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[quote="antaris"]Klar es ist wohl seine erste schriftliche Formulierung aber als Überblick immer noch aktuell. Das aktuellste natürlich in seinem genannten paper. Die Details des Formalisums sind für mich nicht in erster Linie ausschlaggebend, sondern wie dieser mit der Realität in Zusammnhang gebracht wird. Das hatProf. Neumaier m.E. hier auf den Punkt gebracht. In jedem Fall ist es ein Ansporn, genau solche Ratschläge nicht so sehr ernst zu nehmen und doch weiterhin eigene Schlussfolgerungen zu ziehen bzw. das Selbstdenken nicht einzustellen.... "Nach dem bisherigen Diskussionsverlauf kann ich dir nur folgenden Rat geben: kläre für dich dein Ziel, d.h. was du verstehen möchtest; ziehe bitte nie irgendeine eigene Schlussfolgerung sondern leite für dich selbst zunächst eine entsprechende Frage ab; höre auf, zu irgendwelchen Themen irgendwelche Quellen anzuzapfen, um dann mit Begriffen zu hantieren, bevor du die Konzepte dahinter verstanden hast. Andernfalls ist das Zeitverschwendung."[/quote]
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TomS
Verfasst am: 06. Jun 2024 15:51
Titel:
@Freizeitphysiker -
danke für die präzisere Formulierung.
Ich sehe noch überhaupt kein definitives Problem der TI, eher ein Verständnisproblem meinerseits, das man durch mathematisch präzise Formulierung entweder zum Verschwinden bringt, oder das hartnäckig bleibt.
Ich stimme dir hier zu:
Zitat:
Da beide Detektoren nicht miteinander wechselwirken, hängt der Endzustand des einen auch nicht vom Anfangszustand des anderen ab ... es bringt auch nichts anzunehmen, dass beide Detektorzustände verschränkt sind. Selbst wenn sie es wären, bräuchte man trotzdem den kompletten Zustand zur Erklärung der Korrelation.
Zitat:
Um die Korrelation zu erklären, müssen also m.M.n. beide Endzustände D_i von psi abhängen, denn dies ist die einzige Größe in f_i, in der irgendwas korreliert ist.
Mein Problem ist wohl eher, dass sich bei der Erklärung etwas in mir sträubt.
Neumaier sagt: Detektorergebnisse sind Funktionen des (prinzipiell präzise präparierten), zu messenden Subsystems, sowie der effektiv stochastischen Detektor-Subsysteme.
Bell sagt - unter diversen Zusatzannahmen: die Messergebnisse der Detektoren sind keine vor der Messung bereits versteckt vorliegenden lokalen verborgenen Variablen.
Unter der Annahme, dass Neumaier recht hat, sagen uns die Detektorergebnisse für die Stern-Gerlach-Experimente an einem Paar Spin-verschränkter Elektronen:
a) die Auswahl des Detektorarrays ist im wesentlichen eine Funktion des lokal mit dem Messgerät wechselwirkenden Zustand des Quantensystems;
es wird vom stochastischen Charakter des lokalen Messgerätes jedoch nicht dahingehend gestört, dass die Korrelation zwischen den Messergebnissen verloren geht
b) für die Auswahl des Detektorelementes je Detektorarrays gilt ebenfalls, diese ist im wesentlichen eine Funktion des lokal mit dem Detektorarray wechselwirkenden Zustand des Quantensystems; der Zusatz entfällt
(a) führt dazu, dass nur ein Detektorarray anspricht und erhält die nahezu 100%-Korrelation bzgl. der Spinmessung; (b) führt wie in der TI üblich dazu, dass nur ein Detektorelement je Detektorarray anspricht.
(a) ist insofern anders geartet, als dass der Effekt, der zur Auswahl eines der beiden Detektorarrays führt, anders geartet ist als der Effekt bei (b), der zur Auswahl eines Detektorelementes führt; (b) funktioniert für beliebig präparierte einzelne Teilchen und Detektoren; (a) funktioniert speziell für verschränkte Zustände und spezielle Messgeräte.
Das ist erst mal eine Feststellung.
Zurück zu Bell: eine schärfere Überlegung kann man formulieren, wenn man sich nicht auf die Betrachtung einer speziellen Spin-Richtung beschränkt, sondern wenn man diese kontinuierlich und nach der Präparation zufällig ändert: Zeilinger (?) nutzt je Experiment (bei ihm sind es Polarisatoren) zwei Teilchen aus der kosmischen Strahlung, um die Richtung der zu messenden Polarisation lokal zufällig festzulegen.
Ich würde übrigens deine Funktion mit der Korrelation
noch umformulieren
Die Funktion f selbst trägt keinen Index i; E_i bezeichnet den Projektor auf die Umgebung des jeweiligen Detektors; es liegt eine lokale Wechselwirkung vor d.h. das Ergebnis hängt nicht von weit entfernten Gegebenheiten ab; das Ergebnis hängt aber sicher vom Vergangenheitslichtkegel ab, und das gilt auch für alles weitere, also Aufbau und Einstellung der Messgeräte, Umgebung ...
Die Projektion E_i führt dazu, dass ich zwar nicht mehr über eine lokale vorher festgelegte (verborgene) klassische Eigenschaft rede, jedoch davon, dass nur der lokal am Detektor vorliegende Teil des Zustandes betrachtet wird.
Jakito
Verfasst am: 06. Jun 2024 13:02
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
@Jakito – wenn du dem Problem grundsätzlich zustimmst, wäre es hilfreich, es zunächst zu präzisieren, (noch nicht an der Antwort zu arbeiten); habe ich es schon präzise genug dargestellt?
Wenn ich genug Zeit hätte, würde ich vermutlich dem Problem grundsätzlich zustimmen. Wobei ich prinzipiell davon überzeugt bin, dass die TI dieses Problem lösen kann, wenn man nur gründlich genug nachdenkt, und genügend Zeit hat.
Ich will immer noch was in meinem Thread zur instrumentalistischen Sichtweise auf das Elektron schreiben. Dies wollte ich schon, als A. Neumaier sich noch nicht aus diesem Forum verabschiedet hatte, habe aber nicht die notwendige Zeit gefunden. Auch Deine aktuelle Frage (bzw. "Problem") kann man eigentlich an der Situation schön diskutieren.
Die Situation enthält implizit aber auch andere Fragen, nämlich die nach den Phasenübergängen, was in den Bereich der QFT fällt. Da bekomme ich Angst, denn als Mathematiker glaube ich an die "Erhaltung der Schwierigkeit". Einerseits will die TI explizit auch die QFT interpretieren, andererseits ist mir intuitiv nicht klar, wie irgendeine halbwegs realistische Interpretation mit der QFT und den Phasenübergängen zurecht kommen will. Und die QFT selbst ist mathematisch irgendwie ohnehin schwierig.
