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Schreibt eure Formeln hier im Board am besten mit Latex!
So gehts:
Latex-Kurzbeschreibung
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Formeleditor
[quote="index_razor"]Die Prozedur, die du beschreibst reduziert ein Zweikörperproblem auf ein Einkörperproblem eines Teilchens in einem äußeren Feld. Letzteres ist im allgemeinen natürlich viel leichter zu lösen, weil es nur halb so viele Freiheitsgrade besitzt. Dies funktioniert, weil die Schwerpunktsbewegung des Systems völlig unabhängig von der Relativbewegung der beiden Teilchen abläuft und noch dazu völlig trivial ist. Als Beispiel kannst du zwei Körper betrachten, die sich gegenseitig gravitativ anziehen. Das Kraftgesetz lautet [latex]F_{12}=\frac{m_1 m_2}{|r_1 - r_2|^3}(r_1 - r_2) = -F_{21}[/latex] und die Bewegungsgleichungen lauten [latex]\ddot r_1 = \frac{m_2}{|r_1 - r_2|^3}(r_2 - r_1)\qquad (1)[/latex] sowie [latex]\ddot r_2 = \frac{m_1}{|r_1 - r_2|^3}(r_1 - r_2).\qquad (2)[/latex] Diese sind gekoppelt, in dem Sinne, daß [latex]r_2[/latex] in der Gleichung für [latex]r_1[/latex] vorkommt und umgekehrt. Man erhält die Gleichung für die Relativbewegung, wenn man den Vektor [latex]r = r_1 - r_2[/latex] definiert. [latex]\ddot r = \ddot r_1 - \ddot r_2 = -\frac{r}{|r|^3} (m_1 + m_2)[/latex] d.h. [latex]\frac{m_1 m_2}{m_1 + m_2}\ddot r = -\frac{m_1 m_2}{|r|^3}r=- F_{12}[/latex] Dies ist dieselbe Gleichung, der ein einzelnes Teilchen mit Masse [latex]\frac{m_1 m_2}{m_1 + m_2}[/latex] gehorchen würde, welches aus dem Ursprung [latex]r=0[/latex] mit der Kraft [latex]|F_{12}|[/latex] angezogen würde. Die Frage ist noch, was die Lösung dieser Gleichung mit dem urpsrünglichen Problem (1) und (2) zu tun hat. Dazu kann man zunächst beobachten, daß aus den beiden Gleichungen folgt, daß der Schwerpunkt [latex]R = \frac{1}{m_1 + m_2}(m_1 r_1 + m_2 r_2)[/latex] eine reine Trägheitsbewegung ausführt, d.h. [latex](m_1 + m_2)\ddot R = m_1\ddot r_1 + m_2\ddot r_2 = F_{21} + F_{12}= 0,[/latex] d.h. es gilt einfach [latex]R(t)=R(0) + t\dot R(0)[/latex]. Man hat nun also Lösungen für die Schwerpunkts- und die Relativbewegung. Daraus kann man jede der beiden Bahnkurven [latex]r_{1/2}(t)[/latex] konstruieren, bspw. [latex]r_1 = R + \frac{m_2}{m_1 + m_2}r. [/latex] etc.[/quote]
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bloebb
Verfasst am: 02. Aug 2017 10:04
Titel:
Ich muss mir das mal ausdrucken lassen und mir in Ruhe durchlesen. Vielleicht kommt dann das große AHA.
Ich habe jetzt übrigens auch Prof. Wagner per E-Mail angeschrieben. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, dass ich (bin leider kein Student der Uni Wien) irgendwie an das offizielle Skriptum rankomme. Habe auch die Frage gestellt, ob es Übungen samt Lösungen irgendwo gibt. Übungen habe ich zwar gefunden, zugehörige Lösungen aber leider nicht.
index_razor
Verfasst am: 01. Aug 2017 09:51
Titel:
bloebb hat Folgendes geschrieben:
index_razor hat Folgendes geschrieben:
Man hat das Kraftgesetz auf jedes Teilchen gegeben und will die Bahnkurve finden, auf der es sich unter der Wirkung dieser Kraft bewegt. Nur dafür ist diese Prozedur gedacht.
