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[quote="jh8979"][quote="jh8979"]Weder Energie noch Kraft sind invariante Größen.... Relativitätstheorie 101...[/quote] Was willst du noch hören?[/quote]
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TomS
Verfasst am: 25. Okt 2024 16:40
Titel:
Wir schauen uns mal den Fall eine Körpers mit Masse M an, der durch Streuung von Photonen (Photonengas, Laser) gebremst wird.
Energie- Impulserhaltung für einen Streuprozess des Körper mit Viererimpuls p und eines Photons mit k
folgt mittels des Viererimpulsübertrags q
Je einzelnem Streuprozess lautet das invariante Quadrat der Schwerpunktsenergie für die einlaufenden sowie auslaufenden Impulse
sowie das das invariante Quadrat des Viererimpulsübertrags
Für N Streuprozesse an vielen Photonen gilt außerdem
Dabei ist Q der gesamte Viererimpulsübertrag zwischen dem Körper und den N Photonen bzw. dem Gesamtsystem der Photonen (z.B. das Photonengas).
Für einen durch die Vierergeschwindigkeit u definierten Beobachter gilt dann
d.h. dieser Beobachter schreibt dem Prozess diese am Körper verrichtete Arbeit zu – ein anderer Beobachter mit einer anderen Vierergeschwindigkeit eine andere Arbeit.
TomS
Verfasst am: 22. Okt 2024 08:56
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Ein U-Boot werde durch den Ozean gezogen mittels eines riesigen Newtonmeters. Die abgelesene Kraft F soll nur den Strömungswiderstand überwinden. Die Geschwindigkeit wird dadurch konstant auf v gehalten.
Damit ändert sich die 4er-Geschwindigkeit u und der 4er-Impuls p des U-Bootes nicht, d.h.
D.h. auch die 4er-Kraft F und die 4er-Beschleunigung A sind Null
Die Besatzung spürt eine verschwindende Beschleunigung; die Invariante dazu ist
Betrachten wir stattdessen eine Abbremsung durch Reibung. Dann ist
Dies folgt wg.
D.h. die Invariante der mechanischen Arbeit definiert für einen
mitbewegten
Beobachter und dessen mitbewegtes, zeitartiges Linienelement ist ebenfalls Null.
Die Invariante der mechanischen Arbeit definiert für einen
ruhenden
Beobachter d.h. bzgl. dessen raumartigen Gleichzeitigkeits-Linienelement lautet wie erwartet
Später mehr ...
TomS
Verfasst am: 21. Okt 2024 06:47
Titel:
Zunächst mal eine ausführliche Diskussion, wieso die Herleitung einer kovarianten Form def Reibungskraft ausgehend von kovarianten mikroskopischen Modellen alles andere als trivial und tatsächlich Gegenstand der aktuellen Forschung ist:
https://arxiv.org/abs/2306.01982
Relativistic stochastic mechanics I: Langevin equation from observer's perspective
Two different versions of relativistic Langevin equation in curved spacetime background are constructed, both are manifestly general covariant. It is argued that, from the observer's point of view, the version which takes the proper time of the Brownian particle as evolution parameter contains some conceptual issues, while the one which makes use of the proper time of the observer is more physically sound. The two versions of the relativistic Langevin equation are connected by a reparametrization scheme. In spite of the issues contained in the first version of the relativistic Langevin equation, it still permits to extract the physical probability distributions of the Brownian particles, as is shown by Monte Carlo simulation in the example case of Brownian motion in (1+1)-dimensional Minkowski spacetime.
Ich werde mir noch einfachere Modelle ohne stochastische Prozesse ansehen.
Telemann
Verfasst am: 19. Okt 2024 16:56
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Aus Sicht der U-Boot-Besatzung ist die am U-Boot angreifende Kraft natürlich auch F, da Ablesung. Die Strecke s wird aber durch die Lorentzkontraktion auf s'<s verkürzt wahrgenommen. Die errechnete Arbeit wäre W'=F•s'<W.
Im Bezugssystem des U-Boots ist die vom U-Boot zurückgelegte Strecke s' = 0, wie man leicht nachrechnen kann. Dem entsprechend ist auch die vom U-Boot geleistete Arbeit in seinem Bezugssystem = 0. Das ist schon in der Newtonschen Mechanik so. Mit Lorentzkonstraktion hat das gar nichts zu tun.
TomS
Verfasst am: 19. Okt 2024 16:22
Titel:
Ich denke, man muss ein mikroskopisches und kovariantes Modell ansetzen, um daraus eine effektive Theorie für die Reibung abzuleiten. Andernfalls bricht man die Kovarianz gleich zu Beginn und kann die Fragestellung nicht vernünftig diskutieren.
Ich schau mir das an.
Sonnenwind
Verfasst am: 19. Okt 2024 08:10
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
[...] Allerdings führt es zu nichts im Bezug auf deine ursprüngliche Frage der mechanischen Arbeit und der Kraft. Können wir darauf zurückkommen?
Dann versuche ich das Problem rein mechanisch darzustellen.
Ein U-Boot werde durch den Ozean gezogen mittels eines riesigen Newtonmeters. Die abgelesene Kraft F soll nur den Strömungswiderstand überwinden. Die Geschwindigkeit wird dadurch konstant auf v gehalten. Die verrichtete Arbeit auf der Strecke s ist also W=F•s und geht vollständig in Wärmeenergie über.
