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[quote="Corbi"]hier wird zum Beispiel erklärt, wie man mittels Pfadintegralen die Neutronenmasse korrekt berechnen kann: https://youtu.be/WZfmG_h5Oyg?si=-pbmAu25BaYOI1DH[/quote]
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Corbi
Verfasst am: 18. März 2025 11:55
Titel:
Lichtweg hat Folgendes geschrieben:
Wenn wir jetzt mal ein theoretisches Experiment nehmen bei dem eine Wand in einem unendlich großen Raum ist (Licht kann also nur von dieser Wand reflektiert werden). Auf der einen Seite ist ein perfekter Laser der 100% rechtwinklig auf die Wand zeigt und auf der anderen Seite ist die Kamera die den Laser also nicht sehen kann. Kann man dann mit irgendeiner theoretischen Folie den Laser auf der anderen Seite der Wand sehen, weil das Licht einen mehrfach gekrümten Weg auf die andere Seite macht?
Es kommen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit
immer
Photonen auf der anderen Seite an. Möglicherweise lässt sich diese Wahrscheinlichkeit durch so eine Interferenzfolie auch ein wenig erhöhen aber wie diese Folie dann zu konzipieren wäre ist mir nicht klar.
Dass man die Wahrscheinlichkeit für Photonen auf der anderen Seiten rein durch so eine Interferenzfolie
signifikant
erhöhen kann, halte ich für unplausibel.
Lichtweg
Verfasst am: 16. März 2025 08:16
Titel:
Wenn wir jetzt mal ein theoretisches Experiment nehmen bei dem eine Wand in einem unendlich großen Raum ist (Licht kann also nur von dieser Wand reflektiert werden). Auf der einen Seite ist ein perfekter Laser der 100% rechtwinklig auf die Wand zeigt und auf der anderen Seite ist die Kamera die den Laser also nicht sehen kann. Kann man dann mit irgendeiner theoretischen Folie den Laser auf der anderen Seite der Wand sehen, weil das Licht einen mehrfach gekrümten Weg auf die andere Seite macht?
Corbi
Verfasst am: 13. März 2025 14:48
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Jetzt mal losgelöst von dem Video und dem dort gezeigten Experiment:
Ich kenne mich mit der Pfadintegralmethode nicht aus. Reicht es aus (oder lässt es das Prinzip dieser Methode zu), die rechnerische Anwendung auf einen kleinen Bereich des Raumes zu beschränken, z.B. auf wenige mm in der Nähe einer Beugungskante, um den Kurvenverlauf des Lichts dort zu ermitteln? Bei weiter entfernten Pfaden erhält man ja sowieso keinen nennenswerten Beitrag mehr.
Praktisch werden Pfadintegrale in der Optik meines Wissens nach ohnehin kaum angewendet, da sie rechnerisch sehr aufwendig sind und für die meisten Anwendungen die klassische Wellenoptik ausreichend ist.
Aber ich denke im Prinzip sollte man eine gute Näherung erhalten wenn man sich auf einen kleinen Bereich des Raums einschränkt.
TechnikFan
Verfasst am: 13. März 2025 14:30
Titel:
Corbi hat Folgendes geschrieben:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Dann wird der Abschnitt in dem Video ab 25:00 auch noch mit „proof that light takes every paths“ betitelt.
Das Experiment zeigt nur, dass mit dem Trick der Interenzfolie auch Lichtstrahlen, die die Lampe mit anderen Winkeln gradlinig verlassen, von der Kamera gesehen werden können, weil sie von der Folie, schräg abgelenkt werden (und danach übrigens wieder gradlinig zur Kamera gehen).
Ich vermute mal dieses Gegenargument ist auch nicht stichhaltig, da die geringe Zahl der Photonen, die beim Austritt aus dem Laser in alle Richtungen gestreut werden, vermutlich deutlich geringer ist, als die die von der Kamera "auf der Folie gesehen" werden.