Genau so etwas würde mich interessieren. Das geht mit diesen Formeln? Kennst du zufällig eine Webseite mit einem Beispiel, wo man sich die Berechnungen anhand eines Beispiels ansehen kann?
Leider nicht. Wir können aber das Beispiel, das ich oben skizziert habe, weiterdiskutieren. Ist dir daran noch prinzipiell etwas unklar?
bloebb
Verfasst am: 01. Aug 2017 09:37
Titel:
index_razor hat Folgendes geschrieben:
Man hat das Kraftgesetz auf jedes Teilchen gegeben und will die Bahnkurve finden, auf der es sich unter der Wirkung dieser Kraft bewegt. Nur dafür ist diese Prozedur gedacht.
Genau so etwas würde mich interessieren. Das geht mit diesen Formeln? Kennst du zufällig eine Webseite mit einem Beispiel, wo man sich die Berechnungen anhand eines Beispiels ansehen kann?
index_razor
Verfasst am: 31. Jul 2017 14:51
Titel:
bloebb hat Folgendes geschrieben:
Mache ich hier irgendetwas falsch?
Ja, du gehst von Voraussetzungen aus, unter denen die gesamte Rechnung keinen Sinn ergibt. In deinem Problem sind Kraft und Gegenkraft nicht betragsgleich.
Außerdem hast du ja den Geschwindigkeitsverlauf jedes Teilchens schon gegeben. Wenn du dich nur für die Kräfte entlang der Bahnkurven interessierst, mußt die die Geschwindigkeit ja nur nach t ableiten und mit m multiplizieren. Die Relativbewegung und die reduzierte Masse brauchen dich ja dann gar nicht zu interessieren.
Üblicherweise sind die Probleme in der Mechanik umgekehrt. Man hat das Kraftgesetz auf jedes Teilchen gegeben und will die Bahnkurve finden, auf der es sich unter der Wirkung dieser Kraft bewegt. Nur dafür ist diese Prozedur gedacht.
index_razor
Verfasst am: 31. Jul 2017 14:37
Titel:
bloebb hat Folgendes geschrieben:
Dein Kraftgesetz habe ich ebenfalls verstanden. Allerdings vermisse ich dort die Konstante
.
Der Wert der Konstante spielt keine Rolle, deswegen habe ich sie weggelassen.
Zitat:
Mit der darauffolgenden Bewegungsgleichung habe ich allerdings noch Probleme. Ich sehe, dass die Einheiten links und rechts übereinstimmen. Aber wie bist du auf diese Gleichung gekommen?
Das sind die Newtonschen Bewegungsgleichungen
etc. Darin habe ich das Kraftgesetz eingesetzt. Es kommt mir so vor, als seien dir ein paar grundlegendere Dinge unklar. Wie ist denn dein allgemeiner Wissensstand über Mechanik?
bloebb
Verfasst am: 31. Jul 2017 12:22
Titel:
Ich habe mich gestern abend auch noch hingesetzt und bin ein Beispiel durchgegangen. Leider verwirrt mich das Ergebnis.
Gesucht:
, das ist die Kraft, die
auf
ausübt.
Jetzt habe ich alles weitere in 2 Varianten berechnet.
Variante 1:
Variante 2:
Im Attachment die beiden Varianten auch als Grafik. Die Kraft-Vektoren (in rot) gelten für die Zeit t = 1 s.
Eigentlich schauen beide Varianten seltsam aus, die erste (vom Prof an die Tafel geschrieben) ganz besonders. Mache ich hier irgendetwas falsch?
EDIT: bei der zweiten Variante war noch ein Fehler bei den Indizes
bloebb
Verfasst am: 31. Jul 2017 11:31
Titel:
Vielen Dank für deinen Eintrag. Zumindest dieses "gekoppelt" verstehe ich nun schon mal.
