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[quote="TomS"][quote="blue"]… wie soll es denn bitte ein SL ohne Ereignishorizont geben …[/quote] Üblicherweise versteht man unter einem SL eine Singularität, die jedoch von einem EH umschlossen ist, aus dessen Inneren nichts entkommen kann. Die problematische Singularität bleibt unsichtbar. Die Kerr-Lösung lässt [i]rein mathematisch[/i] J > M² zu, wobei weiterhin eine Singularität existiert, jedoch kein EH. Es gibt einfach keine Fläche um die Singularität, die die mathematischen Eigenschaften eines solchen aufweist. [i]Physikalisch[/i] verhält es sich so, dass Sterne durchaus J > M² haben können, das aus einem Kollaps resultierende EH jedoch J' < J, M' < M, J' < M'², wobei die nicht ins SL kollabierende Materie den Drehimpuls "wegträgt". Außerdem führt für ein SL mit J < M² das Füttern mit zusätzlicher Materie, die Drehimpuls trägt nicht J' > M'², da bei J = M² keine Weltlinien einfallender Materie existieren, die den Horizont überschreiten und zu J' > J, M' > M, J' > M'² führen; das SL lässt sich nicht so füttern. Es sind aber andere Prozesse denkbar, z.B. das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher, die zu derartigen Szenarien führen; jedenfalls kennt man keinen mathematischen Beweis, der das ausschließt. Deswegen hat Penrose seine physikalisch motivierte Hypothese formuliert.[/quote]
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Telefonmann
Verfasst am: 23. Nov 2024 09:00
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube, dass ich mal ein paar Szenen des Filmes Event Horizon in einem privaten Fernsehsender gesehen habe, aber bald ziemlich genervt weggezappt habe, weil ich damals genau den zitierten Satz als Kernaussage des Filmes verstanden habe.
Bessere Hintergrundinformationen zum Film gibt es hier:
Die Unerzählte Wahrheit Über Event Horizon
YouTube, Looper, 22.07.2021
Telefonmann
Verfasst am: 22. Nov 2024 09:36
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich bin übrigens nicht mehr so glücklich über die beiden verlinken Artikel. Für die Zusammenfassung bekannte Ergebnisse bzw. deren Reproduktion würde ich ihnen jedoch vertrauen.
Empfehlenswert ist noch das Lehrbuch von R. Wald "Gravitation". Dort gibt es zumindest einige weiterführende Passagen zur Untersuchung der Klein-Gordon-Gleichung in einer Kerr-Raumzeit, allerdings ohne Ergebnisse zu einer Berechung der zugehörigen Hawking-Strahlung.
TomS
Verfasst am: 22. Nov 2024 09:25
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
blue hat Folgendes geschrieben:
Lässt sich dazu keine Aussage treffen ohne jetzt erst gross rumzurechnen?
Nein.
https://arxiv.org/abs/1912.13474
https://arxiv.org/abs/2312.14287
Ich bin übrigens nicht mehr so glücklich über die beiden verlinken Artikel. Für die Zusammenfassung bekannte Ergebnisse bzw. deren Reproduktion würde ich ihnen jedoch vertrauen.
Telefonmann
Verfasst am: 22. Nov 2024 09:22
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Aber so langsam denke das ist das Tör zur Hölle was Leute wie Bohr, Schrödinger, Planck, Heisenberg usw vor über 100 Jahren aufgestossen haben.
Ich glaube, dass ich mal ein paar Szenen des Filmes Event Horizon in einem privaten Fernsehsender gesehen habe, aber bald ziemlich genervt weggezappt habe, weil ich damals genau den zitierten Satz als Kernaussage des Filmes verstanden habe.
Ich bestätige diesbezüglich die Einschätzung von jh8979
MBastieK
Verfasst am: 22. Nov 2024 00:26
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Mein Tipp: Horrorfilme nie alleine anschauen
Oder sich immer vorstellen, dass man ein Lichtschwert bei sich hat. Also wenn man sich in den Protagonisten oder anderweitigen Charakter hineinversetzt. Ein Lichtschwert hilft gedanklich bei den meisten Horrorfilmen.
Nette Grüsse
Telefonmann
Verfasst am: 21. Nov 2024 22:38
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Ich habe letzte Nacht den Film Event Horizon gesehen danach hatte ich einen Albtraum.
