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Schreibt eure Formeln hier im Board am besten mit Latex!
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[quote="TomS"][quote="377 Ohm"]Ist es nicht seltsam, dass du einem Photonenpaar eine Eigenschaft zuschreibst (Polarisation), die den einzelnen Quantenobjekten [b]nicht[/b] zukommt? [/quote] Nein, das ist nicht seltsam. Ein Quantensystem, das durch einen Zustandsvektor ψ repräsentiert wird, befindet sich nur dann in einem definierten Zustand bzgl. einer Observablen A, wenn ψ ein Eigenvektor des der Observablen entsprechenden Operators A ist. In diesem Fall wird eine Messung der Observablen [i]mit Sicherheit[/i] den entsprechenden Eigenwert liefern. (standard text book qm) Liegt ein Eigenzustand einer Observablen vor, so schreibt man dem Zustand gewöhnlich die entsprechende Eigenschaft zu. [latex] \hat{S} \, |\psi\rangle = 0[/latex] besagt also, dass sich das System sicher in einem Spin-Singulett-Zustand befindet. Gemäß der Konstruktion als verschränktem Zustand zweier kausal entkoppelter Subsysteme (im Sinne der aus der Schrödingergleichung folgenden Dynamik) ist es also sinnvoll und zulässig, davon zu sprechen, dass die beiden Subsysteme [i]entgegengesetzten[/i] Spin haben. Das führt insbs. nicht zu Widersprüchen, denn es ist eine schwächere Formulierung als die entsprechend der klassischen Logik (zwei Schuhen in zwei Schachteln), das eine Subsystem habe diesen Spin, das andere jenen. Dieser Zustand wäre anders konstruiert, man würde andere Messergebnisse erwarten, und ich behaupte derartiges nicht. Nun zwingt dich niemand, diese realistische Position einzunehmen, aber du hast kein Gegenargument, außer der Tatsache, dass sie nicht zwingend ist (deine ist es auch nicht). [quote]... hat Bell nicht gezeigt, dass in einer [i]lokalen[/i] Theorie es nicht der Fall sein kann, [i]dass beide Photonen eine definierte Polarisation[/i] haben?[/quote] Ja, er hat das für die Einzeleigenschaften in einer lokalen Theorie so gezeigt. Derartiges behaupte ich auch nicht. [quote]Wenn die Polarisationen nicht unbestimmt wären, wären sie entgegengesetzt?[/quote] ??? Misst man die Einzelspins bzw. Polarisationen bzgl. der selben Achse, so findet man [i]immer[/i] entgegengesetzte Werte. Witzigerweise sind die Messergebnisse bzgl. [i]jeder[/i] in beiden Messungen gemeinsam verwendeten Achse entgegengesetzt, was wiederum klassisch unmöglich ist. Deswegen schreibe ich nie mehr als "entgegengesetzt". Ähnliches gilt für andere Observablen wie Impuls, Ladung ... i. zerfällt ein ruhendes neutrales Pion in zwei Photonen, so findet man immer entgegengesetzte Impulse ii. zerfällt ein neutrales Pion in ein Photon und zwei Leptonen, so findet man für letztere immer entgegengesetzte Ladung iii. in einem GZH-Zustand haben die zusammengesetzten Observablen allesamt definierte Eigenschaften, die Einzeleigenschaften sicher nicht (erstere widersprechen explizit der klassischen Logik Eigenschaften) [quote]Was bedeutet dann "real"?[/quote] Das ist Interpretationssache. Manche schreiben (wie oben) Quantensystemen in Eigenzuständen einer Observablen die entsprechende Eigenschaft (den Eigenwert) als Bestandteil der Realität zu, andere tun dies nur für Messergebnisse. [b]EPR criterion[/b]: "[i]If, without in any way disturbing a system, we can predict with certainty the value of a physical quantity, then there exists an element of reality corresponding to that quantity.[/i]" Ich wüsste nicht, dass jemals gezeigt wurde, dass das EPR-Kriterium [i]alleine[/i] mit der Quantenmechanik unvereinbar bzw. experimentell widerlegt sei. [quote]MBastieK und ich haben offenbar eine weniger "surreale" Vorstellung von Wirklichkeit.[/quote] Ich halte ein Wasserstoffatom für elektrisch neutral, auch ohne dass ich es messe. Und du? Meine persönliche Meinung ist eine etwas andere als die oben ausgeführte, aber sie ist nicht Mainstream, weswegen ich sie auch nicht als solchen propagiere; sie wird dir vermutlich auch nicht gefallen: A) Es ist zunächst sinnlos, einem Quantensystem klassische Eigenschaften zuzuschreiben (ähnlich sinnlos wie die Zuschreibung einer Farbe im RGB-Farbraum zu einem elektromagnetischen Spektrum). B) Die einzige Eigenschaft, die man einem isolierten Quantensystem sinnvollerweise zuschreiben kann, ist eine abstrakte Eigenschaft, die durch den Zustandsvektor bzgl. der Observablenalgebra definiert ist (ich denke da in Richtung des Strukturenrealismus). C) In der Praxis ist eine Trennung zwischen zu messendem System, Messgerät, Beobachter etc. nicht gegeben bzw. unmöglich, d.h. streng genommen müssen wir immer vom Gesamtzustand reden (Prof. Neumaier / die Thermal Interpretation hat mich da zum Nachdenken gebracht) Meine obige Aussage für "entgegengesetzte Eigenschaften" bezieht sich dann auf (B) und kommt im Sinne von (C) dem Gesamtsystem zu. (möglicherweise wird dies alles durch eine echte Lösung des Messproblems über den Haufen geworfen, abber das ist spekulativ; ich würde mir wünschen, dass es in Richtung der TI funktioniert, allerdings steckt diese leider noch in den Kinderschuhen)[/quote]
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TechnikFan
Verfasst am: 13. Jun 2025 19:29
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Der Denkfehler besteht darin, die realistische Interpretation des Zustandsvektors mit der realistischen Interpretation des Zustandsvektors
ausgedrückt in einer speziellen Basis
zu verwechseln. Letzteres ist
vor
einer Messung, die diese Basis erst noch festlegen wird, natürlich Quatsch.