Aus Sicht der U-Boot-Besatzung ist die am U-Boot angreifende Kraft natürlich auch F, da Ablesung. Die Strecke s wird aber durch die Lorentzkontraktion auf s'<s verkürzt wahrgenommen. Die errechnete Arbeit wäre W'=F•s'<W.
Die an die Umgebung abgegebene Wärmemenge ist doch aber objektiv.
TomS
Verfasst am: 18. Okt 2024 20:45
Titel:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube niemals, dass die Temperaturzunahme des Wassers davon abhängt, wie sich derjenige bewegt, der das Thermometer abliest.
Ich schon.
Ist das so inzwischen erwiesen?
Nach meiner Kenntnis geht man doch eher davon aus, dass die Temperatur eines Systems lorentz-konstant ist.
Nein, das tut man in dieser Allgemeinheit nicht.
Siehe die beiden verlinkten Artikel im letzten Beitrag sowie meine ausführliche (jedoch nicht erschöpfende) Diskussion einer Messmethode, die auf ein nicht-triviales Transformationsverhalten führt.
TomS
Verfasst am: 18. Okt 2024 20:40
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Es geht schlichtweg darum, dass ein Stern eine Oberflächentemperatur
hat
und diese ganz bestimmt nicht vom Bewegungszustand des Beobachters abhängt.
Wie schon gesagt, mit der Temperatur als statistischer Größe wollte ich eigentlich nicht argumentieren. Nachdem du aber derartig insistierst – wie definierst du denn diese Temperatur mathematisch??
Bei 0°C gefriert Wasser, bei 100°C kocht es und dazwischen wird die lineare Ausdehnung eines Materials (Quecksilber oder sonstwas) genutzt. Mathematisch ist das dann der Dreisatz für die Ablesung.
Das ist eine Messmethode in einem System. Daraus folgt bzgl. des Transformationsverhaltens zwischen verschiedenen Systemen
nichts
.
Was geschieht, wenn du das Thermometer im Medium bewegst? Misst es dann die selbe Temperatur? Oder eine andere, wenn ja, welche, und wie lautet die Umrechnung? Oder misst es dann gar keine Temperatur d.h. ist diese Methode unzulässig?
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Aber selbst wenn das noch so ungenau ist, es hängt ganz sicher nicht vom Bewegungszustand des Ablesers ab.
Stimmt.
Aber du hast keine mathematische Größe hingeschrieben, deren Transformationsverhalten man mathematisch diskutieren könnte. Du löst diese Problematik nicht, du ignorierst sie, dabei ist es nicht so simpel, wie du meinst
https://arxiv.org/abs/2005.06396
https://arxiv.org/abs/physics/0506214
Allerdings führt es zu nichts im Bezug auf deine ursprüngliche Frage der mechanischen Arbeit und der Kraft. Können wir darauf zurückkommen?
Telemann
Verfasst am: 18. Okt 2024 19:04
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Bei 0°C gefriert Wasser, bei 100°C kocht es ...
Das hängt bekanntlich vom Luftdruck ab. Der Druck hängt von der Dichte ab. Die Dichte ist sicher nicht invariant.
Zitat:
... es hängt ganz sicher nicht vom Bewegungszustand des Ablesers ab.
Was ein Gerät anzeigt hängt nicht vom Bezugssystem ab, aber ob der angezeigte Wert korrekt ist, sehr wohl (siehe Uhrenparadoxon).
Qubit
Verfasst am: 18. Okt 2024 17:53
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Ich glaube niemals, dass die Temperaturzunahme des Wassers davon abhängt, wie sich derjenige bewegt, der das Thermometer abliest.
Ich schon.
Ist das so inzwischen erwiesen?
Nach meiner Kenntnis geht man doch eher davon aus, dass die Temperatur eines Systems lorentz-konstant ist..
Sonnenwind
Verfasst am: 18. Okt 2024 15:36
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Es geht schlichtweg darum, dass ein Stern eine Oberflächentemperatur
hat
und diese ganz bestimmt nicht vom Bewegungszustand des Beobachters abhängt.
Wie schon gesagt, mit der Temperatur als statistischer Größe wollte ich eigentlich nicht argumentieren. Nachdem du aber derartig insistierst – wie definierst du denn diese Temperatur mathematisch??
Bei 0°C gefriert Wasser, bei 100°C kocht es und dazwischen wird die lineare Ausdehnung eines Materials (Quecksilber oder sonstwas) genutzt. Mathematisch ist das dann der Dreisatz für die Ablesung.
Aber selbst wenn das noch so ungenau ist, es hängt ganz sicher nicht vom Bewegungszustand des Ablesers ab.
TomS
Verfasst am: 18. Okt 2024 15:19
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Es geht schlichtweg darum, dass ein Stern eine Oberflächentemperatur
hat
und diese ganz bestimmt nicht vom Bewegungszustand des Beobachters abhängt.
Wie schon gesagt, mit der Temperatur als statistischer Größe wollte ich eigentlich nicht argumentieren. Nachdem du aber derartig insistierst – wie definierst du denn diese Temperatur mathematisch??
Ein Photon für sich betrachtet hat jedenfalls
keine
intrinsische Eigenschaft wie Energie, Impuls, Frequenz oder Wellenlänge. Das einzige, was man ihm intrinsisch zuordnen kann, ist die Ruhemasse Null. Alles andere erfordert zwingend einen Beobachter. Und für die von dir zu Beginn gestellte Frage bezüglich der Arbeit verhält es sich exakt genauso!