Mein Tipp: Horrorfilme nie alleine anschauen, übrigens ganz unabhängig vom Alter. Die Realität ist kompliziert genug.
jh8979
Verfasst am: 21. Nov 2024 22:30
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Ich habe letzte Nacht den Film Event Horizon gesehen danach hatte ich einen Albtraum.
Kein Wunder bei dem Film.
Zitat:
Aber so langsam denke das ist das Tör zur Hölle was Leute wie Bohr, Schrödinger, Planck, Heisenberg usw vor über 100 Jahren aufgestossen haben.
Das ist einfach Quatsch.
blue
Verfasst am: 21. Nov 2024 20:56
Titel:
Da muss er nochmal nachtreten.
Ich habe letzte Nacht den Film Event Horizon gesehen danach hatte ich einen Albtraum. Aber so langsam denke das ist das Tör zur Hölle was Leute wie Bohr, Schrödinger, Planck, Heisenberg usw vor über 100 Jahren aufgestossen haben.
TomS
Verfasst am: 21. Nov 2024 17:25
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Aber für SL im Rahmen der klassischen Himmelsmechanik stimmt es, hah!
Im Allgemeinen stimmt es da auch nicht.
blue
Verfasst am: 21. Nov 2024 16:43
Titel:
Aber für SL im Rahmen der klassischen Himmelsmechanik stimmt es, hah!
Nagut ich bin raus bevor ich mich noch völlig nutzlos fühle.
TomS
Verfasst am: 21. Nov 2024 16:27
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
… wenn ein SL an Masse verliert dann wird es kleiner und wenn mich meine Mathe Grundkurs Fertigkeiten nicht im Stich lassen erhöht sich dadurch die Drehung für m r^2 bei halbierter Masse also 4x so schnell.
Das ist klassische Mechanik, und daher für SLs im Rahmen der ART völlig nutzlos.
blue
Verfasst am: 21. Nov 2024 15:56
Titel:
Es tut mir leid wenn ich da nicht ganz folgen kann.
Bber wenn ein SL an Masse verliert dann wird es kleiner und wenn mich meine Mathe Grundkurs Fertigkeiten nicht im Stich lassen erhöht sich dadurch die Drehung für m r^2 bei halbierter Masse also 4x so schnell. Dann muss theoretisch jedes rotierende SL, was die meisten ja sein dürften, irgendwann diese Grenze überschreiten wenns immer kleiner wird?
TomS
Verfasst am: 21. Nov 2024 15:29
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Wieso wenn, du hast gesagt das die Rotationsgeschwindigkeit eine Obergrenze hat
Nein, das habe ich so
nicht
gesagt.
TomS hat Folgendes geschrieben:
blue hat Folgendes geschrieben:
Dann nennen wir es extremale Rotationsgeschwindigkeit.
Nein, nennen wir es maximalen Drehimpuls J = M², weil es genau das ist.
blue hat Folgendes geschrieben:
... also muss er ja verloren gehen sonst wäre man drüber.
Nein.
Hätte das SL zuerst Drehimpuls, "der also verloren gehen muss", dann hätte es diesen. Aber bei normalen Prozessen hat es diesen
nicht
, denn ...
TomS hat Folgendes geschrieben:
... führt für ein SL mit J < M² das Füttern mit zusätzlicher Materie, die Drehimpuls trägt, nicht zu J' > M'², da bei J = M² keine Weltlinien einfallender Materie existieren, die den Horizont überschreiten und zu J' > J, M' > M, J' > M'² führen; das SL lässt sich nicht so füttern.
Allerdings ...
TomS hat Folgendes geschrieben:
... sind aber andere Prozesse denkbar, z.B. das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher, die zu derartigen Szenarien [und J > M²] führen; jedenfalls kennt man keinen mathematischen Beweis, der das ausschließt. Deswegen hat Penrose seine physikalisch motivierte Hypothese formuliert ...
... und deswegen habe ich auch nicht geschrieben, dass das SL Drehimpuls verlieren müsste, weil es davon zu viel hat. Dieser Gedanke ist einfach sinnlos.
Darüberhinaus ist die von Penrose geäußerte Vermutung zu dieser Obergrenze J = M²
völlig unabhängig
von der Hawkingstrahlung; sie erfolgte im Kontext rein klassischer Überlegungen.
Mein Beitrag
Zitat:
Ja, wenn Drehimpuls verloren geht, dann über Hawking-Strahlung. Aber dazu muss man letzteres zeigen, nicht nur ersteres als Hypothese ansetzen und dann auf die Hawking-Strahlung verweisen.
bezog sich auf
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Aufgrund der Drehimpulserhaltung kommt eh nur die Hawkingstrahlung als Träger des Drehimpulses in Frage.