Freizeitphysiker
Verfasst am: 06. Jun 2024 12:08
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Und diese beiden Sichten bekomme ich nicht übereinander.
Meine Formulierung des Problems: Wir haben einen Zustand
Dieser Zustand hat zwei
unscharfe
lokale Eigenschaften, die sich jeweils auf die beiden Teilsysteme in den Zuständen
beziehen, nämlich
.
Diese unscharfen Größen haben jeder Zeit die Quantenwerte
. Sie sind unscharf, weil ihre q-Unschärfe
ist. (Diese Aussagen sind auch mit Bell erstmal kein Problem.)
Außerdem besitzt das ganze System eine
scharfe
(q-Unschärfe = 0)
nichtlokale
Eigenschaft, nämlich den Quantenwert des Operators
.
(
ist Eigenzustand zu C, also ist der Quantenwert scharf.)
Die Aufgabe besteht nun darin, die Korrelation der
Messwerte
, also der Endzutsände der beiden Detektoren zu erklären. Offenbar reicht es also nicht, beide Messungen als unabhängige Messungen der beiden Quantenwerte von
zu sehen, sondern beide zusammen stellen außerdem eine Messung von C dar.
Laut TI ist der Endzustand
jedes Detektors eine Fuktion des Zustands
und des Anfangszustands des Detektors (plus Umgebungsrauschen)
(physikerboard.de/ptopic,398867.html#398867)
Da beide Detektoren nicht miteinander wechselwirken, hängt der Endzustand des einen auch nicht vom Anfangszustand des anderen ab. Ich denke es bringt deshalb auch nichts anzunehmen, dass beide Detektorzustände verschränkt sind. Selbst wenn sie es wären, bräuchte man trotzdem den kompletten Zustand
zur Erklärung der Korrelation. Schließlich sind die Messwerte ja nicht immer korreliert, sondern nur wenn
verschränkt ist.
Um die Korrelation zu erklären, müssen also m.M.n. beide Endzustände
von
abhängen, denn dies ist die einzige Größe in f_i, in der irgendwas korreliert ist. Wenn das aus irgendeinem Grund physikalisch unmöglich ist, hat die TI vermutlich ein Problem, andernfalls nicht. Die Frage ist auch, wodurch physikalisch der Detektoraufbau zu einer Messvorrichtung für C wird, anstatt lediglich zu zwei unabhängigen Messvorrichtungen für die beiden
. Die Antwort darauf muss wohl in der Wechselwirkung liegen und damit in der Funktion f_i oben.
antaris
Verfasst am: 06. Jun 2024 08:59
Titel:
In Kapitel 4.5 geht er näher auf die nicht-Lokalität ein. Ist zuviel um es zu zitieren.
https://arxiv.org/pdf/1902.10779#subsection.4.5
antaris
Verfasst am: 06. Jun 2024 08:54
Titel:
Sehr viel schreibt er ja wirklich nicht über die Verschränkung.
Auf Seite 89f seines letzten papers v5 steht folgendes:
https://arxiv.org/pdf/2110.05294
Zitat:
As we have seen in Subsection 9.2, quantum values 〈A(x)〉 of fields are elements of reality in the sense of Einstein, Podolski & Rosen [65]. Since the density operator of a sufficiently stationary quantum source can be determined in principle by quantum tomography from such quantum values, the density operator is itself an element of reality. The analysis of the Penning trap experiments in Section 6.3 demonstrates the same for the density operators of single particles confined to a trap. On the other hand, as
the arguments of Einstein, Podolski & Rosen together with experiments violating the Bell inequalities (Bell [14], Aspect et al. [12]) amply demonstrate, individual particles inside entangled beams cannot be such elements of reality – only the nonlocal multiparticle density operator describing whole entangled systems qualify here.
Thus from the perspective of the present considerations, quantum particles appear to beghosts in the beams. This explains their spooky properties in the quantum physics litera-
ture!
In folgendem paper etwas allgemeines zur Kausalität auf Seite 37.
https://arxiv.org/pdf/1902.10779
Zitat:
We may distinguish three Poincar´e invariant definitions of causality.
• Point causality: Properties of a point object depend only on its closed past cones, and can influence only its closed future cones. This is used in special relativity, which discusses the motion of a single classical particle in a classical external field.
• Separable causality: Joint properties of an extended object consist of the combination of properties of their constituent points. This is intuitively assumed in all discussions of Bell-type nonlocality, and is in conflict with experiments involving highly entangled photons.
• Extended causality: Joint properties of an extended object depend only on the union of the closed past cones of their constituent parts, and can influence only the union of the closed future cones of their constituent parts. This is the version that can probably be derived from relativistic quantum field theory, where particles are localized excitations of the quantum field, and hence extended objects.
All three notions of causality agree on the causality properties of point objects (’point causality’) but differ on the causality properties of extended objects.
If one regards an entangled quantum system as a system of point particles one runs into lots of counterintuitive conceptual problems. If one regards an entangled quantum system as a single extended
system in the above sense, all such difficulties disappear.
Extended causality is the form of causality appropriate for the thermal interpretation. It takes into account what was known almost from the outset of modern quantum physics - that quantum objects are intrinsically extended and must be treated as whole.
The extended system view gives the appropriate intuition.
The violation of Bell inequalities in experiments such as those by Aspect [2] (cf. Subsection 4.5) show that neither point causality or separable causality can be realized in nature.
But extended causality is not ruled out by current experiments. Eberhard & Ross [13] gives a proof of causality from relativistic quantum field theory, in the sense that no faster than light communication is possible.
TomS
Verfasst am: 06. Jun 2024 06:18
Titel:
@Jakito – wenn du dem Problem grundsätzlich zustimmst, wäre es hilfreich, es zunächst zu präzisieren, (noch nicht an der Antwort zu arbeiten); habe ich es schon präzise genug dargestellt?
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 22:39
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Trotz aller Nichtlokalität will man ja trotzdem nicht, dass die Messergebnisse von beliebigen Zuständen am anderen Ende des Universums abhängen.
Ob man will oder nicht hängt nur davon ab, ob die Forderung "nur das Universum ist das kleinste abgeschlossene System" gehalten werden soll oder nicht.
Wenn sich nur das Universum als Ganzes unitär entwickelt und dessen Subsysteme von dieser Entwiclung beeinflusst werden, wie sollte das funktionieren, ohne alle Entitäten in der Gesamtheit miteinander zu verschränken?