Dein Kraftgesetz habe ich ebenfalls verstanden. Allerdings vermisse ich dort die Konstante
.
Mit der darauffolgenden Bewegungsgleichung habe ich allerdings noch Probleme. Ich sehe, dass die Einheiten links und rechts übereinstimmen. Aber wie bist du auf diese Gleichung gekommen? Bist du von irgendeiner
- Formel ausgegangen und hast sie 2x abgeleitet? Oder hast du diese Formel schon in irgendeinem anderen Zusammenhang gesehen?
index_razor
Verfasst am: 30. Jul 2017 19:10
Titel:
Die Prozedur, die du beschreibst reduziert ein Zweikörperproblem auf ein Einkörperproblem eines Teilchens in einem äußeren Feld. Letzteres ist im allgemeinen natürlich viel leichter zu lösen, weil es nur halb so viele Freiheitsgrade besitzt. Dies funktioniert, weil die Schwerpunktsbewegung des Systems völlig unabhängig von der Relativbewegung der beiden Teilchen abläuft und noch dazu völlig trivial ist.
Als Beispiel kannst du zwei Körper betrachten, die sich gegenseitig gravitativ anziehen. Das Kraftgesetz lautet
und die Bewegungsgleichungen lauten
sowie
Diese sind gekoppelt, in dem Sinne, daß
in der Gleichung für
vorkommt und umgekehrt. Man erhält die Gleichung für die Relativbewegung, wenn man den Vektor
definiert.
d.h.
Dies ist dieselbe Gleichung, der ein einzelnes Teilchen mit Masse
gehorchen würde, welches aus dem Ursprung
mit der Kraft
angezogen würde.
Die Frage ist noch, was die Lösung dieser Gleichung mit dem urpsrünglichen Problem (1) und (2) zu tun hat. Dazu kann man zunächst beobachten, daß aus den beiden Gleichungen folgt, daß der Schwerpunkt
eine reine Trägheitsbewegung ausführt, d.h.
d.h. es gilt einfach
. Man hat nun also Lösungen für die Schwerpunkts- und die Relativbewegung. Daraus kann man jede der beiden Bahnkurven
konstruieren, bspw.
etc.
bloebb
Verfasst am: 29. Jul 2017 17:06
Titel: 2-Körper-Problem (wechselseitige Anziehung)
Hallo!
Auf
https://www.youtube.com/watch?v=6gauv8GPI7U&index=15&list=PLrWrjvhC1dob6zYX6yuQq9X9P2GZNvu8k
wird von 26:10 bis 42:15 das Zweikörperproblem besprochen.
Hier eine Zusammenfassung:
Es gibt 2 Körper. Beiden üben eine Kraft auf jeweils den anderen aus.
Körper 1 mit der Masse
zieht mit der Kraft
den Körper 2 an.
Körper 2 mit der Masse
zieht mit der Kraft
den Körper 1 an.
Aufgrund der Formel
werden dann 2 Gleichungen angeschrieben.
Diese Gleichungen sind "gekoppelt" (keine Ahnung, was genau damit gemeint ist). Durch Subtraktion entkoppelt man diese Formeln.
Weiters wird die "reduzierte Masse"
eingeführt, um die Formel zu vereinfachen.
Am Schluss erhalten wir wieder eine
- Formel, diesesmal in der Form von:
Nähere Infos siehe Video.
Ich habe jetzt das Problem, dass ich mit dieser Formel überhaupt nichts anfangen kann. Ich habe keien Ahnung, was mir die sagt, und was ich damit anstellen kann.
Hat jemand von euch ein Beispiel, wo diese Gleichung sinnvoll zum Einsatz kommt? Kann man damit vielleicht irgendwie die Bewegung der beiden Körper beschreiben? Vielleicht um welchen gemeinsamen Mittelpunkt sie rotieren?