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[quote="A.Neumaier"][quote="TomS"] Niemand schiebt der Dekohärenz etwas unter, [/quote] Sie schrieben: [quote="TomS"]Nach meiner Auffassung liefert die Dekohärenz ein Verständnis des Übergangs von Quanten- zu klassischen Phänomenen und löst mit Ausnahme Ihres Punktes (3) das Messproblem. [/quote] Das liefert aber nicht die Dekohärenz, sondern Ihre interpretative Zutat, dass die Zweige Zustände des Einzelsystems seien (oder irgend so etwas)! Die haben Sie also unterschoben. Sie schrieben nicht, die Dekohärenz könne man so lesen, sondern benutzten einen unqualifizierten Indikativ. [quote="TomS"][ sondern Zeh et al. argumentieren, dass man sie so lesen [b]kann[/b]. Man [b]muss[/b] sie nicht so lesen. [/quote] Ja, mn kann, muss aber nicht. Es ist also [b]keine Eigenschaft der Dekohärenz selbst[/b], sondern eine der darauf aufgesetzten Interpretation.[/quote]
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Aruna_Gast
Verfasst am: 18. Feb 2025 23:38
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Es geht nicht um
eine
Doppelspaltinterferenz
plus
[eine]
Einzelspalt
[interferenz] ,
Sondern um
drei
Doppelspaltinterferenzen
minus
drei
Einzelspaltdifferenzen.
Kann man vllt. so machen, mag mathemathisch äquivalent sein. Ich sehe keinen Mehrwert daraus, es so zu formulieren.
Die Autoren der beiden Paper, die ich hier verlinkte, sahen offenbar einen Mehrwert darin.
Die des ersten Papers haben die Terme explizit gemessen, um die bornsche Regel zu testen.
Die des zweiten Papers haben die Formel angesetzt, um die Differenz der linken und der rechten Seite mit Beiträgen von Pfaden gleichzusetzen, die durch alle drei Spalten führen.
Was dann zu dem Schluss führt, dass die Autoren des ersten Papers den Fehler gemacht haben, zu vernachlässigen, dass die Gleichung oben nicht exakt stimmt, weil sich die Randbedingungen ändern, wenn unterschiedliche Spalten geschlossen sind.
jh8979
Verfasst am: 12. Feb 2025 23:03
Titel:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Es geht nicht um
eine
Doppelspaltinterferenz
plus
[eine]
Einzelspalt
[interferenz] ,
Sondern um
drei
Doppelspaltinterferenzen
minus
drei
Einzelspaltdifferenzen.
Kann man vllt. so machen, mag mathemathisch äquivalent sein. Ich sehe keinen Mehrwert daraus, es so zu formulieren. Mathe ist Mathe und keine Physik.
TomS
Verfasst am: 12. Feb 2025 06:43
Titel:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Pfade tragen bei, nein, das ist weder überraschend …
Ich dachte, die meisten davon interferieren destruktiv?[/quote]
Das weiß man aber erst, wenn man ihren Beitrag berechnet hat, so war das gemeint.
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
@TomS:
da das hier der viele Welten-Thread ist: Bilden für Dich die Pfade in der Pfadintegralmethode die Wirklichkeit ab, oder sind das eher Terme in einer Berechnungsmethode, wie die inneren Linien in Feynmandiagrammen?
Dazu müsste man sie zunächst dahingehend ertüchtigen, dass sie das Gesamtsystem umfasst.
Erstens hat M.W.n. noch niemand ein makroskopisches System inkl. Messgerät etc. damit berechnet.
Und zweitens beschreibt ein Pfadintegral immer nur eine Möglichkeit bzw. eine Amplitude, nämlich für genau einen Zielzustand, also Ergebnis 1, unter der Bedingung 0.
Eigtl. müsste man
betrachten. Dann wird aber klar, dass es nicht ohne Wellenfunktion geht.
Aruna_
Verfasst am: 12. Feb 2025 05:59
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Bei einem offenen Dreifachspalt kommen dann noch Beiträge von Pfaden dazu, die bei einem oder zwei geschlossenen Spalten nicht vorkommen.
Allerdings in sehr geringem Maße, so dass man es üblicherweise nicht bemerkt.
Doch das bemerkt man. Eine Drei-Spalt-Interferenz sieht grundlegend anders aus als eine Doppelspaltinterferenz plus Einzelspalt.
Eventuell ein Missverständnis:
Es geht nicht um
eine
Doppelspaltinterferenz
plus
[eine]
Einzelspalt
[interferenz] ,
Sondern um
drei
Doppelspaltinterferenzen
minus
drei
Einzelspaltdifferenzen.
Wobei A, B, C die Spalte bezeichnen und die P die Betragsquadrate der Wellenfunktionen.
Siehe arxiv.org/pdf/1007.4193
Qubit
Verfasst am: 11. Feb 2025 23:44
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Bei einem offenen Dreifachspalt kommen dann noch Beiträge von Pfaden dazu, die bei einem oder zwei geschlossenen Spalten nicht vorkommen.
Allerdings in sehr geringem Maße, so dass man es üblicherweise nicht bemerkt.