Dies hat nun absolut
nichts
mit der vermuteten Obergrenze des Drehimpulses zu tun sondern sollte auch unterhalb dieser Obergrenze gelten. Dazu muss man aber erst mal
zeigen
, dass Drehimpuls tatsächlich über die Hawkingstrahlung abgegeben wird, denn das ist keineswegs logisch zwingend.
Deswegen
TomS hat Folgendes geschrieben:
blue hat Folgendes geschrieben:
Lässt sich dazu keine Aussage treffen ohne jetzt erst gross rumzurechnen?
Nein.
https://arxiv.org/abs/1912.13474
https://arxiv.org/abs/2312.14287
Dabei insbs. eq. (19 - 22) und fig. (5) im ersten Paper, also dJ/dt < 0, nach einer detaillierten Rechnung, und übrigens
immer
unter der Annahme, dass das SL die Grenze für den maximalen Drehimpuls respektiert.
Telefonmann
Verfasst am: 21. Nov 2024 15:28
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Wieso wenn, du hast gesagt das die Rotationsgeschwindigkeit eine Obergrenze hat also muss er ja verloren gehen sonst wäre man drüber.
Das ist nicht das Problem, denn es wurde oben bereits darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht überhaupt über eine "Rotationsgeschwindigkeit" nachzudenken. Ferner wurde auch darauf hingewiesen, dass es auch für den Drehimpuls keine obere Grenze gibt, wenn man nur die Struktur des Schwarzen Loches betrachtet.
Das Schwarze Loch kann also beliebig lange "gefüttert" werden. Dabei erhöht sich einfach die Masse und je nach Winkel der Fütterung auch der Drehimpuls.
blue
Verfasst am: 21. Nov 2024 14:45
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ja, wenn Drehimpuls verloren geht, dann über Hawking-Strahlung. Aber dazu muss man letzteres zeigen, nicht nur ersteres als Hypothese ansetzen und dann auf die Hawking-Strahlung verweisen.
Wieso wenn, du hast gesagt das die Rotationsgeschwindigkeit eine Obergrenze hat also muss er ja verloren gehen sonst wäre man drüber.
TomS
Verfasst am: 21. Nov 2024 11:02
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
Ich würde erwarten, dass mit der Hawkingstrahlung auch Drehimpuls verloren geht.
Aufgrund der Drehimpulserhaltung kommt eh nur die Hawkingstrahlung als Träger des Drehimpulses in Frage.
Aber das ist nicht das selbe.
Ja, wenn Drehimpuls verloren geht, dann über Hawking-Strahlung. Aber dazu muss man letzteres zeigen, nicht nur ersteres als Hypothese ansetzen und dann auf die Hawking-Strahlung verweisen.
Telefonmann
Verfasst am: 21. Nov 2024 10:29
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
Ich würde erwarten, dass mit der Hawkingstrahlung auch Drehimpuls verloren geht.
Aufgrund der Drehimpulserhaltung kommt eh nur die Hawkingstrahlung als Träger des Drehimpulses in Frage.
TomS
Verfasst am: 21. Nov 2024 06:04
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Lässt sich dazu keine Aussage treffen ohne jetzt erst gross rumzurechnen?
Nein.
https://arxiv.org/abs/1912.13474
https://arxiv.org/abs/2312.14287
blue
Verfasst am: 21. Nov 2024 02:58
Titel:
Lässt sich dazu keine Aussage treffen ohne jetzt erst gross rumzurechnen?
sowaresmorgen
Verfasst am: 20. Nov 2024 14:25
Titel:
Mich würde auch interessieren inwieweit die Emittierrichtung der verlierenden Teilchen - mit dem Rotieren oder gegen die Drehrichtung Einfluss nimmt.
DrStupid
Verfasst am: 20. Nov 2024 13:57
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Wie verhält es sich denn mit Hawking Strahlung, wenn ein SL schrumpft dreht es sich doch auch schneller.
Tut es das? Ich würde erwarten, dass mit der Hawkingstrahlung auch Drehimpuls verloren geht. Gibt es dazu Rechungen?
blue
Verfasst am: 20. Nov 2024 12:57
Titel:
Wie verhält es sich denn mit Hawking Strahlung, wenn ein SL schrumpft dreht es sich doch auch schneller.