Ich vermute mal, dass deine Vermutung falsch ist ;-)
Wie bereits oben erwähnt, kann man in dem Video zwischen 29:50 und 29:53 sehen, wieviel Licht bei dem Laserpointer schräg austritt. Das Licht ist so intensiv, dass man den Raum gar nicht abdunkeln muss.
Corbi hat Folgendes geschrieben:
Das könnte man experimentell sehr wahrscheinlich präzise untersuchen.
Ich habe oben schon einmal eine Abänderung des Versuchsaufbaus vorgeschlagen.
Zitat:
In der gezeigten Versuchsanordnung würde es wahrscheinlich schon ausreichen, wenn man mit Lochblenden dafür sorgt, dass man den Ausgang des Laserpointers nicht über die Reflektion der Folie direkt sehen kann.
Jetzt mal losgelöst von dem Video und dem dort gezeigten Experiment:
Ich kenne mich mit der Pfadintegralmethode nicht aus. Reicht es aus (oder lässt es das Prinzip dieser Methode zu), die rechnerische Anwendung auf einen kleinen Bereich des Raumes zu beschränken, z.B. auf wenige mm in der Nähe einer Beugungskante, um den Kurvenverlauf des Lichts dort zu ermitteln? Bei weiter entfernten Pfaden erhält man ja sowieso keinen nennenswerten Beitrag mehr.
Corbi
Verfasst am: 13. März 2025 12:54
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Dann wird der Abschnitt in dem Video ab 25:00 auch noch mit „proof that light takes every paths“ betitelt.
Das Experiment zeigt nur, dass mit dem Trick der Interenzfolie auch Lichtstrahlen, die die Lampe mit anderen Winkeln gradlinig verlassen, von der Kamera gesehen werden können, weil sie von der Folie, schräg abgelenkt werden (und danach übrigens wieder gradlinig zur Kamera gehen).
Ich vermute mal dieses Gegenargument ist auch nicht stichhaltig, da die geringe Zahl der Photonen, die beim Austritt aus dem Laser in alle Richtungen gestreut werden, vermutlich deutlich geringer ist, als die die von der Kamera "auf der Folie gesehen" werden.
Das könnte man experimentell sehr wahrscheinlich präzise untersuchen.
Corbi
Verfasst am: 13. März 2025 11:16
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich stelle die Leistungsfähigkeit der Pfadintegralmethode in keinster Weise in Frage, nur das Video, dass die Bahnkurve eines Basketballs zeigt und an anderen Stellen Licht, das auf abstrusen Wegen den Weg von A nach B erkundet, erforscht, untersucht, ausspäht, auslotet oder ergründet (welche Übersetzung von „explore“ auch am besten passen möge), finde ich irreführend.
nein, das ist keine völlig falsche Vorstellung und auch nicht irreführend.
Wenn du den Pfadintegralformalismus realistisch interpretierst, dann ist alles im Video vollkommen korrekt.
Wenn du den Pfadintegralformalismus nur instrumentalistisch interpretierst, dann enthälst du dich bezüglich der Aussage ob das Licht nun tatsächlich alle Wege geht oder nicht, akzeptierst aber den Fakt, dass der Formalismus die richtigen Vorhersagen liefert.
Die dritte Haltung, die du offenbar einnimmst, wäre dass du den Formalismus zur Berechnung zwar akzeptierst aber auf der Falschheit der realen Interpretation beharrst. Du sagst also: wir erhalten korrekte Vorhersagen in dem wir rechnerisch alle Pfade interferieren lassen, aber in Wahrheit geht das Licht nicht alle Pfade. Dann müssest du allerdings auch gute Gründe dafür liefern, dass die realistische Interpretation falsch sein muss.