Die nicht-lokalen Zustande am anderen Ende des Universums hängen andersherum in gewisser Weise auch von den lokalen Messungen/Zustandsänderungen ab.
Jakito
Verfasst am: 05. Jun 2024 22:27
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
OK, ich gebe zu, dass hier behauptet wird, dass jedes Messgerät für sich selbst einen lokalen Endzuständ annimmt, wenn ich dieses Zitat richtig interpretiere. Allerdings geht es hier ja um makroskopische Endzustände, und dies entspricht ja durchaus den Beobachtungen in unserer Welt.
Den letzten Satz verstehe ich nicht.
Wir können in unserer Welt beobachten, dass Detektoren am Ende der Interaktion einen lokalen makroskopischen Zustand annehmen.
Wenn ich darüber nachdenke, liegt da aber vermutlich trotzdem ein Hase im Pfeffer. Wenn ich meine Elektronen in dem anderen Thread betrachte, dann beende ich zumindest meine Simulation zu einem Zeitpunkt, an dem die Endzustände noch nicht so klar lokal makroskopisch sind. Deshalb war A. Neumaier eventuell auch nicht so glücklich über meine Gedanken in dem anderen Thread.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Dies ist ja kein Widerspruch zu meiner Lesart, dass es hier um den nichtlokalen Zustand der potentiallen Messgeräte geht.
Zunächst geht es um die lokale Wechselwirkung eines Elektrons mit einem Detektor und dessen daraus resultierendes eindeutiges Messergebnis, das lokal stochastisch erscheint, jedoch global mit dem des anderen Detektors exakt korreliert ist.
Wie ich auf Sonnenwinds Nachfrage hin zugegeben habe, ist die Verschränkung zwischen den verschiedenen potentiellen Detektoren meist ohnehin eher klein, deshalb ist es als Model schon OK, jeden Detektor nur lokal zu betrachen. Der Haupteffekt kommt durch den nichtlokalen Zustand von E1 und E2 zustande, weil die Evolution von E1 und E2 sich gegenseitig beeinflusst, und somit auch die Interaktion mit den Detektoren nichtlokal steuert. In der Bohmschen Mechanik kann man diesen Effekt schön beobachten, allerdings ist A. Neumaier kein Freund dieser Interpretation. Aber um ein wenig Intuition zu entwickeln, wie dieser Effekt rein mathematisch in der TI ablaufen könnte, ist es vielleicht trotzdem nützlich.
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Weil wir hier von Teilsystemen reden, kann natürlich immer noch "Zufall übrig sein", insbesondere wenn der Zustand von E1 und E2 nicht rein ist. Denn dann könnten sie ja noch mit weiteren Elektronen (oder Photonen oder ...) verschränkt sein.
Es kann alles mögliche sein, evtl. auch nur ein Scheinproblem, aber ich verstehe es nicht.
Da habe ich wohl schlechte Worte verwendet. Trotz aller Nichtlokalität will man ja trotzdem nicht, dass die Messergebnisse von beliebigen Zuständen am anderen Ende des Universums abhängen. Vom Zustand der Detektoren kann ich schlecht Reinheit fordern, weil dies ja nie erfüllt wäre, und auch nicht überprüfbar wäre. Aber von den präparierten Elektronen kann ich das fordern und überprüfen. Mit "Zufall übrig sein" meine ich den Anteil, der von der leichten Unreinheit des präparierten Zustands kommt.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 21:53
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
OK, ich gebe zu, dass hier behauptet wird, dass jedes Messgerät für sich selbst einen lokalen Endzuständ annimmt, wenn ich dieses Zitat richtig interpretiere. Allerdings geht es hier ja um makroskopische Endzustände, und dies entspricht ja durchaus den Beobachtungen in unserer Welt.
Den letzten Satz verstehe ich nicht.
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Dies ist ja kein Widerspruch zu meiner Lesart, dass es hier um den nichtlokalen Zustand der potentiallen Messgeräte geht.
Zunächst geht es um die lokale Wechselwirkung eines Elektrons mit einem Detektor und dessen daraus resultierendes eindeutiges Messergebnis, das lokal stochastisch erscheint, jedoch global mit dem des anderen Detektors exakt korreliert ist.
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Weil wir hier von Teilsystemen reden, kann natürlich immer noch "Zufall übrig sein", insbesondere wenn der Zustand von E1 und E2 nicht rein ist. Denn dann könnten sie ja noch mit weiteren Elektronen (oder Photonen oder ...) verschränkt sein.
Es kann alles mögliche sein, evtl. auch nur ein Scheinproblem, aber ich verstehe es nicht.
Jakito
Verfasst am: 05. Jun 2024 21:02
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Soll das heißen, dass die Detektoren selbst verschränkt sind oder während des Messprozesses verschränkt werden?
Die Detektoren sind makroskopisch betrachtet zwar nicht verschränkt, aber ihr exakter mikroskopischer Zustand ist trotzdem ein wenig verschränkt, auch schon vor dem Messprozess. Und wenn ich an einem der Detektoren etwas makroskopisch ändere, dann ändert sich der nichtlokale Zustand natürlich enorm.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 21:02
Titel:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Okay, was sind denn deiner Meinung nach entsprechend die Meinung von Neumaier über quantenmechanische Überlagerung, Verschränkung und der adressierte intrinsische Zufall der QM? Klassische Statistik?
Musst du mich nach seiner Meinung fragen?
Zur Verschränkung habe ich bei ihm nicht viel gelesen, aber sie ist eine logische Konsequenz der mathematischen Struktur.
Der Zufall entsteht letztlich vergleichbar dem in der klassischen Mechanik.
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:59
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Soll das heißen, dass die Detektoren selbst verschränkt sind oder während des Messprozesses verschränkt werden?
Nach meinem Verständnis sind die zeitlichen Entwicklungen aller Subsysteme des Universums seit dem Urknall miteinander verknüpft (verschränkt?) Der präparierte reine Zustand stellt einen Grenzfall dar, der in der Realität eben nur als Präparation vorkommt.
Vielleicht
fällt das Teilchen durch die Dekohärenz aus den reinen Zustand zurück, in den gemischten Zustand des Universums...
Genauso stellt die unitäre Zeitentwicklung einen Grenzfall dar, welchen nur das kleinste abgeschlossene System (das Universum) unterliegt. Dessen Subsysteme sind allesamt nicht-linear und die nicht-Linearität steigt, je kleiner das System ist.