Wenn du also deine Frage wirklich vernünftig stellen und die Antwort verstehen willst, kommst du nicht darum herum, dich mit mit den von mir genannten Observablen zu beschäftigen.
Sonnenwind
Verfasst am: 18. Okt 2024 15:12
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich das Abstrahlspektrum von Sternen messe, dann muss ich das ja auch tun. Oder wird der Stern etwa kälter, weil er sich von uns wegbewegt?
Wie willst du denn die Relativbewegung des Sterns aus dem Spektrum herausrechnen, wenn du erst auf Basis dieser Messung
zusammen mit Modellen und weiteren Annahmen
diese Relativbewegung ermitteln kannst?
Ich könnte die Bewegung abschätzen aufgrund der Fraunhoferlinien oder aufgrund von Vergleichen mit anderen ähnlichen Sternen. Aber das ist das Thema verfehlt.
Es geht schlichtweg darum, dass ein Stern eine Oberflächentemperatur
hat
und diese ganz bestimmt nicht vom Bewegungszustand des Beobachters abhängt.
Und genauso
hat
das Wasser im Tank auch eine beobachterunabhängige Temperatur. Die könnte ich ja auch mit einem Thermometer messen. Oder wird die Anzeige des Thermometers auch Dopplerverschoben?
TomS
Verfasst am: 18. Okt 2024 14:15
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Ich steige schon an dieser Stelle aus. Wenn ich messen will, wieviel Wärme bzw. Energie der Wassertank aufgenommen hat und benutze ein Spektrometer, so muss ich als bewegter Messbeauftragter selbstverständlich den Doppler-Effekt wieder
herausrechnen
.
Das kannst du tun,
1. sobald du dir die Herleitung klar gemacht hast
2. wenn du das möchtest – wobei das nichts an der eigentlichen Messgröße ändert
3.
wenn es überhaupt möglich ist
– für ein einzelne Photon ohne Kenntnis der Quelle und deren Relativgeschwindigkeit
ist es unmöglich
.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Wenn ich das Abstrahlspektrum von Sternen messe, dann muss ich das ja auch tun. Oder wird der Stern etwa kälter, weil er sich von uns wegbewegt?
Wie willst du denn die Relativbewegung des Sterns aus dem Spektrum herausrechnen, wenn du erst auf Basis dieser Messung
zusammen mit Modellen und weiteren Annahmen
diese Relativbewegung ermitteln kannst?
Die von mir o.g. lokalen, Lorentz-invarianten und Beobachter-abhängigen Observablen
(und weitere für andere Größen) sind das
theoretische Minimum
– ohne Annahmen oder Modelle zu irgendetwas anderem irgendwo anders; und du wirst das ganze nur verstehen, wenn du von diesem theoretischen Minimum her denkst.
Außerdem sind die fundamentalen dynamischen Größen wie der Viererimpuls p oder die Kraft F
keine Observablen
, da sie nicht Lorentz-invariant sind.
(und natürlich muss man für andere Fragestellung weitere Größen betrachten, z.B. für den Elektromagnetismus)
Sonnenwind
Verfasst am: 18. Okt 2024 13:27
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Tatsache ist aber folgendes: Betrachten wir einen kleinen Körper, der eine größere endliche Wasserkugel durchdringt und dabei abgebremst wird. Dabei wird Energie auf die Wasserkugel übertragen, diese also beschleunigt, deformiert und erwärmt. Der Gesamtenergieübertrag von dem kleinen Körper auf die Wasserkugel ist wiederum nicht unabhängig vom Beobachter.
Dieser Versuchsaufbau ist etwas ungünstig, da das Wasser wegspritzt und auch Impuls aufnimmt.
Nehmen wir besser folgenden Versuch: Jemand schießt in einem geschlossenen Raum durch eine enge Öffnung in einen Wassertank. Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, misst man seine Temperatur.
Der Impuls und auch der Rückstoß des Geschosses wird dabei vom Boden des Raumes aufgenommen und stört die Überlegung nicht.
Ich glaube niemals, dass die Temperaturzunahme des Wassers davon abhängt, wie sich derjenige bewegt, der das Thermometer abliest.
Ich schon.
Nehmen wir ein Spektrometer, das das Strahlungsspektrum (des als ideal schwarzen Körper angenommenen Tanks) misst.
(Ich verzichte der Einfachheit halber auf eine mögliche Winkelabhängigkeit)
Die
gemessene
Energie E ist jedoch abhängig von der Bewegung des Thermoelements. Diese transformiert sich entsprechend der Doppler-Verschiebung gemäß
wobei Lambda die Lorentz-Transformation und v die Relativgeschwindigkeit bezeichnet. Man erhält
Die vom Spektrometer gemessene Temperatur verschiebt sich demnach gemäß
q.e.d.
https://en.wikipedia.org/wiki/Black-body_radiation#Doppler_effect
Ich steige schon an dieser Stelle aus. Wenn ich messen will, wieviel Wärme bzw. Energie der Wassertank aufgenommen hat und benutze ein Spektrometer, so muss ich als bewegter Messbeauftragter selbstverständlich den Doppler-Effekt wieder
herausrechnen
.
Wenn ich das Abstrahlspektrum von Sternen messe, dann muss ich das ja auch tun. Oder wird der Stern etwa kälter, weil er sich von uns wegbewegt?