Ich habe den Eindruck, du kritisiert einen seit Jahrzehnten ausrangierten Strohmann.
An anderer stelle habe ich gelernt:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Im Hilbertraum sind alle unendlich viele mögliche Basissysteme zunächst gleichberechtigt; Darstellungen mittels verschiedener Basen B, B', B'' sind äquivalent, d.h. ...
Wieso werden die Zustandsvektoren oben unterschieden? Für die Interpretation sollte das doch keinen Unterschied machen !?
Und nur so am Rande, was ist mit "seit Jahrzehnten ausrangierten Strohmann" gemeint?
Manuel_91
Verfasst am: 15. Jan 2025 10:07
Titel:
Bell hab ich darin nicht gefunden, bin aber auf detailliertere Bücher gewechselt, da es mir zu wenig abstrakt ist. Es ist aber sehr anschaulich und daher sehr einfach. Hab mal Chat GPT gefragt wie es das Werk einstuft, das deckt sich jedenfalls auch mit meinem Eindruck.
Zitat:
Das Lehrbuch Physik – Lehr- und Übungsbuch von Douglas C. Giancoli (im englischen Original: Physics: Principles with Applications) gilt als eines der bekanntesten und umfassendsten Einführungswerke in die Physik, insbesondere im angelsächsischen Raum. Es wird häufig in Kursen verwendet, die Studierende der Ingenieurwissenschaften, der Medizin oder der Naturwissenschaften auf ein solides physikalisches Grundverständnis vorbereiten sollen.
Stärken des Buches:
Anschauliche Erklärungen: Giancoli legt großen Wert auf die verständliche Darstellung physikalischer Konzepte, was besonders für Anfänger nützlich ist.
Alltagsbezug: Es enthält viele Beispiele, die physikalische Prinzipien auf reale Situationen anwenden, um den praktischen Nutzen der Theorie zu verdeutlichen.
Illustrationen: Die Abbildungen sind klar und tragen wesentlich zum Verständnis bei.
Übungsaufgaben: Es gibt eine Vielzahl von Aufgaben mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die die Anwendung der Theorie fördern.
Systematische Einführung: Die Themen werden logisch aufeinander aufgebaut, was den Einstieg erleichtert.
Schwächen des Buches:
Mathematische Tiefe: Für Studierende der Physik, die eine tiefergehende mathematische Behandlung der Themen benötigen, könnte das Buch etwas oberflächlich wirken.
Fokus auf Anwendungen: Es legt mehr Gewicht auf Anwendungen als auf die formale theoretische Entwicklung, was für manche Leser möglicherweise unbefriedigend ist.
Fortgeschrittene Themen: Für fortgeschrittene oder spezialisierte Studiengänge (z. B. theoretische Physik) ist es nicht ausreichend, da es grundlegende Prinzipien auf Einführungsebene behandelt.
Zielgruppe:
Das Buch eignet sich hervorragend für:
Studierende im Grundstudium (besonders Nicht-Physik-Hauptfächer).
Personen, die einen anschaulichen Einstieg in die Physik suchen.
Lehrer und Dozenten, die ein didaktisch gut aufbereitetes Werk für den Unterricht benötigen.
Vergleich mit Alternativen:
Halliday/Resnick/Walker – Fundamentals of Physics: Bietet mehr mathematische Tiefe, wird aber oft als weniger zugänglich empfunden.
Tipler/Mosca – Physics for Scientists and Engineers: Gilt als umfassender, richtet sich aber mehr an Physik-Hauptfächer.
Young/Freedman – University Physics: Ähnlicher Ansatz wie Giancoli, jedoch mit mehr Fokus auf fortgeschrittene Mathematik.
Insgesamt ist Giancoli eine ausgezeichnete Wahl, wenn der Fokus auf Verständnis und Anwendung liegt, weniger jedoch, wenn tiefere mathematische und theoretische Einblicke gewünscht sind.
Speziell für eine Einführung in die Quantenphysik gibt es sicher bessere.
Aruna
Verfasst am: 15. Jan 2025 07:59
Titel:
Manuel_91 hat Folgendes geschrieben:
Eines meiner ersten Physik Fachbücher war das:
https://www.amazon.de/Physik-Lehr-%C3%9Cbungsbuch-Pearson-Studium/dp/3868940235/
Das ist hier sicherlich zu oberflächlich, hat aber gut 1600 Seiten, dafür ist es extrem einfach geschrieben und man kann durch die Seiten "durchfliegen", weil alles so leicht aufgearbeitet wurde.
Dandy hat Folgendes geschrieben:
Ich bin Physik-Student und gehe nie zur Vorlesung, außer um mal ab und an ein paar Menschen und Experimente zu sehen.
Vielleicht wird es bald notwendiger werden, aber derzeit erfüllt dieses Buch alle meine Bedürfnisse. Es ist ein Allround-Paket mit reichlich Aufgaben und gleichvielen Lösungswegen.