Doch das bemerkt man. Eine Drei-Spalt-Interferenz sieht grundlegend anders aus als eine Doppelspaltinterferenz plus Einzelspalt.
Ich denke auch, dass sich hier die QM-Wahrscheinlichkeiten entsprechend dem Hell-Dunkel-Muster der Interferenz von Licht verhält.
Also die "Additivität" der Bornschen-Regel als Wahrscheinlichkeitmaß bis in höhere Ordnungen gültig ist..
jh8979
Verfasst am: 11. Feb 2025 22:25
Titel:
Aruna_ hat Folgendes geschrieben:
Bei einem offenen Dreifachspalt kommen dann noch Beiträge von Pfaden dazu, die bei einem oder zwei geschlossenen Spalten nicht vorkommen.
Allerdings in sehr geringem Maße, so dass man es üblicherweise nicht bemerkt.
Doch das bemerkt man. Eine Drei-Spalt-Interferenz sieht grundlegend anders aus als eine Doppelspaltinterferenz plus Einzelspalt.
Aruna_
Verfasst am: 11. Feb 2025 22:16
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jetzt sind wir beieinander.
Pfade tragen bei, nein, das ist weder überraschend …
Ich dachte, die meisten davon interferieren destruktiv?
Aber wenn die Theorie korrekt ist, dann lag jh8979 letztlich hier richtig:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Aruna_Gast hat Folgendes geschrieben:
In dem Experiment, von dem der Artikel berichtet, wurde nun gezeigt, dass sich das Interferenzmuster eines Dreifachspaltes innerhalb der angegebenen Genauigkeit aus den Interferenzmustern zusammensetzen lässt, die entstehen, wenn man einen oder zwei der Spalte abdeckt.
Damit wurde gezeigt, dass der dritte offene Spalt gegenüber dem Doppelspalt nichts "Neues" bewirkt, im Gegensatz zum zweiten offenen Spalt gegenüber dem Einzelspalt.
Ich kenne das Paper nicht, aber das hier halte ich für nicht richtig.
Bei einem offenen Dreifachspalt kommen dann noch Beiträge von Pfaden dazu, die bei einem oder zwei geschlossenen Spalten nicht vorkommen.
Allerdings in sehr geringem Maße, so dass man es üblicherweise nicht bemerkt.
@TomS:
da das hier der viele Welten-Thread ist: Bilden für Dich die Pfade in der Pfadintegralmethode die Wirklichkeit ab, oder sind das eher Terme in einer Berechnungsmethode, wie die inneren Linien in Feynmandiagrammen?
TomS
Verfasst am: 09. Feb 2025 11:18
Titel:
Jetzt sind wir beieinander.
Ja, exotische Pfade tragen bei, nein, das ist weder überraschend …
… noch sind diese Beiträge direkt messbar. Man kann ja mal die Wirkung entlang eines Halbkreises d.h. über 180° mit der über (2n+1) • 180° bei fester Zeit T vergleichen: da die Geschwindigkeit wegen T fest mit (2n+1) skaliert, ist
Ich hätte einfach geschrieben, dass die Gültigkeit der Bornschen Regel untersucht wird, d.h. welche denkbaren Terme – trilinear usw. – ausgeschlossen werden können.
Aruna_
Verfasst am: 09. Feb 2025 09:58
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Aber die Anzahl der beitragenden Pfade ist völlig beliebig. Die "Teilchen" können natürlich durch alle drei Spalten gehen, und sie können das gerne auch mehrfach tun, also durch Spalt 1, zurück durch Spalt 2, dann durch 3, dann zum Detektor.
Sprichst du von der Pfadintegralmethode?
Dazu gab (vier Jahre nach dem anderen) es auch einen Artikel in physicsworld, basierend auf diesem Paper:
Non-classical paths in interference experiments
(arxiv.org/pdf/1308.2022)
Da geht es um Berechnungen von Interferenzmustern mit dieser Methode und die Autoren fanden heraus, dass auch exotische Pfade beitragen, allerdings weit
unterhalb der Messgenauigkeit des genannten Experiments.
Ob die Theorie inzwischen mit Mikrowellen getestet wurde, weiß ich nicht.
Sawant et al. hat Folgendes geschrieben:
In a double slit interference experiment, the wave function at the screen with both slits open is not
exactly equal to the sum of the wave functions with the slits individually open one at a time. The
three scenarios represent three different boundary conditions and as such, the superposition principle
should not be applicable.
However, most well known text books in quantum mechanics implicitly
and/or explicitly use this assumption which is only approximately true. In our present study, we
have used the Feynman path integral formalism to quantify contributions from non-classical paths
in quantum interference experiments which provide a measurable deviation from a naive application
of the superposition principle. A direct experimental demonstration for the existence of these nonclassical paths is hard.
We find that contributions from such paths can be significant and we propose
simple three-slit interference experiments to directly confirm their existence
Aber auch hier wäre ein Pfad, der wie die lila Linie in Fig.2 durch alle drei Spalte führt, doch nur
ein
Pfad, und trägt als Partialwelle Psi_L in (1) als weiterer Summand zu der Gesamtwellenfunktion Psi_AB bei:
Bildete man davon das Betragsquadrat, würde auch dieser Pfad nur mit jeweils einem anderen Pfad in Interferenztermen auftauchen, und nicht mit mehreren.
