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[quote="antaris"][quote="DrStupid"][quote="antaris"]die Zweige in der MWI werden ja auch sehr ernst genommen[/quote] Die sind keine experimentell überprüfbare Aussage der QM.[/quote] Hattest du nicht geschrieben die Zeitumkehr ist in der QM kein empirisch belegter Fakt? [quote][quote="antaris"]Für mich ist die Entität "Singularität" aus dem der Urknall entstanden ist und in schwarzen Löchern eine Münze mit 2 Seiten.[/quote] Zwischen der Singularität eines Schwarzen Loches und der Urknallsingularität gibt es einen wesentlichen Untertschied: Beim Schwarzen Loch ist im Idealfall Vakuum drum herum und beim Urknall gibt es gar kein drum herum.[/quote] Ersteres ist ja, wie du selbst angedeutet hast, nicht unbedingt realistisch und bei zweiteres sind alle Aussagen über ein bzw. kein "vor" t=0 Spekulation. [quote][quote="antaris"]Da ist es m.E. gar nicht falsch Überlegungen anzustellen, wie die Singularitäten miteinander "verknüpft" sind.[/quote] Solche Überlegungen gibt es. Die sehen aber komplett anders aus. Eine davon ist die Conformal Cyclic Cosmology. Aber Vorsicht - die ist ziemlich abstrakt.[/quote] Na ja, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur darüber "sinnieren". Das ist natürlich keine Diskussionsgrundlage und ob ich das irgendwann mal besser verstehe/wiedergeben kann ist erst recht fraglich. Es hindert mich aber nicht daran diese Überlegungen weiter fortzuführen, bis jemand explizit sagen kann...das es so oder eben ganz anders ist. Das kann im Moment keiner....[/quote]
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Günther
Verfasst am: 23. Jun 2024 08:10
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Günther hat Folgendes geschrieben:
Jede Argumentation, die das Universum als SL deutet scheitert an der Verletzung des Kosmologischen Prinzips.
Warum? .
Wie sollte ein Beobachter innerhalb eines SLes Isotropie erwarten können? Alles fällt Richtung Singularität. Sieht er Dinge “unter” sich? Innerhalb nimmt die r-Koordinate ab, einschließlich der von Photonen. Wäre die kosmologische Rotverschiebung isotrop?
Dogeatdog
Verfasst am: 23. Jun 2024 04:40
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Das ist zumindest eine plausible Erklärung, um offensichtliche physikalische Unsinnigkeiten auszuschließen.
Plausible naja weiss ich nicht, ist vermutlich die einzige Erklärung, also mir würde jetzt auch nichts bessres einfallen.
antaris
Verfasst am: 22. Jun 2024 22:37
Titel:
Günther hat Folgendes geschrieben:
Jede Argumentation, die das Universum als SL deutet scheitert an der Verletzung des Kosmologischen Prinzips.
Warum? Das kosmologische Prinzip bezieht sich auf räumliche Skalen (das was wir beobachten können) aber nicht auf zeitliche. Das bedeutet ganz einfach, dass jeder Mensch der in den nächtlichen Sternenhimmel schaut, egal auf welchen Planeten er hinreist, immer eine ähnliche Verteilung sehen wird. Werden immer größere räumliche Skalen betrachtet, so steigen die Homogenität und Isotropie. Das alles gilt, weil eben räumliche und keine zeitlichen Skalen betrachtet werden, nur für das uns sichtbare Universum (unsere Raumzeit).
Das gleiche gilt dann aber für alle Raumzeiten und nicht nur für unsere.
Viel wichtiger ist der Kern des kosmologischen Prinzips: Die physikalischen Gesetze gelten überall (in unserer und in allen anderen Raumzeiten) gleichermaßen, was auf die Homogenität und Isotropie führt.
Telefonmann
Verfasst am: 22. Jun 2024 22:27
Titel:
Dogeatdog hat Folgendes geschrieben:
Also verstehe ich das jetzt richtig,
Ja
Zitat:
das SL verliert Energie durch Gravitationswellen bevor es Lichtgeschwindigkeit bei der Rotation erreicht damit dieses eben nicht eintritt.
Das ist zumindest eine plausible Erklärung, um offensichtliche physikalische Unsinnigkeiten auszuschließen.
