sein, also
unterhalb
von "14" auf Antons Linie trreffen. Ich hab das korrigiert.
Das ist richtig. Danke.
Zitat:
Trotzdem sind deine Gleichzeitigkeitslinien falsch gezeichnent, nach ihnen würden Anton und Bob sich eweils unter Zeitdilatation sehen. ich hab mal die korrekten Gleichzeitigkeitslinien eingezeichnet (dunkelgrau).
Die untere graue Linie von B' nach B, die ich eingezeichnet habe, ist parallel zur x'-Achse und läuft auf einer der Hilfslinien, die im gestrichenen Bezugssystem Gleichzeitigkeit angeben.
Im Diagramm steht irgendwas von Abbremsen und Beschleunigen, und ich sehe eine orangene Linie. Hat das beides was miteinander zu tun?
Viele Grüße
Michael
ML
Verfasst am: 21. Jan 2026 16:21
Titel:
Hallo,
Aruna hat Folgendes geschrieben:
@ML:
bitte lies Dir die Frage von Wolfgang092 nochmal aufmerksam durch, und versteh endlich, dass die nix (in Worten: nix) mit dem Zwillingsparadoxon zu tun hat:(Hervorhebung von mir)
Es geht um die Frage, weshalb Reisende, die entlang verschiedener Weltlinien von A nach B reisen (jeweils mit einer Begegnung bei A und B), dabei verschiedene Eigenzeiten messen.
Man kann die Weltlinien dabei besonders einfach halten (wie im Standard-Lehrbuchbeispiel) oder auch komplizierter (wie bei Wolfgangs Beispiel).
Im Kern stößt man dabei aber auf die gleichen Fragen. Insofern ist Wolfgangs Frage aus meiner Sicht eine Variation des Zwillingsparadoxons. Wenn du das anders siehst, kannst du mir gerne den Punkt nennen, den ich übersehe oder unterschätze.
Darüber hinaus wurde gefragt, welcher Altersunterschied sich beim Durchlaufen von zwei konkret angegebenen Weltlinieni ergibt. Hierzu habe ich eine konkrete Antwort gegeben. Falls es bei meiner Rechnung ein Problem geben sollte, würde ich mich über eine Korrektur freuen.
Viele Grüße
Michael
Aruna
Verfasst am: 21. Jan 2026 01:41
Titel:
hier die Darstellung eines glatten Beschleunigunsverlaufs mit Gleichzeitigkeitslinien:
https://en.wikipedia.org/wiki/Twin_paradox#/media/File:TwinParadoxProperAcceleration.svg
und hier eine Animation, in die Weltlinien dynamisch so angepasst werden, dass der Sicht aus dem "momentanen Bezugssystem" des reisenden Zwillings entspricht:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/5/53/Twin_Paradox_Animated.gif
(beides von hier:
https://en.wikipedia.org/wiki/Twin_paradox#
)