Ist das bei Betragsquadraten von Propagatoren anders?
TomS hat Folgendes geschrieben:
Es geht ausschließlich darum, dass die Bornsche Regel bilineare Terme vorhersagt, keine Terme höherer Ordnung. Der Abstract suggeriert etwas falsches.
clickbait?
Welche Formulierung hättest du als Referee akzeptiert bzw. selbst verwendet?
TomS
Verfasst am: 09. Feb 2025 07:42
Titel:
Natürlich nicht gleichzeitig in einem Interferenzterm als Produkt von drei Partialwellen.
Aber die Anzahl der beitragenden Pfade ist völlig beliebig. Die "Teilchen" können natürlich durch alle drei Spalten gehen, und sie können das gerne auch mehrfach tun, also durch Spalt 1, zurück durch Spalt 2, dann durch 3, dann zum Detektor.
Es geht ausschließlich darum, dass die Bornsche Regel bilineare Terme vorhersagt, keine Terme höherer Ordnung. Der Abstract suggeriert etwas falsches.
Aruna_
Verfasst am: 09. Feb 2025 01:47
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Um es kurz zu machen, was mich an dem Paper stört, steht schon im Abstract:
Zitat:
Born’s rule predicts that quantum interference, as shown by a double slit
diffraction experiment,
occurs from pairs of paths
. A generalized version of quantum mechanics might allow multi-path, i.e.
higher order interferences
thus leading to a deviation from the theory.
Ersteres
ist eine irreführende bis falsche Formulierung, denn selbstverständlich tragen drei Wege bei.
Aber nicht gleichzeitig in einem Interferenzterm als Produkt von drei Partialwellen:
Sinha et al. hat Folgendes geschrieben:
Within quantum mechanics, adding more paths, i.e. slits, doesn’t add higher complexity. For
three slits A, B, and C (Fig. 1), we find
.
Therefore by Born’s rule and its square exponent (Eq. 1), interference always occurs in pairs of possibilities
and is defined as the deviation from the classical additivity of the probabilities of mutually
exclusive events (2). These possibilities can be associated with any degree of freedom, such
as spatial paths, energetic states, angular momentum states etc. Even if multiple particles are
involved, interference occurs in pairs of possibilities
TomS hat Folgendes geschrieben:
Und
letztere
heißt, es könnte auch anders sein.
Das stört Dich?
Haben die Diskussionen mit einer bestimmten Person dazu geführt, dass Du Dich vom kritischen Rationalismus abgewandt hast? (sicr)
TomS
Verfasst am: 08. Feb 2025 22:39
Titel:
Um es kurz zu machen, was mich an dem Paper stört, steht schon im Abstract:
Zitat:
Born’s rule predicts that quantum interference, as shown by a double slit
diffraction experiment,
occurs from pairs of paths
. A generalized version of quantum mechanics might allow multi-path, i.e.
higher order interferences
thus leading to a deviation from the theory.
Ersteres
ist eine irreführende bis falsche Formulierung, denn selbstverständlich tragen drei Wege bei. Und
letztere
heißt, es könnte auch anders sein.
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 19:06
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Natürlich
könnte
es auch irgendwie anders sein. Das irgendwie interessiert mich aber gar nicht, lediglich die simple Frage
Zitat:
wird in dem Paper
mehr
gesagt, als dass dies erstens [gemäß der Bornschen Regel] theoretisch so ist, und dass es zweitens experimentell bestätigt wurde?
Sogar der Abstract des Papers besteht aus mehr Zeichen und enthält mehr Informationen als Dein Satz. Z.B. eben, dass modifizierte Theorien die Bornsche Regel verletzen könnten. Auch wenn Dich das nicht interessiert, so wird es dennoch gesagt.
Das paper - einen Link dazu findest Du übrigens im Beitrag über Deinem - ist allerdings die wissenschaftliche Veröffentlichung zu einem Experiment, das die Bornsche Regel auf die beschriebene Art und Weise testet.
Daher sind die
wesentlichen
Aussagen natürlich, was die bornsche Regel für das experimentelle Setup vorhersagt und was tatsächlich gemessen wurde...
Was soll denn da sonst noch drin stehen?
TomS
Verfasst am: 08. Feb 2025 18:13
Titel:
Natürlich
könnte
es auch irgendwie anders sein. Das irgendwie interessiert mich aber gar nicht, lediglich die simple Frage
Zitat:
wird in dem Paper
mehr
gesagt, als dass dies erstens [gemäß der Bornschen Regel] theoretisch so ist, und dass es zweitens experimentell bestätigt wurde?
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 17:13
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, dass die Wellenfunktion die Form psi1+psi2+psi3 hat, bedeutet ja, dass das Quantenobjekt "durch alle drei Spalte gleichzeitig" gegangen ist.
