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[quote="TomS"]Da die beiden Messungen bei A und B korreliert sind, muss man das mitberücksichtigen. Aber ja, man kann diese Aufteilung vornehmen; in meinem Beispiel mit den schwarzweißen Kugeln entspräche das den Anfangsbedingungen.[/quote]
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TomS
Verfasst am: 07. Jan 2026 11:38
Titel:
Super, danke.
TechnikFan
Verfasst am: 07. Jan 2026 10:11
Titel:
Kisu123 hat Folgendes geschrieben:
wenn irgendeine
beliebige (aber feste)
Verteilung vorliegt und im Experiment bereits die Messeinstellungen gewählt wurden, dann geht man davon aus, dass dieselbe Verteilung vorgelegen hätte, wenn andere Einstellungen gewählt worden wären.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum sollte sich an rho etwas ändern, wenn man am Experiment d.h. an der Quelle der Photonen, Elektronen o.ä. nichts ändert?
Ich glaube der Knoten in meinen Gedankengängen ist gelöst.
Ich weiß jetzt, wo die lineare Korrelation herkommt.
Meine Zweifel bei den Umformungen von (14) nach (15) sind zerstreut.
Ich habe vorerst keine Fragen mehr und danke allen, die mir geholfen haben, [Bell1964] besser zu verstehen.
TomS
Verfasst am: 07. Jan 2026 06:39
Titel:
Kisu123 hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich verstehe Kisu123 nicht so, das diese Punkte hier angebracht wären, sondern eher so, dass man physikalisch vernünftige Annahmen treffen sollte, und schauen, wie weit man damit kommt.
So war es auch gemeint.
👍
Kisu123 hat Folgendes geschrieben:
Btw. aus dem Wikipedia "Superdeterminism":
Nobel Prize in Physics winner Gerard 't Hooft discussed this loophole with John Bell in the early 1980s:
I raised the question: Suppose that also Alice's and Bob's decisions have to be seen as not coming out of free will, but being determined by everything in the theory. John said, well, you know, that I have to exclude. If it's possible, then what I said doesn't apply..."
Siehe dazu hier:
https://www.physikerboard.de/ptopic,412835.html#412835
Kisu123
Verfasst am: 06. Jan 2026 23:18
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich verstehe Kisu123 nicht so, das diese Punkte hier angebracht wären, sondern eher so, dass man physikalisch vernünftige Annahmen treffen sollte, und schauen, wie weit man damit kommt.
So war es auch gemeint.
Btw. aus dem Wikipedia "Superdeterminism":
Nobel Prize in Physics winner Gerard 't Hooft discussed this loophole with John Bell in the early 1980s:
I raised the question: Suppose that also Alice's and Bob's decisions have to be seen as not coming out of free will, but being determined by everything in the theory. John said, well, you know, that I have to exclude. If it's possible, then what I said doesn't apply..."
TomS
Verfasst am: 06. Jan 2026 22:52
Titel:
Ich verstehe Kisu123 nicht so, das diese Punkte hier angebracht wären, sondern eher so, dass man physikalisch vernünftige Annahmen treffen sollte, und schauen, wie weit man damit kommt.
Qubit
Verfasst am: 06. Jan 2026 22:18
Titel:
Kisu123 hat Folgendes geschrieben:
Ohne diese Annahme müsste man "Verschwörungen" wie Supertederminismus diskutieren und die für die Argumentation/Ungleichung notwendige Faktorisierung wäre nicht machbar.
"Superdeterminismus" ist aber reine Metaphysik, hat nichts mehr mit "Interpretationen" der Quantenmechanik zu tun, gilt gar für alle Wissenschaften.
Und von Metaphysik sollten sich die Wissenschaften distanzieren, insbesondere die Naturwissenschaften. Ansonsten landen wir da in alten Zeiten, da Physik noch mehr Philosophie als Wissenschaft war..
TomS
Verfasst am: 06. Jan 2026 22:09
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich meine die Einschränkung, dass in
das rho(lambda) im linken Integral dem rho(lambda) im rechten Integral für alle lambda gleich sein muss.
Warum sollte sich an rho etwas ändern, wenn man am Experiment d.h. an der Quelle der Photonen, Elektronen o.ä. nichts ändert?