TomS
Verfasst am: 18. Okt 2024 12:11
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Tatsache ist aber folgendes: Betrachten wir einen kleinen Körper, der eine größere endliche Wasserkugel durchdringt und dabei abgebremst wird. Dabei wird Energie auf die Wasserkugel übertragen, diese also beschleunigt, deformiert und erwärmt. Der Gesamtenergieübertrag von dem kleinen Körper auf die Wasserkugel ist wiederum nicht unabhängig vom Beobachter.
Dieser Versuchsaufbau ist etwas ungünstig, da das Wasser wegspritzt und auch Impuls aufnimmt.
Nehmen wir besser folgenden Versuch: Jemand schießt in einem geschlossenen Raum durch eine enge Öffnung in einen Wassertank. Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, misst man seine Temperatur.
Der Impuls und auch der Rückstoß des Geschosses wird dabei vom Boden des Raumes aufgenommen und stört die Überlegung nicht.
Ich glaube niemals, dass die Temperaturzunahme des Wassers davon abhängt, wie sich derjenige bewegt, der das Thermometer abliest.
Ich schon.
Nehmen wir ein Spektrometer, das das Strahlungsspektrum (des als ideal schwarzen Körper angenommenen Tanks) misst.
(Ich verzichte der Einfachheit halber auf eine mögliche Winkelabhängigkeit)
Die
gemessene
Energie E ist jedoch abhängig von der Bewegung des Thermoelements. Diese transformiert sich entsprechend der Doppler-Verschiebung gemäß
wobei Lambda die Lorentz-Transformation und v die Relativgeschwindigkeit bezeichnet. Man erhält
Die vom Spektrometer gemessene Temperatur verschiebt sich demnach gemäß
q.e.d.
https://en.wikipedia.org/wiki/Black-body_radiation#Doppler_effect
Du begehst m.E. mehrere Denkfehler:
1. du unterscheidest nicht zwischen Lorentz-Invarianz und Beobachter-Abhängigkeit
2. du machst dir den Unterschied zwischen den tatsächlich invarianten Messgrößen und den verwendeten dynamischen Größen nicht klar
3. du vergisst, dass Messgrößen vom Beobachter und von der Messmethode abhängen
4. du rechnest nichts
Gehen wir das mal im Detail durch.
Ein Photonengas in einem Behälter hat eine innere Energie U und demnach eine
invariante
Masse M mit
Gleichzeitig muss der Behälter strahlen, hat also eine "intrinsische" Temperatur T, die der des Gases entspricht.
Als
Messgröße
zur Bestimmung der Temperatur dient die
Energie einzelner Photonen im Bezugsystem des Beobachters
.
In
irgendeinem
Bezugsystem gilt für den Photon-Viererimpuls
und für die Vierer-Geschwindigkeit des Beobachters
Die
invariante Messgröße je Beobachter
lautet
Ausgewertet im Ruhesystem des Beobachters gilt
Ein Wechsel des Koordinatensystems ändert diese Messgröße nicht, da
Jedoch aufgrund der Eigenschaft von Lambda
D.h. die Berechnung ist unabhängig davon, in welchem Koordinatensystem sie durchgeführt wird; die Messgröße E ist also Lorentz-
invariant
.
Sie ist aber
nicht
Beobachter-unabhängig. Ein
anderer
Beobachter
misst für
das selbe
Photon
die
neue
Messgröße
Beachte, dass das selbe algebraische Objekt Lambda in zwei verschiedenen Rollen auftritt. im ersten Fall werden
alle
Größen einer
Lorentz-Transformation
unterworfen. Im zweiten Fall definiert man einen
anderen Beobachter
mittels Boost, während alle anderen Größen
nicht
Lorentz-transformiert werden.
Deswegen sind die Messgrößen Lorentz-invariant jedoch Beobachter-abhängig.
Dass man das normalerweise nirgendwo zu lesen bekommt und beides immer in einen Topf geworfen wird, ist m.E. pädagogisch Bullshit!
Warum ist eine Messgröße
immer
eine Invariante? Weil das Messgerät diese in eine
Anzeige
übersetzt, z.B. 5 kg, 20 Nm, 100 kJ, 0.8 ms usw. und diese Anzeige ist natürlich Lorentz-invariant.
Nehmen wir die beiden unterschiedlichen Beobachter B1 und B2, die jeweils ein Photon aus der selben monochromatischen Lichtquelle z.B. einem Laser messen. B1 befinde sich zum Laser relativ in Ruhe, B2 bewege sich relativ zu B1 und zum Laser mit einer gewissen Geschwindigkeit. Der Laser emittiere laut Datenblatt Photonen im UV-Bereich, sagen wir 1.1 eV. B1 misst also 1.1 eV, B2 z.B. 1.2 eV. Liest B2 nun das Messgerät von B1 ab, so steht dort 1.1 eV, umgekehrt liest B1 am Messgerät von B2 1.2 eV. ab. Da sie die beiden Gleichungen oben kennen, können sie das ineinander umrechnen und stimmen darüber überein, dass zwei verschiedene jeweils Lorentz-invariante jedoch Beobachter-abhängige Messgrößen vorliegen.
Zurück zum Photonengas:
Ausgehend von den Messgrößen für viele einzelne Photonen mit Viererimpulsen p
leiten die Beobachter mittels Thermoelementen anhand des Spektrums sowie der Beziehungen
die Temperaturen d.h. indirekte und wiederum Lorentz-invarianten Messgrößen
ab.