Bisher habe ich noch kein anderes Physik-Buch angefasst
, und kann dennoch alle Hausaufgaben für die Uni ohne Probleme erledigen.
Wär ich nicht so ein harter
wohlhabender
Kerl, würde ich mich auch über die vielen Kilos und Euros beschweren.
Bruder du weißt!
Ein halbes Jahr später:
Um meiner Euphorie während des Lernens mit diesem Buch Luft zu machen, habe ich damals diese Rezension verfasst. Auch wenn ich von launischen Rezensionen nicht viel halte, erscheint sie mir bis heute noch immer kaum lächerlich. Nun hatte ich in dieser Zeit die Möglichkeit, den Lernerfolg an einer Klausur zu messen. Ich erreichte die höchstmögliche Punktzahl, wozu allerdings gesagt sei, dass ich sehr viel Zeit mit dem Buch verbracht und verdammt viele Aufgaben gerechnet habe.
Mit Sicherheit war es sinnvoll, dafür auf die Vorlesungen, Skripte oder sonstige Lernmittel zu verzichten.
Für jemanden, der das nicht möchte, könnte das Buch ein wenig zu weitläufig sein, zumal die Bearbeitung der Aufgaben meiner Meinung nach zentraler Bestandteil des Lernens ist.
Jedenfalls lerne ich jetzt im 2. Semester immer noch erfolgreich auf die gleiche Weise mit dem Buch.
Leider kann man die identische
Bafögausgabe für 50 Euro
nicht mehr kaufen.
Steht da was über das Bell-Theorem und seine "Belegungen" drin?
Manuel_91
Verfasst am: 14. Jan 2025 20:16
Titel:
Geringere Wortzahlen sind nicht immer schneller zu lernen, weil die Texte dann meist viel dichter sind. Eigentlich sind gerade Bücher zum Einstieg umfangreicher, weil die Themen nicht so dicht besprochen werden (bezogen auf die gleiche Komplexität des Themas). Die Bücher von Pearson sind hier ein Musterbeispiel, sowohl in der Biologie (Campbell) als auch im Einstieg in die Physik. Eines meiner ersten Physik Fachbücher war das:
https://www.amazon.de/Physik-Lehr-%C3%9Cbungsbuch-Pearson-Studium/dp/3868940235/
Das ist hier sicherlich zu oberflächlich, hat aber gut 1600 Seiten, dafür ist es extrem einfach geschrieben und man kann durch die Seiten "durchfliegen", weil alles so leicht aufgearbeitet wurde.
Eine sehr kurze Deduktion der Quantenphysik gibt es wohl nicht, das wäre ja kein typischer physikalischer Ansatz, sondern eben eine philosophische Deduktion. Ich hab das Buch selbst nicht gelesen was Tom empfohlen hat, kenne aber einige Physiker die es sehr schätzen. Vermutlich ist es wohl ein ganz guter Einstieg.
MBastieK
Verfasst am: 14. Jan 2025 19:17
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Dann aber bitte mir auch nicht gram sein, wenn die empfohlene Literatur nicht passt 😉
Ne, ist schon ok.
Es wäre ja ein interessantes Indiz über den Sachverhalt und seine Komplexität oder eher
Axiomatie-Stärke
, wenn man
definitiv weiss
, dass es mindestens 300 Seiten
benötigt
, um nur die Grundsätze einem komprimiert nahe zu bringen. Wäre dies aber nicht so, und es würde nur 50 Seiten benötigen, dann würde dies in einem kapitalistisch orientierten Bund-Handel schwerlich in diesen Handel schaffen, da einerseits materiell ineffizient und andererseits ein (künstlich aufgebläht) seiten-starkes Buch mehr Wert suggeriert. Im Kapitalismus bin ich mir nie sicher und deshalb kritisch bezüglich schienbarer Kompaktheit.
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 14. Jan 2025 19:05
Titel:
👍
Dann aber bitte mir auch nicht gram sein, wenn die empfohlene Literatur nicht passt 😉
MBastieK
Verfasst am: 14. Jan 2025 18:23
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Also am besten
klar sagen, was das Ziel der Diskussion ist
! Dann vermeiden wir zukünftig solche Missverständnisse.
Das ist nicht immer einfach, wenn man etwas verstehen will, bei dem man noch
nicht*
weiss, was es zu verstehen gibt, d.h. was man da genau verstehen soll. Und welche Differenzierungen es gibt. Man kann nicht wissen, was man (noch) nicht weiss.
Deswegen vielleicht die latente Unschärfe beim Fragen, um mehrere Erklärungs-Wege oder Herangehensweisen offen zu halten.
Edit
*Ups, hab vorher ein wichtiges 'nicht' vergessen
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 14. Jan 2025 06:49
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
das ist eventuell mit einem Augenzwinkern gemeint
Sobald Implikationen drin sind(, die man selbst tätigen kann,) ist es für mich kein Minimum mehr. Ich persönlich erwarte beim Minimun Axiome und grundlegende Informationen*, die erkenntnisreiche und anschauliche Rückschlüsse und Schlussfolgerungen zulassen, die einen guten Überblick erschaffen.
Bei einem theoretischen Minimum erhält man die gerade nicht!
Und das ist auch sinnvoll, da man
zuerst
den Formalismus der Quantenmechanik und dessen physikalische Anwendung lernt,
anschließend
dann unterschiedliche Interpretationen desselben.
Andersherum – so wie hier oft zu beobachten – diskutiert man die Interpretation von etwas, das man nicht versteht, was dann letztlich dazu führt, dass auch die Interpretation rätselhaft bleibt.