Kisu123
Verfasst am: 06. Jan 2026 21:56
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Nachtrag:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die Funktionen rho (lambda) sind in beiden Integralen identisch. Warum sollte etwas nicht identisch sein, wenn es doch gleich bezeichnet wird?
Das habe ich als Argument nicht ernst genommen.
Das ist kein Argument, sondern eine der Voraussetzungen für die Argumentation - die statistische Unabhängigkeit der Wahrscheinlichkeitsverteilung unabhängiger Variablen von den Messeinstellungen: wenn irgendeine beliebige (aber feste) Verteilung vorliegt und im Experiment bereits die Messeinstellungen gewählt wurden, dann geht man davon aus, dass dieselbe Verteilung vorgelegen hätte, wenn andere Einstellungen gewählt worden wären. Ohne diese Annahme müsste man "Verschwörungen" wie Supertederminismus diskutieren und die für die Argumentation/Ungleichung notwendige Faktorisierung wäre nicht machbar.
TechnikFan
Verfasst am: 06. Jan 2026 20:08
Titel:
Nachtrag:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die Funktionen rho (lambda) sind in beiden Integralen identisch. Warum sollte etwas nicht identisch sein, wenn es doch gleich bezeichnet wird?
Das habe ich als Argument nicht ernst genommen.
TechnikFan
Verfasst am: 06. Jan 2026 19:45
Titel:
Ich meine die Einschränkung, dass in
das rho(lambda) im linken Integral dem rho(lambda) im rechten Integral für alle lambda gleich sein muss.
TomS
Verfasst am: 06. Jan 2026 19:23
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Bell nimmt an der Stelle keine unterschiedlichen rhos an.
Dass Bell hier keinen Unterschied macht, habe ich schon selber gemerkt ;-)
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es läuft darauf hinaus, dass
Das entspräche dem Wert der Variablen lambda im 236ten Run.
Wie erklärst du dann, dass A(a,lambda) für sich alleine gemessen mal +1 und mal -1 liefert?
Das 236ste Photon liefert +1, das 237ste +1, das 238ste -1 …
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Im 236ten Run kann ich entweder A(a,lambda) zusammen mit A(b,lambda) oder zusammen mit A(c,lambda) messen. Es fällt mir schwer, zwischen den Runs bei praktischen Experimenten und den Runs zur Ermittlung bzw. Festlegung der Rho(lambda) zu unterscheiden.
Es gibt keine Experimente zur Bestimmung von rho(lambda).
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Bei II. Formulation [Bell1964] macht Bell keinerlei Einschränkungen bzgl. lambda und auch nicht bzgl. rho(lambda) (außer natürlich dass das Integral über rho(lambda) 1 ergibt).
Die Argumentation von Bell funktioniert für jedes beliebige rho(lambda). Genauer: kein denkbares rho für LHVs lambda kann die Realität beschreiben.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Mich verwirrt, dass bei den Umformungen in IV [Bell1964] dann doch Einschränkungen gemacht werden.
Welche meinst du? Ich sehe keine für rho(lambda).
TechnikFan
Verfasst am: 06. Jan 2026 19:01
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Bell nimmt an der Stelle keine unterschiedlichen rhos an.
Dass Bell hier keinen Unterschied macht, habe ich schon selber gemerkt ;-)
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es läuft darauf hinaus, dass
Das entspräche dem Wert der Variablen lambda im 236ten Run.
Wie erklärst du dann, dass A(a,lambda) für sich alleine gemessen mal +1 und mal -1 liefert?
Im 236ten Run kann ich entweder A(a,lambda) zusammen mit A(b,lambda) oder zusammen mit A(c,la) messen. Es fällt mir schwer, zwischen den Runs bei praktischen Experimenten und den Runs zur Ermittlung bzw. Festlegung der Rho(lambda) zu unterscheiden.
Bei II. Formulation [Bell1964] macht Bell keinerlei Einschränkungen bzgl. lambda und auch nicht bzgl. rho(lambda) (außer natürlich dass das Integral über rho(lambda) 1 ergibt). Dies wird auch im Video zwischen 1:15:40 und 1:22:00 so beschrieben, und ich gehe deshalb davon aus, dass ich rho(lambda) und die Menge Lambda beliebig wählen darf. Mich verwirrt, dass bei den Umformungen in IV [Bell1964] dann doch Einschränkungen gemacht werden.