TomS
Verfasst am: 20. Nov 2024 08:38
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
… wie soll es denn bitte ein SL ohne Ereignishorizont geben …
Üblicherweise versteht man unter einem SL eine Singularität, die jedoch von einem EH umschlossen ist, aus dessen Inneren nichts entkommen kann. Die problematische Singularität bleibt unsichtbar.
Die Kerr-Lösung lässt
rein mathematisch
J > M² zu, wobei weiterhin eine Singularität existiert, jedoch kein EH. Es gibt einfach keine Fläche um die Singularität, die die mathematischen Eigenschaften eines solchen aufweist.
Physikalisch
verhält es sich so, dass Sterne durchaus J > M² haben können, das aus einem Kollaps resultierende EH jedoch J' < J, M' < M, J' < M'², wobei die nicht ins SL kollabierende Materie den Drehimpuls "wegträgt". Außerdem führt für ein SL mit J < M² das Füttern mit zusätzlicher Materie, die Drehimpuls trägt nicht J' > M'², da bei J = M² keine Weltlinien einfallender Materie existieren, die den Horizont überschreiten und zu J' > J, M' > M, J' > M'² führen; das SL lässt sich nicht so füttern.
Es sind aber andere Prozesse denkbar, z.B. das Verschmelzen zweier Schwarzer Löcher, die zu derartigen Szenarien führen; jedenfalls kennt man keinen mathematischen Beweis, der das ausschließt. Deswegen hat Penrose seine physikalisch motivierte Hypothese formuliert.
Telefonmann
Verfasst am: 20. Nov 2024 08:34
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Warum ist denn der andere Bereich
mathematisch
nicht sinnvoll? Er ist
physikalisch
nicht sinnvoll, weil die Singularität sozusagen sichtbar wird, aber um ihn auszuschließen bedarf es einer Hypothese.
Stimmt. So passt es.
Ich finde es von der Anschauung her interessant, dass im Grenzwert der Drehimpuls gegen Unendlich strebt. Das ist ein guter Hinweis darauf, dass man da eine weitergehende Erklärung benötigt und die wird dann durch die kosmische Zensur formuliert.
TomS
Verfasst am: 20. Nov 2024 08:03
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
So passt es, wobei auch diese Bedingung mißverständlich sein kann. M ist eine Funktion der irreduziblen Masse und des Kerr-Parameters a.
Ist das nicht nur Konvention? a = J/M tut's doch auch, wobei M und J die freien Parameter der Lösung sind.
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Sieht man sich den formelmäßigen Zusammenhang der verschiedenen Parameter etwas genauer an (siehe MTW) ist eine kosmische Zensur gar nicht nötig, solange der Kerr-Parameter im mathematisch sinnvollen Bereich bleibt, also |a| < 2 M_ir.
Warum ist denn der andere Bereich
mathematisch
nicht sinnvoll? Er ist
physikalisch
nicht sinnvoll, weil die Singularität sozusagen sichtbar wird, aber um ihn auszuschließen bedarf es einer Hypothese.
blue
Verfasst am: 20. Nov 2024 02:21
Titel:
Das ist mir alles zu mathemathisch, wie soll es denn bitte ein SL ohne Ereignishorizont geben ...
Telefonmann
Verfasst am: 20. Nov 2024 00:28
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sorry, du hast recht, es muss J > M² heißen.
Danke.
So passt es, wobei auch diese Bedingung mißverständlich sein kann. M ist eine Funktion der irreduziblen Masse und des Kerr-Parameters a. Damit kann auch ein Schwarzes Loch mit einer sehr kleinen irreduziblen Masse bei entsprechendem a prinzipiell zu einem großen Schwarzen Loch anwachsen. Ohne weitere Annahmen über die Entwicklung eines Schwarzen Loches gibt es somit auch keine obere Grenze für den Drehimpuls des Schwarzen Loches.
Sieht man sich den formelmäßigen Zusammenhang der verschiedenen Parameter etwas genauer an (siehe MTW) ist eine kosmische Zensur gar nicht nötig, solange der Kerr-Parameter im mathematisch sinnvollen Bereich bleibt, also |a| < 2 M_ir.
TomS
Verfasst am: 19. Nov 2024 23:57
Titel:
Sorry, du hast recht, es muss J > M² heißen.
Telefonmann
Verfasst am: 19. Nov 2024 23:44
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Für J > M weist die Metrik keinen Ereignishorizont auf, man erhält eine nackte Singularität,
In geometrisierten Einheiten gilt doch J = aM und a hat die gleiche physikalische Einheit wie M. Insofern verstehe ich die Bedingung J > M nicht.