Qubit
Verfasst am: 12. März 2025 19:45
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich stelle die Leistungsfähigkeit der Pfadintegralmethode in keinster Weise in Frage, nur das Video, dass die Bahnkurve eines Basketballs zeigt und an anderen Stellen Licht, das auf abstrusen Wegen den Weg von A nach B erkundet, erforscht, untersucht, ausspäht, auslotet oder ergründet (welche Übersetzung von „explore“ auch am besten passen möge), finde ich irreführend.
Auch von diesem Prinzip der Pfadintegralmethode her sind dort mit höherer Wahrscheinlichkeit Photonen zu detektieren, wo auch bei klassischem Licht sich Intensitäten messen lassen. Photonen im anderen Raum zu messen (Licht aus einem Fenster raus durch ein anderes Fenster wieder rein usw.) ist genau so unwahrscheinlich, wie dort klassisch Licht reinkommt. Die einzelnen Quantenphasen überlagern sich da faktisch zu Null. Aber diese Wege sind Teil der Berechnungen, auch wenn man da vermutlich länger als die Existenz des Universums bräuchte, um da wirklich ein Photon aus der Quelle im anderen Raum nachweisen zu können. Die Methode "heilt" sich da gewissermaßen selbst.
TechnikFan
Verfasst am: 12. März 2025 19:13
Titel:
Es sind in dem Video die Bilder bei 17:21 , 20:17 und 20:23 und Aussagen wie „it (gemeint ist Licht) explores all possible paths“ bei 25:10 oder „everything explores all possible paths“ mit einem passenden Bild 25:38, die eine völlig falsche Vorstellung von der Lichtausbreitung suggerieren. (weswegen
Lichtweg
auch die Fragen am Anfang des Threads gestellt hat)
Dann wird der Abschnitt in dem Video ab 25:00 auch noch mit „proof that light takes every paths“ betitelt.
Das Experiment zeigt nur, dass mit dem Trick der Interenzfolie auch Lichtstrahlen, die die Lampe mit anderen Winkeln gradlinig verlassen, von der Kamera gesehen werden können, weil sie von der Folie, schräg abgelenkt werden (und danach übrigens wieder gradlinig zur Kamera gehen).
Ich stelle die Leistungsfähigkeit der Pfadintegralmethode in keinster Weise in Frage, nur das Video, dass die Bahnkurve eines Basketballs zeigt und an anderen Stellen Licht, das auf abstrusen Wegen den Weg von A nach B erkundet, erforscht, untersucht, ausspäht, auslotet oder ergründet (welche Übersetzung von „explore“ auch am besten passen möge), finde ich irreführend.
Corbi
Verfasst am: 11. März 2025 23:33
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Ich meinte gradlinig im freien Raum, d.h. ohne Hindernisse, Beugungskanten oder Medienübergänge.
Wenn ein Objekt im Raum steht akzeptierst du also, dass es auch krummlinige Pfade nimmt, aber ohne Objekt nicht? Wenn sich das Licht im freien Raum nur geradlinig ausbreitet, warum sollte dann ein Objekt, das den geraden Weg des Lichts
nicht
kreuzt, plötzlich dazu führen, dass es sich krummlinig ausbreitet?
In beiden Fällen interferieren alle Pfade miteinander. Wenn es kein Hindernis gibt überlagen sich nur die Pfade, die nahe am geradlinigen sind konstruktiv. Weshalb makroskopisch der Eindruck entsteht, das Licht bereite sich geradlinig aus. Wenn es dagegen ein Hindernis gibt überlagern sich auch krummlinige Pfade konstruktiv, wodurch dann makroskopisch auch krummlinige Bahnen erscheinen.
Verstehe das Pfadintegral mal als grundlegendes Prinzip: es erklärt geradlinige Ausbreitung wenn keine Hindernisse da sind, Beugung bei Hindernissen, Reflexionswinkel, Interferenzen an dünnen Schichten, Brechung...alles auf Basis eines einzigen Prinzips.