Alexy6
Verfasst am: 06. Jan 2026 15:24
Titel:
Hey! 😊 Dein Punkt zur Abhängigkeit vom Auswertungsrahmen trifft es echt gut. In der Physik – wie im Alltag – kann dieselbe Basis zu völlig anderen Ergebnissen führen, je nach Blickwinkel. Das erinnert mich an Familien: gleiche Werte, aber jede Person lebt sie anders. Lustigerweise bin ich kürzlich auf einen Shop gestoßen, der genau dieses Zusammenspiel aus Einheit und Variation aufgreift, mit abgestimmter Kleidung für Eltern, Kinder oder Paare – echte
Mode, inspiriert von familiären Bindungen
. Hat nichts mit Integralen zu tun, aber der Vergleich passt irgendwie 😄
TomS
Verfasst am: 05. Jan 2026 23:51
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich komme zu dem nächsten Punkt, den ich in [Bell1964] nicht verstehe, und hoffe, dass ich nicht wieder Grundregeln bei der Integralrechnung verletze ;-)
Dann ist
Wenn a und b z.B. fast in die gleiche Richtung zeigen und a und c z.B. fast 90 Grad zueinander haben, kommen für P(a,b) und P(a,c) sehr unterschiedliche Werte heraus.
Dies bedeutet, dass
in dem ersten Integral sehr unterschiedlich zu dem
in dem zweiten Integral ist.
Nein.
Die Funktionen rho (lambda) sind in beiden Integralen identisch. Warum sollte etwas nicht identisch sein, wenn es doch gleich bezeichnet wird?
Die Integrale für P(a,b) und P(a,c) haben für gleiches a jedoch verschiedenen Werten von b und c deswegen unterschiedliche Werte, weil damit die beiden Funktionen A(b,lambda) und A(c,lambda) für das selbe lambda verschiedene Werte liefern.
TomS
Verfasst am: 05. Jan 2026 23:44
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
D.h. letztlich steht da eine Summe mit einzelnen Termen
mit
gleichen oder unterschiedlichen
lambdas.
Das heißt, das
in
ist gleich oder unterschiedlich zu dem
in
und ist gleich oder unterschiedlich zu dem
in
. Richtig?
Bei der Differenz
sind die
‘s in den A(a)-Termen natürlich gleich, und lassen sich deshalb ausklammern. Richtig?
Es läuft darauf hinaus, dass
Das entspräche dem Wert der Variablen lambda im 236ten Run.
Telefonmann
Verfasst am: 05. Jan 2026 20:00
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Wenn diese
‘s unterschiedlich sind, wie kann man die beiden Intergrale zu einem Integral mit
einem gemeinsamen
zusammenfassen?
Bell nimmt an der Stelle keine unterschiedlichen rhos an.
TechnikFan
Verfasst am: 05. Jan 2026 19:35
Titel:
Ich komme zu dem nächsten Punkt, den ich in [Bell1964] nicht verstehe, und hoffe, dass ich nicht wieder Grundregeln bei der Integralrechnung verletze ;-)
Dann ist
Wenn a und b z.B. fast in die gleiche Richtung zeigen und a und c z.B. fast 90 Grad zueinander haben, kommen für P(a,b) und P(a,c) sehr unterschiedliche Werte heraus.
Dies bedeutet, dass
in dem ersten Integral sehr unterschiedlich zu dem
in dem zweiten Integral ist.
Wenn diese
‘s unterschiedlich sind, wie kann man die beiden Intergrale zu einem Integral mit
einem gemeinsamen
zusammenfassen?
TechnikFan
Verfasst am: 05. Jan 2026 19:24
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Schau dir bitte die Darstellung mittels der Summe an und stelle mir dann diese Frage nochmal … oder nicht mehr 😉
@TechnikFan: Falls du bei Integralen generell unsicher bist....
Nur bei Integralen über Variablen, die alles mögliche sein können ;-)
@ TomS: Ich stelle die Frage nicht mehr.