(Ich betrachte für die Transformation des Spektrums nur die Anzahl der Photonen pro Energieintervall, eigtl. müsste man noch Zeitintervalle, Winkel d.h. Photonen pro Raumwinkel usw. berücksichtigen; dadurch ändert sich nichts an der wesentlichen Aussage, die Transformation wird nur unübersichtlicher).
Nimmt nun ein Körper Energie in Form von Wärme auf, wodurch sich seine "intrinsische" Temperatur T erhöht (und wobei wir Verformung, Rückstoß etc. ignorieren), so gilt
Ich hoffe, das ist jetzt klar.
Eine ähnliche Überlegung ist für die Arbeit (oder auch für die Kraft) notwendig, also z.B.
wobei * die nur gilt, wenn dx zeitartig ist und damit mit einer Vierergeschwindigkeit assoziiert werden kann. Jedes Linienelement dx definiert eine eigene Observable, zunächst als mathematische Größe; für diese gilt es dann, eine experimentell realisierbare Messvorschrift zu finden.
Sonnenwind
Verfasst am: 18. Okt 2024 08:14
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Tatsache ist aber folgendes: Betrachten wir einen kleinen Körper, der eine größere endliche Wasserkugel durchdringt und dabei abgebremst wird. Dabei wird Energie auf die Wasserkugel übertragen, diese also beschleunigt, deformiert und erwärmt. Der Gesamtenergieübertrag von dem kleinen Körper auf die Wasserkugel ist wiederum nicht unabhängig vom Beobachter.
Dieser Versuchsaufbau ist etwas ungünstig, da das Wasser wegspritzt und auch Impuls aufnimmt.
Nehmen wir besser folgenden Versuch: Jemand schießt in einem geschlossenen Raum durch eine enge Öffnung in einen Wassertank. Nachdem sich das Wasser beruhigt hat, misst man seine Temperatur.
Der Impuls und auch der Rückstoß des Geschosses wird dabei vom Boden des Raumes aufgenommen und stört die Überlegung nicht.
Ich glaube niemals, dass die Temperaturzunahme des Wassers davon abhängt, wie sich derjenige bewegt, der das Thermometer abliest.
TomS
Verfasst am: 17. Okt 2024 22:35
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
In einem
elektrostatischen
Feld bewege man eine Ladung von P nach Q.
Dann ist ja wohl die vollbrachte Arbeit W unabhängig von Weg und Anfangsgeschwindigkeit
Ja. In einem festen Bezugsystem, mit einer nicht-relativistischen Definition von Arbeit.
Aber sie ist nicht unabhängig vom Bezugsystem, was du ja oben ohne Definition, Konstruktion und Beweis behauptest.
Wenn ich die Ladung mit einem Newtonmeter entgegen der elektrostatisch bedingten Kraft auf der konstanten Geschwindigkeit v halte, dann erbringt das elektrische Feld Arbeit.
Ja.
Aber warum sollte diese Arbeit unabhängig vom Beobachter bzw. Bezugsystem sein?
Lassen wir doch das homogene Feld die Arbeit verrichten und die Ladung beschleunigen:
Mit der 3er-Geschwindigkeit v gilt
Damit sind die Änderung der kinetischen Energie und somit die verrichtete Arbeit sicher
nicht
lorentzinvariant.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Diese Arbeit kann ich z.B. mittels Strömungswiderstand in Wasser einleiten und damit das Newtonmeter auf konst. v halten. Du möchtest doch nicht ernsthaft behaupten, die eingeleitete Wärmemenge wäre von Bezugssystem abhängig.
Ich möchte nicht mittels relativistischer thermodynamischer Größen wie Temperatur und Wärme argumentieren. Das ist heikel und nach meinem Kenntnisstand noch strittig.
Tatsache ist aber folgendes: Betrachten wir einen kleinen Körper, der eine größere endliche Wasserkugel durchdringt und dabei abgebremst wird. Dabei wird Energie auf die Wasserkugel übertragen, diese also beschleunigt, deformiert und erwärmt. Der Gesamtenergieübertrag von dem kleinen Körper auf die Wasserkugel ist wiederum nicht unabhängig vom Beobachter.
Eine invariante Definition der Arbeit analog zum Falle des Photons oben wäre zu diskutieren; diese hängt sicher von einem externen Beobachter ab.
Eine intrinsische Definition ist nicht sinnvoll. Betrachten wir dazu
mit
Dann ist entlang der Weltlinie
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Die
Ablesung
am Newtonmeter ist ja offensichtlich invariant.
Ja
.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Kraft ist doch etwas, das man mit einem Newtonmeter messen könnte und die Anzeige muss doch
invariant
sein.
Dazu
fehlt bisher eine geeignete mathematische Definition sowie deren Verknüpfung mit der Messung.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Sowohl im Laborsystem als auch im mitbewegten System der Ladung ist die Kraft … Bewegt sich die Ladung jedoch mit relativistischer Geschwindigkeit … Die gewonnene Energie muss aber
für beide Systeme gleich sein
Nein
, s.o.
Wenn du verstanden hast, wie und warum es
nicht
geht, können wir eine Lösung konstruieren.
Sonnenwind
Verfasst am: 17. Okt 2024 12:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
In einem
elektrostatischen
Feld bewege man eine Ladung von P nach Q.
Dann ist ja wohl die vollbrachte Arbeit W unabhängig von Weg und Anfangsgeschwindigkeit
Ja. In einem festen Bezugsystem, mit einer nicht-relativistischen Definition von Arbeit.