Günther
Verfasst am: 22. Jun 2024 22:02
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Guter Einwand. Ich habe das aber schlecht formuliert, denn "nach dem Urknall ist vor dem Urknall".
Das was aus unserer Sicht die Entstehung eines schwarzen Loch ist, ist das zeitliche äquivalent zu "vor t=0 unseres Urknalls".
.
Jede Argumentation, die das Universum als SL deutet scheitert an der Verletzung des Kosmologischen Prinzips.
Dogeatdog
Verfasst am: 22. Jun 2024 19:07
Titel:
Also verstehe ich das jetzt richtig, das SL verliert Energie durch Gravitationswellen bevor es Lichtgeschwindigkeit bei der Rotation erreicht damit dieses eben nicht eintritt.
antaris
Verfasst am: 22. Jun 2024 11:33
Titel:
Günther hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Aber mal im ernst. Gibt es konkrete (empirisch belegte) Einwände gegen eine Annahme, dass sich das Universum
aus einer Singularität in die Zukunft
und, wenn die Gegebenheiten sich in Bereichen der Raumzeit so ergeben,
bei schwarzen Löchern zeitlich zurück zu einer Singularität entwickelt
?
Dagegen spricht die aus dem CMB ersichtliche Isotropie des Universums.
Guter Einwand. Ich habe das aber schlecht formuliert, denn "nach dem Urknall ist vor dem Urknall".
Das was aus unserer Sicht die Entstehung eines schwarzen Loch ist, ist das zeitliche äquivalent zu "vor t=0 unseres Urknalls".
Das bedeutet, dass sich im SL das Universum nicht "zurückspult" sondern verallgemeinerte Anfangsbedingungen für ein neues t=0 einer uns verborgenen Raumzeit stellt.
Im Grunde stellt die Cantormenge eine sehr einfache Veranschaulichung dar, wobei jeder Strich einem EH (einer zeitlichen Trennung zwischen den Raumzeiten) entspricht.
Günther
Verfasst am: 22. Jun 2024 10:54
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Aber mal im ernst. Gibt es konkrete (empirisch belegte) Einwände gegen eine Annahme, dass sich das Universum
aus einer Singularität in die Zukunft
und, wenn die Gegebenheiten sich in Bereichen der Raumzeit so ergeben,
bei schwarzen Löchern zeitlich zurück zu einer Singularität entwickelt
?
Dagegen spricht die aus dem CMB ersichtliche Isotropie des Universums.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 19:53
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Was ist der Grund dafür, dass der Beleg in der rel. QM fehlt?
Die dafür notwendigen Bedingungen lassen sich schwer realisieren. Im SRT-Bereich bekommt man das noch hin und da stimmt auch alles. Aber in der ART wird es schwierig. Man kann sich ja nicht mal eben ein Schwarzes Loch ins Labor holen.
Zum Glück...wer weiß was passiert, wenn der Fußboden auf das schwarze Loch fällt.
Aber mal im ernst. Gibt es konkrete (empirisch belegte) Einwände gegen eine Annahme, dass sich das Universum
aus einer Singularität in die Zukunft
und, wenn die Gegebenheiten sich in Bereichen der Raumzeit so ergeben,
bei schwarzen Löchern zeitlich zurück zu einer Singularität entwickelt
?
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 19:40
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Was ist der Grund dafür, dass der Beleg in der rel. QM fehlt?
Die dafür notwendigen Bedingungen lassen sich schwer realisieren. Im SRT-Bereich bekommt man das noch hin und da stimmt auch alles. Aber in der ART wird es schwierig. Man kann sich ja nicht mal eben ein Schwarzes Loch ins Labor holen.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 19:27
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Hattest du nicht geschrieben die Zeitumkehr ist in der QM kein empirisch belegter Fakt?
Unter nichtrelativistischen Bedingungen ist sie empirisch belegt.
Was ist der Grund dafür, dass der Beleg in der rel. QM fehlt?
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 19:24
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Hattest du nicht geschrieben die Zeitumkehr ist in der QM kein empirisch belegter Fakt?
Unter nichtrelativistischen Bedingungen ist sie empirisch belegt.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 18:47
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
die Zweige in der MWI werden ja auch sehr ernst genommen
Die sind keine experimentell überprüfbare Aussage der QM.