Wenn also schon der Aufwand mit Mathematik, dann maßgeschneidert die für die Quantenmechanik notwendige Mathematik – das ist exakt das, was Susskind im Sinn hatte. Außerdem findet man bei Susskind einen einfachen Einstieg über die Algebra.
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Ich finde die Erkenntnis, dass jegliche Belegungen des Bell-Theorems keine Hidden Variables logisch zwingend erfordert, so eine grundlegende Information, obwohl diese Information sicherlich auch herleitbar ist.
Diese Information ist ohne Mathematik trivial herleitbar: die minimale, stochastische Interpretation der Quantenmechanik funktioniert seit ca. 100 Jahren für alle praktischen Anwendungsfälle, ohne die Notwendigkeit von versteckten Variablen; q.e.d.
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Wenn diese Information aus einem gut dargestellten Axiomen-System oder anderen gut dargestellten grundlegenden Informationen leicht herleitbar wäre, wäre das für mich natürlich auch ein gut erarbeitetes Minimum.
Wenn die Intention klar wäre, könnte ich natürlich auch entsprechende Literaturempfehlungen geben. Wenn ich sehe, dass ein Mathematikbuch ohne Bezug zur Quantenmechanik durchgearbeitet wird, empfehle ich eben ein mathematisch orientiertes Buch direkt zur Quantenphysik, da dies deutlich besser passt – zu passen scheint. Erfahre ich dann, dass es um philosophische Implikationen geht, die höchstens am Rande etwas mit Mathematik zu tun haben, liege ich damit natürlich völlig falsch.
Also am besten
klar sagen, was das Ziel der Diskussion ist
! Dann vermeiden wir zukünftig solche Missverständnisse.
MBastieK
Verfasst am: 14. Jan 2025 00:33
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
das ist eventuell mit einem Augenzwinkern gemeint
Sobald Implikationen drin sind(, die man selbst tätigen kann,) ist es für mich kein Minimum mehr. Ich persönlich erwarte beim Minimun Axiome und grundlegende Informationen*, die erkenntnisreiche und anschauliche Rückschlüsse und Schlussfolgerungen zulassen, die einen guten Überblick erschaffen.
Ich finde die Erkenntnis, dass jegliche Belegungen des Bell-Theorems keine Hidden Variables logisch zwingend erfordert, so eine grundlegende Information, obwohl diese Information sicherlich auch herleitbar ist. Wenn diese Information aus einem gut dargestellten Axiomen-System oder anderen gut dargestellten grundlegenden Informationen leicht herleitbar wäre, wäre das für mich natürlich auch ein gut erarbeitetes Minimum. Die Frage ist, was sind intersubjektive Informationen, aus denen man einen guten Überblick selbst ableiten kann.
*und grundlegende mathematische Syntax
Nette Grüsse
Aruna
Verfasst am: 13. Jan 2025 23:39
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich würde Quantum Mechanics:
The Theoretical Minimum
von Leonard Susskind, Art Friedman empfehlen.
Bei dem Titel verwundern mich die 384 Seiten leicht.
das ist eventuell mit einem Augenzwinkern gemeint:
Zitat:
The term Theoretical Minimum originated with renowned Russian physicist Lev Landau. From Wikipedia:
Landau developed a comprehensive exam called the "Theoretical Minimum" which students were expected to pass before admission to the school. The exam covered all aspects of theoretical physics, and between 1934 and 1961 only 43 candidates passed.
Der Kurs Quantenmechanik sind hier nur 10 Doppelstunden Vorlesung:
https://theoreticalminimum.com/courses/quantum-mechanics/2012/winter
MBastieK
Verfasst am: 13. Jan 2025 22:42
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich würde Quantum Mechanics:
The Theoretical Minimum
von Leonard Susskind, Art Friedman empfehlen.
Bei dem Titel verwundern mich die 384 Seiten leicht.
Nette Grüsse
antaris
Verfasst am: 13. Jan 2025 22:05
Titel:
Für knapp 10€...gerade gekauft.
TomS
Verfasst am: 13. Jan 2025 21:47
Titel:
Ich würde
Quantum Mechanics: The Theoretical Minimum
von Leonard Susskind, Art Friedman empfehlen.
MBastieK
Verfasst am: 13. Jan 2025 17:45
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Welches? Ich bin für jede Hilfe dankbar.
In
dem
musste ich rumkritzeln, weil in dem eine gute optische Struktur oder Trennung sich mir persönlich entzieht. Ich hatte noch persönlich Unterricht bei dem Mann. War ein sympathischer Mensch.
Nette Grüsse
TechnikFan
Verfasst am: 13. Jan 2025 17:03
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Ich habe da ein recht gutes Nachschlage-Werk, in dem ich auch Rumkritzel kann.
Welches? Ich bin für jede Hilfe dankbar.
MBastieK
Verfasst am: 13. Jan 2025 12:49
Titel:
TechnikFan hat Folgendes geschrieben:
Kompliziert wird es erst durch den ganzen Rattenschwanz dahinter: Hilbertraum, Operatoren, ...,Eigenvektoren, Eigenwerte,
Bei dem Versuch dort nach und nach durchzusteigen bleibe ich regelmäßig stecken.
Ich habe da ein recht gutes Nachschlage-Werk, in dem ich auch Rumkritzel kann. Etwas handfestes zu haben erleichtert die Sache für mich.
Nette Grüsse
MBastieK
Verfasst am: 13. Jan 2025 12:45
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
keine Antwort ist auch eine Antwort...