TomS
Verfasst am: 11. März 2025 20:52
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Dass die Pfadintegralmethode Lösungen liefert, die gekrümmte Teilchenbahnen erklären, kann ich akzeptieren.
Die Lösungen, die man mittels der Pfadintegralmethode gewinnt, sind keine Teilchenbahnen sondern Wellen- bzw. Korrelationsfunktionen.
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Aber der Ausgangspunkt der Diskussion, wo es heißt, „dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte“, ist für mich einfach falsch. Licht breitet sich gradlinig aus …
Dass wir Licht nicht ausschließen mittels geradliniger Pfade, Teilchen oder geometrischer Optik beschreiben können, wissen wir seit Jahrhunderten – siehe Corbi.
TechnikFan
Verfasst am: 11. März 2025 19:05
Titel: Re: Licht geht alle Wege?
Lichtweg hat Folgendes geschrieben:
Einmal wird bei Minute 20 gezeigt, dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte.
...
Wenn das beides stimmt, müsste man dann nicht einfach mit so einer Folie eine Lichtquelle sehen können, die in einem komplett anderen Raum ist und komplette durch Wände verdeckt ist, solange einfach nur irgendeine verwinkelte Verbindung zwischen den Räumen besteht?
Meine Aussage war, dass das Video diesen Sachverhalt nicht bestätigt und dass Licht sich ungestört gradlinig ausbreitet.
(Raumkrümmung durch Gravitation unberücksichtigt)
DrStupid
Verfasst am: 11. März 2025 18:45
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Aber der Ausgangspunkt der Diskussion, wo es heißt, „dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte“, ist für mich einfach falsch.
Ich vermute mal, dass Du unter "alle Pfade nehmen" etwas anderes verstehst, als in der Aussage gemeint ist.
TechnikFan
Verfasst am: 11. März 2025 18:31
Titel:
Ich meinte gradlinig im freien Raum, d.h. ohne Hindernisse, Beugungskanten oder Medienübergänge.
Corbi
Verfasst am: 11. März 2025 17:39
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Aber der Ausgangspunkt der Diskussion, wo es heißt, „dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte“, ist für mich einfach falsch. Licht breitet sich gradlinig aus (außer es wird in einer Glasfaser eingeschlossen, aber das sind gänzlich andere Versuchsbedingungen).
Ich präzisiere meine Frage: Gibt es Experimente, welche die Photonenbewegung auf gekrümmten Pfaden im freien Raum bestätigen.
Dass sich Licht nicht rein geradlinig ausbreitet siehst du doch bereits bei jedem Beugungsexperiment. Wenn du an der geradlinigen Ausbreitung festhälst bleibst du bei der geometrischen Optik stehen und dass die nicht korrekt sein kann wissen wir schon seit etwa 400 Jahren.
TechnikFan
Verfasst am: 11. März 2025 17:10
Titel:
Dass die Pfadintegralmethode Lösungen liefert, die gekrümmte Teilchenbahnen erklären, kann ich akzeptieren.
Aber der Ausgangspunkt der Diskussion, wo es heißt, „dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte“, ist für mich einfach falsch. Licht breitet sich gradlinig aus (außer es wird in einer Glasfaser eingeschlossen, aber das sind gänzlich andere Versuchsbedingungen).
Ich präzisiere meine Frage: Gibt es Experimente, welche die Photonenbewegung auf gekrümmten Pfaden im freien Raum bestätigen.
TomS
Verfasst am: 11. März 2025 11:32
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Es bleibt meine Frage: Gibt es andere Experimente, die die Pfadintegral-Theorie bestätigen?
Im Rahmen der QCD basieren praktisch alle Berechnungen zu Streuexperimenten auf Feynman-Regeln, die mittels der Pfadintegralmethode gewonnen wurden. Im Niederenergiebereich werden Massen, Radien, elektromagnetische Formfaktoren … von Nukleonen mittels Monte-Carlo-Methoden berechnet, die letztlich eine numerische Methode zur Lösung von Pfadintegralen darstellen.