Hattest du nicht geschrieben die Zeitumkehr ist in der QM kein empirisch belegter Fakt?
Zitat:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Für mich ist die Entität "Singularität" aus dem der Urknall entstanden ist und in schwarzen Löchern eine Münze mit 2 Seiten.
Zwischen der Singularität eines Schwarzen Loches und der Urknallsingularität gibt es einen wesentlichen Untertschied: Beim Schwarzen Loch ist im Idealfall Vakuum drum herum und beim Urknall gibt es gar kein drum herum.
Ersteres ist ja, wie du selbst angedeutet hast, nicht unbedingt realistisch und bei zweiteres sind alle Aussagen über ein bzw. kein "vor" t=0 Spekulation.
Zitat:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Da ist es m.E. gar nicht falsch Überlegungen anzustellen, wie die Singularitäten miteinander "verknüpft" sind.
Solche Überlegungen gibt es. Die sehen aber komplett anders aus. Eine davon ist die Conformal Cyclic Cosmology. Aber Vorsicht - die ist ziemlich abstrakt.
Na ja, zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur darüber "sinnieren". Das ist natürlich keine Diskussionsgrundlage und ob ich das irgendwann mal besser verstehe/wiedergeben kann ist erst recht fraglich. Es hindert mich aber nicht daran diese Überlegungen weiter fortzuführen, bis jemand explizit sagen kann...das es so oder eben ganz anders ist. Das kann im Moment keiner....
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 18:15
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
die Zweige in der MWI werden ja auch sehr ernst genommen
Die sind keine experimentell überprüfbare Aussage der QM.
antaris hat Folgendes geschrieben:
Für mich ist die Entität "Singularität" aus dem der Urknall entstanden ist und in schwarzen Löchern eine Münze mit 2 Seiten.
Zwischen der Singularität eines Schwarzen Loches und der Urknallsingularität gibt es einen wesentlichen Untertschied: Beim Schwarzen Loch ist im Idealfall Vakuum drum herum und beim Urknall gibt es gar kein drum herum.
antaris hat Folgendes geschrieben:
Da ist es m.E. gar nicht falsch Überlegungen anzustellen, wie die Singularitäten miteinander "verknüpft" sind.
Solche Überlegungen gibt es. Die sehen aber komplett anders aus. Eine davon ist die Conformal Cyclic Cosmology. Aber Vorsicht - die ist ziemlich abstrakt.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:49
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Wenn theoretisch eine Zeitumkehrinvarianz existiert, so ist das ja nicht bedeutend, dass diese auch real ist oder ist diese in der QM ein empirisch belegter Fakt?
Nein, aber wenn alle experimentell überprüfbaren Aussagen der QM empirisch belegt sind (und das sind die bisher ohne Ausnahme), dann muss man auch den Rest ernst nehmen. Einfach zu hoffen, dass die Zeitumkehrinvarianz genau da falsch ist, wo wir sie nicht brauchen, obwohl sonst alles stimmt, ist jedenfalls keine akzeptable Herangehensweise.
Ok, interessante...die Zweige in der MWI werden ja auch sehr ernst genommen. Ich gehe dann lieber mit A.Neumaier und lasse mir die anderweitige Option für Überlegungen offen.
Zitat:
Zitat:
Meine Vermutung liegt ja gerade darin, dass im SL die Zeitentwicklung auf einen verallgemeinerten Anfangszustand "zurückgesetzt" wird.
Ist das SL nicht eher ein Endzustand? Im Rahmen der ART geht es von da aus jedenfalls nicht mehr weiter.
Na ja, das ist doch ganz ähnlich wie oben. Nur weil der Formalismus diverse Möglichkeiten bietet, müssen diese nicht realisiert sein. Auch da will ich ganz und gar nicht irgendwas ausschließen. Als ich vor 2,5 Jahren anfing über Fraktale und das Universum daherzuplappern, wurde mir so oft nahe gelegt, dass die Mathematik nicht 1:1 in der Physik realisiert ist.
Ich hatte es ja schon öfter mal geschrieben. Für mich ist die Entität "Singularität" aus dem der Urknall entstanden ist und in schwarzen Löchern eine Münze mit 2 Seiten.