Jakito
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:55
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Hier:
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Ebenso hat das Messgerät in dem von Ihnen postulierten Fall zwei [vielen] mögliche dynamisch erreichbare stationäre Zeigerzustände (jeweils mit minimaler Unsicherheit), von denen in jedem Fall genau einer realisiert ist, ohne dass man sagen könnte, in welcher.
Denn letzteres hängt von unmodellierten Details des Messgeräts ab
. Wieder ist die Streuung bei häufiger Wiederholung riesig, denn der Mittelwert der Zeigerspitzen ist wo ganz anders als die beiden in unterschiedlichen Einzelfällen realisierten Zeigerspitzen.
OK, ich gebe zu, dass hier behauptet wird, dass jedes Messgerät für sich selbst einen lokalen Endzuständ annimmt, wenn ich dieses Zitat richtig interpretiere. Allerdings geht es hier ja um makroskopische Endzustände, und dies entspricht ja durchaus den Beobachtungen in unserer Welt.
TomS hat Folgendes geschrieben:
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Wenn das nun die Sichtweise der TI auf den Messprozess ist, dann ist nur noch zu klären, woher die
scheinbare Zufälligkeit
kommt. Das hatten wir oben schon getan.
Sie kommt im Prinzip aus dem Detektor
, den man realistisch nur mittels statistischer Modelle beschreiben kann. Die Details sind einfach so kompliziert, dass das Ergebnis aussieht wie Zufall.
Wenn wir also nun eine Messreihe an identisch präparierten Systemen durchführen,
wirkt bei jedem Durchlauf der Detektor wie ein Pseudozufallsgenerator
für eine makroskopische und definite Größe.
Ja.
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Was mich nun wundert, ist folgendes. Die Unterschiede der makroskopischen Zeigervariable bei den einzelnen Durchläufen kommen
ausschließlich aus dem mikroskopischen Zustand des Detektors
während der einzelnen Messungen. Sie können nichts mit dem gemessenen System zu tun haben …
Sie haben aber etwas mit der Wechselwirkung des Systems mit dem Messgerät zu tun und
bilden daher den Zustand des Systems stochastisch ab
.
Dies ist ja kein Widerspruch zu meiner Lesart, dass es hier um den nichtlokalen Zustand der potentiallen Messgeräte geht. Siehe insbesondere meine Antwort an Sonnenwind, was ich unter dem nichtlokalen Zustand verstehe:
https://www.physikerboard.de/ptopic,399134.html#399134
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Ich dachte immer, es wäre der nichtlokale Zustand.
Nein.
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Sonst bekomme ich doch das Problem, dass wer von den beiden lokalen Zuständen als erster dran ist entscheiden muss, was für beide passiert (im Falle eines klassischen EPR Experiments a la Einstein) …
Das deutet schon eine Lösung an, die du offensichtlich selbst nicht glaubst.
Aber ja, genau das ist das Problem, auf das ich hinauswollte.
Das ist doch keine Lösung. So schlecht ist die TI nun echt nicht, selbst wenn mich ... die Reaktion auf meine Anmerkung zu nichtlokalen Zuständen nun doch etwas überrascht hat.
Weil wir hier von Teilsystemen reden, kann natürlich immer noch "Zufall übrig sein", insbesondere wenn der Zustand von E1 und E2 nicht rein ist. Denn dann könnten sie ja noch mit weiteren Elektronen (oder Photonen oder ...) verschränkt sein.
Sonnenwind
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:39
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Was genau soll denn der "nichtlokale Zustand" sein?
Entweder ist das Ergebnis vorausbestimmt, was wegen der Bellschen Ungleichung unmöglich ist, oder es gibt eine überlichtschnelle Kommunikation zwischen den Teilchen.
Die zwei 3D-Teilchen als ein 6D-Teilchen zu sehen, das ist nur ein Taschenspielertrick.
Der lokale Zustand eines Detektors (oder eines Detektorarrays) ist seine reduzierte Dichtematrix. Der nichtlokale Zustand ist die gemeinsame reduzierte Dichtematrix aller Detektoren, welche die verschränkten Elektronen E1 und E2 detektieren könnten. Weil E1 und E2 einen nichtlokalen Zustand haben, ist eben der entsprechend nichtlokale Zustand der Detektoren der relevante.
Ich wollte vor allem wissen, woher diese Behauptung mit dem lokalen Zustand kam. Das wissen zu wollen ist jetzt echt kein Taschenspielertrick, denke ich. Oder sehe ich da was falsch?
Soll das heißen, dass die Detektoren selbst verschränkt sind oder während des Messprozesses verschränkt werden?
Qubit
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:31
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Aber an den "Kuriositäten" der QM erklärt das nichts, auch wenn Neumaier dies in einem Beitrag als Aussicht gestellt hatte.
Doch.
Wenn er recht hat, erklärt das fast alles; m.E. mit Ausnahme von Fällen, in denen sein Prinzip des Messgerätes nicht durchgeht. Deswegen habe ich das Bell-Experiment genannt, dessen Einordnung in die TI habe ich noch nicht verstanden.
Okay, was sind denn deiner Meinung nach entsprechend die Meinung von Neumaier über quantenmechanische Überlagerung, Verschränkung und der adressierte intrinsische Zufall der QM? Klassische Statistik?
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:29
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Deswegen habe ich das Bell-Experiment genannt, dessen Einordnung in die TI habe ich noch nicht verstanden.
Er schreibt dazu auch etwas im FAQ:
Zitat:
S46. Gibt es Probleme mit Lokalität und Bells Ungleichungen?
-------------------------------------------------------------
Nein. Bells Ungleichungen sind rein kinematischer Natur und haben
mit Dynamik nichts zu tun. Siehe Section 7 und 8 in [EECQ].
Nichtlokalität der klassisch deterministischen Dynamik des
Quantenuniversums folgt daraus, dass die meisten objektiven Grössen
(also Erwartungswerte) nichtlokal sind.
Die praktisch wichtigen nichtlokalen Beobachtungsgrössen
sind die Korrelationsfunktionen <F(x,s)F(y,t)^T>, wo F ein Feld
mit Erwartungswert Null und beliebig vielen Komponenten ist.
Diese hängen offenbar von Werten an zwei verschiedenen Orten
ab und sind daher nichtlokal.
Man braucht also keine Gespenster wie bei Bohm einführen,
um eine klassische nichtlokale Dynamik zu bekommen,
die mit der Quantenmechanik voll konsistent ist.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:26
Titel:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Aber an den "Kuriositäten" der QM erklärt das nichts, auch wenn Neumaier dies in einem Beitrag als Aussicht gestellt hatte.
Doch.