TechnikFan
Verfasst am: 05. Jan 2026 19:12
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
D.h. letztlich steht da eine Summe mit einzelnen Termen
mit
gleichen oder unterschiedlichen
lambdas.
Das heißt, das
in
ist gleich oder unterschiedlich zu dem
in
und ist gleich oder unterschiedlich zu dem
in
. Richtig?
Bei der Differenz
sind die
‘s in den A(a)-Termen natürlich gleich, und lassen sich deshalb ausklammern. Richtig?
Telefonmann
Verfasst am: 05. Jan 2026 18:59
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Schau dir bitte die Darstellung mittels der Summe an und stelle mir dann diese Frage nochmal … oder nicht mehr 😉
@TechnikFan: Falls du bei Integralen generell unsicher bist, sollte die Diskussion zu Bell64 auch meiner Meinung nach solange pausieren, bis zuerst solche Grundlagen ausreichend geklärt sind.
Telefonmann
Verfasst am: 05. Jan 2026 18:52
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Interpretiere ich das richtig, wenn ich sage, dass die A(a,la) in A(a,la)*A(b,la) und A(a,la)*A(c,la) unterschiedlich sein können, sich dies aber bei der Integration ausmittelt?
(la kurz für lambda)
Nein, denn sonst wäre das A(a,la) keine eindeutige Funktion mehr. Da A(a,la) als Funktion verwendet wird, darf man davon ausgehen, dass zu jedem Wert von la auch nur ein Funktionswert A(a,la) existiert.
TomS
Verfasst am: 05. Jan 2026 18:18
Titel:
Schau dir bitte die Darstellung mittels der Summe an und stelle mir dann diese Frage nochmal … oder nicht mehr 😉
TechnikFan
Verfasst am: 05. Jan 2026 15:34
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte das weiter oben ... unnummerierten Gleichung zwischen (14) und (15).
Interpretiere ich das richtig, wenn ich sage, dass die A(a,la) in A(a,la)*A(b,la) und A(a,la)*A(c,la) unterschiedlich sein können, sich dies aber bei der Integration ausmittelt?
(la kurz für lambda)
TomS
Verfasst am: 04. Jan 2026 16:51
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Kommen wir zurück zu dem Argumentationsschritt, wo wir unterschiedliches Verständnis haben. Ich sehe ein, dass mein Schritt 2 nicht wirklich weiter hilft. TomS hat Recht, dass eine separierte mathematische Betrachtung von LHV+ und LHV- nichts bringt.
Gut.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich vermute aber mittlerweile, dass diese separierte Betrachtung bei meiner Argumentation nicht nötig ist.
Ja, das ist so, und zwar aufgrund der Annahmen von Bell.
Ich hatte das weiter oben schon geschrieben, evtl. hilft es dir, das Integral durch eine Summe zu ersetzen. Das ist auch näher am Experiment, denn in der Praxis haben wir endlich viele Runs, mit endlich vielen Werten für die hypothetischen LHVs.
D.h. (14)
wird zu
wobei n zählt, wie oft das jeweilige lambda_i auftritt.
D.h. letztlich steht da eine Summe mit einzelnen Termen
mit gleichen oder unterschiedlichen lambdas.
Und je einzelnem Term i (ich lasse das lambda_i der Übersichtlichkeit halber weg) kann man wegen
trivialerweise ausklammern:
Klammert man so für jeden Term der Summe aus, bildet die Summe bzw. kehrt zurück zum Integral, so landet man bei der unnummerierten Gleichung zwischen (14) und (15).
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Bell lässt für die LHV's auch Funktionen zu. Können die LHV's Funktionen der Zeit sein?
Kommt darauf an, was du darunter verstehst.
Schau dir bitte mal das Beispiel mit dem Jongleur und den schwarzweißen Kugeln an und erkläre mir, was genau da zeitabhängig sein soll.
Je einzelnem Run ist zunächst nichts zeitabhängig.
Möchte man Zeitabhängigkeit
je Run
betrachten, also z.B. die Rotation von Spins im Magnetfeld, so wäre z.B.
Dann wäre auch
zu betrachten.