Ich schulde Ihnen nichts.
Ich bin nicht Ihr Aufzieh-Äffchen.
Ihre Art zu fragen vermindert die Konzentration in der Kommunikation.
Aruna
Verfasst am: 13. Jan 2025 07:03
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Die Bra-Ket-Notation fehlt mir noch in meinem mathematischen Repertoir. Ich habe mal gelesen, dass es einfach nur eine andere Darstellungs-Weise von Vektoren ist. Aber dies kann es ja nicht sein, da ja die nicht-klassische Logik da mit eingewoben sein muss.
Gehört die Schrödingergleichung und deren Lösungen zu Ihrem mathematischen Repertoir?
keine Antwort ist auch eine Antwort...
Nun, aufgrund der Erkenntnisse, dass Photonen und Elektronen sich in größerer Zahl scheinbar so verhalten, wie man es von Wellen kennt, hat Schrödinger die bekannte Wellengleichung modifiziert, und die Lösungen dieser Gleichung, die ähnlich Wellenfunktionen sind, mit Elektronen und anderen Quantenobjekten identifiziert.
So wurden die beobachteten "Wellen-Eigenschaften" von Quantenobjekten mathematisch abgebildet.
Und eine Wellenfunktion, die durch einen Doppelspalt geht, ist z.B. räumlich zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr eindeutig lokalisiert, was man bei
Materie"Teilchen" vielleicht als der "klassischen Logik" oder der "menschlichen Vernunft" widersprechend ansieht.
Dazu braucht man keine Dirac-Notation.
Die Natur verhält sich scheinbar "unvernünftig".
Das meinte m.E. Feynman, als er sagte: "Ich kann sicher sagen, dass niemand die Quantenmechnik versteht".
Aruna
Verfasst am: 13. Jan 2025 06:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich muss mich entschuldigen, die Bohmsche QM ist zwar nicht-lokal, enthält jedoch keine verborgenen Parameter.
da gehen die Meinungen wohl auseinander, siehe entsprechende Wikipediaartikel
Soweit von mir verstanden:
Sie enthält keine verborgenen Variablen, aber die konkreten Werte der Variablen wie Einzelteilchen-Impuls und Einzelteilchenort bleiben uns verborgen.
MBastieK
Verfasst am: 12. Jan 2025 21:10
Titel:
Folge-Beitrag:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Generell spielt die Logik bei der Konstruktion nur eine untergeordnete Rolle, sie dient lediglich als Leitplanke. Theorien entstehen eher intuitiv/kreativ/spekulativ, im Sinne der Abduktion "angenommen, X träfe zu, dann würde dies folgende bisher unverstandene Fakten erklären". X ist eine Idee, kein Ergebnis eines logischen Schlusses.
Mir nicht fremd.
Ich denke die Entstehung kann und darf so sein, aber das Konstrukt muss dann später durch einen logischen Filter.
Edit:
Ich habe mal gehört:
"
Abduktion ist die Fähigkeit der Neu-Interpretation."
Sicherlich nur ein Aspekt bezüglich Abduktion.
Nette Grüsse
MBastieK
Verfasst am: 12. Jan 2025 21:01
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ein ausführlich durchgerechnetes Beispiel siehe hier:
https://www.physikerboard.de/topic,69882,-faq---quanten-verschraenkung%2C-spukhafte-fernwirkung-etc.html
Ich glaube was ich die Tage gelernt habe reicht mir erstmal.
Danke.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich muss mich entschuldigen, die Bohmsche QM ist zwar nicht-lokal, enthält jedoch keine verborgenen Parameter.
Verborgene Parameter wären solche, die an sich determiniert jedoch für uns ggf. unbekannt sind, und die jenseits des Formalismus der etablierten QM liegen; gemäß Bell müssen sie nicht-lokal sein.
Ich dachte die Pilot-Welle bewegt ein Teilchen vor sich her, was in Impuls und Ort im unbeobachteten Zustand fest bestimmt ist, was Eigenschafts-Realismus bzw. verborgene Variablen ausmacht?!?
Edit:
Und dass die Pilot-Welle nicht-lokal kollabiert.
Ich muss wohl dieses restliche nochmal sinnerfassend durchlesen:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die zusätzlichen Parameter bei Bohm sind jedoch weder verborgen noch nicht-lokal; es sind einfach die Teilchenorte. Nicht-lokal ist der Einfluss des Quantenpotentials also der Wellenfunktion.
Bohm führte das sicher nicht aus rein logischen Überlegungen ein. Generell spielt die Logik bei der Konstruktion nur eine untergeordnete Rolle, sie dient lediglich als Leitplanke. Theorien entstehen eher intuitiv/kreativ/spekulativ, im Sinne der Abduktion "angenommen, X träfe zu, dann würde dies folgende bisher unverstandene Fakten erklären". X ist eine Idee, kein Ergebnis eines logischen Schlusses.
Nette Grüsse
TechnikFan
Verfasst am: 12. Jan 2025 18:59
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Das habe ich nie verstanden; wie der quanten-physikalisch-mathematische Formalismus dies schafft bzw. dies umsetzt. Die Bra-Ket-Notation fehlt mir noch in meinem mathematischen Repertoir. Ich habe mal gelesen, dass es einfach nur eine andere Darstellungs-Weise von Vektoren ist.
Die Bra-Ket-Notation ist noch das Einfachste. Siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Mathematische_Formulierung_der_Quantenmechanik
Kompliziert wird es erst durch den ganzen Rattenschwanz dahinter: Hilbertraum, Operatoren, Observablen, Eigenvektoren, Eigenwerte, Pauli-Prinzip usw. usw.