Wenn er recht hat, erklärt das fast alles; m.E. mit Ausnahme von Fällen, in denen sein Prinzip des Messgerätes nicht durchgeht. Deswegen habe ich das Bell-Experiment genannt, dessen Einordnung in die TI habe ich noch nicht verstanden.
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:26
Titel:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Dazu das klassische Brecht Zitat:
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen."
Das habe ich schon mal woanders vorgetragen bekommen...
Ich bin nicht betroffen und auch nicht enttäuscht...im Gegenteil, denn mit der TI geht der Vorhang erst auf und es scheint neues Licht auf alte Probleme.
Jakito
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:24
Titel:
Sonnenwind hat Folgendes geschrieben:
Was genau soll denn der "nichtlokale Zustand" sein?
Entweder ist das Ergebnis vorausbestimmt, was wegen der Bellschen Ungleichung unmöglich ist, oder es gibt eine überlichtschnelle Kommunikation zwischen den Teilchen.
Die zwei 3D-Teilchen als ein 6D-Teilchen zu sehen, das ist nur ein Taschenspielertrick.
Der lokale Zustand eines Detektors (oder eines Detektorarrays) ist seine reduzierte Dichtematrix. Der nichtlokale Zustand ist die gemeinsame reduzierte Dichtematrix aller Detektoren, welche die verschränkten Elektronen E1 und E2 detektieren könnten. Weil E1 und E2 einen nichtlokalen Zustand haben, ist eben der entsprechend nichtlokale Zustand der Detektoren der relevante.
Ich wollte vor allem wissen, woher diese Behauptung mit dem lokalen Zustand kam. Das wissen zu wollen ist jetzt echt kein Taschenspielertrick, denke ich. Oder sehe ich da was falsch?
Qubit
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:22
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Was unter anderem ein Argument der TI ist, nämlich dass der Unterschied zwischen QM und klassischer Physik gar nicht so groß und vor allem nicht mysteriös ist. Das was die QM wirklich leisten muss, ist also deiner Meinung von irgendjemand unveränderbar festgelegt worden? Wo ist der Nachweis für diese Aussage?
Wie schon geschrieben, hängt das wohl letztlich vom Beobachter ab. Und da wir bisher nur als "klassische" Beobachter fungieren, sollte es nicht wundern, wenn auf der "letzten Meile" der Messungen auch "klassische Statistiken" eine Rolle spielen. Aber an den "Kuriositäten" der QM erklärt das nichts, auch wenn Neumaier dies in einem Beitrag als Aussicht gestellt hatte.
Zitat:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Durch die TI entfallen jede Menge Kuriositäten aus der QM, weil sie gar nicht mehr auftreten. Ich kann/will/werde dir hier keine Überzeugenden Argumente bieten. Mich hat Prof. Neumaier aber mit seinen Ausführungen überzeugt. Wohl auch, da ich viele dieser Ansichten eh schon geteilt hatte.
Ich sehe da mit der TI aber keine Beseitigung der "Kuriositäten" der QM, was mit quantenmechanischer Superposition, Verschränkung oder intrinsischem Zufall zu tun hätte. Offenbar setzt die TI auch viel später im Geschehen ein..
Wie schon geschrieben...mir reichen die Argumente. Wenn du das detailliert besprechen willst, Prof. Neumaier hat mitgeteilt wie er zu erreichen ist.
Dazu das klassische Brecht Zitat:
"Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen."
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:15
Titel:
Qubit hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das mag als "Glaube" gelten, aber hat keine Begründung.
An nichts zu glauben ist im Prinzip auch ein Glaube. Inwiefern kannst du deine Aussagen stichhaltig begründen?
Naja, die zitierten Aussagen liegen jenseits der QM, sind also kein Argument innerhalb der QM.
Was unter anderem ein Argument der TI ist, nämlich dass der Unterschied zwischen QM und klassischer Physik gar nicht so groß und vor allem nicht mysteriös ist. Das was die QM wirklich leisten muss, ist also deiner Meinung von irgendjemand unveränderbar festgelegt worden? Wo ist der Nachweis für diese Aussage?
Qubit hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Durch die TI entfallen jede Menge Kuriositäten aus der QM, weil sie gar nicht mehr auftreten. Ich kann/will/werde dir hier keine Überzeugenden Argumente bieten. Mich hat Prof. Neumaier aber mit seinen Ausführungen überzeugt. Wohl auch, da ich viele dieser Ansichten eh schon geteilt hatte.
Ich sehe da mit der TI aber keine Beseitigung der "Kuriositäten" der QM, was mit quantenmechanischer Superposition, Verschränkung oder intrinsischem Zufall zu tun hätte. Offenbar setzt die TI auch viel später im Geschehen ein..
Wie schon geschrieben...mir reichen die Argumente. Wenn du das detailliert besprechen willst, Prof. Neumaier hat mitgeteilt wie er zu erreichen ist.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:11
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nun besagt die TI, dass der
lokale Zustand
eines Detektorarrays zufällig "auswählt", welches Detektorelement das Elektron registriert.
Wo soll die TI sagen, dass es der
lokale Zustand
ist, der den Zufall provoziert?
Hier:
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Ebenso hat das Messgerät in dem von Ihnen postulierten Fall zwei [vielen] mögliche dynamisch erreichbare stationäre Zeigerzustände (jeweils mit minimaler Unsicherheit), von denen in jedem Fall genau einer realisiert ist, ohne dass man sagen könnte, in welcher.
Denn letzteres hängt von unmodellierten Details des Messgeräts ab
. Wieder ist die Streuung bei häufiger Wiederholung riesig, denn der Mittelwert der Zeigerspitzen ist wo ganz anders als die beiden in unterschiedlichen Einzelfällen realisierten Zeigerspitzen.
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Wenn das nun die Sichtweise der TI auf den Messprozess ist, dann ist nur noch zu klären, woher die
scheinbare Zufälligkeit
kommt. Das hatten wir oben schon getan.
Sie kommt im Prinzip aus dem Detektor
, den man realistisch nur mittels statistischer Modelle beschreiben kann. Die Details sind einfach so kompliziert, dass das Ergebnis aussieht wie Zufall.
Wenn wir also nun eine Messreihe an identisch präparierten Systemen durchführen,
wirkt bei jedem Durchlauf der Detektor wie ein Pseudozufallsgenerator
für eine makroskopische und definite Größe.
Ja.
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Was mich nun wundert, ist folgendes. Die Unterschiede der makroskopischen Zeigervariable bei den einzelnen Durchläufen kommen
ausschließlich aus dem mikroskopischen Zustand des Detektors
während der einzelnen Messungen. Sie können nichts mit dem gemessenen System zu tun haben …
Sie haben aber etwas mit der Wechselwirkung des Systems mit dem Messgerät zu tun und
bilden daher den Zustand des Systems stochastisch ab
.