Corbi
Verfasst am: 11. März 2025 10:07
Titel:
hier wird zum Beispiel erklärt, wie man mittels Pfadintegralen die Neutronenmasse korrekt berechnen kann:
https://youtu.be/WZfmG_h5Oyg?si=-pbmAu25BaYOI1DH
Corbi
Verfasst am: 10. März 2025 21:49
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Es bleibt meine Frage: Gibt es andere Experimente, die die Pfadintegral-Theorie bestätigen?
Die Pfadintegraltheorie ist äquivalent zur Standardformulierung der Quantenphysik. Zwar ist sie vorallem mathematisch noch nicht ausgereift - aber Abgesehen von rein mathematischen Problemen ist der Pfadintegralformalismus äquivalent zur Schrödingergleichung. Da die Schrödingergleichung durch viele Experimente bestätigt wurde, gilt das auch für die Pfadintegrale.
Wie ich oben geschrieben habe, werden viele Vorhersagen fürs Cern auch mit Pfadintegralsimulationen ausgerechnet. In diesem Sinne ist die Pfadintegraltheorie experimentell sehr gut bestätigt.
Ihr Problem ist hauptsächlich die mathematisch exakte Formulierung als unendlichdimensionales Integral über stark oszillierende Funktionen - was bis jetzt noch nicht befriedigend verstanden ist.
TechnikFan
Verfasst am: 10. März 2025 17:20
Titel:
Du hast Recht, Streuung ist der falsche Ausdruck. Es ist ein Interferenzeffekt, was man in dem Video auch bei 30:49 an den mehreren roten Punkten auf der Folie erkennen kann.
Dies ändert aber nichts an meiner Argumentation, dass man einen roten Punkt auch dann sieht wenn man etwas seitlich auf den Laserausgang schaut (siehe Video zwischen 29:50 und 29:53).
Es bleibt meine Frage: Gibt es andere Experimente, die die Pfadintegral-Theorie bestätigen?
Corbi
Verfasst am: 09. März 2025 22:33
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Man sieht in dem Experiment (ab 30:10) also eigentlich nur die Reflektion des oben beschriebenen Laserpointer-Austrittpunktes über die Folie, welche das Licht in alle Richtungen senkrecht zu der Streifenrichtung streut.
Ich denke du hast nicht verstanden wie die Folie funktioniert. Die Folie streut nicht in alle Richtungen! Im Fall der Streuung würdest du dort wo die Folie ist, auch keinen scharfen Punkt sehen, sondern einfach ein ausgebreitete, verschmierte Rötung.
Die Folie sorgt dafür, dass du an ganz bestimmten Punkten (nämlich da wo die Kamera ist) eine scharfe Reflexion durch konstruktive Überlagerung entsteht. Würdest du die Kamera von einem anderen Winkel auf die Folie halten ,würdest du nichts sehen. Es hat absolut nichts mit Streuung zu tun sondern mit Interferenz.
TechnikFan
Verfasst am: 09. März 2025 15:59
Titel:
Das gezeigte Experiment überzeugt mich nicht. Denn, wenn man etwas seitlich in einen Laserpointer schaut, dann sieht man in der Regel, dass Laserlicht auch zu einem gewissen Teil in andere Richtungen ausgestrahlt wird, als nur in die „Hauptrichtung“. Man sieht also von der Seite einen Lichtpunkt, dessen Intensität natürlich sehr viel schwächer ist, als würde man direkt hinein schauen (was man wegen möglicher Augenschäden natürlich auf keinen Fall tun darf!!!).
Man sieht in dem Experiment (ab 30:10) also eigentlich nur die Reflektion des oben beschriebenen Laserpointer-Austrittpunktes über die Folie, welche das Licht in alle Richtungen senkrecht zu der Streifenrichtung streut.