Aber sie ist nicht unabhängig vom Bezugsystem, was du ja oben ohne Definition, Konstruktion und Beweis behauptest.
Wenn ich die Ladung mit einem Newtonmeter entgegen der elektrostatisch bedingten Kraft auf der konstanten Geschwindigkeit v halte, dann erbringt das elektrische Feld Arbeit.
Diese Arbeit kann ich z.B. mittels Strömungswiderstand in Wasser einleiten und damit das Newtonmeter auf konst. v halten. Du möchtest doch nicht ernsthaft behaupten, die eingeleitete Wärmemenge wäre von Bezugssystem abhängig.
TomS
Verfasst am: 17. Okt 2024 12:20
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Für die Bewegung einer elektrischen Ladung im elektro
magnetischen
Feld ist in
bzw.
keine
der beteiligten Größen invariant; die Formulierung ist nicht mal kovariant.
Warum muss man immer mit Kanonen auf Spatzen schießen?
Weil das hier
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Die gewonnene Energie muss aber für beide Systeme gleich sein ... Kraft ist doch etwas, das man mit einem Newtonmeter messen könnte und die Anzeige muss doch invariant sein.
zeigt, dass es anders nicht geht.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
In einem
elektrostatischen
Feld bewege man eine Ladung von P nach Q.
Dann ist ja wohl die vollbrachte Arbeit W unabhängig von Weg und Anfangsgeschwindigkeit
Ja. In einem festen Bezugsystem, mit einer nicht-relativistischen Definition von Arbeit.
Aber sie ist nicht unabhängig vom Bezugsystem, was du ja oben ohne Definition, Konstruktion und Beweis behauptest.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Wie verhält sich W, F und s im Laborsystem und im mitbewegten Ladungssystem?
Nicht kovariant, solange du das nicht kovariant definierst.
Also entweder tust du das, oder du lässt es bleiben.
Sonnenwind
Verfasst am: 17. Okt 2024 11:52
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Für die Bewegung einer elektrischen Ladung im elektro
magnetischen
Feld ist in
bzw.
keine
der beteiligten Größen invariant; die Formulierung ist nicht mal kovariant.
Warum muss man immer mit Kanonen auf Spatzen schießen?
In einem
elektrostatischen
Feld bewege man eine Ladung von P nach Q.
Dann ist ja wohl die vollbrachte Arbeit W unabhängig von Weg und Anfangsgeschwindigkeit (mit Ausnahme der Bremsstrahlung, die wir unberücksichtigt lassen wollen).
Man kann auch noch das elektrische Feld E räumlich konstant und eindimensional betrachten.
Wie verhält sich W, F und s im Laborsystem und im mitbewegten Ladungssystem?
TomS
Verfasst am: 17. Okt 2024 06:29
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Natürlich wird an der Bremse des Newtonmeters Arbeit verrichtet, wenn sich die Ladung bewegt. Die Beschleunigung der Ladung soll beim Messen ja verhindert werden. Aber v<>0.
Dazu müsstest du das Messgerät genauer spezifizieren.
Im Falle bewegter elektrischer Ladungen in elektro
magnetischen
Felder funktioniert das jedenfalls nicht so einfach.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Was ist dein Ziel? Eine relativistische Verallgemeinerung von W = F • s?
Diese Formel aus Sicht der relativistisch bewegten Ladung und die Antwort, ob W oder F gleich ist. Und zwar exakt in meinem Beispiel ohne Allgemeinplätze.
Für die Bewegung einer elektrischen Ladung im elektromagnetischen Feld ist in
bzw.
keine
der beteiligten Größen invariant; die Formulierung ist nicht mal kovariant.
Das Konzept der mechanischen Arbeit spielt in der RT zunächst überhaupt keine Rolle. Das Problem des Konzeptes der mechanischen Arbeit ist, dass dabei zwei völlig verschiedene Betrachtungsweisen angewandt werden, die man zunächst sauber identifizieren und sauber miteinander in Beziehung setzen muss:
1. Die Arbeit, die von einem Feld an einem Körper verrichtet wird, wenn er sich unter dem Einfluss des Feldes bewegt – d.h., wenn er einer Trajektorie folgt, die die entsprechende Bewegungsgleichung löst.
2. Die gedachte Arbeit, die man selbst an einem Körper verrichten muss, um ihn entgegen der durch das Feld verursacht Kraft zu bewegen.
Im Falle von Kräften, die nicht rein mittels Gradient aus einem Potential folgen, bzw. die von der Geschwindigkeit abhängen, ist das nutzlos.
Man muss das andersherum aufzäumen, nämlich ausgehend von der Bewegungsgleichung im elektromagnetischen Feld her, also von der Lorentzkraft.
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Die
Ablesung
am Newtonmeter ist ja offensichtlich invariant.
Stimmt.
Aber um das zu verwenden, musst du erst den Zusammenhang zwischen den dynamischen Größen und der abgelesenen Größe konstruieren. Nachdem keine der dynamischen Größen eine lorenzinvariant ist, die abgelesene Größe jedoch eine solche sein soll, ist der Zusammenhang offensichtlich nicht trivial. Ich weiß nicht, ob wir das für deinen Fall vernünftig hinbekommen, im folgenden ein einfaches Beispiel, wie das funktionieren könnte:
Betrachten wir ein Photon mit Viererimpuls p sowie einen Beobachter mit Vierergeschwindigkeit v. Die Lorentz-invariante Messgröße, nämlich die Energie, die dieser Beobachter diesem Photon und zuschreibt, lautet
Das ist aber nicht identisch mit der 0-Komponente p° des Vierervektor p, die man gemeinhin als Energie des Fotos bezeichnen würde, denn diese ist gerade nicht invariant.