TomS
Verfasst am: 19. Nov 2024 23:19
Titel:
Für J > M weist die Metrik keinen Ereignishorizont auf, man erhält eine nackte Singularität, d.h. von der Singularität kann eine zeit- oder lichtartige Geodäte Beobachter im Unendlichen erreichen. Das ist mathematisch auch nicht problematischer, verletzt jedoch die schwache Cosmic Censorship Hypothese, derzufolge Singularitäten bitteschön unbeobachtbar bleiben sollen. Die sCCH nach Penrose ist ein physikalisch motivierter Wunsch, nicht bewiesen.
Telefonmann
Verfasst am: 19. Nov 2024 22:05
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nein, nennen wir es maximalen Drehimpuls J = M, weil es genau das ist.
Woher kommt diese obere Grenze im Drehimpuls?
TomS
Verfasst am: 19. Nov 2024 20:35
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es gibt keine Rotationsgeschwindigkeit und deswegen kein derartiges Problem.
en.wikipedia.org/wiki/Kerr_metric
Dann nennen wir es extremale Rotationsgeschwindigkeit.
Nein, nennen wir es maximalen Drehimpuls J = M², weil es genau das ist.
Und dieser stellt – wie ich oben geschrieben habe – keine obere Grenze dar, die aus der bekannten mathematischen Formulierung der Theorie folgt, zumindest verstehen wir das heute nicht.
blue hat Folgendes geschrieben:
Es gibt also keinen Spin der so gross ist das die Zentrifugalkraft grösser wird als die Gravitation die das alles zusammenhält und der äussere Rand kann nicht Lichtgeschwindigkeit erreichen, weil? ..das bei Einstein nicht funktioniert
Es gibt keine Zentrifugalkraft, und es gibt keine Geschwindigkeit des Randes. Newtonsche Begriffe sind für SLs völlig untauglich.
blue
Verfasst am: 19. Nov 2024 18:58
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es gibt keine Rotationsgeschwindigkeit und deswegen kein derartiges Problem.
en.wikipedia.org/wiki/Kerr_metric
Dann nennen wir es extremale Rotationsgeschwindigkeit.
Es gibt also keinen Spin der so gross ist das die Zentrifugalkraft grösser wird als die Gravitation die das alles zusammenhält und der äussere Rand kann nicht Lichtgeschwindigkeit erreichen, weil? ..das bei Einstein nicht funktioniert
Telefonmann
Verfasst am: 19. Nov 2024 17:56
Titel: Re: Schwarze Löcher Drehimpulsverhalten
Justice hat Folgendes geschrieben:
Dort wird nur beschrieben, dass es möglich ist Teile in die Ergospähre zu schiessen und die kommen dann mit höherer Geschwindigkeit wieder raus...
Eine höhere Geschwindigkeit der Testmasse nach dem Durchqueren der Ergosphäre führt auch zu einem höheren Bahndrehimpuls der Testmasse und aufgrund der Drehimpulserhaltung für das Gesamtsystem entzieht die Testmasse dem Schwarzen Loch damit Drehimpuls.
Bezüglich der Rotation stelle ich mir das so vor, dass sich lediglich im Bereich der Ringsingularität Materie so bewegt, dass ein Drehimpuls gebildet wird. Die Ringsingularität ist umgeben vom Ereignishorizont und dieser ist umgeben von der Ergosphäre.
DrStupid
Verfasst am: 19. Nov 2024 16:05
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es gibt keine Rotationsgeschwindigkeit und deswegen kein derartiges Problem.
Allerdings hat das reinfallende Zeug eine Geschwindigkeit und die kann nicht größer als c sein. Beim Verschlucken von Licht erhöht sich mit der absorbierten Energie dE
die Masse um dm = dE/c²
der Impuls um dp = dE/c
und der Drehimpuls um dJ = dp*r
Ich weiß nicht genau, welchen Schatten ein Schwarzes Loch mit Kerr-Metrik am Äquator wirft. Aber wenn ich hier vom Schwarzschildradius
rs = 2*G*m/c
ausgehe, dann ergibt das maximal
dJ/dm = 2*G*m
Für den Fall, dass das Loch nur auf diese Weise gefüttert wird, folgt daraus der maximale Drehimpuls
J = G*m²
Selbst wenn theoretisch mehr möglich ist, kommt ein Schwarzes Loch in der Praxis nicht darüber hinaus, weil es keinen Weg gibt, mehr Drehimpuls hinein zu pumpen.