Gibt es andere Experimente, die diese Pfadintegral-Theorie bestätigen?
In der gezeigten Versuchsanordnung würde es wahrscheinlich schon ausreichen, wenn man mit Lochblenden dafür sorgt, dass man den Ausgang des Laserpointers nicht über die Reflektion der Folie direkt sehen kann.
2,71828
Verfasst am: 08. März 2025 14:00
Titel:
Corbi hat Folgendes geschrieben:
Im gezeigten Experiment wird ja auch demonstriert, dass eine
tatsächliche Veränderung des linken Rands
des Spiegels zu einem veränderten Messergebnis führt. Demnach wäre es doch absurd zu behaupten, das Photon hätte nicht mit dem linken Rand des Spiegels interagiert oder zu behaupten man könnte nichts darüber sagen ob das Photon mit dem linken Spiegelrand interagiert hat, wenn doch eine Veränderung des linken Spiegelrands zu einem veränderten Messergebnis führt.
Naja, in dem "Experiment" werden keine einzelnen Photonen verwendet.
Corbi
Verfasst am: 07. März 2025 16:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Was man dazu noch anmerken sollte ist, dass es einen Unterschied macht, ob man 1) ein Phänomen an einem bestimmten Ort tatsächlich beobachtet, oder ob man 2) keinerlei Beobachtung oder Messung durchführt, jedoch dennoch behauptet, etwas würde sich dort befinden oder so verhalten als ob.
...
Würde ich den Formalismus so abändern, dass "absonderliche" Wege mathematisch nie auftreten dürfen, so erhalte ich für Photonen - nicht für makroskopische Bälle - tatsächlich einen Widerspruch zum Experiment.
Das Problem ist weniger, ob sich ein Photon und ein Ball gemäß der Quantenmechanik unterschiedlich verhalten, das Problem ist vielmehr, ob die Quantenmechanik uns überhaupt etwas darüber sagt, wie sich etwas verhält, wenn man es nicht beobachtet ...
Es ist ja nicht nur so, dass das Abändern des
Formalismus
ein falsches Ergebnis erzeugt.
Im gezeigten Experiment wird ja auch demonstriert, dass eine
tatsächliche Veränderung des linken Rands
des Spiegels zu einem veränderten Messergebnis führt. Demnach wäre es doch absurd zu behaupten, das Photon hätte nicht mit dem linken Rand des Spiegels interagiert oder zu behaupten man könnte nichts darüber sagen ob das Photon mit dem linken Spiegelrand interagiert hat, wenn doch eine Veränderung des linken Spiegelrands zu einem veränderten Messergebnis führt.
TomS
Verfasst am: 07. März 2025 12:52
Titel:
Was man dazu noch anmerken sollte ist, dass es einen Unterschied macht, ob man 1) ein Phänomen an einem bestimmten Ort tatsächlich beobachtet, oder ob man 2) keinerlei Beobachtung oder Messung durchführt, jedoch dennoch behauptet, etwas würde sich dort befinden oder so verhalten als ob.
Die hier diskutierte Seltsamkeit bezieht sich auf (2), denn wenn ich einen Ball von meinem Schreibtisch zur Tür werfe, sehe ich ihn im Sinne von (1) nie im Zimmer nebenan, obwohl dieser Weg gemäß der Quantenmechanik nicht unmöglich ist, sondern im Pfadintegralformalismus tatsächlich zu betrachten wäre, sich jedoch alle derartigen Wege mathematisch auslöschen.
Würde ich den Formalismus so abändern, dass "absonderliche" Wege mathematisch nie auftreten dürfen, so erhalte ich für Photonen - nicht für makroskopische Bälle - tatsächlich einen Widerspruch zum Experiment.
Das Problem ist weniger, ob sich ein Photon und ein Ball gemäß der Quantenmechanik unterschiedlich verhalten, das Problem ist vielmehr, ob die Quantenmechanik uns überhaupt etwas darüber sagt, wie sich etwas verhält, wenn man es nicht beobachtet ...