Du müsstest also ausgehend von der kovarianten Form der Lorenzkraft eine derartige invariante Messgröße, die man auf einem Newtonmeter abschließt, konstruieren. Dabei geht vermutlich wiederum die Vierergeschwindigkeit v des Beobachters ein.
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 23:04
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Übrigens, die Kraft, die du am Kraftmesser abliest, verrichtet keine Arbeit, da der Weg Null ist.
Natürlich wird an der Bremse des Newtonmeters Arbeit verrichtet, wenn sich die Ladung bewegt. Die Beschleunigung der Ladung soll beim Messen ja verhindert werden. Aber v<>0.
Wenn Du Auto fährst und gleichzeitig Gas gibst und bremst (so dass die Geschwindigkeit konstant bleibt), dann wird ja wohl die Bremse heiß.
Zitat:
Was ist dein Ziel? Eine relativistische Verallgemeinerung von W = F • s?
Diese Formel aus Sicht der relativistisch bewegten Ladung und die Antwort, ob W oder F gleich ist. Und zwar exakt in meinem Beispiel ohne Allgemeinplätze.
TomS
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:41
Titel:
Übrigens, die Kraft, die du am Kraftmesser abliest, verrichtet keine Arbeit, da der Weg Null ist.
Was ist dein Ziel? Eine relativistische Verallgemeinerung von W = F • s?
jh8979
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:40
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Sowohl im Laborsystem als auch im mitbewegten System der Ladung ist die Kraft F = E•q.
falsch
Zitat:
Die gewonnene Energie muss aber für beide Systeme gleich sein: W = F•s = F'•s' = F'•s/gamma.
falsch
Zitat:
Kraft ist doch etwas, das man mit einem Newtonmeter messen könnte und die Anzeige muss doch invariant sein.
falsch.
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:36
Titel:
Wie es mit der geleisteten Arbeit und Kraft im beschriebenen
konkreten Beispiel
aussieht.
TomS
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:34
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Könnte bitte mal jemand auf mein konkretes Beispiel eingehen und mir zeigen, was an meinen paar Formeln nicht stimmt?
Du argumentierst mit Lorentz-Invarianz, aber weder W und F erfüllen diese Bedingung.
jh8979
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:29
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Weder Energie noch Kraft sind invariante Größen.... Relativitätstheorie 101...
Was willst du noch hören?
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:28
Titel:
Könnte bitte mal jemand auf mein konkretes Beispiel eingehen und mir zeigen, was an meinen paar Formeln nicht stimmt?
TomS
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:25
Titel:
@ Sonnenwind
bzw.
ist sicher keine Lorentz-invariante Größe.
jh8979
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:23
Titel:
Weder Energie noch Kraft sind invariante Größen.... Relativitätstheorie 101...
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:16
Titel:
Das elektrische Feld kürzt sich aber aus der Rechnung raus, wie man oben sieht, nur noch Kraft, Weg und Energie bzw. geleistete Arbeit werden verrechnet.
Entweder ist die gewonnene Energie invariant oder die Kraft.
Andererseits sollte von der Anschauung her beides invariant sein.
Was stimmt nun, Rechnung oder Anschauung?
jh8979
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:04
Titel:
Elektrische (und magnetische) Felder sind aber auch nicht invariant unter Lorentz-Transformationen...
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 22:03
Titel:
Ich stelle mir vor, die Kraft auf die Ladung mit einem an ihr befestigten Newtonmeter zu messen, indem ich die elektrische Kraft so kompensiere, dass die Ladung nicht mehr beschleunigt wird.
Die
Ablesung
am Newtonmeter ist ja offensichtlich invariant.
jh8979
Verfasst am: 16. Okt 2024 21:55
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Wie kann das sein? Kraft ist doch etwas, das man mit einem Newtonmeter messen könnte und die Anzeige muss doch invariant sein.
Ohne mir alles durchzulesen: wieso müsste sie invariant sein? (sie ist es nicht)
Sonnenwind
Verfasst am: 16. Okt 2024 21:47
Titel:
Angenommen eine Ladung q bewegt sich langsam (nichtrelativistisch) durch ein elektrisches Feld E. Dabei gewinnt es auf der Strecke s die Energie W = F•s = E•q•s. Sowohl im Laborsystem als auch im mitbewegten System der Ladung ist die Kraft F = E•q.
Bewegt sich die Ladung jedoch mit relativistischer Geschwindigkeit, so erscheint die Strecke aus Sicht der Ladung verkürzt: s' = s/gamma. Die gewonnene Energie muss aber für beide Systeme gleich sein: W = F•s = F'•s' = F'•s/gamma.
F•s = F'•s/gamma
F = F'/gamma
F' = F•gamma
Die Kraft aus Sicht der Ladung ist also größer als aus Sicht des Laborsystems.
Wie kann das sein? Kraft ist doch etwas, das man mit einem Newtonmeter messen könnte und die Anzeige muss doch invariant sein.
TomS
Verfasst am: 12. Okt 2023 16:31
Titel:
Das geht schon, ist aber etwas trickreich.