Bei dem Versuch dort nach und nach durchzusteigen bleibe ich regelmäßig stecken.
TomS
Verfasst am: 12. Jan 2025 18:57
Titel:
@MBastieK
–
Doch, Kets und Bras sind (bis auf Komplikationen in unendlich-dimensionalen Räumen) direkte Analoga zu Vektoren in der linearen Algebra, in einem Vektorraum und dessen Dualraum (in der Notation oft Spalten- und Zeilenvektoren).
Zur Logik
1. Habe ich zwei sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften, so weiß ich in der klassischen Welt, dass einem Objekt entweder die eine oder die andere zukommt. Am Doppelspalt fliegt ein Teilchen entweder durch den linken oder durch den rechten Spalt. In der Quantenmechanik ist es jedoch möglich, dass einem Quantenobjekt eine Superposition derartiger Eigenschaften zukommen kann.
2. In der Quantenmechanik sind Belegungen von Variablen mit Wahrheitswerten möglich, die in der klassischen Logik ausgeschlossen sind.
Ein ausführlich durchgerechnetes Beispiel siehe hier:
https://www.physikerboard.de/topic,69882,-faq---quanten-verschraenkung%2C-spukhafte-fernwirkung-etc.html
Der essentielle Punkt ist, dass in der Quantenmechanik Wahrheitswerte bzw. das Vorliegen von Eigenschaften mittels Eigenzuständen sowie Projektoren auf diese Eigenzustände definiert werden.
Aruna
Verfasst am: 12. Jan 2025 18:43
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Das habe ich nie verstanden; wie der quanten-physikalisch-mathematische Formalismus dies schafft bzw. dies umsetzt.
Das schaffen schon die negativen Zahlen, wenn man die mit Objekten der Alltagserfahrung identifiziert:
Ein Bus der mit zehn Personen besetzt ist hält an einer Haltestelle.
Elf Personen steigen aus.
Drei Wissenschaftler kommentieren das Geschehen:
Ein Biologe: Die müssen sich unterwegs vermehrt haben.
Ein Physiker: Was solls, zehn Prozent Messtoleranz müssen drin sein.
Ein Mathematiker:
Wenn jetzt einer einsteigt, ist keiner drin.
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
Die Bra-Ket-Notation fehlt mir noch in meinem mathematischen Repertoir. Ich habe mal gelesen, dass es einfach nur eine andere Darstellungs-Weise von Vektoren ist. Aber dies kann es ja nicht sein, da ja die nicht-klassische Logik da mit eingewoben sein muss.
Gehört die Schrödingergleichung und deren Lösungen zu Ihrem mathematischen Repertoir?
MBastieK
Verfasst am: 12. Jan 2025 17:57
Titel:
Folge-Beitrag:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Mir ist bewusst, dass ich damit Zuständen Realität zuspreche, die
jeder klassischen Logik widersprechen.
Wir könnten etwas näher an die Mathematik gehen.
Der quanten-physikalisch-mathematische Formalismus muss ja jegliche Interpretationen mit abdecken, bzw. so abstrakt sein, dass er unabhängig von einer Interpretation ist. D.h. dass man in ihm versteckte Variablen sehen kann oder auch nicht. Oder dass er gegensätzliche Überlagerungs-Zustände zulässt, die sich erst bei der Messung entscheiden, und dieses ganze sogar noch im unbeobachteten Vor-Mess-Zustand als philosophisch real akzeptierbar ist. Oder was für andere Interpretationen da auch noch drin sind und gleichzeitig nicht.
Das habe ich nie verstanden; wie der quanten-physikalisch-mathematische Formalismus dies schafft bzw. dies umsetzt. Die Bra-Ket-Notation fehlt mir noch in meinem mathematischen Repertoir. Ich habe mal gelesen, dass es einfach nur eine andere Darstellungs-Weise von Vektoren ist. Aber dies kann es ja nicht sein, da ja die nicht-klassische Logik da mit eingewoben sein muss.
Wie erkenne ich oder wie oder wo ist in der Bra-Ket-Notation die nicht-klassische Logik implementiert?
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 12. Jan 2025 17:57
Titel:
Ich muss mich entschuldigen, die Bohmsche QM ist zwar nicht-lokal, enthält jedoch keine verborgenen Parameter.
Verborgene Parameter wären solche, die an sich determiniert jedoch für uns ggf. unbekannt sind, und die jenseits des Formalismus der etablierten QM liegen; gemäß Bell müssen sie nicht-lokal sein.
Die zusätzlichen Parameter bei Bohm sind jedoch weder verborgen noch nicht-lokal; es sind einfach die Teilchenorte. Nicht-lokal ist der Einfluss des Quantenpotentials also der Wellenfunktion.
Bohm führte das sicher nicht aus rein logischen Überlegungen ein. Generell spielt die Logik bei der Konstruktion nur eine untergeordnete Rolle, sie dient lediglich als Leitplanke. Theorien entstehen eher intuitiv/kreativ/spekulativ, im Sinne der Abduktion "angenommen, X träfe zu, dann würde dies folgende bisher unverstandene Fakten erklären". X ist eine Idee, kein Ergebnis eines logischen Schlusses.
MBastieK
Verfasst am: 12. Jan 2025 15:43
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Was besagt "beinhalten"? Sind verborgene Variablen damit logisch möglich? zwingend?
sinnvoll
?
...
Dann lautet die Antwort
0
.