Wichtig: Die Werte der LHVs ändern sich, bleiben aber natürlich eindeutig. Noch wichtiger: Ändern sich die Werte hin zu A und B unterschiedlich, d.h. ist z.B. der Spin bei A rotiert, der bei B nicht, dann gilt Bells Überlegung nicht mehr; das wollte Bell aber auch nie betrachten.
Möchte man Zeitabhängigkeit dahingehend betrachten, dass sich je Run unterschiedliche Werte für lambda ergeben, so bleibt die Bellsche Herleitung gültig; rho ist dann die Wahrscheinlichkeitsverteilung über alle betrachteten Runs. Wären die Werte der lambdas nicht zufällig sondern deterministisch, so gilt die Herleitung ebenfalls.
TechnikFan
Verfasst am: 04. Jan 2026 15:24
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Wir würden noch schneller vorankommen, wenn man seitens TechnikFan vermutete Fehler bei Bell durch Verständnisfragen ersetzen würde.
Ich denke, es macht inhaltlich keinen Unterschied, wenn ich schreibe:
1) ich glaube Bell macht einen Fehler, wenn er zwischen (14) und (15) den Term
ausklammert
oder
2) ich verstehe nicht, wie man zwischen (14) und (15) den Term
einfach ausklammern kann
Aber mir wird klar, dass die zweite Formulierung keinen Angriff auf die Expertise der Mitglieder darstellt, die sich
dankenswerterweise
mit meinen Verständnisproblemen der QM auseinandersetzen. Ich bitte vorab um Entschuldigung, wenn ich in meinen Beiträgen doch mal wieder in eine Formulierung der ersten Art abrutsche.
Kommen wir zurück zu dem Argumentationsschritt, wo wir unterschiedliches Verständnis haben. Ich sehe ein, dass mein Schritt 2 nicht wirklich weiter hilft. TomS hat Recht, dass eine separierte mathematische Betrachtung von LHV+ und LHV- nichts bringt.
Ich vermute aber mittlerweile, dass diese separierte Betrachtung bei meiner Argumentation nicht nötig ist.
Also hier ein neuer Versuch zu Schritt 2:
Bell lässt für die LHV's auch Funktionen zu. Können die LHV's Funktionen der Zeit sein?
TomS
Verfasst am: 04. Jan 2026 12:02
Titel:
Wir würden noch schneller vorankommen, wenn man seitens TechnikFan vermutete Fehler bei Bell durch Verständnisfragen ersetzen würde.
Telefonmann
Verfasst am: 04. Jan 2026 09:39
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jetzt bist du wieder dran. Vermutlich ist das für dich ja ein Kinderspiel, weil die drei Stunden Video sicher ein Physikstudium plus Jahre in der Forschung ersetzen 🙃
Das von TechnikFan verlinkte Video ist für mich auch etwas zu langatmig, um es von Anfang bis Ende anzuschauen.
Einen großen und den wichtigsten Teil haben die Beiträge von Tom meiner Meinung nach bereits abgedeckt.
TomS
Verfasst am: 04. Jan 2026 09:12
Titel:
Man betrachte dazu Bells Modell in III mit
wobei phi, alpha und beta die Einheitsvektoren lambda, a und b mittels
parametrisieren (a,b analog).
Dann ist
Wir erhalten also die verschobenen Intervalle
Und damit ist
Da uns nur die Bereiche interessieren, in denen entgegengesetzte Vorzeichen auftreten, folgt schließlich die Vereinigungsmenge der Schnittmengen
TomS
Verfasst am: 03. Jan 2026 22:06
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Warum eigentlich? Bell ist ja auch sehr allgemein geblieben.
Aber präzise.
Ich versuche es trotzdem mal:
Das ist mathematisch Unsinn.
Unter einem Integral über lambda gibt es nur eine Variable lambda.
Ich gehe davon aus, du willst die Gesamtmenge Lambda in vier disjunkte Bereiche aufteilen, also
also
wobei dann entweder die Bereiche für ++ und -- verschwinden oder die Wahrscheinlichkeiten darauf Null sind.
Nur funktioniert das so nicht.