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Ich dachte immer, es wäre der nichtlokale Zustand.
Nein.
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Sonst bekomme ich doch das Problem, dass wer von den beiden lokalen Zuständen als erster dran ist entscheiden muss, was für beide passiert (im Falle eines klassischen EPR Experiments a la Einstein) …
Das deutet schon eine Lösung an, die du offensichtlich selbst nicht glaubst.
Aber ja, genau das ist das Problem, auf das ich hinauswollte.
Qubit
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:09
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Das mag als "Glaube" gelten, aber hat keine Begründung.
An nichts zu glauben ist im Prinzip auch ein Glaube. Inwiefern kannst du deine Aussagen stichhaltig begründen?
Naja, die zitierten Aussagen liegen jenseits der QM, sind also kein Argument innerhalb der QM.
Zitat:
Durch die TI entfallen jede Menge Kuriositäten aus der QM, weil sie gar nicht mehr auftreten. Ich kann/will/werde dir hier keine Überzeugenden Argumente bieten. Mich hat Prof. Neumaier aber mit seinen Ausführungen überzeugt. Wohl auch, da ich viele dieser Ansichten eh schon geteilt hatte.
Ich sehe da mit der TI aber keine Beseitigung der "Kuriositäten" der QM, was mit quantenmechanischer Superposition, Verschränkung oder intrinsischem Zufall zu tun hätte. Offenbar setzt die TI auch viel später im Geschehen ein..
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:07
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Die Bellsche Unglechung ist lt. Prof. Neumaier experimentell nachgewiesen verletzt.
Klar.
antaris hat Folgendes geschrieben:
Somit müsste der Ausgang der (Quanten-)Messung vor der (Quanten-)Messung festgelegt sein.
Du meinst, die Verletzung der Bellschen Ungleichung folgt mittels Super-Determinismus. Ok, könnte man drüber nachdenken.
Jedenfalls wäre für dieses Experiment einiges, was ich bisher bei der TI zu verstehen geglaubt habe, nicht mehr gültig.
Ich meine das nicht, sondern glaube das so verstanden zu haben (und ging davon aus es wäre Konsens unter uns Diskussionsteilnehmern). Ich hätte mal doch Fragen dazu stellen sollen.
Aber m.E. ist es eine "logsche Schlussfolgerung", da abgeschlossene Systeme offensichtlich eine Idealisierung darstellen, was man doch sehr gut bei der Forschung zu Quantencomputer sehen kann.
Die Bellsche Ungleichung ist für mich eine Black-Box. Ich habe verstanden was sie aussagt und was es für folgen hat, wenn sie verletzt wird.
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 20:01
Titel:
Zitat:
Das mag als "Glaube" gelten, aber hat keine Begründung.
An nichts zu glauben ist im Prinzip auch ein Glaube. Inwiefern kannst du deine Aussagen stichhaltig begründen?
Durch die TI entfallen jede Menge Kuriositäten aus der QM, weil sie gar nicht mehr auftreten. Ich kann/will/werde dir hier keine Überzeugenden Argumente bieten. Mich hat Prof. Neumaier aber mit seinen Ausführungen überzeugt. Wohl auch, da ich viele dieser Ansichten eh schon geteilt hatte.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 19:58
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Die Bellsche Unglechung ist lt. Prof. Neumaier experimentell nachgewiesen verletzt.
Klar.
antaris hat Folgendes geschrieben:
Somit müsste der Ausgang der (Quanten-)Messung vor der (Quanten-)Messung festgelegt sein.
Du meinst, die Verletzung der Bellschen Ungleichung folgt mittels Super-Determinismus. Ok, könnte man drüber nachdenken.
Jedenfalls wäre für dieses Experiment einiges, was ich bisher bei der TI zu verstehen geglaubt habe, nicht mehr gültig.
Sonnenwind
Verfasst am: 05. Jun 2024 19:58
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nun besagt die TI, dass der
lokale Zustand
eines Detektorarrays zufällig "auswählt", welches Detektorelement das Elektron registriert.
Wo soll die TI sagen, dass es der
lokale Zustand
ist, der den Zufall provoziert? Ich dachte immer, es wäre der nichtlokale Zustand. Sonst bekomme ich doch das Problem, dass wer von den beiden lokalen Zuständen als erster dran ist entscheiden muss, was für beide passiert (im Falle eines klassischen EPR Experiments a la Einstein). Und wer als erster dran ist, ist erstens nicht relativistisch invariant, und zweitens wäre die Übernahme der Entscheidung für den anderen Detektor ja noch viel nichtlokaler, als wenn gleich der nichtlokale Zustand entscheidet.
Was genau soll denn der "nichtlokale Zustand" sein?
Entweder ist das Ergebnis vorausbestimmt, was wegen der Bellschen Ungleichung unmöglich ist, oder es gibt eine überlichtschnelle Kommunikation zwischen den Teilchen.
Die zwei 3D-Teilchen als ein 6D-Teilchen zu sehen, das ist nur ein Taschenspielertrick.
Qubit
Verfasst am: 05. Jun 2024 19:53
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Die Quantenmechanik beschreibt das Universum als Ganzes,
und damit insbesondere alles, was man darin reproduzierbar
messen kann - inklusive Einzelsysteme, Ensembles im
statistischen Sinn, Detektoren und Physiker.
Das Universum als Ganzes verhält sich deterministisch,
und lässt sich mit einer klassischen Hamiltonschen,
durch eine Hamiltonfunktion und eine Poissonklammer
definierten Dynamik beschreiben.
Das mag als "Glaube" gelten, aber hat keine Begründung.
Die Zustandsfunktion des Universums kennt keiner und kann wohl auch keiner kennen. Dennoch funktioniert der Standard-Formalismus der QM hervorrgend für präparierte QM-Systeme.
Tatsächlich ist es wohl eher so, dass die QM-Beschreibung davon abhängt, welches System wir betrachten, was da also reine Zustände oder gemischte Zustände sind. Das ist m.E. gar nicht objektiv formulierbar. Das hängt vielmehr von der Perspektive des Beobachters ab..
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 19:41
Titel:
@Qubit
Deine Aussage ist korrekt, wenn nicht die Ansichten der TI vertreten werden.
Verglichen dazu der Abschnitt "S12. Kernaussagen der Thermischen Interpretation" aus Prof. Neumaiers o.g. FAQ (der letzte Absatz bringt es auf den Punkt):
Zitat:
Die Quantenmechanik beschreibt das Universum als Ganzes,
und damit insbesondere alles, was man darin reproduzierbar
messen kann - inklusive Einzelsysteme, Ensembles im
statistischen Sinn, Detektoren und Physiker.