Es geht um das Interenzmuster auf dem Schirm, bzw. die Wahrscheinlichkeit, das Quantenobjekt an einem bestimmten "Punkt" auf dem Schirm zu messen
Siehe:
"Ruling out Multi-Order Interference in Quantum Mechanics"
arxiv.org/pdf/1007.4193
A.Neumaier
Verfasst am: 08. Feb 2025 17:12
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Von mir aus auch das. Auf solche Subtilitäten der Wortwahl wollte ich eigentlich verzichten, da es hier um ein viel grundlegenderes Verständnisproblem zu handeln schien.
Aber damit ergibt sich ja das Interferenz muster aus (psi1+psi2+psi3)^2=3+2*psi1*psi2+2*psi1*psi3+2*psi2*psi3,
setzt sich also additiv aus den drei paarweisen Interferenzmustern zusammen. (Theoretisch kann das gar nicht anders sein, wenn man die Bornsche Regel als gültig annimmt.)
Von Teilchen ist da gar keine Rede, die entstehen ja erst wieder bei der Messung.
jh8979
Verfasst am: 08. Feb 2025 16:58
Titel:
Von mir aus auch das. Auf solche Subtilitäten der Wortwahl wollte ich eigentlich verzichten, da es hier um ein viel grundlegenderes Verständnisproblem zu handeln schien.
A.Neumaier
Verfasst am: 08. Feb 2025 16:48
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, dass die Wellenfunktion die Form psi1+psi2+psi3 hat, bedeutet ja, dass das Quantenobjekt "durch alle drei Spalte gleichzeitig" gegangen ist.
Nein. Es bedeutet, dass
Zitat:
die Welle
durch drei Spalte gegangen ist und daher hinter den Spalten eine Superposition von drei Kugelweellen darstellt.
jh8979
Verfasst am: 08. Feb 2025 16:44
Titel:
Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil, dass die Wellenfunktion die Form psi1+psi2+psi3 hat, bedeutet ja, dass das Quantenobjekt "durch alle drei Spalte gleichzeitig" gegangen ist.
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 15:15
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Aruna_Gast hat Folgendes geschrieben:
In dem Experiment, von dem der Artikel berichtet, wurde nun gezeigt, dass sich das Interferenzmuster eines Dreifachspaltes innerhalb der angegebenen Genauigkeit aus den Interferenzmustern zusammensetzen lässt, die entstehen, wenn man einen oder zwei der Spalte abdeckt.
Damit wurde gezeigt, dass der dritte offene Spalt gegenüber dem Doppelspalt nichts "Neues" bewirkt, im Gegensatz zum zweiten offenen Spalt gegenüber dem Einzelspalt.
Ich kenne das Paper nicht, aber das hier halte ich für nicht richtig.
Folgt das nicht aus der von Dir genannten Trivialität, dass in dem Quadrat einer Summe nur Produkte von jeweils zwei Summanden vorkommen?
(wenn man unter "Zusammensetzen" Sowohl Addition, wie auch Subtraktion versteht)
jh8979
Verfasst am: 08. Feb 2025 14:41
Titel:
Aruna_Gast hat Folgendes geschrieben:
In dem Experiment, von dem der Artikel berichtet, wurde nun gezeigt, dass sich das Interferenzmuster eines Dreifachspaltes innerhalb der angegebenen Genauigkeit aus den Interferenzmustern zusammensetzen lässt, die entstehen, wenn man einen oder zwei der Spalte abdeckt.
Damit wurde gezeigt, dass der dritte offene Spalt gegenüber dem Doppelspalt nichts "Neues" bewirkt, im Gegensatz zum zweiten offenen Spalt gegenüber dem Einzelspalt.
Ich kenne das Paper nicht, aber das hier halte ich für nicht richtig.
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 13:29
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Wird in dem Paper
mehr
gesagt, als dass dies erstens theoretisch so ist, und dass es zweitens experimentell bestätigt wurde?
In dem Paper, auf das sich der von mir zitierte Artikel bezieht, wird gesagt, dass es theoretisch auch anders sein könnte und es berichtet von einer experimentellen Bestätigung, dass es so ist.
Science wurde von dem Ergebnis zu einem Wortspiel inspiriert:
Zitat:
Quantum Mechanics
Born
to Be Linear
TomS
Verfasst am: 08. Feb 2025 11:48
Titel:
Also mal ganz einfach:
Für die Wellenfunktionen und Intensitäten gilt
n nummeriert die Spalten, und s kann Eins oder Null sein, für "Spalt offen" bzw. "Spalt geschlossen".
Die erste Formel bezeichnet die Superposition dreier Komponenten, die zweite entspricht der Bornschen Regel für die Wahrscheinlichkeit bzw. die Intensität.
Wird in dem Paper
mehr
gesagt, als dass dies erstens theoretisch so ist, und dass es zweitens experimentell bestätigt wurde?
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 08:54
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Ich denke das heisst, dass das Quadrat von Psi1+Psi2+Psi3 keinen Term enthält, der aussieht wie Psi1*Psi2*Psi3... was (für Physiker) trivial ist.
Okay, verstehe:
Die bornsche Regel besagt, dass das Betragsquadrat der Wellenfunktion das Interferenzmuster bestimmt.