Der Grund ist, dass lambda und rho alleine
nichts
über + und - wissen; diese Information erhält man erst über A, B und a, b. Und damit wird die Aufteilung
abhängig
von a und b, d.h.
oder
Gehe das doch mal anhand Bells Beispiel aus III durch.
Nehmen wir an, du schaffst das. Was hättest du dann gezeigt?
Dass es ein Modell gibt, in dem
bei Kenntnis von A, B und a, b
zum Zeitpunkt der Präparation
irgendwelche
Korrelationen auftreten. Ziel war es aber,
ohne Kenntnis
von von A, B und a, b zum Zeitpunkt der Präparation zu zeigen (dein Nobelpreis) oder zu widerlegen (siehe Bell) dass LHVs gerade die
quantenmechanischen
Korrelationen reproduzieren. Günstigstenfalls zeigst du etwas irrelevantes, vermutlich jedoch nichts.
Anders gesagt, wenn ich weiß, wie gemessen wird, kann ich das System möglicherweise so präparieren, dass die gewünschte Korrelation folgt.
Jetzt bist du wieder dran. Vermutlich ist das für dich ja ein Kinderspiel, weil die drei Stunden Video sicher ein Physikstudium plus Jahre in der Forschung ersetzen 🙃
TechnikFan
Verfasst am: 03. Jan 2026 17:59
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
... über die in Gleichung (2) bei Bell integriert wird?
Dazu müsstest du (2) in irgendeiner Form
explizit hinschreiben, d.h. auch, das zuvor gesagte präzisieren.
Warum eigentlich? Bell ist ja auch sehr allgemein geblieben.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Wie sieht (2) bei dir aus?
Ich versuche es trotzdem mal:
mit
Falls
dann ist
TomS
Verfasst am: 03. Jan 2026 06:08
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ok. dann kommen wir zu dem 2. Schritt:
Kann man annehmen, dass
und
Teilmengen von den HV's sind ...
Korrekt wären zunächst Teilmengen
und LHVs
Das ist für zwei Teilchen und zwei Messungen aber noch unvollständig, …
Zitat:
… da die beiden Messungen bei A und B korreliert sind.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
... über die in Gleichung (2) bei Bell integriert wird?
Dazu müsstest du (2) in irgendeiner Form
explizit hinschreiben, d.h. auch, das zuvor gesagte präzisieren.
Wie sieht (2) bei dir aus?
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ja oder nein?
Streng genommen nein.
TechnikFan
Verfasst am: 02. Jan 2026 23:53
Titel:
Ok. dann kommen wir zu dem 2. Schritt:
Kann man annehmen, dass
und
Teilmengen von den HV's sind, über die in Gleichung (2) bei Bell integriert wird? Ja oder nein?
TomS
Verfasst am: 02. Jan 2026 23:31
Titel:
Da die beiden Messungen bei A und B korreliert sind, muss man das mitberücksichtigen. Aber ja, man kann diese Aufteilung vornehmen; in meinem Beispiel mit den schwarzweißen Kugeln entspräche das den Anfangsbedingungen.
TechnikFan
Verfasst am: 02. Jan 2026 19:02
Titel:
Ich muss dich leider enttäuschen, meine Antwort ist: Nein.
Ich habe eher die Vermutung, dass ich Bell's Argumentation besser verstehe als Du meine Argumentation.
Ich könnte jetzt versuchen, bei deinem Beitrag vom 01. Jan 2026 20:47 zu diskutieren, wo du mich falsch verstanden hast. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Diskussion dadurch sehr in die Länge zieht und unübersichtlich wird.
Ich möchte lieber versuchen, dir meine Argumentation noch einmal Schritt für Schritt zu erklären, sodass Dir und mir dann klar wird, an welchem Punkt unsere Auffassungen bzw. Verständnisweisen auseinander laufen.
Also 1. Schritt:
Auf der Basis von (1) in [Bell1964] habe ich die Gleichungen (1a‘) und (1b‘) entwickelt.
(1a')
(1b')
ist eine HV, die zu einem Messergebnis von +1 führt.
ist eine HV, die zu einem Messergebnis von -1 führt.
Sind die Gleichungen (1a') und (1b') richtig oder falsch?