Ich muss zugeben, dass mir die Vorstellung einer irgendwie nicht-deterministischen Realität total missfällt. Ich kann nicht glauben, dass der Urknall irgendwie und ohne vorausgegenen Ursache entstanden ist. Daraus folgend ist es m.E. gar nicht falsch Überlegungen anzustellen, wie die Singularitäten miteinander "verknüpft" sein könnten.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Na ja, das selbe Spielchen spiele ich später wieder, wenn die Information in der Singularität verschwindet.
Dass die Singularität ein Problem ist, weiß man auch ohne QM.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aber für einzeln einfallende Materiebrocken funktioniert das nicht, denn die erreichen die Singularität in endlicher Zeit
In endlicher
Eigen
zeit. Für einen außenstehenden Beobachter dauert es wegen der unendlichen gravitativen Zeitdilatation unendlich lange. Tatsachlich muss man sich aus dem gleichen Grund fragen, ob sich die Singularit für einen außenstehenden Beobachter überhaupt bildet. Hat schon mal jemand berechnet, wie der Kollaps unter Berücksichtungung der Verdampfung durch Hawking-Strahlung abläuft? Kommt die Materie im Zentrum an, bevor das Schwarze Loch weg ist?
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:46
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Welche Außenraumlösungen gibt es denn, die keine Vakuum-Lösungen sind?
https://en.wikipedia.org/wiki/Vaidya_metric
(mit Strahlung)
https://en.wikipedia.org/wiki/McVittie_metric
https://en.wikipedia.org/wiki/Weyl_metrics
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:36
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Der Hilbertraum der QFT aus Sicht eines Beobachters im Außenraum sei H. Nehmen wir an, ein Klumpen Materie falle durch den wachsenden Ereignishorizont. Der Hilbertraum H enthält dann nicht diejenige Information, die hinter dem Horizont verschwindet.
Ja, die Information geht dann natürlich für den außenstehenden Beobachter verloren. Aber gilt der Außenraum dann auch noch als abgeschlossen? Immerhin kann Information und sogar Materie aus dem Außenraum in den Innenraum wechseln. Dass sich die Information dabei nicht einfach in Wohlgefallen auflöst, scheint allgemein akzeptiert zu sein.
Na ja, das selbe Spielchen spiele ich später wieder, wenn die Information in der Singularität verschwindet.
Die Alternative ist doch klar: die Information bleibt innerhalb des SLs erhalten, dann kann es sich nicht um eine reine Vakuum-Lösung mit Singularität handeln. Aber für einzeln einfallende Materiebrocken funktioniert das nicht, denn die erreichen die Singularität in endlicher Zeit; zu allen anderen Zeiten liegt dann wieder Vakuum vor.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:33
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Wenn theoretisch eine Zeitumkehrinvarianz existiert, so ist das ja nicht bedeutend, dass diese auch real ist oder ist diese in der QM ein empirisch belegter Fakt?
Nein, aber wenn alle experimentell überprüfbaren Aussagen der QM empirisch belegt sind (und das sind die bisher ohne Ausnahme), dann muss man auch den Rest ernst nehmen. Einfach zu hoffen, dass die Zeitumkehrinvarianz genau da falsch ist, wo wir sie nicht brauchen, obwohl sonst alles stimmt, ist jedenfalls keine akzeptable Herangehensweise.
Zitat:
Meine Vermutung liegt ja gerade darin, dass im SL die Zeitentwicklung auf einen verallgemeinerten Anfangszustand "zurückgesetzt" wird.
Ist das SL nicht eher ein Endzustand? Im Rahmen der ART geht es von da aus jedenfalls nicht mehr weiter.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 17:06
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
Das Problem ist hier schon etwas fundamentaler. Die Informationserhaltung hängt ja mit der Zeitumkehrinvarianz zusammen. Genau wie in der klassischen Mechanik sind auch die Gesetze der Quantenmechanik zeitumkehrinvariant. Das heißt, dass alle Prozesse vorwärts und rückwärts laufen können (auch wenn letzteres im Alltag häufig extrem unwahrscheinlich wäre).