In dem Experiment, von dem der Artikel berichtet, wurde nun gezeigt, dass sich das Interferenzmuster eines Dreifachspaltes innerhalb der angegebenen Genauigkeit aus den Interferenzmustern zusammensetzen lässt, die entstehen, wenn man einen oder zwei der Spalte abdeckt.
Damit wurde gezeigt, dass der dritte offene Spalt gegenüber dem Doppelspalt nichts "Neues" bewirkt, im Gegensatz zum zweiten offenen Spalt gegenüber dem Einzelspalt.
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
(Die Frage, ob ein Psi1*Psi2 heisst, dass ein Teilchen durch beide Spalte gleichzeitig gegangen ist, lassen wir mal lieber auch still an uns vorbeifliegen
Für mich heißt schon Psi1+Psi2+Psi3 als Darstellung eines einzelnen Quantenobjekts, dass sich das Objekt aus Partialwellen, die aus allen drei Spalten stammen, zusammensetzt.
Dadurch, dass nicht die Summe selbst das Interferenzmuster beschreibt, sondern das Betragsquadrat, kann man das Interferenzmuster eines Doppelspalts nicht aus den Interferenzmustern der Einzelspalte zusammensetzen und es treten eben gemischte Terme auf, die aus Produkten zweier Partialwellen bestehen.
Genau genommen behaupten die Autoren des Artikels, in obigem Zitat m.E. nicht, dass das Fehlen von Interferenztermen dritter Ordnung bedeutet, dass das Quantenobjekt nicht durch alle drei Spalten gegangen sei.
Aruna_Gast
Verfasst am: 08. Feb 2025 08:54
Titel:
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
Ich denke das heisst, dass das Quadrat von Psi1+Psi2+Psi3 keinen Term enthält, der aussieht wie Psi1*Psi2*Psi3... was (für Physiker) trivial ist.
Okay, verstehe:
Die bornsche Regel besagt, dass das Betragsquadrat der Wellenfunktion das Interferenzmuster bestimmt.
In dem Experiment, von dem der Artikel berichtet, wurde nun gezeigt, dass sich das Interferenzmuster eines Dreifachspaltes innerhalb der angegebenen Genauigkeit aus den Interferenzmustern zusammensetzen lässt, die entstehen, wenn man einen oder zwei der Spalte abdeckt.
Damit wurde gezeigt, dass der dritte offene Spalt gegenüber dem Doppelspalt nichts "Neues" bewirkt, im Gegensatz zum zweiten offenen Spalt gegenüber dem Einzelspalt.
jh8979 hat Folgendes geschrieben:
(Die Frage, ob ein Psi1*Psi2 heisst, dass ein Teilchen durch beide Spalte gleichzeitig gegangen ist, lassen wir mal lieber auch still an uns vorbeifliegen
Für mich heißt schon Psi1+Psi2+Psi3 als Darstellung eines einzelnen Quantenobjekts, dass sich das Objekt aus Partialwellen, die aus allen drei Spalten stammen, zusammensetzt.
Dadurch, dass nicht die Summe selbst das Interferenzmuster beschreibt, sondern das Betragsquadrat, kann man das Interferenzmuster eines Doppelspalts nicht aus den Interferenzmustern der Einzelspalte zusammensetzen und es treten eben gemischte Terme auf, die aus Produkten zweier Partialwellen bestehen.
Genau genommen behaupten die Autoren des Artikels, in obigem Zitat m.E. nicht, dass das Fehlen von Interferenztermen dritter Ordnung bedeutet, dass das Quantenobjekt nicht durch alle drei Spalten gegangen sei.
jh8979
Verfasst am: 07. Feb 2025 21:42
Titel:
Ich denke das heisst, dass das Quadrat von Psi1+Psi2+Psi3 keinen Term enthält, der aussieht wie Psi1*Psi2*Psi3... was (für Physiker) trivial ist.
(Die Frage, ob ein Psi1*Psi2 heisst, dass ein Teilchen durch beide Spalte gleichzeitig gegangen ist, lassen wir mal lieber auch still an uns vorbeifliegen
)
*auf komplexe Konjugation hatte ich keine Lust
A.Neumaier
Verfasst am: 07. Feb 2025 19:01
Titel:
[quote="Aruna_Gast"][quote="A.Neumaier"]
[quote="Aruna_Gast"]
Zitat:
In the case of three slits, the calculation produces three terms describing interference between waves travelling through the three possible pairs of slits. [b]There are, however, no “third-order” terms involving waves travelling through all three slits.
Ich weiss nicht, was damit gemeint sein soll.
Aruna_Gast
Verfasst am: 06. Feb 2025 01:31
Titel:
A.Neumaier hat Folgendes geschrieben:
Ich schreibe gerade ein Paper über die Bornsche Regel für das 100-jährige Jubiläum nächstes Jahr, [..]
dann können Sie wahrscheinlich leicht diese Frage beantworten?
Aruna_Gast hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
In the case of three slits, the calculation produces three terms describing interference between waves travelling through the three possible pairs of slits.
There are, however, no “third-order” terms involving waves travelling through all three slits.