Das Universum als Ganzes verhält sich deterministisch,
und lässt sich mit einer klassischen Hamiltonschen,
durch eine Hamiltonfunktion und eine Poissonklammer
definierten Dynamik beschreiben. Die klassischen Grössen
in dieser Dynamik sind die traditionell als Erwartungswerte
bezeichneten Felder und Korrelationsfunktionen.
Das Universum hat einen klassischen Zustandsraum, dessen reine
Zustände alle Dichtematrizen der QM sind. (Die traditionelle
Interpretation hat dagegen einen Quantenzustandsraum,
dessen reine Zustände nur die Rang 1 Dichtematrizen sind.
Diese Einschränkung verursacht die traditionellen
Interpretationsprobleme.)
Alle Eigenschaften physikalischer Systeme im Universum werden
innerhalb eines einzigen mathematischen Modells des Universums
und seiner Evolution hergeleitet. Insbesondere ist der Zustand
jedes physikalischen Systems durch den Zustand des Universums
vollständig festgelegt.
Die Dynamik eines solchen Systems ergibt sich durch Projektion
der Dynamik des Universums auf die Algebra der Grössen des
Systems und kann in der Markovnäherung durch eine dissipative
Differentialgleichung in Lindblad-Form beschrieben werden.
Ist die Dissipation vernachlässigbar, so erhält man die
traditionelle von-Neumann-Gleichung für die Dichtematrix
des Systems.
Ein wichtiges Merkmal der Thermischen Interpretation
ist die konsequente Berücksichtigung der Forderung, dass man
(ausser in motivierenden Bemerkungen) nur über vorher
mathematisch präzise definierte Objekte reden darf.
Dies gewährleistet ein logisch konsistentes Modell, innerhalb
dessen die traditionellen Bestandteile unseren Universums samt
ihrer mathematischen Beschreibung definiert und analysiert werden.
Insbsondere wird der Messprozess modellimmanent durch
Wechselwirkung eines Quantensystems mit einem Detektor,
beide als Teilsysteme des Universums verstanden, modelliert.
Damit wird die der Kopenhagen-Interpretation eigene
Teilung der Welt in Quantensysteme und klassische Messgeräte
überwunden. Was eine Messung darstellt, wird präzisiert.
Der Zufall und die Quantensprünge ergeben sich als
ausschliessliche Folge der in einer Beschreibung von
Quantensystem und Detektor allein auf Grund der
Markov-Näherung nicht vollständig berücksichten
Wechselwirkung mit dem Rest des Universums.
Insbesondere stehen die beobachtbaren Verteilungen der
messbaren Zufallsvariablen im Einklang mit der
statistischen Interpretation der Quantenmechanik.
Die Bornsche Regel über Wahrscheinlichkeit als Quadrat
des Absolutbetrags einer Amplitude ergibt sich in der
Thermischen Interpretation direkt aus der
Projektion des Vielteilchensystems auf die traditionelle
reduzierten Beschreibung durch klassische Zeigervariable
des Detektors plus Quantenzustand des gemessenen Quantensystems.
Die Interpretation ist also hundertprozentig mit der
Praxis der Quantenmechanik kompatibel, leitet aber die
Wahrscheinlichkeitsinterpretation aus einfachen
deterministischen Grundannahmen ab, statt sie als
unerklärliches (und philosophisch problematisches)
Postulat zu den Geheimnissen unseres Universums zu zählen.
Qubit
Verfasst am: 05. Jun 2024 19:36
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Sollte nur das Universum als großes Ganzes eine unitäre Zeitentwicklung haben, so sind die Ereignisse darin im Grunde bei dessen Entstehung korreliert, festgelgt oder wie auch iommer miteinander verknüpft. Die Messung/die Messergebisse, die Apparatur, der Detektor, die Umgebung, der Ort und der Zeitpunkt, sind im großen Ganzen determiniert. Somit müsste der Ausgang der (Quanten-)Messung vor der (Quanten-)Messung festgelegt sein.
Der Standard-Formalismus der QM beschreibt präparierte QM-Systeme mit höchster Genauigkeit, im Sinne statistischer Aussagen, und dafür braucht es keine Zustandsfunktion des gesamten Kosmos. Selbst wenn wir diese kennen würden, heisst das erstmal noch nichts, insbesondere nicht, dass Messergebnisse determiniert wären. Daran ändert auch TI nichts.
Jakito
Verfasst am: 05. Jun 2024 18:59
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nun besagt die TI, dass der
lokale Zustand
eines Detektorarrays zufällig "auswählt", welches Detektorelement das Elektron registriert.
Wo soll die TI sagen, dass es der
lokale Zustand
ist, der den Zufall provoziert? Ich dachte immer, es wäre der nichtlokale Zustand. Sonst bekomme ich doch das Problem, dass wer von den beiden lokalen Zuständen als erster dran ist entscheiden muss, was für beide passiert (im Falle eines klassischen EPR Experiments a la Einstein). Und wer als erster dran ist, ist erstens nicht relativistisch invariant, und zweitens wäre die Übernahme der Entscheidung für den anderen Detektor ja noch viel nichtlokaler, als wenn gleich der nichtlokale Zustand entscheidet.
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 18:20
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Nun wissen wir von Bell, dass wir nicht sagen dürfen (s1, s2) = (+1, -1) läge bereits an der Quelle vor; das ist erst das Ergebnis der Messung. Auch bekannt.
Die Bellsche Unglechung ist lt. Prof. Neumaier experimentell nachgewiesen verletzt.
https://www.physikerboard.de/ptopic,399075.html#399075
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
Die TI akzeptiert nicht-lokale Zustände, dass erscheint mir schon mysteriöser zu sein als die klassische Physik.
Nichtlokale, prinzipiell messbare Grössen!
Die finden sich in der QM eben vor und führen zu Verletzungen der Bellschen Ungleichungen, haben also ihre phänomenologische Berechtigung. Klassisch hat man aber auch schon Korrelationsfunktionen, die von mehreren Raumzeitpunkten abhängen und beobachtbar sind. Die sind auch nichtlokal.
https://www.physikerboard.de/ptopic,399086.html#399086
Zitat:
Sie gehen im klassischen Limes ganz normal in die klassischen über. Die Bellschen Ungleichungen sind im klassischen Limes auch nicht mehr verletzt.
Sie wären auch noch nicht experimentell nachgewiesen, wenn der physikalische Wert von hquer um ein paar Grössenordnungen kleiner wären.