Aber darum geht es doch. Wenn theoretisch eine Zeitumkehrinvarianz existiert, so ist das ja nicht bedeutend, dass diese auch real ist oder ist diese in der QM ein empirisch belegter Fakt?
Zitat:
Beim Kollaps zu einem schwarzen Loch ist das aber nicht der Fall. Da gibt es einen Punkt ohne Rückkehr. Von da an gibt es keinen Anfangszustand, aus dem die Materieverteilung wieder expandieren könnte. Eine entscheidende Frage ist jetzt, ob das ein KO-Kriterium für die Quantenmechanik ist, oder ob man sie auch unter diesen Bedingungen noch sinnvoll anwenden kann.
Meine Vermutung liegt ja gerade darin, dass im SL die Zeitentwicklung auf einen verallgemeinerten Anfangszustand "zurückgesetzt" wird.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 16:49
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Wenn man aber weiß, dass ein betrachtetes System nur so "einfach" ist, weil man nicht-realistische Bedingungen vorgibt, dann muss doch am Ende aber klar sein, dass die Aussagekraft dadurch möglicherweise gerade in den Grenzbereichen schwer nachlässt bzw. eben nur in bestimmten Bereichen zulässig ist.
Das Problem ist hier schon etwas fundamentaler. Die Informationserhaltung hängt ja mit der Zeitumkehrinvarianz zusammen. Genau wie in der klassischen Mechanik sind auch die Gesetze der Quantenmechanik zeitumkehrinvariant. Das heißt, dass alle Prozesse vorwärts und rückwärts laufen können (auch wenn letzteres im Alltag häufig extrem unwahrscheinlich wäre).
Beim Kollaps zu einem schwarzen Loch ist das aber nicht der Fall. Da gibt es einen Punkt ohne Rückkehr. Von da an gibt es keinen Anfangszustand, aus dem die Materieverteilung wieder expandieren könnte. Eine entscheidende Frage ist jetzt, ob das ein KO-Kriterium für die Quantenmechanik ist, oder ob man sie auch unter diesen Bedingungen noch sinnvoll anwenden kann.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 16:23
Titel:
Wenn man aber weiß, dass ein betrachtetes System nur so "einfach" ist, weil man nicht-realistische Bedingungen vorgibt, dann muss doch am Ende aber klar sein, dass die Aussagekraft dadurch möglicherweise gerade in den Grenzbereichen schwer nachlässt bzw. eben nur in bestimmten Bereichen zulässig ist.
Wie auch immer. Mir gehts überhaupt nicht um Vorwürfe. Wichtig ist nur, dass mittlerweile solche Diskussion überhaupt zugelassen werden und sogar öffentlich geführt werden.
Zitat:
Davon ist auszugehen und es ist nicht auf Schwarze Löcher beschränkt.
Ich vermute aber auch bei Diskussionen zwischen Profis eine Art Ablehung, gerade vielleicht wenn jüngere "frische" Physiker Ideen diskutieren wollten. Oft heißt es ja, ein Physiker muss erstmal Jahre oder Jahrzehnte darauf hinarbeiten um sich überhaupt mit eigenen Ideen zu beschäftigen und an die Fachwelt zu bringen.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 16:16
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Aber warum wird dann so felsenfest an der Vakuumlösung festgehalten? "Nur" weil andere Lösungen schwerer zu finden sind?
Ebensogut könnte man fragen, warum bei astronomischen Berechnungen so felsenfest an Massepunkten festgehalten wird. Es ist so schön einfach und für die meisten Fälle reicht es. Wenn es nötig ist, dann kann man jederzeit darüber hinaus gehen, aber dann wird es schlagartig extrem kompliziert.
antaris hat Folgendes geschrieben:
Wenn Profis diskutieren ist das sicher anders.
Davon ist auszugehen und es ist nicht auf Schwarze Löcher beschränkt.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 16:05
Titel:
Aber warum wird dann so felsenfest an der Vakuumlösung festgehalten? "Nur" weil andere Lösungen schwerer zu finden sind?
Meine gesammelten Erfahrung bei solchen Diskussionen sind sehr wahrscheinlich objektiv darin zu erklären, dass der X. Laie (also ich) mit irgendwelchen Behauptungen daherkam, was ich durchaus verstehen kann.