While Born’s rule has been central to quantum theory since the 1920s, it has not been tested experimentally with any degree of rigour. Now, Gregor Weihs of the University of Innsbruck in Austria and colleagues at the University of Waterloo in Canada have done a three-slit experiment that shows there is no third-order interference.
physicsworld.com/a/quantum-theory-survives-its-latest-ordeal/
inwiefern wird das von Born's Regel verlangt?
A.Neumaier
Verfasst am: 04. Feb 2025 21:49
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Wenn es wichtig ist, suche ich gerne Ihre ausführlichen Argumente.
Es könnte einmal nützlich für mich werden....
TomS
Verfasst am: 04. Feb 2025 21:39
Titel:
Wenn es wichtig ist, suche ich gerne Ihre ausführlichen Argumente.
A.Neumaier
Verfasst am: 04. Feb 2025 21:27
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Welcome back 😉
Ihre Argumente waren im wesentlichen:
1. Die zu betrachtenden Systeme sind prinzipiell offen bzw. auch theoretisch nicht exakt erfassbar; nicht alle Freiheitsgrade sind bekannt; bzw. zu den bekannten sind die Zustände nicht exakt bekannt.
2. Die für die Messung M in der Messapparatur relevanten Daten liegen im Vergangenheitslichtkegel I_(M), was eine Vorausberechnung des Messergebnisses durch den Präparator P aufgrund des kleineren Lichtkegels I_(P) ⊂ I_(M) prinzipiell unmöglich macht.
3. Die für Dekohärenz und in der Folge für die MWI tatsächlich betrachteten Modelle sind zu stark simplifiziert.
Sie folgern, dass man realistischerweise offene, stochastische Systeme verwenden muss, für die keine lineare und unitäre Dynamik gilt, und dass umgekehrt die MWI als Konsequenz nur aus zu stark simplifizierten Modellen folgt, man diese Konsequenz also getrost ignorieren kann.
Das sind für mich sehr starke Gegenargumente.
Danke!
Ich schreibe gerade ein Paper über die Bornsche Regel für das 100-jährige Jubiläum nächstes Jahr, hatte dazu meine alten Notizen über die Grundlagen der QM durchgeschaut, und die zur MWI nicht mehr gefunden. MWI kommt wahrscheinlich nicht ins Paper, aber trotzdem wollte ich die obige Information wieder haben, vielleicht für eine andere passende Gelegenheit.
TomS
Verfasst am: 04. Feb 2025 19:57
Titel:
Welcome back 😉
Ihre Argumente waren im wesentlichen:
1. Die zu betrachtenden Systeme sind prinzipiell offen bzw. auch theoretisch nicht exakt erfassbar; nicht alle Freiheitsgrade sind bekannt; bzw. zu den bekannten sind die Zustände nicht exakt bekannt.
2. Die für die Messung M in der Messapparatur relevanten Daten liegen im Vergangenheitslichtkegel I_(M), was eine Vorausberechnung des Messergebnisses durch den Präparator P aufgrund des kleineren Lichtkegels I_(P) ⊂ I_(M) prinzipiell unmöglich macht.
3. Die für Dekohärenz und in der Folge für die MWI tatsächlich betrachteten Modelle sind zu stark simplifiziert.
Sie folgern, dass man realistischerweise offene, stochastische Systeme verwenden muss, für die keine lineare und unitäre Dynamik gilt, und dass umgekehrt die MWI als Konsequenz nur aus zu stark simplifizierten Modellen folgt, man diese Konsequenz also getrost ignorieren kann.
Das sind für mich sehr starke Gegenargumente.
A.Neumaier
Verfasst am: 04. Feb 2025 19:47
Titel: MWI und Dekohärenz
TomS hat Folgendes geschrieben:
Jedenfalls liefert die Dekohärenz für einfache berechenbare Modelle
mehrere
Zweige. Die MWI nimmt das für bare Münze und sagt letztlich, dass wenn darin N mögliche Messergebnisse oder Ereignisse kodiert sind, dann sind diese auch gleichermaßen real.
[...] die Dekohärenz stützt die Everettsche Interpretation auch für den Fall verbesserter Modelle der Messung bei Einbeziehung der Umgebung, d.h. bei unitärer Dynamik des Zustandsvektors des Gesamtsystems. Insbs. erklärt die Dekohärenz die wechselseitige Unsichtbarkeit der Zweige. Angewandt auf genügend kleine Systeme, die unserer Alltagserfahrung nicht zugänglich sind, ist die MWI nicht weiter problematisch.
Wir hatten dies letztes Jahr ausführlich diskutiert, und irgendwo bin ich mit meiner Kritik an der Art der Verwendung der Dekohärenz in der MWI-Argumentation durchgekommen, so das Sie verstanden haben, warum diese Kritik berechtigt ist.
Ich finde aber nicht mehr, wo das war, und welches Argument genau Sie überzeugt hat. Können Sie mir bitte den betreffenden Link angeben, oder das Argument wiederholen?
Aruna
Verfasst am: 07. Jun 2024 21:15
Titel:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
David Wallace hat Folgendes geschrieben:
But this (up to normalization) is just another way of writing the dead cat state.