Es ist überhaupt nicht logisch zwingend.
Ok, dann werden in der DeBroglie-Bohm Pilot-Wellen-Theorie (real & nicht-lokal) die Hidden Variables eingeführt, weil sie da logisch sinnvoll sind!?!
Nette Grüsse
MBastieK
Verfasst am: 12. Jan 2025 12:34
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Dann lautet die Antwort
0
.
Es ist überhaupt nicht logisch zwingend.
Hmm. Ok.
Vielen Dank erstmal soweit.
Ich werde später nochmal darauf eingehen. Erstmal Sonntag geniessen.
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 12. Jan 2025 11:33
Titel:
Dann lautet die Antwort
0
.
Es ist überhaupt nicht logisch zwingend.
1. L und ¬R: für den nicht-Realisten ist das irrelevant
2. ¬L und R: Realisten (z.B. MWI) fordern das nicht
3. ¬L und ¬R: für den nicht-Realisten ist das irrelevant
Generell ist (¬L und R) – d.h. realistische Theorien mit nicht-lokalen verborgenen Parametern a la Bohm – eine Nische.
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 23:44
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
also dass
¬ (L und R)
gilt.
Umgekehrt bedeutet dies, dass drei Möglichkeiten zulässig sind:
1.
L und ¬R
2.
¬L und R
3. ¬L und ¬R
Richtig?
Ja.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Was besagt "beinhalten"? Sind verborgene Variablen damit logisch möglich? zwingend? sinnvoll?
Zwingend. Wann sie logisch zwingend sind.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Was ist mit verborgene Variablen genau gemeint? Allgemein verborgene Variablen? Lokale verborgene Variablen so wie von Bell diskutiert? Auch nicht-lokale verborgene Variablen?
Ich hoffe, dass wird mit 'zwingend' beantwortet.
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 11. Jan 2025 22:33
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
@
TomS
Könnten Sie bitte noch die nachgebesserte
Frage 1
von
hier
explizit, d.h. nur mit einer Zahl, beantworten? 0? 1? 2? 3?
Da muss ich nachfragen.
Zu den Begriffen:
Realismus
: Eine physikalische Theorie ist realistisch (
R
), wenn Eigenschaften vor bzw. unabhängig von Beobachtungen vorliegen, d.h. wenn Messergebnisse vor einer Messung zwar unbekannt jedoch bereits festgelegt sind. Das ist das, was ich oben als Eigenschafts-Realismus bezeichnet habe.
Lokalität
: Eine physikalische Theorie ist nicht-lokal (
¬L
), wenn Messergebnisse für zwei nicht kausal verknüpfte Beobachtungen korreliert sind, wobei jedes Messergebnis für sich betrachtet zufällig erscheint, die Korrelation jedoch nicht.
Bell's Theorem plus die experimentellen Bestätigungen besagen, dass die Natur gemäß der Vorhersagen der Quantenmechanik nicht zugleich lokal und realistisch ist, also dass
¬ (L und R)
gilt.
Umgekehrt bedeutet dies, dass drei Möglichkeiten zulässig sind:
1.
L und ¬R
2.
¬L und R
3. ¬L und ¬R
Richtig?
Dann noch einige Fragen zu Präzisierung von
Zitat:
Wieviele von diesen 3 Belegungen (oder Interpretationen) beinhalten verborgene Variablen?
Was besagt "beinhalten"? Sind verborgene Variablen damit logisch möglich? zwingend? sinnvoll?
Was ist mit verborgene Variablen genau gemeint? Allgemein verborgene Variablen? Lokale verborgene Variablen so wie von Bell diskutiert? Auch nicht-lokale verborgene Variablen?
Aruna
Verfasst am: 11. Jan 2025 22:26
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
@
TomS
Könnten Sie bitte noch die nachgebesserte
Frage 1
von
hier
explizit, d.h. nur mit einer Zahl, beantworten? 0? 1? 2? 3?
ich möchte hier anmerken, dass die derzeitige QM durch die Annahme lokaler verborgener Variablen m.E. unvollständig (weil sie eben diese Variablen nicht beschreibt) wäre und jemand der an verborgene lokale Variablen glaubt, geht nicht davon aus, dass die Welt vollständig von der QM beschrieben wird.
Er wäre m.E. in dem Sinne Nicht-Realist, als dass er nicht annimmt, dass die QM die physikalische Welt (vollständig) abbildet (so war die Antwort weiter vorne gemeint).
Er würde aber davon ausgehen, dass die physikalische Welt auch vor der Messung in einem eindeutigen Zustand (mit eindeutigen Werten für die Observablen) vorliegt, den man nur nicht kennt.
Hier gibt es eine Vermischung der Realitätsbegriffe:
1.) die Welt ist vor der Messung so, wie sie die QM beschreibt (QM gibt die Realität korrekt wieder)
2.) die Welt ist vor der Messung (auch bezüglich der Werte von Observablen) eindeutig (real) (wird allerdings nicht so von der QM wiedergegeben)
=> jemand der bezüglich 1.) Nicht-Realist ist, kann bezüglich 2.) Realist sein
und kann hoffen, die QM so zu ergänzen, dass sie die Realität auch vor der Messung vollständig und korrekt beschreibt, z.B. durch verborgene Variablen.
Albert Einstein war in diesem Sinne IMO Nicht-Realist im Sinne von 1.) und glaubte an verborgene Variablen, weil er Realist im Sinne von 2.) war.