Wenn Profis diskutieren ist das sicher anders.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 15:57
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Hmm, interessant...bisher war doch die Vakuumlösung das Nonplusultra?!
Nein, es ist lediglich das einfachste Modell. Es gibt auch andere - wie z.B. das Oppenheimer–Snyder-Modell das den Kollaps zu einem schwarzen Loch beschreibt. Das resultiert am Ende zwar auch in einer Vakuum-Lösung, aber es beginnt mit einer homogenen Masseverteilung.
Man kann das Modell im Rahmen der ART beliebig erweitern. Aber für die meisten Fälle, lassen sich keine geschlossenen Lösungen hinschreiben. Da helfen nur Computersimulationen und die sind weit davon entfernt so präzise zu sein, dass man sich Gedanken über quantenmechanische Effekte machen müsste - selbst wenn man wüsste, wie man die da korrekt einbaut.
antaris
Verfasst am: 21. Jun 2024 15:43
Titel:
[quote="TomS"]
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Mit Ausnahme der bekannten Eigenschaften wie Masse, Ladung etc. trägt es gemäß der ART keine weiteren Eigenschaften[/quote
Das gilt für die Vakuumlösung. Aber gilt die Vakuumlösung auch für reale Schwarze Löcher?
Ok, ich verstehe den Einwand.
Nein, für nicht-Vakuum-Lösungen gilt das nicht.
Hmm, interessant...bisher war doch die Vakuumlösung das Nonplusultra?!
Welche Außenraumlösungen gibt es denn, die keine Vakuum-Lösungen sind? Die Friedmanngleichungen?
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 15:36
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Der Hilbertraum der QFT aus Sicht eines Beobachters im Außenraum sei H. Nehmen wir an, ein Klumpen Materie falle durch den wachsenden Ereignishorizont. Der Hilbertraum H enthält dann nicht diejenige Information, die hinter dem Horizont verschwindet.
Ja, die Information geht dann natürlich für den außenstehenden Beobachter verloren. Aber gilt der Außenraum dann auch noch als abgeschlossen? Immerhin kann Information und sogar Materie aus dem Außenraum in den Innenraum wechseln. Dass sich die Information dabei nicht einfach in Wohlgefallen auflöst, scheint allgemein akzeptiert zu sein. Die meisten Physiker gehen ja z.B. davon aus, dass man lokal zunächst nichts Ungewöhnliches bemerken würde, wenn man im freien Fall in den Schwarzschildradius eines hinreichend großes Schwarzen Loches gerät.
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 15:09
Titel:
[quote="DrStupid"]
TomS hat Folgendes geschrieben:
Mit Ausnahme der bekannten Eigenschaften wie Masse, Ladung etc. trägt es gemäß der ART keine weiteren Eigenschaften[/quote
Das gilt für die Vakuumlösung. Aber gilt die Vakuumlösung auch für reale Schwarze Löcher?
Ok, ich verstehe den Einwand.
Nein, für nicht-Vakuum-Lösungen gilt das nicht. Trotzdem ist die quantenmechanische Information vernichtet.
Schauen wir uns an, wie Hawking seine Quantenfeldtheorie auf der kollabierenden Raumzeit aufsetzt. Der Hilbertraum der QFT aus Sicht eines Beobachters im Außenraum sei H. Nehmen wir an, ein Klumpen Materie falle durch den wachsenden Ereignishorizont. Der Hilbertraum H enthält dann nicht diejenige Information, die hinter dem Horizont verschwindet.
Ein sehr simples quantenmechanisches Modell würde einfach einen Teil der Information wegprojizieren:
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 14:46
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Mit Ausnahme der bekannten Eigenschaften wie Masse, Ladung etc. trägt es gemäß der ART keine weiteren Eigenschaften
Das gilt für die Vakuumlösung. Aber gilt die Vakuumlösung auch für reale Schwarze Löcher?
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 14:39
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die meisten Eigenschaften
, die vor dem Kollaps da waren, sind und bleiben verschwunden (bis auf spezielle Ausnahmen wie Ladung, Drehimpuls).
Das setzt aber voraus, dass der Kollaps vollständig beendet ist und dass man auch die Information als verschwunden ansieht, die auf irgend eine Weise nach außen abgestrahlt wurde.