[...]
in General, however - and in particular in the case of the cat - there ist no interference between the live-cat and the dead-cat states, and so both lots of structure continue to be present
Ja, und wie der allernächste Satz erklärt, liegt es an Dekohärenz, dass es im Gegensatz zu Gl. (2.
zwischen makroskopischen "Katzenstrukturen" normalerweise keine Interferenz gibt.
Doch, wenn in einer Box eine Katze ist, und man nimmt die raus dann ist keine Katze mehr in der Box.
Wenn man allerdings zwei Katzen hat und dreht die eine Katze um 180°, dann löschen die sich nicht aus.
Freizeitphysiker
Verfasst am: 07. Jun 2024 11:04
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Hm, ich bin nicht sicher, was Du da oben meintest. Du sagst es ginge nur um destruktive Interferenz und diese sei "durch Orthogonalität" ausgeschlossen. Aber bei Wallace geht es um beides, weil bei der Superposition immer beides zusammen auftritt. In seinem Beispiel (2.8) ist die Interferenz der beiden "lebend"-Strukturen vollständig destruktiv und
deshalb
die Interferenz der beiden "tot"-Strukturen vollständig konstruktiv. Denn die beiden Interferenzterme gehen mit
und in seinem Beispiel ist
. Was übrigbleibt ist eine einzige tote Katze und keine Multiplizität von Katzen. Das ist m.M.n. genau der Punkt, auf den er dort hinaus will.
Wo finde ich (2.8 ) ?
Keine Antwort ist auch eine Antwort...
Ich hatte vertrauen, dass Sie sie auch ohne meine Hilfe finden werden.
David Wallace hat Folgendes geschrieben:
But this (up to normalization) is just another way of writing the dead cat state.
[...]
in General, however - and in particular in the case of the cat - there ist no interference between the live-cat and the dead-cat states, and so both lots of structure continue to be present
Ja, und wie der allernächste Satz erklärt, liegt es an Dekohärenz, dass es im Gegensatz zu Gl. (2.8) zwischen makroskopischen "Katzenstrukturen" normalerweise keine Interferenz gibt. Genau das habe ich versucht auch Ihnen zu erklären. Aber wenn Sie jetzt das Buch haben, können Sie ja auch bei Wallace selbst nachlesen, wie das funktioniert (Kapitel 3). Viel Erfolg dabei!
Aruna
Verfasst am: 06. Jun 2024 21:31
Titel:
Aruna hat Folgendes geschrieben:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Hm, ich bin nicht sicher, was Du da oben meintest. Du sagst es ginge nur um destruktive Interferenz und diese sei "durch Orthogonalität" ausgeschlossen. Aber bei Wallace geht es um beides, weil bei der Superposition immer beides zusammen auftritt. In seinem Beispiel (2.8 ) ist die Interferenz der beiden "lebend"-Strukturen vollständig destruktiv und
deshalb
die Interferenz der beiden "tot"-Strukturen vollständig konstruktiv. Denn die beiden Interferenzterme gehen mit
und in seinem Beispiel ist
. Was übrigbleibt ist eine einzige tote Katze und keine Multiplizität von Katzen. Das ist m.M.n. genau der Punkt, auf den er dort hinaus will.
Wo finde ich (2.8 ) ?
Keine Antwort ist auch eine Antwort...
David Wallace hat Folgendes geschrieben:
But this (up to normalization) is just another way of writing the dead cat state.
[...]
in General, however - and in particular in the case of the cat - there ist no interference between the live-cat and the dead-cat states, and so both lots of structure continue to be present
also, so wie TomS schrieb:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Wenn zwei Zustände oder allgemein Projektoren sich gegeneinseitig vollständig auslöschen, dann funktioniert das nur, wenn sie bis auf das Vorzeichen identisch sind. Sind sie orthogonal, können sie sich nicht gegenseitig auslöschen.
TomS
Verfasst am: 04. Jun 2024 18:17
Titel:
Freizeitphysiker hat Folgendes geschrieben:
Alles was ich wissen wollte, war eigentlich wie Du den Unterschied zwischen einer Welt mit zwei Dingen (Äpfeln, Peaks, ...) und zwei Welten mit je einem Ding definierst. Ich rede nur von der zweiten Art von Multiplizität,
nämlich der Multiplizität von "Welten"
, nicht von der Multiplizität von Dingen in der Welt.
...
WIE
durch psi irgendwelche Welten definiert werden sollen, ist doch genau das was ich wissen wollte. Hier setzt Du einfach voraus, dass es irgendwie geht. Und wie kannst Du von "Diagonalblöcken" der Dichtematrix reden ohne eine Basis zu benutzen?
Das ist jetzt eine andere Frage, oder ich hatte dich bzw. deine Frage zu Wallace falsch verstanden.
Multiplizität von Zweigen - nicht einfach nur Dingen - zeigt sich natürlich anhand der Unterräume; da habe ich keine andere Idee.
Freizeitphysiker
Verfasst am: 04. Jun 2024 17:55
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Ich mache es mir nicht zu einfach, ich beantworte zunächst
nur
deine Frage nach der Multiplizität. Natürlich kann bzw. muss man sogar weitere Fragen stellen, z.B. nach der "Fremdartigkeit".