Man startet mit der bekannten Wirkung des freien relativistischen Teilchens
wobei v für die normale Dreiergeschwindigkeit steht.
Das schreibt man um zu
eta bezeichnet die flache Metrik; in gekrümmten Raumzeiten wird der Formalismus aufwändiger, liefert aber für die Frage der Kopplung an ein externen Feld nichts wesentliches Neues.
Berechne man die kanonisch konjugierten Impulse, so findet man
und natürlich
Allerdings können nicht alle vier Freiheitsgrade unabhängig sein, da die Wirkung invariant unter lokaler Reparametrisierung von tau ist:
Der Grund ist, dass die Wirkung gerade die invariante Länge beschreibt, und diese ist unabhängig von der Parametrisierung, also der Wahl des Kurvenparameters entlang der Weltlinie.
Das entspricht einer lokalen Eichinvarianz (nicht die des el.-mag Feldes!). Diese führt auf unphysikalische Freiheitsgrade und auf eine erhaltene "Ladung". Letztere findet man mittels
Nun führen wir einen zusätzlichen Freiheitsgrad e ein:
e ist nicht dynamisch, da kein kinetischer Term und damit verschwindender kanonisch konjugierter vorliegt (dies darf jeweils erst am Ende einer Rechnung ausgewertet werden)
Kanonisch konjugierter Impuls und Bewegungsgleichung für x:
Bewegungsgleichung für e
also
Dieser Ansatz liefert also wiederum die Massenschalen-Bedingung.
Im Gegensatz zum kanonischen Ansatz oben ist dieser Ansatz manifest kovariant sowie reparametrisierungsinvariant.
Außerdem funktioniert er natürlich wieder für m=0.
Wir koppeln nun dieses Teilchen in bekannter Weise an ein elektromagnetischen Feld, d.h. an dessen Vierervektorpotential A
Dies liefert für die Bewegungsgleichung des Teilchens x bis auf den Faktor -q die Zusatzterme
also die bekannte elektromagnetische Lorentzkraft.
Dadurch modifiziert sich die obige Bewegungsgleichung
Die Bedingung aus e bleibt identisch:
m > 0
Aus den Constraints folgt
d.h. e ist aus der Vierergeschwindigkeit direkt bestimmbar.
Setzt man dies ein, so folgt letztlich die bekannte Bewegungsgleichung. Das funktioniert auch für gekrümmte Raumzeiten.
m = 0
d.h. beide Vektoren, sowohl die Vierergeschwindigkeit als auch der Vierererimpuls sind lichtartig.
Mit der o.g. Reparametrisierungsinvarianz kann man außerdem erreichen, dass
Damit kann e in die Ladung q absorbiert werden, d.h. es bleibt
Multipliziert man mit p so folgt wegen der Antisymmetrie von F
Letzteres ist natürlich konsistent mit
Es fühlt sich irgendwie seltsam an, jedoch nicht falsch.
Sonnenwind
Verfasst am: 12. Okt 2023 14:08
Titel:
Ich glaube ich habe jetzt erstmal
im Rahmen der SRT
verstanden.
Man muss über den Impuls gehen.
Es genügt nicht der Geschwindigkeitsvektor, der vom Betrag immer gleich c ist, sondern man benötigt auch die "Wucht" in diese Richtung.
Der Geschwindigkeitsvektor ist dann immer in Richtung des Impulses normiert auf die Lichtgeschwindigkeit.
Bei der ART entsteht allerdings ein Term mit q/m und das geht ja nicht.
TomS
Verfasst am: 12. Okt 2023 13:26
Titel:
Jetzt müssen wir aufpassen, über was genau wir reden.
Gluonen existieren nicht als klassische freie Teilchen. Ihre Eigenschaften, in einem bestimmten Regime "masselos" und "frei" zu sein, ist eine sehr indirekte Argumentation im Rahmen der QCD, d.h. eben gerade nicht eine Eigenschaft von Teilchen.
Die Eigenschaft der Masse als Konsequenz einer Selbstwechselwirkung mit dem eigenen Feld ist ebenfalls nur eine Konsequenz der Quantenfeldtheorie; ich kenne jedenfalls keine konsistente Argumentation für klassische Felder oder Teilchen.
Bosonen können in gewisser Weise schon als Teilchen aufgefasst werden, siehe z.B. Photonen im Rahmen der geometrischen Optik, mit etwas Bauchschmerzen auch im Rahmen von Wechselwirkungen, siehe z.B. den Photoeffekt.
Lichtstrahlen und damit masselose Photonen folgen lichtartigen Geodäten. Ich sehe nicht, was es verbieten sollte, ein masseloses Teilchen mit einer Ladung zu versehen und an ein elektromagnetisches Feld zu koppeln. Nochmal zu diesem Modell:
Diese Gleichung folgt aus der o.g. Lagrangefunktion für q=0. Diese Lagrangefunktion ist für m=0 undefiniert. Bei Kopplung an ein el.-mag. Feld erhält man links die Geodätengleichung, rechts statt 0 einen Kopplungsterm ~ q/m. Nur deswegen habe ich die Hamiltonfunktion verwendet.
jh8979
Verfasst am: 12. Okt 2023 13:09
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ob das jetzt physikalisch sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Aber da wir keine masselosen geladenen Teilchen kennen, können wir das auch nicht beurteilen.
Na ja, bevor das Higgs einen Vakuumerwrtungswert kriegt, sind doch alle anderen Teilchen (geladen oder nicht) des SM masselos.