Allerdings:
Zitat:
In ihrer Kopenhagener Deutung genügt die Quantenmechanik also nicht Einsteins Forderungen an eine vollständige, reale und lokale Beschreibung der Physik. Dies hatte Albert Einstein erkannt und bemängelt.
Aber er irrte in der Annahme, die Quantenmechanik könne durch Hinzufügen verborgener Variablen real und lokal zugleich werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bellsche_Ungleichung#Folgerungen
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 22:02
Titel:
@
TomS
Könnten Sie bitte noch die nachgebesserte
Frage 1
von
hier
explizit, d.h. nur mit einer Zahl, beantworten? 0? 1? 2? 3?
Vielen Dank.
Nette Grüsse
Aruna
Verfasst am: 11. Jan 2025 21:39
Titel:
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 21:37
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Bitte zitieren Sie mal das "Bell-Theorem", auf das Sie sich beziehen, hier im genauen Wortlaut, damit alle wissen, wie dort "real" und "Dieses Universum" benutzt werden.
Ich werde in ein paar Tagen auf Ihre Anfrage antworten. Danke für Ihre Geduld.
Nette Grüsse
Aruna
Verfasst am: 11. Jan 2025 21:13
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aufgrund meiner
realistischen
Haltung glaube ich, dass dieser Polarisationszustand die Realität zutreffend beschreibt.
Ist dieses '
realistisch
' (bezogen auf das bzw.) identisch mit dem Wort
real
, welches man als Begriff in der Bell-Ungleichung bzw. im Bell-Theorem benutzt?
Bitte zitieren Sie mal das "Bell-Theorem", auf das Sie sich beziehen, hier im genauen Wortlaut, damit alle wissen, wie dort "real" und "Dieses Universum" benutzt werden.
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 20:34
Titel:
Ok.
Könnten Sie bitte noch die
Frage 1
von
hier
explizit, d.h. nur mit einer Zahl, beantworten? 0? 1? 2? 3?
Danke.
Nette Grüsse
TomS
Verfasst am: 11. Jan 2025 18:55
Titel:
MBastieK hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aufgrund meiner
realistischen
Haltung glaube ich, dass dieser Polarisationszustand die Realität zutreffend beschreibt.
Ist dieses '
realistisch
' (bezogen auf das bzw.) identisch mit dem Wort
real
, welches man als Begriff in der Bell-Ungleichung bzw. im Bell-Theorem benutzt?
Nein.
Unter einer realistischen Haltung versteht man zunächst, dass man an eine
unabhängig
von Beobachtern und Beobachtungen existierende Realität glaubt (ich sitze gerade im Arbeitszimmer, und bin mir dennoch sicher, dass der Keller des Hauses gerade existiert).
In der Physik versteht man unter Realismus zumeist, dass der Formalismus diese Realität unabhängig bzw. vor den Beobachtungen
tatsächlich
in gewissen Aspekten zutreffend beschreibt (in gewisser Weise folgen Planeten tatsächlich näherungsweise elliptischen Orbits, auch wenn wir nicht hinschauen)
In der Quantenmechanik muss man nun beachten, dass eine gewisse Art des Realismus nämlich der
Eigenschafts
-Realismus nicht wie gewohnt funktioniert (da Eigenschaften wie Ort, Impuls, Drehimpuls, Energie etc. unscharf sein können - Heisenberg 1927)
Außerdem muss man beachten, dass der
lokale
Eigenschafts-Realismus nicht funktioniert,
selbst wenn
sich in Messungen je Einzelobjekt immer diese scharfen Eigenschaften zeigen (d.h. die Annahme, es lägen scharf definierte Eigenschaften lokal je Einzelobjekt vor, sie seien uns nur unbekannt, ist experimentell widerlegt - Bellsche Ungleichung 1964 sowie diverse Experimente dazu)
Wenn ich mich als Realist bezeichne, dann kann ich demnach nur daran glauben, dass
der Zustandsvektor selbst
in einer gewissen Weise die Realität zutreffend beschreibt, nicht die lokalen Eigenschaften, von denen bei EPR und Bell die Rede ist.
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 18:43
Titel:
Folge-Beitrag
:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Was ist dann noch offen?
Frage 1:
Das Bell-Theorem lässt durch seine Oder-Aussage
'Es existiert Nicht-Realismus oder Nicht-Lokalität'
*
drei Belegungen zu. Wieviele von diesen 3 Belegungen (oder Interpretationen) beinhalten verborgene Variablen? 0? 1? 2? 3?
Frage 2:
Oder anders gefagt:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aufgrund meiner realistischen Haltung glaube ich, dass dieser Polarisationszustand die Realität zutreffend beschreibt.
Glauben Sie (durch diese zitierte Aussage) persönlich an verborgene Variablen? Ja? Nein?
*
Bzw. eher unpräzise:
'Dieses Universum ist nicht-real oder nicht-lokal'
Nette Grüsse
MBastieK
Verfasst am: 11. Jan 2025 18:28
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aufgrund meiner
realistischen
Haltung glaube ich, dass dieser Polarisationszustand die Realität zutreffend beschreibt.
Ist dieses '
realistisch
' (bezogen auf das bzw.) identisch mit dem Wort
real
, welches man als Begriff in der Bell-Ungleichung bzw. im Bell-Theorem benutzt?
Edit
D.h. sagen Sie im Grunde?:
Aufgrund meiner
realistischen
Belegung des Bell-Theorems, d.h. meiner persönlichen Entscheidung das Bell-Theorem als
real
& nicht-lokal zu belegen, glaube ich, dass dieser Polarisationszustand die Realität zutreffend beschreibt.
Nette Grüsse