Alles was ich wissen wollte, war eigentlich wie Du den Unterschied zwischen einer Welt mit zwei Dingen (Äpfeln, Peaks, ...) und zwei Welten mit je einem Ding definierst. Ich rede nur von der zweiten Art von Multiplizität,
nämlich der Multiplizität von "Welten"
, nicht von der Multiplizität von Dingen in der Welt.
Den einzigen Bezug zu dieser Frage habe ich hier gefunden:
Zitat:
wobei w die Welten bezeichnet, die durch psi definiert werden, also insbs. die nicht-verschwindenden, dekohärenten diagonal-Blöcke der reduzierten Dichtematrix (auch da lassen wir mal technische Details beiseite).
Aber
WIE
durch psi irgendwelche Welten definiert werden sollen, ist doch genau das was ich wissen wollte. Hier setzt Du einfach voraus, dass es irgendwie geht. Und wie kannst Du von "Diagonalblöcken" der Dichtematrix reden ohne eine Basis zu benutzen?
TomS
Verfasst am: 04. Jun 2024 13:01
Titel:
Ich mache es mir nicht zu einfach, ich beantworte zunächst
nur
deine Frage nach der Multiplizität. Natürlich kann bzw. muss man sogar weitere Fragen stellen, z.B. nach der "Fremdartigkeit".
Multiplizität im Ortsraum
Unsere Anschauung und unsere Handlungen finden im Ortsraum statt, deswegen bleiben wir da. Wir projizieren auf geeignete räumliche Bereiche und zählen Detektorereignisse (aktivierte Detektorelemente) o.ä.
A steht für einen geeigneten Operator, E_n für den Projektor auf den n-ten Raumbereich. Wenn das Ergebnis größer ist als die Schwelle, sagen wir, "in n ist etwas", also ein aktiviertes Detektorelement, ein Apfel ... N zählt, wieviele derartige Ereignisse o.ä. vorliegen.
(man kann A auf vielerlei Weisen konstruieren, evtl. auch allgemeinere Funktionen auf dem Hilbertraum, aber das ist hier nicht so wichtig; Zustand vs. Dichtematrix, Ausspuren usw. sind technische Details; dass wir nach Everett's relative state interpretation schon wissen, dass wir immer je Zweig normieren müssen, habe ich auch ignoriert)
Wenn
dann reden wir von Multiplizität im Ortsraum.
Wichtig ist, dass diese Zählung
unabhängig
von einer Interpretation, Versuchsdurchführung oder auch unserem Verständnis von Fremdartigkeit ist.
Fremdartigkeit
Wir präparieren ein Teilchen, schicken es durch eine variable Anordnung von Geräten, erwarten immer ein Detektorereignis, und unsere Detektoren bzw. Beobachtungen liefern genau das.
Fremdartigkeit liegt dann vor, wenn
Viele Welten
Nehmen wir an, wir können dies für ein realistisches System berechnen und messen, und es liegt Fremdartigkeit vor. Die MWI untersucht soetwas wie
wobei w die Welten bezeichnet, die durch psi definiert werden, also insbs. die nicht-verschwindenden, dekohärenten diagonal-Blöcke der reduzierten Dichtematrix (auch da lassen wir mal technische Details beiseite).
Wenn nun
dann ist die MWI zufrieden und kommt mit der Fremdartigkeit klar.
Freizeitphysiker
Verfasst am: 04. Jun 2024 09:57
Titel:
TomS hat Folgendes geschrieben:
Die Multiplizität im Kontext der MWI (der Einfachheit weiterhin im Ortsraum) ist nicht anders definiert: zwei Peaks, zwei Objekte. Das ist absolut identisch.
Es ist aber ein riesengroßer Unterschied ob ich zwei Äpfel in einer Welt habe oder ob es zwei Welten gibt, mit zwei Versionen von mir, die jeweils einen Apfel haben.
Die erste Situation ist nicht im geringsten "fremdartig" oder "überraschend". Die zweite ist sehr fremdartig. Du kannst es Dir nicht so einfach machen, dass dieser Unterschied nicht mehr klar wird.
Zitat:
Der Witz ist doch nur, dass diese Multiplizität im Ortsraum auch für die
nicht beobachteten
Fälle (z.B. ein Photon triggert zwei weit voneinander entfernte Detektorelemente) in orthogonalen und bzgl. Zeitentwicklung autonomen Unterräumen stattfindet und daher auch
nicht beobachtbar
ist. Die MWI sagt schlicht "zwei Peaks, zwei Objekte, nur eines davon beobachtet und auch nur eines beobachtbar; alles gut, ich glaube, dass diese Vorhersage der Dekohärenz für diese einfachen Systeme der Wirklichkeit entspricht".
Da stecken eine Menge Voraussetzungen drin, die nicht formal anhand der Eigenschaften von
allein begründet sind. Wie unterscheidest Du ob in der Realität einfach ein anderer Zustand vorliegt oder ob Teile des vorliegenden Zustands unbeobachtbar sind? Wie beobachtest Du Teile des Zustands?