Es geht nur um den Anteil der Information, dr durch den Kollaps vernichtet wurde, also nicht um den, der noch nicht hinter dem EH verschwunden ist oder der in Form von Gravitationswellen abgestralt wurde.
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
... und letzteres bedeutet, dass das System nicht abgeschlossen ist (womit eine Voraussetzung für die Informationserhaltung fehlt).
Das Schwarze Loch ist diesbzgl. abgeschlossen. Mit Ausnahme der bekannten Eigenschaften wie Masse, Ladung etc. trägt es gemäß der ART keine weiteren Eigenschaften; auch die Hawkingstrahlung trägt keine weiteren Eigenschaften.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 12:17
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aber die zusätzlichen Eigenschaften, die z.B. das Photon mitbringt, sind die Eigenschaften des Photons.
Ich bezweifle, dass man das so einfach trennen kann. Es besteht doch eine Wechselwirkung zwischen dem Schwarzen Loch und dem Photon.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die meisten Eigenschaften, die vor dem Kollaps da waren, sind und bleiben verschwunden (bis auf spezielle Ausnahmen wie Ladung, Drehimpuls).
Das setzt aber voraus, dass der Kollaps vollständig beendet ist und dass man auch die Information als verschwunden ansieht, die auf irgend eine Weise nach außen abgetstrahlt wurde. Ersteres ist für einen außenstehenden Beobachter alles andere als trivial und letzteres bedeutet, dass das System nicht abgeschlossen ist (womit eine Voraussetzung für die Informationserhaltung fehlt).
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 12:05
Titel:
An der Stelle ein grundsätzlicher Hinweis:
Aus Sicht der ART schaut man immer auf Eigenschaften und Informationen *) wie Masse, Impuls, Drehimpuls, Ladung bzw. allgemein Ladung
en
.
Das ist für die Diskussion der Information im Kontext der Quantenmechanik irreführend. Die vollständige Information ist dort in einem unendlichen abstrakten Vektorraum kodiert, die o.g. Eigenschaften (*) stellen nur eine winzige Teilmenge an Eigenschaften dar, die daraus extrahiert werden. D.h. das Problem des Informationsverlustes ist viel größer, als es zunächst scheint.
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 11:46
Titel:
DrStupid hat Folgendes geschrieben:
An der Stelle muss man aber dazu sagen, dass diese Aussage streng genommen nur für ein ideales Schwarzes Loch gilt - also eine Singularität umgeben von nichts als leerem Raum. Sobald man da etwas rein wirft - und sei es nur ein Photon - ist der Raum um die Singularität nicht mehr leer und man darf sich nicht mehr darauf verlassen, dass das Ding noch alle Eigenschaften der Vakuum-Lösung hat.
Richtig.
Aber die zusätzlichen Eigenschaften, die z.B. das Photon mitbringt, sind die Eigenschaften des Photons. Die meisten Eigenschaften, die vor dem Kollaps da waren, sind und bleiben verschwunden (bis auf spezielle Ausnahmen wie Ladung, Drehimpuls).
TomS
Verfasst am: 21. Jun 2024 11:42
Titel:
willyengland hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
willyengland hat Folgendes geschrieben:
D.h. also, es macht keinen Unterschied, ob ein Antimaterie-SL mit einem Materie-SL verschmilzt, oder zwei Materie-Sls?
Bei gleicher Masse sind Antimaterie- und Materie-SL völlig identisch?
Ja, du hast recht, es macht keinen Unterschied. Und ja, beide SLs sind völlig identisch - immer unter der Annahme der Gültigkeit der ART und einiger anderer Voraussetzungen.
Das ist schon kurios.
Wenn also ein Antimaterie-Neutronenstern und ein Materie-Neutronenstern verschmelzen, gibt es eine gewaltige Annihilation.
Wenn aber ein Antimaterie-SL und ein Materie-SL verschmelzen, gäbe es keine Annihilation.
Nein,
das
ist nicht kurios. Gemäß der ART ist ein Schwarzes Loch eine glatte Raumzeit mit einem Ereignishorizont der eine Singularität umschließt.
Diese Raumzeit trägt nicht mehr jede erdenkliche Eigenschaft, die im nicht-singulären Eingangszustand vorhanden war.
Das
ist problematisch.