Wenn richtig, dann ok und ich komme zum nächsten Schritt.
Wenn falsch, dann bitte ich um eine Erklärung, warum sie falsch sind.
TomS
Verfasst am: 02. Jan 2026 18:13
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Mir hat das erste Python-Script oben für das Verständnis sehr viel gebracht, weil ich mit Bells Formulierungen auch arge Verständnisschwierigkeiten hatte.
Falls andere hier im Forum ähnliche Probleme hatten, mir hat ein Video geholfen, das erst kürzlich erschienen ist und von Jerry62 in dem Thread
https://www.physikerboard.de/topic,71324,-stern-gerlach---was-macht-das-magnetfeld%3F.html
dankenswerterweise erwähnt wurde. Der Link ist
https://www.youtube.com/watch?v=g69cW_Xt4EM
Dieses Video von Richard Behiel erläutert den Artikel von Bell in 1964, Abschnitt für Abschnitt, Satz für Satz, Gleichung für Gleichung.
Wenn man Englisch nicht so gut versteht, sollte man die Untertitel einschalten und automatisch auf Deutsch übersetzen lassen.
Dieses Video ist über 3 Stunden lang, aber die waren für mich die bestinvestierte Zeit.
Dann sind deine o.g. Fragen geklärt, die Einwände gegenstandslos?
TechnikFan
Verfasst am: 02. Jan 2026 14:54
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Mir hat das erste Python-Script oben für das Verständnis sehr viel gebracht, weil ich mit Bells Formulierungen auch arge Verständnisschwierigkeiten hatte.
Falls andere hier im Forum ähnliche Probleme hatten, mir hat ein Video geholfen, das erst kürzlich erschienen ist und von Jerry62 in dem Thread
https://www.physikerboard.de/topic,71324,-stern-gerlach---was-macht-das-magnetfeld%3F.html
dankenswerterweise erwähnt wurde. Der Link ist
https://www.youtube.com/watch?v=g69cW_Xt4EM
Dieses Video von Richard Behiel erläutert den Artikel von Bell in 1964, Abschnitt für Abschnitt, Satz für Satz, Gleichung für Gleichung.
Wenn man Englisch nicht so gut versteht, sollte man die Untertitel einschalten und automatisch auf Deutsch übersetzen lassen.
Dieses Video ist über 3 Stunden lang, aber die waren für mich die bestinvestierte Zeit.
TomS
Verfasst am: 01. Jan 2026 20:47
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ha.
Nur steht das so nicht in Bell's bzw. ist nicht so gemeint. Damit gibt es keinen Widerspruch 🙃
Ich wusste nicht, wie man
richtig auflöst, und habe deshalb dieses bewusst widersprüchliche Gleichungssystem aufgestellt (aus didaktischen Gründen) ...
Wenn du etwas an der Argumentation von Bell nicht verstehst, darfst du getrost davon ausgehen, dass es korekt ist, und du nachfragen solltest.
Die fragliche Gleichung (1) wie folgt zu verstehen: A liefert entweder +1 oder -1; B liefert dann entsprechend -1 oder +1; das ist nicht widersprüchlich.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Kannst du mir anhand meines Beispiels der schwarzweißen Kugeln erklären, was da überhaupt zeitabhängig sein soll?
Wenn eine Kugel hochgeworfen wird, dann beschreibt sie in der Regel eine parabelförmige Kurvenbahn, wo die Zeit ein wichtiger Parameter ist.
Das ist irrelevant.
Die Wahrscheinlichkeit, eine sechs zu würfeln, ist 1/6; Flugbahn und Rotation des Würfels sind irrelevant. Im selben Sinne ist Bells Argumentation rein stochastisch.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Reden wir lieber über die Glg. (9) bei Bell. Dies ist ein sehr beliebtes Modell für HV’s und entspricht wohl deinem Jonglier-Vergleich.
Dieses Modell wird gerne genommen, u.a. weil man sich um zeitabhängige
‘s keine Gedanken machen muss und die Herleitung der Bell’schen Ungleichung dann problemlos funktioniert.
Bell's Herleitung in IV ist unabhängig von der Illustration in III. Lies das Paper mal so, wie wenn III nie geschrieben worden wäre.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum sollte er etwas berücksichtigen, was im Ergebnis und demnach in der Herleitung nicht auftritt?