Sollte nur das Universum als großes Ganzes eine unitäre Zeitentwicklung haben, so sind die Ereignisse darin im Grunde bei dessen Entstehung korreliert, festgelgt oder wie auch iommer miteinander verknüpft. Die Messung/die Messergebisse, die Apparatur, der Detektor, die Umgebung, der Ort und der Zeitpunkt, sind im großen Ganzen determiniert. Somit müsste der Ausgang der (Quanten-)Messung vor der (Quanten-)Messung festgelegt sein.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 18:02
Titel:
antaris hat Folgendes geschrieben:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Betrachtet man ein Paar spin-verschränkter Elektronen E1 und E2 mit zwei Stern-Gerlach-Experimenten 1, 2 mit je zwei Detektorarrays A1up, A1down sowie A2up und A2down.
...
Ich verstehe die Frage nicht. Ist das nicht je Detektorarray ähnlich einem CCD Fotosensor, welcher aus einzelnen Fotosensoren (Detektoren) zusammengesetzt ein Array bildet? Solch ein Detektor wird doch so konstruiert, dass er das Experiment (oder das Bild) mit der gewünschten Auflösung erfassen kann (und das Elektron nicht am Detektor vorbeifliegt bzw. nur der Halbe Kopf auf dem Bild zu sehen ist).
Ok, ich erklär's nochmal anders.
Wir haben zwei verschränkte Elektronen E1, E2 mit entgegengesetzten Spins s1 = -s2, die wir in zwei Stern-Gerlach-Experimenten mit jeweils zwei Detektorarrays A1up, A1down sowie A2up und a2down detektieren, d.h. die Spins messen. Bsp.: Detektion in (A1up, A2down) besagt (s1, s2) = (+1, -1). Soweit wie bekannt.
Nun wissen wir von Bell, dass wir nicht sagen dürfen (s1, s2) = (+1, -1) läge bereits an der Quelle vor; das ist erst das Ergebnis der Messung. Auch bekannt.
Nun besagt die TI, dass der
lokale Zustand
eines Detektorarrays zufällig "auswählt", welches Detektorelement das Elektron registriert.
Die 100%-Korrelation zwischen den Messergebnissen besagt aber, dass
nicht
der lokale Zustand eines Stern-Gerlach-Experimentes zufällig "auswählt", in welchem der beiden Detektorarrays das Elektron registriert wird; dies ist ein Ergebnis des nicht-lokalen verschränkten Zustandes.
Und diese beiden Sichten bekomme ich nicht übereinander.
antaris
Verfasst am: 05. Jun 2024 17:28
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Betrachtet man ein Paar spin-verschränkter Elektronen E1 und E2 mit zwei Stern-Gerlach-Experimenten zu je zwei Detektorarrays A1up, A1down sowie A2up und A2down.
...
Ich verstehe die Frage nicht. Ist das nicht je Detektorarray ähnlich einem CCD Fotosensor, welcher aus einzelnen Fotosensoren (Detektoren) zusammengesetzt ein Array bildet? Solch ein Detektor wird doch so konstruiert, dass er das Experiment (oder das Bild) mit der gewünschten Auflösung erfassen kann (und das Elektron nicht am Detektor vorbeifliegt bzw. nur der Halbe Kopf auf dem Bild zu sehen ist).
Bezüglich der Wellenfunktion (=Schrödingergleichung, verallgemeinert als Dichtematrix?) hat er folgendes geschrieben:
https://www.physikerboard.de/ptopic,399084.html#399084
A.Neumann hat Folgendes geschrieben:
Die DRP modelliert also einen Quantendetektor, und es ist fundamental wichtig, den präzise zu modellieren, weil ich daraus alles andere herleite - die Darstellung der Messgrössen als Quantenwerte, die statistische Deutung, die Dynamik und
die Schrödingergleichung
als idealiserten Grenzfall
, das Auftreten von Quantenfeldern, ....
So hatte ich das verstanden:
Der idealisierte (lineare?) Grenzfall ist das kleinste abgeschlossene System, also das Universum (nur das kann mittels Wellenfunktion beschrieben werden). Alle Subsysteme dieses Universums können nicht mit einer Wellenfunktion, sondern nur mit daraus "ausgespurte" red. Dichtematrix (und damit nicht-linear) beschrieben werden.
377 Ohm
Verfasst am: 05. Jun 2024 17:23
Titel:
Dann ist's ja gut.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 17:19
Titel:
Ja. Das überrascht mich jetzt nicht.
377 Ohm
Verfasst am: 05. Jun 2024 17:16
Titel:
Ein
ist nur eine Hälfte. Er muss immer mit einem
kombiniert werden, um zu Wahrscheinlichkeiten zu kommen. Oder q-expectations, wie Neumaier sagen würde.
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 16:53
Titel:
377 Ohm hat Folgendes geschrieben:
Die Wellenfunktion ist überbewertet!
Und was tritt an deren Stelle?
377 Ohm
Verfasst am: 05. Jun 2024 16:44
Titel:
Jakito hat Folgendes geschrieben:
antaris hat Folgendes geschrieben:
Ein "FAQ" über die TI von 2007 auf deutsch, welches die hier getätigten Aussagen seitens Prof. Neumaier geordnet und kurz beschrieben widerspiegelt:
https://arnold-neumaier.at/physfaq/therm/ThermDeutsch.txt
Ich finde dieses Dokument auch ganz toll, besonders gut gefällt mir:
Zitat:
--------------------------------------------
S33. Was wird aus dem Superpositionsprinzip?
--------------------------------------------
[...]
Das Superpositionsprinzip gilt nur für Systeme, die so klein sind, dass man sie innerhalb dieses Universums in praktisch beliebiger Anzahl herstellen und manipulieren kann. Makroskopische Systeme gehören definitiv nicht mehr dazu!
[...]
Gefällt mir auch sehr gut! Manche Leute meinen aber, dass die Quantentheorie die richtigere Theorie ist, und die klassische nur eine Näherung. Und dass man deshalb
im Prinzip
auch Objekte wie die LIGO-Spiegel durch eine Wellenfunktion beschreiben
müsste
. Dass man also auch einen Zustand wie
haben könnte. Es heißt, eine Wellenfunktion beschreibe eine "preparation procedure". Es ist aber keine Prozedur bekannt, wie man die LIGO-Spiegel in einen solchen Zustand bringen könnte. Die Wellenfunktion ist überbewertet!
TomS
Verfasst am: 05. Jun 2024 16:10
Titel:
An wen auch immer, der meint, sie beantworten zu können.
Eigtl. geht es zunächst erst mal darum, sie sauber zu formulieren. Dabei kannst du sicher helfen.