TomS
Verfasst am: 19. Nov 2024 15:48
Titel:
blue hat Folgendes geschrieben:
Ich will ja nichts beschleunigen aber wenn zB 2 Sl die jeweil mit 51% Lichtgeschwindigkeit drehen verschmelzen dann was, Error?
Drehimpuls ist doch eine Erhaltungsgröße, Gravitationswellen als Bremse also, okay.
Es gibt keine Rotationsgeschwindigkeit und deswegen kein derartiges Problem.
https://en.wikipedia.org/wiki/Kerr_metric
Justice
Verfasst am: 19. Nov 2024 14:13
Titel: Re: Schwarze Löcher Drehimpulsverhalten
[quote="Telefonmann"]
Justice hat Folgendes geschrieben:
Kann die Rotationswinkelgeschwindigkeit eines Schwarzen Loches erhöht (oder reduziert) werden
Hallo Marc, das geht theoretisch mit Hilfe eines Penrose-Prozess:
WebLinks...
Dort wird nur beschrieben, dass es möglich ist Teile in die Ergospähre zu schiessen und die kommen dann mit höherer Geschwindigkeit wieder raus...
blue
Verfasst am: 19. Nov 2024 14:06
Titel:
Ich will ja nichts beschleunigen aber wenn zB 2 Sl die jeweil mit 51% Lichtgeschwindigkeit drehen verschmelzen dann was, Error?
Drehimpuls ist doch eine Erhaltungsgröße, Gravitationswellen als Bremse also, okay.
sowaresmorgen
Verfasst am: 19. Nov 2024 13:51
Titel:
"""Justice hat Folgendes geschrieben:
blue hat Folgendes geschrieben:
Ja sehr schön soweit, was passiert jetzt wenn man weiter füttert überschreitet die rotation dann die Lichtgeschwindigkeit oder fliegt das schwarze Loch auseinander oder was?
Es erreicht keine Lichtgeschwindigkeit, gemäss Einstein.
Nur Masselose teile können Lichtgeschw. erreichen."""
Erstmal wo finde ich die Notation wie ihr das macht mit dem Auswählen von den Zitaten, das finde ich nirgends wie das geht.
Und zu Überlicht, solang keine Info darüber geht.
Kann man die Rotation denn an dem Ereignishorizont messen ?
TomS
Verfasst am: 19. Nov 2024 12:50
Titel:
Justice hat Folgendes geschrieben:
blue hat Folgendes geschrieben:
Ja sehr schön soweit, was passiert jetzt wenn man weiter füttert überschreitet die rotation dann die Lichtgeschwindigkeit oder fliegt das schwarze Loch auseinander oder was?
Es erreicht keine Lichtgeschwindigkeit, gemäss Einstein.
Nur Masselose teile können Lichtgeschw. erreichen.
Die Idee von blue stimmt natürlich nicht, aber deine Erklärung funktioniert ebenfalls nicht.
Was bei einem Kerr-SL "rotiert" ist die Vakuum-Raumzeit selbst; deine Argumentation trifft aber nur auf massebehaftetet Objekte bzgl. eines anderen Objektes = Beobachters bzw. Bezugsystem zu, nicht auf die Raumzeit selbst.
Es ist daher auch irreführend, bei der Raumzeit von "Geschwindigkeiten" zu reden; das sieht man bei der Rotation der Kerr-SLs oder der Expansion des Universums; in beiden Fällen sollte man auf den Begriff der "Geschwindigkeit" verzichten.
Für Kerr-SLs stellt m.W.n. der maximale Rotationsparameter keine prinzipielle Grenze dar. Lösungen jenseits davon sind mathematisch definiert, haben aber die physikalisch unangenehme Eigenschaft, dass der Horizont verschwindet und man eine nackte Singularität erhält.
Justice hat Folgendes geschrieben:
... dann hättest sowas wie 99.99% der Lichtgeschwindigkeit am Ereignishorizont.
Der Horizont ist selbst eine lichtartige Fläche. Am Schwarzschild-SL sieht man das recht schön: der EH stellt die Grenze für radial auslaufende Lichtstrahlen dar, die das SL gerade nicht verlassen, und gerade nicht in die Singularität fallen; sie sind gerade am EH eingefroren (das gilt für reale Lichtstrahlen, wenn ein exakt beim Überqueren des EHs eine radialer Lichtblitz erzeugt würde; und es immer für gedachte Lichtstrahlen im rein geometrischen Sinn)