Hier ist etwas in der Reihenfolge durcheinander geraten. Es wird die mögliche Zeitabhängigkeit erst in der Herleitung nicht berücksichtigt, und taucht dann in der Ungleichung (ich denke, das meinst mit "Ergebnis") nicht mehr auf.
Sie wird nicht berücksichtigt, weil sie irrelevant ist. Lies II und IV rein mathematisch und vergiss, dass es um physikalische Prozesse geht. Dann gilt (15) aufgrund von II und IV.
Solange die Zeitabhängigkeit diese Argumentation nicht verletzt, bleibt (15) gültig; da II und IV keine speziellen Annahmen zur Zeitabhängigkeit treffen, ist Bells Theorem unabhängig davon allgemein gültig.
Es ist die Stärke mathematischer Theoreme allgemein und des Bellschen Theorems im speziellen, dass die Annahmen minimal und der Gültigkeitsbereich daher maximal sind.
Zusammenfassung: Die Zeitabhängigkeit ist irrelevant; dass sie nicht betrachtet wird ist eine der wesentlichen Stärken der Bellschen Argumentation.
TechnikFan
Verfasst am: 01. Jan 2026 20:05
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum beißt du dich ständig an Bell's Argumentation fest und versucht nicht, mein einfaches Beispiel zu verstehen?
Guter Einwurf. Mir hat das erste Python-Script oben für das Verständnis sehr viel gebracht, weil ich mit Bells Formulierungen auch arge Verständnisschwierigkeiten hatte.
Ich glaube, das einfache Beispiel hat mittlerweile jeder hier verstanden.
Es ist nur ein Beispiel, welches die Vielzahl der möglichen HV's nicht repräsentieren kann, insbesondere nicht die mit zeitabhängigen
‘s .
TechnikFan
Verfasst am: 01. Jan 2026 19:55
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ha.
Nur steht das so nicht in Bell's bzw. ist nicht so gemeint. Damit gibt es keinen Widerspruch 🙃
Ich wusste nicht, wie man
richtig auflöst, und habe deshalb dieses bewusst widersprüchliche Gleichungssystem aufgestellt (aus didaktischen Gründen), um zu der Betrachtung mit
und
hinzuführen. Es sollte klar werden, was das Integral über den Raum (Ring? Körper? Gruppe? Vektorraum? Oder was auch immer?) von Lambda bedeutet. Es kann eben
‘s geben, die zu einem Ergebnis +1 und solche, die zu einem Ergebnis -1 führen.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Kannst du mir anhand meines Beispiels der schwarzweißen Kugeln erklären, was da überhaupt zeitabhängig sein soll?
Wenn eine Kugel hochgeworfen wird dann beschreibt sie in der Regel eine parabelförmige Kurvenbahn, wo die Zeit ein wichtiger Parameter ist. Diese Antwort sollte nur verdeutlichen, dass Vergleiche wie gesagt hinken ;-)
Reden wir lieber über die Glg. (9) bei Bell. Dies ist ein sehr beliebtes Modell für HV’s und entspricht wohl deinem Jonglier-Vergleich.
Dieses Modell wird gerne genommen, u.a. weil man sich um zeitabhängige
‘s keine Gedanken machen muss und die Herleitung der Bell’schen Ungleichung dann problemlos funktioniert.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum sollte er etwas berücksichtigen, was im Ergebnis und demnach in der Herleitung nicht auftritt?
Hier ist etwas in der Reihenfolge durcheinander geraten. Es wird die mögliche Zeitabhängigkeit erst in der Herleitung nicht berücksichtigt, und taucht dann in der Ungleichung (ich denke, das meinst mit "Ergebnis") nicht mehr auf.
Telefonmann
Verfasst am: 01. Jan 2026 18:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum beißt du dich ständig an Bell's Argumentation fest und versucht nicht, mein einfaches Beispiel zu verstehen?
Guter Einwurf. Mir hat das erste Python-Script oben für das Verständnis sehr viel gebracht, weil ich mit Bells Formulierungen auch arge Verständnisschwierigkeiten hatte.