Corbi
Verfasst am: 07. März 2025 12:13
Titel:
Was man dazu auch noch bemerken sollte: das gilt nicht nur für Licht sondern auch für Materie! Elektronen, Atome... nehmen so gesehen also auch alle möglichen Wege.
Qubit
Verfasst am: 06. März 2025 15:20
Titel:
Zusätzliche Bemerkung:
es kommt darauf an, was man unter "Licht" versteht: ein klassisches oder QM-Phänomen?
Klassisch lassen sich auch schon (klassische) Phasen der Lichtwellen "verschiedener Wege aufaddieren", man kommt so zB. zu "Cornu-Spiralen" (was wohl Feynman schon als Schüler beeindruckt hat).
Die Idee, dass dies auch quantenmechanisch funktioniert, geht auf Gregor Wentzel zurück (die dann über Dirac und Wheeler bei Feynman landete).
Dass die Methode stimmt, bei klassischen und Quanten-Phasen, zeigt sich aber letztlich nur in Übereinstimmung von Ergebnis der Methode mit experimentellen Messungen. Direkt nachweisen (ohne den experimentellen Situs zu ändern) geht nicht..
Corbi
Verfasst am: 06. März 2025 11:06
Titel:
Zitat:
"Stimmt das alles was in dem neusten Veritasium Video gezeigt wird?"
Ja das nennt sich auch die "Pfadintegraldarstellung" der Quantenmechanik. Die meisten Rechnungen in der Hochenergiephysik (also z.B. Vorhersagen bei Teilchenbeschleunigern) werden auch mithilfe solche Summe über alle Pfade durchgeführt.
Zitat:
"Wenn das beides stimmt, müsste man dann nicht einfach mit so einer Folie eine Lichtquelle sehen können, die in einem komplett anderen Raum ist und komplette durch Wände verdeckt ist, solange einfach nur irgendeine verwinkelte Verbindung zwischen den Räumen besteht?"
Im Prinzip ja, du müsstest nur eine Art Folie konstruieren können die für genau die Pfade in den anderen Raum führen, konstruktive Interferenzen hervorruft. Das ist praktisch wahrscheinlich ziemlich unmöglich.
Zitat:
Und verletzt das nicht die Energieerhaltung, wenn man plötzlich mehr vom Licht sieht?
Durch die Folie entsteht zwar an einer Stelle vermehrt konstruktive Inteferenz und dadurch wird doort eine höhere Lichtintensität gemessen, an einer anderen Stelle entsteht vermehrt destruktive Interferenz weshalb dort weniger Licht ankommt.
Wenn dich das Thema interessiert empfehle ich das Buch "QED - die seltsame Theorie des Lichts und der Materie" von Feynman. Da erklärt er das Prinzip sehr schön und einfach verständlich anhand vieler Beispiele.
Lichtweg
Verfasst am: 06. März 2025 06:44
Titel: Licht geht alle Wege?
Stimmt das alles was in dem neusten Veritasium Video gezeigt wird?
Einmal wird bei Minute 20 gezeigt, dass Licht alle Pfade nimmt auch gekrümmte.
Zeigt das Experiment mit dem Laser (Minute 30) wirklich Pfade vom Licht, die sich normal aufheben?
Wenn das beides stimmt, müsste man dann nicht einfach mit so einer Folie eine Lichtquelle sehen können, die in einem komplett anderen Raum ist und komplette durch Wände verdeckt ist, solange einfach nur irgendeine verwinkelte Verbindung zwischen den Räumen besteht?
Und verletzt das nicht die Energieerhaltung, wenn man plötzlich mehr vom Licht sieht?
Darf den Link nicht posten.
Auf Youtube nach "Something Strange Happens When You Trust Quantum Mechanics" suchen.