DrStupid
Verfasst am: 21. Jun 2024 10:51
Titel:
A-Freak als Gast hat Folgendes geschrieben:
Es gibt ausschlißelich nur SL die eine Masse haben, ob diese Masse jetzt ursprünglich Materie, Antimaterie, oder Energie von Photonen war kann man nach der Formung des schwarzen Lochs nicht mehr unterscheiden
An der Stelle muss man aber dazu sagen, dass diese Aussage streng genommen nur für ein ideales Schwarzes Loch gilt - also eine Singularität umgeben von nichts als leerem Raum. Sobald man da etwas rein wirft - und sei es nur ein Photon - ist der Raum um die Singularität nicht mehr leer und man darf sich nicht mehr darauf verlassen, dass das Ding noch alle Eigenschaften der Vakuum-Lösung hat.
Auf makroskopischer Ebene kann man den Unterschied vernachlässigen. Aber wenn es um quantenmechanische Phänomene geht, dann muss man es berücksichtigen. Wer z.B. versucht, aus dem No-Hair-Theorem und der Informationserhaltung ein Paradoxon zu basteln, der vergleicht Äpfel mit Birnen. Dummerweise weiß heute niemand, wie man reale Schwarze Löcher korrekt beschreibt.
A-Freak als Gast
Verfasst am: 21. Jun 2024 10:25
Titel:
> Wenn aber ein Antimaterie-SL und ein Materie-SL verschmelzen, gäbe es keine Annihilation.
(Solange wir keine wesentlich anderen Theorien finden als das was heutzutage Stand der Wissenschaft ist)
Es gibt keine "Materie-SL" und keine "Antimaterie-SL"
Es gibt ausschlißelich nur SL die eine Masse haben, ob diese Masse jetzt ursprünglich Materie, Antimaterie, oder Energie von Photonen war kann man nach der Formung des schwarzen Lochs nicht mehr unterscheiden
willyengland
Verfasst am: 21. Jun 2024 10:13
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
willyengland hat Folgendes geschrieben:
D.h. also, es macht keinen Unterschied, ob ein Antimaterie-SL mit einem Materie-SL verschmilzt, oder zwei Materie-Sls?
Bei gleicher Masse sind Antimaterie- und Materie-SL völlig identisch?
Ja, du hast recht, es macht keinen Unterschied. Und ja, beide SLs sind völlig identisch - immer unter der Annahme der Gültigkeit der ART und einiger anderer Voraussetzungen.
Das ist schon kurios.
Wenn also ein Antimaterie-Neutronenstern und ein Materie-Neutronenstern verschmelzen, gibt es eine gewaltige Annihilation.
Wenn aber ein Antimaterie-SL und ein Materie-SL verschmelzen, gäbe es keine Annihilation.
TomS
Verfasst am: 20. Jun 2024 20:06
Titel:
Ein schwarzes Loch kann sich mit zunehmender Zeit nicht teilen.
https://projecteuclid.org/journalArticle/Download?urlId=cmp%2F1103857884
Black holes in general relativity
S. W. Hawking
Comm. Math. Phys. 25(2): 152-166 (1972).
Zitat:
As time increases, black holes may merge together and new black holes may be created by further bodies collapsing but a black hole can never bifurcate.
Telefonmann
Verfasst am: 20. Jun 2024 19:37
Titel:
Dogeatdog hat Folgendes geschrieben:
Aber ich warte immer noch auf eine Antwort zu meiner Frage, was ist mit dem Drehimpuls, fliegt das SL irgendwann auseinander oder erreicht es Lichtgeschwindigekeit?!?
Eine gewisse Antwort wurde hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerr-Metrik#Drehimpuls
aufgeschrieben.
antaris
Verfasst am: 20. Jun 2024 18:47
Titel:
Telefonmann hat Folgendes geschrieben:
Ich meine auch einige logische Ähnlichkeiten/Bezüge zwischen Emergenz und der TI zu "erahnen"
Spannende neuartige Sichtweisen und Ansätze allemal.
Ja sicher. Die Übergänge zwischen den Skalen und deren chaotischen Mischungen sind in der TI dann logisch folgend ebenso deterministisch. Das könnte m.E. durchaus genau der Ursprung der Stochastik sein.